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Und wieder Krieg

Im März 1938 wird der sogenannte „Anschluss“ vollzogen und Österreich wird Teil des Deutschen Reiches. Viele Menschen knüpfen große Hoffnungen an das NS-Regime und erkennen nicht, dass Terror und Krieg die Folgen sein werden. Kapsch ist in einer kriegswichtigen Branche tätig und wird, ebenso wie andere Radio- und Funkgerätehersteller, wichtiger Zulieferer für Wehrmacht und staatliche Stellen. Der hohe Bedarf an Fernsprecheinrichtungen, Funkgeräten, aber auch an Batterien und Kondensatoren spiegelt sich in den Mitarbeiterzahlen wider: 1943 arbeiten über 3000 Menschen bei Kapsch.

 
Kapsch ‘400P U’

1939/40

Ende der 1930er Jahre kündigt sich eine Trendwende an: Der Lautsprecher befindet sich nicht mehr oberhalb, sondern neben der Einstellskala; daher können die Geräte kompakter sein. Der „400P U“ kann drei Wellenbereiche von 15 bis 2000m empfangen. Neu ist auch das gemaserte Gehäuse aus Pressstoff.

Volksempfänger

um 1940

Alle (reichs)deutschen Radioproduzenten sind dazu verpflichtet, Volksempfänger herzustellen. Das erste Modell wird bereits 1933 entwickelt. Der vorgeschriebene Preis von 76 Reichsmark entspricht nach heutiger Kaufkraft etwa 320 €.

Gehörlese- und Blinkschulgerät

1939

Mit diesem Gerät können „angehende Telegraphisten“, wie es in der Beschreibung heißt, das Morsen üben. Es wird für Militär, Polizei, Schulen und Pfadfinder empfohlen.


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W Tischtelefonapparat

1940

Zu diesem Telefonapparat ist eine Originalrechnung vom 1. April 1940 erhalten. Das Gerät verfügt über einen eingebauten Gleichstromwecker und ist für eine Hauptstelle und drei Nebenstellen ausgelegt.

Fieseler Storch mit Nahfeld-Peiler

1940

Die Wehrmacht vergibt auch Entwicklungsaufträge, etwa zum Bau von Peilgeräten. Da Kapsch mit Funkgeräten bis dahin nichts zu tun hat, ist zu vermuten, dass ein im Hochfrequenzbereich erfahrenes fremdes Fachpersonal zur Entwicklung eingestellt wurde.


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Betriebsordnung

1941

Schon 1938 erfolgen Lieferungen an die Wehrmacht. Damit erhöht sich der Geheimhaltungsdruck im Werk; es gibt Abteilungen, in die nur ausgewählte Personen mit besonderen Bewilligungen Zutritt erhalten.

Feldfernsprecher FF 33

1942

Dieses Gerät wird zwischen 1933 und 1945 in mehreren Varianten gebaut. Ein Kurbelinduktor erzeugt die Rufspannung. Solche Geräte werden auch bei der Reichspost als Streckenfernsprecher eingesetzt.

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Luft-Sauerstoffelement Typ ENL

1943

Das Sauerstoffelement liefert 1,5 Volt mit einer Höchstbelastung von 300mA.

Werk II nach Bombenangriffen

1945

Seit dem Frühjahr 1944 ist Wien zunehmend den Bombenangriffen der Alliierten ausgesetzt. Viele Mitarbeiter sind gezwungen, bis in den sechsten Bezirk zu laufen, um freie Plätze in den Luftschutzkellern zu erreichen. Teile der Produktion werden aufs Land verlagert, unter anderem ins Waldviertel und an den Attersee. Anfang April 1945 beenden sowjetische Truppen die NS-Herrschaft in Wien und im Osten Österreichs.

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Johannes Mario Simmel

um 1950, Fotografie

Im Batteriewerk von Kapsch arbeitet ab Oktober 1943 Johannes Mario Simmel, ein junger Chemiestudent. Er sollte später als Bestsellerautor berühmt werden. Als Halbjude lebt Simmel in prekären Verhältnissen. Er erinnert sich an seine Zeit bei Kapsch: „Alle waren stets von großer Freundlichkeit zu mir.“ Trotz „Nazis und Krieg“ soll die Atmosphäre bis zuletzt „sehr menschlich“ geblieben sein. Gegen Ende des Krieges wäre er beinahe im Unternehmen verhaftet worden, doch ein Vorgesetzter gab ihm sein Fahrrad für die Flucht.