Inhaltsverzeichnis.
Seiten
KONZERNBERICHT.1
KONZERNLAGEBERICHT.2
1 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage.2
2 Voraussichtliche Entwicklung und Risiken.14
3 Sonstige Angaben21
KONZERNABSCHLUSS.22
Hauptabschlussbestandteile.22
Erläuterungen zum Konzernabschluss.26
ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER.90
BESTÄTIGUNGSVERMERK.91
JAHRESBERICHT von Kapsch TrafficCom AG.JA 1
LAGEBERICHT.JA 3
1 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage.JA 3
2 Voraussichtliche Entwicklung und Risiken.JA 11
3 Sonstige AngabenJA 18
JAHRESABSCHLUSS.JA 19
Hauptabschlussbestandteile.JA 19
Erläuterungen zum Jahresabschluss.JA 22
ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER. JA 34
BESTÄTIGUNGSVERMERK.JA 35
Inhaltsverzeichnis.
KONZERNLAGEBERICHT.2
1 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage.2
1.1 Geschäftsverlauf.2
1.1.1 Wirtschaftliches Umfeld.2
1.1.2 Marktdefinition.4
1.1.3 Geschäftsentwicklung 2021/22.6
1.2 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren.7
1.2.1 Ertragslage.7
1.2.2 Ertragslage nach Segmenten.9
1.2.3 Vermögenslage.11
1.2.4 Finanzlage.12
1.2.5 Nichtfinanzielle Information.12
1.3 Forschung und Entwicklung.13
2 Voraussichtliche Entwicklung und Risiken.14
2.1 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2022/23.14
2.2 Risikobericht.15
2.2.1 Risikomanagement.15
2.2.2 Branchenspezifische Risiken.16
2.2.3 Strategische Risiken.17
2.2.4 Finanzielle Risiken.17
2.2.5 Personalrisiko.18
2.2.6 Rechtliche Risiken.19
2.2.7 Cyber-Risiken.19
2.2.8 Chancen.19
2.2.9 Zusammenfassende Beurteilung der Risikosituation.20
2.3 IKS in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess.20
3 Sonstige Angaben21
3.1 Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Vereinbarungen.21
3.2 Corporate-Governance-Bericht.21
KONZERNABSCHLUSS.22
Hauptabschlussbestandteile.22
Konsolidierte Gesamtergebnisrechnung.22
Konsolidierte Bilanz.23
Konsolidierte Eigenkapitalveränderungsrechnung.24
Konsolidierte Kapitalflussrechnung.25
Erläuterungen zum Konzernabschluss.26
ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER.91
BESTÄTIGUNGSVERMERK.92
Glossar.100
Finanzkalender, Kontakt für Investoren.
KONZERNLAGEBERICHT.
1 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage.
1.1 Geschäftsverlauf.
1.1.1 Wirtschaftliches Umfeld.
Weltwirtschaft.
Globale Wirtschaftsleistung: +6,1 %.
Die weltweite Konjunktur erholte sich 2021 spürbar von den pandemiebedingten Turbulenzen des Vorjahrs. Trotz anhaltendem Infektionsgeschehen (SARS-CoV-2) verzeichnete die aggregierte Wirtschaftsleistung ein Plus von 6,1 % (Vorjahr: -3,1 %). Zurückzuführen ist dies sowohl auf Fortschritte im gesundheitspolitischen Krisenmanagement als auch auf umfassende fiskal- und geldpolitische Maßnahmenpakete rund um die Welt. Der konjunkturelle Aufschwung spiegelte sich ebenfalls in der Entwicklung des Außenhandels wider: Insgesamt lag das globale Handelsvolumen 2021 beinahe 10 % über dem Vorjahresniveau. Dies ist insofern bemerkenswert, als die Lieferketten in zahlreichen Sektoren nach wie vor unter den Folgen wiederholter Lockdowns leiden. Erschwerend kommt im Februar 2022 der Ausbruch des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hinzu, der die globalen Wachstumsaussichten bereits merklich gedämpft hat (2022: +3,6 %) und – je nach weiterem Konfliktverlauf – ein wesentliches Abwärtsrisiko darstellt.
USA.
US-Wirtschaft: +5,7 %.
Die Wirtschaft in den USA wies 2021 im Industrieländervergleich eine überdurchschnittlich große Dynamik auf. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im Jahresvergleich um 5,7 %, angetrieben von einem knapp USD 2 Billionen schweren COVID-19-Nothilfepaket. Bereits in der zweiten Hälfte des Jahres zeichnete sich jedoch eine wirtschaftspolitische Trendwende ab. So erzielte etwa ein zusätzlich geplantes Konjunkturprogramm („Build Back Better“) angesichts stetig steigender Inflationsraten und wachsender Ängste vor einer Überhitzung der Wirtschaft keine Mehrheit im Senat. Gleichzeitig erhöhte sich der Druck auf die US-Notenbank Fed, die lange Zeit vorherrschende extrem expansive Geldpolitik zu straffen. Im März 2022 wurde der Leitzins dann erstmals seit 2018 angehoben. Was den weiteren Konjunkturverlauf in den USA betrifft, so gehen die Wirtschaftsforscher für 2022 von einem Wachstum in Höhe von 3,7 % aus.
Schwellen- und Entwicklungsländer.
Wirtschaftsleistung der Schwellen- und Entwicklungsländer: +6,8 %.
In den Schwellen- und Entwicklungsländern (Emerging Markets) standen die Zeichen 2021 ebenfalls auf Erholung, obwohl die strukturellen Herausforderungen größer und die Kapazitäten zur Krisenbekämpfung begrenzt waren. Insgesamt erhöhte sich ihre Wirtschaftsleistung um 6,8 % (Vorjahr: -2,0 %).
Asien. Die aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien wurden ihrem Ruf als globale Wachstumstreiber abermals gerecht. Anders als in früheren Jahren ist dies jedoch hauptsächlich den dominierenden Regionalmärkten China (+8,1 %) und Indien (+8,9 %) zu verdanken, wohingegen das Plus in den ASEAN-5-Staaten (Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand und Vietnam) mit 3,4 % hinter den Prognosen zurückblieb. Mit Blick auf 2022 trübt das relativ starke Durchschlagen der Omikron-Welle im Auftaktquartal die – insgesamt dennoch eindeutig positiven – Wachstumsperspektiven für Asien.
Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) und MENA-Region (Mittlerer Osten, Nordafrika). Hier war die Wirtschaftsentwicklung 2021 maßgeblich von der Erholung der Erdölpreise geprägt. Schon im Frühjahr hatten diese wieder das Vorkrisenniveau erreicht, ehe die von Saudi-Arabien und Russland dominierte Allianz OPEC+ den Förderhahn in der zweiten Jahreshälfte schrittweise öffnete. Dies schlug sich entsprechend positiv in den Budget- und Wachstumszahlen der erdölexportierenden Staaten nieder. Eine Zäsur stellt im ersten Quartal 2022 die militärische Eskalation des Russland-Ukraine-Konflikts dar, dessen ökonomische Folgewirkungen (Anstieg der Energiepreise, Nahrungsmittelknappheit etc.) weit über die nationalen und regionalen Grenzen hinausreichen.
Lateinamerika und Subsahara-Afrika. Für das von der Coronakrise anfangs besonders stark gebeutelte Lateinamerika fiel die wirtschaftliche Bilanz zuletzt wieder deutlich erfreulicher aus. Nach einem Plus von 6,8 % im Jahr 2021 (Vorjahr: -7,0 %), angekurbelt von ertragreicheren Rohstoffexporten, wird für 2022 eine Fortsetzung des Wachstumskurses auf moderatem Niveau erwartet. In Subsahara-Afrika entsprach der BIP-Anstieg 2021 mit 4,5 % indes dem Trend, der schon in den Jahren vor Ausbruch der Pandemie zu beobachten war. Dem anhaltenden Expansionspotenzial des Kontinents stehen 2022 wachsende Herausforderungen gegenüber, speziell was die Inflationsentwicklung, die Versorgungssicherheit und die Schuldenproblematik anbelangt.
Europa.
EU-Wirtschaft: +5,4 %.
Europäische Union (EU). Das rasche Wiedererstarken der internationalen Nachfrage ebnete 2021 auch in Europa den Weg aus der tiefen Rezession des Vorjahrs. In der Europäischen Union erhöhte sich die Gesamtwirtschaftsleistung um 5,4 %. Neben dem expandierenden Außenhandel wurde dieser Aufschwung ebenso von der Erholung des Binnenkonsums und der Dienstleistungsnachfrage getragen. Darüber hinaus kurbelte die Umsetzung der europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität die Investitionstätigkeit an. Auf nationaler Ebene zeigte sich dabei jedoch ein differenziertes Bild: Während etwa in Frankreich und Italien das Wachstum bei über 6 % lag, blieb die Dynamik im wirtschaftlich wichtigen Deutschland merklich hinter den Erwartungen zurück. Ausschlaggebend dafür waren vor allem Lieferkettenprobleme und Materialengpässe, die zu erheblichen Verwerfungen in der Industrie führten. 2022 zeichnet sich infolge des Ukrainekriegs eine Verschärfung und Verfestigung dieser Problematik im wirtschaftlich eng verflochtenen Europa ab.
Euroraum. Im Euroraum wuchs die Wirtschaft 2021 um 5,3 % (Vorjahr: -6,4 %). Einhergehend mit dem globalen Trend sah sich die Währungsunion im Berichtsjahr mit einer stetig steigenden Inflation konfrontiert, die Anfang 2022 durch die Energie- und Rohstoffpreisentwicklung zusätzlichen Auftrieb erfuhr. Am Ende des ersten Quartals lag die Teuerungsrate bereits bei 7,5 % und somit klar über dem mittelfristigen 2-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Vor diesem Hintergrund hat die EZB bereits einen Kurswechsel hin zu einer weniger expansiven Geldpolitik eingeläutet und Anleihekäufe gedrosselt. Erste Zinsschritte sind hingegen noch nicht erfolgt, anders als etwa in den USA oder in Großbritannien.
Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Diese Region kehrte 2021 auf den Konvergenzpfad zurück. Abgesehen vom robusten Konsum trugen anziehende Exporte und Unternehmensinvestitionen maßgeblich dazu bei, dass das regionale Wachstum über jenem im Euroraum lag. So verzeichneten beispielsweise Kroatien, Serbien und Ungarn einen BIP-Anstieg von über 6 %. Gleichzeitig waren engpassbedingte Produktionshemmnisse auch in Teilen dieser Region feststellbar, allen voran in den eng mit der deutschen Industrie verbundenen Märkten Tschechien und Slowakei. Der Krieg in der Ukraine stellt 2022 die Länder in der unmittelbaren Nachbarschaft vor besonders große ökonomische, politische und soziale Herausforderungen.
Österreich
.
BIP in Österreich: +4,5 %.
Für Österreichs Wirtschaft fiel die Gesamtjahresbilanz 2021 mit einem Plus von 4,5 % (Vorjahr: -6,7 %) durchaus positiv aus. Obwohl sowohl das Auftakt- als auch das Schlussquartal von erneuten Lockdown-Phasen geprägt waren, vermeldeten zahlreiche Branchen eine stabilisierte Geschäftsentwicklung. Neben Auf- und Nachholeffekten zeichneten dafür vor allem die auffallend krisenresistente Industrieproduktion, der florierende Export und die durch Prämienanreize begünstigte Investitionstätigkeit der Unternehmen verantwortlich. Auch 2022 könnte die heimische Wirtschaft nach Ansicht der Konjunkturforscher um bis zu 4 % expandieren, wobei die Prognoseunsicherheit angesichts des herausfordernden internationalen Umfelds überdurchschnittlich hoch ist.
1.1.2 Marktdefinition.
Kapsch TrafficCom ist ein weltweit anerkannter Anbieter von Verkehrslösungen für eine nachhaltige Mobilität. Innovative Lösungen in den Anwendungsbereichen Maut und Mautdienste sowie Verkehrsmanagement und Demand Management tragen zu einer gesünderen Welt ohne Staus bei.
Vision und Mission.
Kapsch TrafficCom hat die Mission, innovative Verkehrslösungen für eine nachhaltige Mobilität zu entwickeln. Damit soll Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern ermöglicht werden, komfortabel, pünktlich, sicher, effizient und mit einer minimalen Umweltbelastung an ihr Ziel zu kommen.
Zielmärkte.
Fokus auf Nischenmarkt mit Volumen von EUR 4,6 Mrd. (Jahr 2020).
Kapsch TrafficCom adressiert den Markt für intelligente Verkehrssysteme (Intelligent Transportation Systems, ITS). Diese unterstützen und optimieren den Verkehr (einschließlich Infrastruktur, Fahrzeuge, Benutzer und Industrie) und nutzen dafür Informations- und Kommunikationstechnologien. Innerhalb des ITS-Markts ist Kapsch TrafficCom auf die Bereiche Maut und Mautdienste sowie Verkehrsmanagement und Demand Management fokussiert.
Kernregionen der Geschäftstätigkeit sind Nord-, Mittel- und Südamerika, Europa sowie Ozeanien (Australien und Neuseeland).
Adressierbarer Markt.
Der für das Unternehmen adressierbare Markt hatte im Jahr 2020 ein Volumen von EUR 4,6 Mrd. Es wird erwartet, dass der Markt bis 2027 um jährlich durchschnittlich 6,7 % auf EUR 7,2 Mrd. wachsen wird.
Markttreiber.
Kapsch TrafficCom hat die folgenden Markttreiber identifiziert:
Umweltschutz. Das Übereinkommen von Paris ist eine bedeutende weltweite Klimaschutzvereinbarung und wurde im Dezember 2015 auf der Pariser Klimakonferenz geschlossen. Die Europäische Kommission („European Green Deal“) und US-Präsident Biden treiben die Reduktion des Ausstoßes an Treibhausgasen voran. Der Straßenverkehr spielt hierbei eine bedeutende Rolle, ist er doch für einen substanziellen Teil der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Sowohl Verkehrsmanagement- als auch Mautlösungen sind anerkannte Werkzeuge zur Einflussnahme auf den Verkehr und die Verkehrsmittel.
Bedarf nach Verkehrsinfrastruktur und ihrer Erhaltung. Studien erwarten nicht nur einen Anstieg der Weltbevölkerung, sondern auch mehr Privatfahrzeuge auf den Straßen. Um dem wachsenden Verkehrsvolumen gerecht zu werden, sind steigende Investitionen in Straßenbau und -erhaltung unumgänglich. Diese sind in der Regel äußerst kostspielig. Gleichzeitig wirkt sich der zunehmende Anteil hybrider oder elektrisch betriebener Fahrzeuge negativ auf die Mineralölsteuererträge aus. Folglich kann von einem steigenden Bedarf nach alternativen Finanzierungsmodellen unter Einbindung von Mautlösungen ausgegangen werden.
Urbanisierung . Der Anteil der Menschen, die in Städten leben, nimmt zu. Waren es im Jahr 1800 lediglich 2 % der Weltbevölkerung, so lebte im Jahr 2007 erstmals mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Ausgehend von einem aktuellen Wert von rund 56 % soll nach Prognosen der Vereinten Nationen der Anteil der Stadtbevölkerung im Jahr 2030 mehr als 60 % und im Jahr 2050 rund 68 % betragen. Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung von aktuell rund 7,9 Milliarden Menschen auf 8,5 Milliarden im Jahr 2030 und 9,7 Milliarden im Jahr 2050. Gerade im urbanen Raum bringt die private und berufliche Mobilität große Herausforderungen mit sich. Schließlich können Häuser nicht beliebig versetzt werden, um Straßen zu erweitern oder gar neu zu bauen. Zudem wächst mit der urbanen Bevölkerung auch das Handelsvolumen, sowohl innerhalb der Stadt wie auch mit Geschäftspartnern außerhalb der Stadt. Da Waren geliefert werden müssen, bringt eine Zunahme der urbanen Bevölkerung tendenziell ein höheres Transportvolumen mit sich.
Neue Verkehrsmittel und -dienste. Analysten erwarten, dass sich der urbane Personenverkehr bis 2050 mehr als verdoppeln wird. Autonome Fahrzeuge könnten diesen Trend noch verstärken. Die existierende Straßeninfrastruktur wird diesem Bedarf nicht gerecht werden können. Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen: die verstärkte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und gemeinschaftlicher Transportmittel sowie – wenn nicht entsprechend gegengesteuert wird – umfangreichere Staus. Außerdem wird der Trend hin zu elektrisch angetriebenen Fahrzeugen anhalten. Dies reduziert zwar den unmittelbaren CO₂-Ausstoß, aber die Feinstaubproblematik bleibt bestehen.
Vernetzte Mobilität. Die technologischen Fortschritte beim Austausch von Informationen zwischen Fahrzeugen (Vehicle-to-Vehicle, V2V), zwischen Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur (Vehicle-to-Infrastructure, V2I) sowie im Bereich autonomes Fahren sind rasant. Sie erlauben bereits heute immer bessere und umfangreichere Applikationen für besseren Fahrkomfort und höhere Fahrsicherheit. Zudem ermöglichen die neuen Kommunikationswege und die enormen Datenmengen wesentliche Verbesserungen beim Verkehrsmanagement.
Daten und künstliche Intelligenz. Offene Daten und offene Schnittstellen ermöglichen umfangreichere und leistungsfähigere Anwendungen. Die vernetzte Mobilität ist eine wichtige Datenquelle. Maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz schaffen neue Möglichkeiten bei der Datenanalyse, -simulation, -prognose und -steuerung.
Datensicherheit. Durch die Nutzung umfangreicher Datenmengen gewinnt der Schutz personenbezogener Daten und der Umgang mit ihnen an Bedeutung.
Grundlegende Veränderungen im Geschäftsfeld von Kapsch TrafficCom. Die oben genannten Markttreiber haben bereits folgende Trends ausgelöst:
- War die ITS-Industrie in der Vergangenheit Hardware-lastig, geht der Trend zunehmend in Richtung Software-Plattformen. Dabei werden vermehrt Modullösungen und Cloud-Anwendungen eine Rolle spielen.
- Angebotene Dienste stellen den Nutzer in den Mittelpunkt und werden in von ihm bevorzugte Plattformen und Geräte integriert.
- Zahlungslösungen werden in die Fahrzeugtechnik integriert und neue Zahlungstechnologien werden auf den Markt kommen.
- Intelligente Verkehrsinfrastruktur kann mit günstigeren Sensoren, Modulen und Verbindungstechnologien realisiert werden. Das spezifische Domain-Wissen und die Notwendigkeit kundenspezifischer Lösungen bleiben allerdings von Bedeutung.
- Neue Lösungen können zügig global ausgerollt werden.
1.1.3 Geschäftsentwicklung 2021/22.
Das Geschäftsjahr 2021/22 hat im Wesentlichen das gehalten, was Kapsch TrafficCom im Ausblick des Konzernabschlusses des vorangegangenen Geschäftsjahrs in Aussicht gestellt hat: Der Umsatz verzeichnete ein dezentes Wachstum und das EBIT war wieder positiv. Dennoch gab es eine Reihe berichtenswerter Ereignisse und Entwicklungen.
Nach einer schwierigen Phase ist es Kapsch TrafficCom ab dem ersten Quartal gelungen, eine sichtbare Trendwende einzuläuten. Diese gelang trotz einer verhaltenen Umsatzentwicklung, die primär auf zwei Gründe zurückzuführen war. Zum einen lag das Hauptaugenmerk in Nordamerika nach umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen weiterhin auf der Stabilisierung der Organisation. Zum anderen spürte die Gruppe die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie weiterhin deutlich:
- Die Neugeschäftsdynamik war speziell beim europäischen Errichtungsgeschäft mangels ausreichender Marktopportunitäten auf einem anhaltend niedrigen Niveau. Der große Teil der Kunden des Unternehmens sind öffentliche Einrichtungen, Behörden oder Körperschaften. Deren Fokus lag in den meisten Ländern entweder darauf, die Pandemie zu bekämpfen, oder die Wirtschaft und Arbeitsmärkte zu unterstützen. Die Stärkung der Budgets und Investitionen zur Unterstützung von Umweltzielen hatten noch nicht ausreichend Priorität.
- Zudem führten Engpässe bei elektronischen Bauteilen dazu, dass die vorhandene Nachfrage nach Komponenten nicht wie gewünscht bedient werden konnte und sich ein Auftragsrückstau bildete.
Bei einigen Errichtungsprojekten in den USA mussten – zwar deutlich geringer als im vorangegangenen Geschäftsjahr, aber dennoch in merklichem Umfang – neuerlich Margenanpassungen vorgenommen werden. Diese hatten einen negativen Effekt auf Umsatz und EBIT (mehr zu den verschiedenen Sondereffekten im folgenden Kapitel).
Auch zu den größeren Betriebsprojekten gibt es etwas zu berichten: In Polen gingen vertragsgemäß Ende September und im November zwei große Projekte zu Ende. Dafür begann hier im Sommer 2021 ein deutlich kleineres zur Umsetzung des Vertriebsstellennetzwerks für das neue, satellitenbasierte Mautsystem. 2021/22 war das erste volle Geschäftsjahr, in dem Kapsch TrafficCom in Bulgarien für den technischen Betrieb des e-Vignettensystems für Pkws und des elektronischen Mautsystems für Lkws zuständig war. In Südafrika entwickelte sich das Geschäft erfreulich und übertraf die Erwartungen.
Im November 2020 eröffnete ein Mitbewerber in den USA einen Rechtsstreit und warf Kapsch TrafficCom Patentverletzungen vor. Im Herbst 2021 gelang es Kapsch TrafficCom, diesen Patentstreit beizulegen.
Im Geschäftsjahr 2021/22 erfolgten Schritte zur Neuordnung der Kapsch Group , deren Konzerngesellschaft KAPSCH-Group Beteiligungs GmbH 63,3 % der Aktien an Kapsch TrafficCom hält. Hintergrund war die Bestrebung, zu gegebener Zeit einen reibungslosen Übergang auf die nächste Generation der Familie Kapsch gewährleisten zu können. Kapsch BusinessCom schied mit Kari Kapsch aus der Kapsch Group aus. Er verließ mit Ende der ordentlichen Hauptversammlung am 8. September 2021 auch den Aufsichtsrat von Kapsch TrafficCom AG, dem er seit 2002 angehörte. An seiner statt wählte die Hauptversammlung Frau Sonja Hammerschmid in den Aufsichtsrat.
Auch auf Vorstandsebene gab es wesentliche Veränderungen: Mit 1. Juli 2021 erfolgte die Bestellung von Andreas Hämmerle als Chief Financial Officer. Er leitete zuvor bereits als Executive Vice President Finance den Finanzbereich. Im Oktober 2021 wurde der Vorstandsvertrag von André Laux, Chief Operating Officer (COO), einvernehmlich beendet. Georg Kapsch übernahm von ihm die Vertriebsagenden und ist somit nun für alle Vertriebsregionen verantwortlich. Andreas Hämmerle verantwortet seither zusätzlich zu seinen Finanzagenden das Supply Chain Management und die Produktion in Europa; an den Agenden von Alfredo Escribá änderte sich durch das Ausscheiden von Herrn Laux nichts. Herr Laux war seit vierzehn Jahren bei Kapsch TrafficCom, elf Jahre davon als Mitglied des Vorstands.
Ab 24. Februar 2022 richtete sich die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Kampfhandlungen in der Ukraine . Kapsch TrafficCom hat keine Kunden in diesem Land. Im Jahr 2021 wurde jedoch eine Konzerngesellschaft mit Sitz in Kiew gegründet. Sie beschäftigt eine Gruppe externer Software-Entwickler, primär aus der Ukraine. Das Team arbeitet insbesondere an Lösungen für das Geschäft mit Mautdiensten in den USA. Die seitens der Europäischen Union verhängten Sanktionen gegen Russland führten dazu, dass Kapsch TrafficCom keine neuen Aufträge aus diesem Land annahm. Der Umsatz in Russland bewegte sich in den letzten Jahren immer unter 1 % des Konzernumsatzes. Die Sanktionen gegen Belarus betrafen Kapsch TrafficCom nur in geringem Ausmaß. Sie führten dazu, dass gewisse Bauteile und Leistungen nicht mehr geliefert bzw. erbracht werden konnten. Kapsch TrafficCom betreibt das landesweite Mautsystem für Pkws und Lkws in Belarus und hat dafür einen Vertrag bis zum Jahr 2032. Der dortige Umsatz entsprach in der Berichtsperiode einem höheren einstelligen Prozentsatz des Konzernumsatzes.
Kurz vor Ende des Geschäftsjahrs erreichte Kapsch TrafficCom ein Zwischenschiedsspruch , der einen Entschädigungsanspruch des Joint Ventures von Kapsch TrafficCom und CTS EVENTIM gegen die Bundesrepublik Deutschland dem Grunde nach bejaht. Nach Kündigung des Betreibervertrags zur Erhebung der Infrastrukturabgabe („Pkw-Maut“) in Deutschland hat das Joint Venture Entschädigungsansprüche in Höhe von rund EUR 560 Mio. gegen die Bundesrepublik Deutschland geltend gemacht. In der nun folgenden Phase des Schiedsverfahrens wird über die Höhe des Anspruchs entschieden.
1.2 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren.
1.2.1 Ertragslage.
Umsatz. Der Umsatz von Kapsch TrafficCom stieg im Geschäftsjahr 2021/22 auf EUR 519,8 Mio. und lag damit 2,9 % (EUR 14,6 Mio.) über dem Vorjahreswert. Die Neugeschäftsdynamik war speziell beim europäischen Errichtungsgeschäft mangels ausreichender Marktopportunitäten auf einem anhaltend niedrigen Niveau. Der Umsatz legte allerdings bei den Betriebsprojekten zu, insbesondere in Bulgarien und Südafrika und trotz des Auslaufens der Verträge in Polen im September und November 2021. Geografisch betrachtet verteilte sich der Konzernumsatz wie folgt:
- Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika): 54,2 % (Vorjahr: 54,8 %)
- Region Americas (Nord-, Mittel- und Südamerika): 40,8 % (Vorjahr: 40,6 %)
- Region APAC (Asien-Pazifik): 5,0 % (Vorjahr: 4,6 %)
Umsatz nach Regionen.
Alle Regionen konnten wieder Umsatzzuwächse erwirtschaften.
| in EUR Mio. | 2020/21 | 2021/22 | +/- | |||
| EMEA | 277,0 | 282,0 | 1,8 % | |||
| Errichtung | 46,6 | 42,2 | -9,5 % | |||
| Betrieb | 194,0 | 207,5 | 7,0 % | |||
| Komponenten | 36,5 | 32,2 | -11,6 % | |||
| Americas | 204,9 | 212,1 | 3,5 % | |||
| Errichtung | 109,8 | 95,9 | -12,7 % | |||
| Betrieb | 61,8 | 73,6 | 19,1 % | |||
| Komponenten | 33,3 | 42,6 | 28,0 % | |||
| APAC | 23,2 | 25,7 | 11,0 % | |||
| Errichtung | 9,0 | 11,2 | 23,8 % | |||
| Betrieb | 8,0 | 8,6 | 6,5 % | |||
| Komponenten | 6,1 | 6,0 | -2,3 % | |||
| Gesamt | 505,2 | 519,8 | 2,9 % |
Auch in der Berichtsperiode 2021/22 wurden Projektmargen, insbesondere in der Region Americas, angepasst. Dies wirkte sich mit EUR -22,0 Mio. (Vorjahr: EUR -71,9 Mio.) auf den Umsatz aus, wobei EUR -4,0 Mio. auf die Kündigung eines Kundenprojekts in den USA zurückzuführen waren. Dennoch stiegen die Umsätze in der Region Americas um EUR 7,2 Mio., in der Region EMEA um EUR 5,0 Mio. und in der Region APAC um EUR 2,5 Mio. gegenüber dem Vorjahr.
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten EUR 0,8 Mio. (Vorjahr: EUR 1,6 Mio.) an Prämien und Unterstützungen zur Linderung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Kapsch TrafficCom, die in einigen Ländern gewährt wurden. Auch Prämien aus Kurzarbeit oder zum Ersatz von Personalkosten sind in diesen Erträgen inkludiert. Die operativen Fremdwährungsgewinne stiegen um EUR 3,6 Mio. und führten zu einem Netto-Fremdwährungsgewinn; im Vorjahr verzeichnete das Unternehmen noch einen Fremdwährungsverlust (siehe weiter unten zu den sonstigen betrieblichen Aufwendungen).
Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen sanken um 16,7 % (EUR 40,6 Mio.) auf EUR 202,8 Mio. (Vorjahr: EUR 243,5 Mio.). Dies ist vor allem auf geringere Kosten für einige Projekte in den USA zurückzuführen, bei denen im Vorjahr Margenanpassungen und Drohverlustrückstellungen gebildet werden mussten. Die Quote für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen im Verhältnis zu den Umsatzerlösen sank von 48,2 % auf 39,0 %.
Durch Restrukturierungsmaßnahmen in der Berichtsperiode und im Jahr zuvor gelang es, den Personalaufwand um 6,9 % auf EUR 227,1 Mio. zu senken. Der durchschnittliche Personalstand ging um 380 Personen zurück. Der Wert des Vorjahrs beinhaltete Restrukturierungsrückstellungen für den Personalabbau in Höhe von EUR 4,5 Mio. Die Personalquote (Verhältnis Personalaufwand zu Umsatz) sank von 48,3 % im Vorjahr auf 43,7 %.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken gegenüber dem Vorjahr um 18,4 % auf EUR 69,1 Mio. Vor allem Rechts- und Beratungskosten gingen um EUR 13,1 Mio. zurück. Im Vorjahr war ein im November 2020 eröffneter Patentstreit in den USA deren wesentlichster Treiber, wobei dieser Streit im Geschäftsjahr 2021/22 beigelegt werden konnte. Operative Währungsverluste (brutto, exklusive operative Währungsgewinne) sanken um EUR 8,4 Mio. und führten zu einem Netto-Fremdwährungsgewinn. Die Wechselkursschwankungen betrafen vorwiegend den US-Dollar (USD), den südafrikanischen Rand (ZAR) und den sambischen Kwacha (ZMW) gegenüber dem Euro.
Das anteilige Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen stammt im Wesentlichen aus dem Joint Venture autoTicket GmbH in Deutschland in Höhe von EUR -1,8 Mio. (Vorjahr: EUR -3,8 Mio.) und einem Joint Venture in Kolumbien mit EUR -0,3 Mio. (Vorjahr: EUR -0,2 Mio.).
EBITDA. Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit vor Abschreibungen und Wertminderungen (EBITDA) war mit EUR 32,7 Mio. wieder positiv (Vorjahr: EUR -67,1 Mio.). Die EBITDA-Marge betrug somit +6,3 % (Vorjahr: -13,3 %).
Der Aufwand für planmäßige Abschreibungen sank auf EUR 21,7 Mio. (Vorjahr: EUR 24,7 Mio.), bei gleichbleibenden Nettoinvestitionen. Allerdings betrugen die Wertminderungen im Vorjahr EUR 31,3 Mio. Sie beinhalteten zum Teil auch Sachanlagen und Nutzungsrechte aus Leasingverträgen und führten daher im Geschäftsjahr zu geringeren Abschreibungen. Ein kleiner Anteil von EUR 0,1 Mio. aus den Wertminderungen des Vorjahrs wurde im Geschäftsjahr wieder zugeschrieben.
EBIT. Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit (EBIT) war mit EUR 11,0 Mio. wieder positiv, nach dem negativen EBIT des Vorjahrs von EUR -123,2 Mio. Der Umschwung gelang, obwohl Sondereffekt im Ausmaß von EUR -31,5 Mio. das EBIT im Geschäftsjahr 2021/22 wie folgt belasteten.
- Anpassung von Projektmargen und Drohverlustrückstellungen: Bei einigen Projekten, insbesondere in Nordamerika, wurden die Projektmargen angepasst, Umsatz und Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen gemindert sowie Drohverlustrückstellungen gebildet. Weiters wurde ein Kundenprojekt in den USA gekündigt. Dies wirkte sich in Summe mit EUR 29,9 Mio. negativ auf das EBIT aus (Vorjahr: EUR -78,9 Mio.).
- Beilegung eines Patentstreits: Für die Beilegung eines Patentstreits wurden zusätzlich EUR -3,0 Mio. im EBIT erfasst.
- Vorzeitige Beendigung des Vorstandsmandats von André Laux: Dies wirkte sich mit EUR -1,7 Mio. auf das EBIT aus.
- Die vorzeitige Beendigung von Leasingverträgen führte zur Auflösung von Leasingverbindlichkeiten und hatte einen positiven Effekt von EUR +3,1 Mio. auf das EBIT.
Finanzergebnis. Das Finanzergebnis verbesserte sich von EUR -9,6 Mio. im Vorjahr auf EUR -4,5 Mio. Darin sind Netto-Fremdwährungsgewinne von EUR 4,2 Mio. (Vorjahr: Verluste von EUR 2,0 Mio.) enthalten. Sie resultierten im Geschäftsjahr vor allem im Zusammenhang mit dem US-Dollar (USD) und dem sambischen Kwacha (ZMW) sowie auch dem südafrikanischen Rand und dem chilenischen Peso gegenüber dem Euro (EUR). Dem gegenüber standen um EUR 1,1 Mio. höhere Netto-Verluste aus Hyperinflation als im Vorjahr.
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen als Finanzinvestitionen. Der Ergebnisbeitrag von Traffic Technology Services, Inc., USA, belief sich auf EUR -1,2 Mio. (Vorjahr: EUR -0,4 Mio.).
Ertragsteuern. Der Steueraufwand betrug im Geschäftsjahr EUR 11,5 Mio. (Vorjahr: Steuerertrag von EUR 27,8 Mio.). Dieser Aufwand ist im Vergleich zum Gewinn vor Steuern (EUR 5,3 Mio.) relativ hoch. Grund dafür ist, dass einzelne Konzerngesellschaften ihre negativen Periodenergebnisse nicht als latente Steueransprüche (aus Verlustvorträgen) geltend machen konnten. Das betraf vor allem Tochtergesellschaften in den USA.
Periodenergebnis. Das Periodenergebnis war mit EUR -6,2 Mio. immer noch negativ (Vorjahr: EUR -105,3 Mio.). Den Anteilseignern der Gesellschaft war ein Ergebnis von EUR -9,3 Mio. (Vorjahr: EUR -102,9 Mio.) zuzurechnen. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie in Höhe von EUR -0,72 (Vorjahr: EUR -7,91).
Sonstiges Ergebnis. Diese Position enthält im Wesentlichen Währungsumrechnungsdifferenzen und Umbewertungen von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses. Das sonstige Ergebnis betrug EUR -0,4 Mio. (Vorjahr: EUR 9,0 Mio.).
Gesamtergebnis. Das Gesamtergebnis als Summe von Periodenergebnis und sonstigem Ergebnis betrug EUR -6,5 Mio. (Vorjahr: EUR -96,2 Mio.).
1.2.2 Ertragslage nach Segmenten.
Maut.
Umsatz. Im Geschäftsjahr 2021/22 stieg der Umsatz im Mautsegment um 3,2 % auf EUR 369,9 Mio., nach einem Umsatzeinbruch im Vorjahr. Der Umsatz trug 71,2 % (Vorjahr: 70,9 %) zum Gesamtumsatz bei.
In der Region EMEA wurde mit EUR 191,6 Mio. weiterhin der größte Umsatzbeitrag erwirtschaftet (Vorjahr: EUR 190,0 Mio.). Die Umsätze aus Errichtungsprojekten gingen um 11,9 % zurück und erreichten ein Volumen von EUR 11,6 Mio. Das Volumen der Betriebsprojekte stieg hingegen um 5,2 %. Nach dem vertragsgemäßen Projektende der zwei großen Projekte in Polen im September und im November wurde das Vertriebsstellennetzwerk für das neue, satellitenbasierte Mautsystem in Polen in Betrieb genommen. Weiters war das Geschäftsjahr das erste volle Jahr des technischen Betriebs des e-Vignettensystems für Pkws und des elektronischen Lkw-Mautsystems in Bulgarien. Zusätzlich entwickelte sich das Geschäft in Südafrika erfreulich.
Auch im Geschäftsjahr 2021/22 litten die Komponentenumsätze aufgrund der COVID-19-Situation deutlich und gingen im Vergleich zum Vorjahr in der Region EMEA um 12,7 % zurück. Ein wesentlicher Grund für den Rückgang waren Engpässe bei elektronischen Bauteilen. Die vorhandene Nachfrage nach Komponenten konnte nicht wie gewünscht bedient werden, sodass sich ein Auftragsrückstau bildete.
Der Umsatz in der Region Americas stieg von EUR 148,0 Mio. im Vorjahr auf EUR 158,0 Mio. im Geschäftsjahr 2021/22. Die Errichtungsumsätze sanken um 11,9 %, vor allem in den USA. Auch in diesem Geschäftsjahr mussten bei einigen Projekten, insbesondere in Nordamerika, die Projektmargen angepasst und Drohverlustrückstellungen gebildet werden.
Die Umsätze aus Betriebsprojekten konnten hingegen um fast ein Drittel auf EUR 47,4 Mio. gesteigert werden. Dies betraf vor allem Projekte in den USA. Auch die Komponentenumsätze erholten sich in der Region Americas wieder und stiegen um 29,3 % auf EUR 40,7 Mio.
Die Umsätze in der Region APAC waren mit EUR 20,2 Mio. stabil zum Vorjahr.
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden 10,4 Mio. On-Board Units verkauft und damit 5,1 % mehr als im Vorjahr (9,9 Mio. Stück). Während in den USA 2,1 Mio. Stück mehr verkauft wurden, gab es Rückgänge vor allem in der Region EMEA (insbesondere in Frankreich, Spanien und Marokko).
Segment Maut nach Geschäftstypen.
| in EUR Mio. | 2020/21 | 2021/22 | +/- | |||
| Umsatz | 358,2 | 369,9 | 3,2 % | |||
| Errichtung | 100,3 | 89,2 | -11,0 % | |||
| Betrieb | 187,5 | 205,2 | 9,4 % | |||
| Komponenten | 70,5 | 75,5 | 7,1 % | |||
| EBIT | -117,2 | 3,3 | n.a. |
EBIT. Das operative Ergebnis betrug EUR +3,3 Mio. (Vorjahr: EUR -117,2 Mio.). Auch im Geschäftsjahr erfolgten Anpassungen der Margen und die Bildung von Drohverlustrückstellungen. Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen sanken um 20,9 %, trotz leichtem Umsatzanstieg (+3,2 %). Der Personalaufwand sank um 7,0 %, entwickelte sich regional jedoch unterschiedlich: In der Region EMEA sank der Personalaufwand um 9,6 %, in der Region APAC um 27,7 % und in der Region Americas um 2,4 %. Im Vorjahr waren im Personalaufwand Kosten für die Restrukturierung in Höhe von EUR 3,8 Mio. enthalten. Die planmäßigen Abschreibungen sanken leicht um 6,6 % auf EUR 15,9 Mio. Aus der Zuschreibung von im Vorjahr wertgeminderten Vermögenswerten ergab sich ein Ertrag von EUR 0,1 Mio. Im Vorjahr waren Wertminderungen in Höhe von EUR 28,3 Mio. in diesem Segment erfasst. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken deutlich auf EUR 50,9 Mio. (-20,2 %). Dafür verantwortlich waren im Wesentlichen die Rechts- und Beratungskosten (Rückgang um EUR 9,0 Mio.) aufgrund der Beilegung eines Patentstreits und die Fremdwährungsverluste (Rückgang um EUR 3,9 Mio.).
Verkehrsmanagement.
Verkehrsmanagement -
Umsatz. Im Geschäftsjahr 2021/22 stieg der Umsatz um 2,0 % auf EUR 149,9 Mio. und trug 28,8 % (Vorjahr: 29,1 %) zum Gesamtumsatz bei.
In der Region EMEA wurden Umsatzerlöse in Höhe von EUR 90,3 Mio. erzielt (Vorjahr: EUR 87,1 Mio.). Während die Errichtungsumsätze gegenüber dem Vorjahr sanken (-8,5 %), stiegen die Betriebsumsätze um 12,2 %, vor allem in Südafrika und Spanien. Die Komponentenumsätze waren stabil zum Vorjahr.
Der Umsatz in der Region Americas betrug EUR 54,1 Mio. (-4,9 %). Vor allem die Errichtungsumsätze sanken, wobei die Rückgänge in den USA und in Mexiko nicht durch Neuprojekte kompensiert werden konnten.
In der Region APAC stieg der Umsatz auf EUR 5,5 Mio. (Vorjahr: EUR 3,0 Mio.). Diese erfreuliche Entwicklung war im Wesentlichen auf das Errichtungsgeschäft in Neuseeland zurückzuführen.
Segment Verkehrsmanagement nach Geschäftstypen.
| in EUR Mio. | 2020/21 | 2021/22 | +/- | |||
| Umsatz | 147,0 | 149,9 | 2,0 % | |||
| Errichtung | 65,2 | 60,0 | -7,9 % | |||
| Betrieb | 76,4 | 84,6 | 10,8 % | |||
| Komponenten | 5,4 | 5,4 | -0,9 % | |||
| EBIT | -6,0 | 7,7 | n.a. |
EBIT. Das EBIT betrug im Geschäftsjahr EUR 7,7 Mio. und war somit deutlich besser als im Vorjahr (EUR -6,0 Mio.). Die Personalkosten sanken in allen Regionen und waren dadurch erheblich geringer als im Vorjahr (-6,5 %). Planmäßige Abschreibungen sanken um 24,1 %, während im Vorjahr auch Wertminderungen aus immateriellen Vermögenswerten (ausgenommen Firmenwerte) sowie aus Sachanlagen in Höhe von EUR 3,0 Mio. enthalten waren. Das operative Währungsergebnis (netto) betrug EUR 1,8 Mio. (Vorjahr: EUR -3,4 Mio.).
1.2.3 Vermögenslage.
Die Bilanzsumme von Kapsch TrafficCom zum 31. März 2022 betrug EUR 512,1 Mio. (31. März 2021: EUR 593,2 Mio.).
Aktivseite.
Die Sachanlagen sanken um EUR 6,2 Mio. im Vergleich zum 31. März 2021. Dies ist vor allem auf die laufenden Abschreibungen zurückzuführen. Die Zugänge von Sachanlagen und von Nutzungsrechten aus Leasingverträgen waren geringer als die laufenden Abschreibungen. Die immateriellen Vermögenswerte waren wertmäßig auf Vorjahresniveau.
Die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sanken um EUR 1,9 Mio. Dafür waren die negativen anteiligen Ergebnisse der Gemeinschaftsunternehmen autoTicket GmbH, Deutschland, Copiloto Colombia S.A.S., Kolumbien, und Traffic Technology Services, Inc., USA, von in Summe EUR -3,2 Mio. verantwortlich. Finanzierungen von Kapsch Traffic Com Group für Traffic Technology Services, Inc., USA, von EUR 0,7 Mio. und für Copiloto Colombia S.A.S., Kolumbien, von EUR 0,6 Mio. minderten den Rückgang. Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte und Beteiligungen stiegen um EUR 2,7 Mio. Grund dafür waren die Finanzierung für das Gemeinschaftsunternehmen autoTicket GmbH, Deutschland, in Höhe von EUR 1,9 Mio. und die zusätzliche Finanzierung des assoziierten Unternehmens Traffic Technology Services, Inc., USA, von EUR 0,5 Mio.
Für aktive latente Steuern wurde der Vorjahreswert angepasst, da statt kurzfristiger Steuerforderungen latente Steueransprüche aus Verlusten angesetzt wurden. Die aktiven latenten Steuern betrugen zum 31. März 2022 EUR 60,2 Mio. und der angepasste Vorjahreswert betrug EUR 62,0 Mio. Der Großteil der aktiven latenten Steuern betrifft Verlustvorträge in Österreich und in den USA.
Die Vorräte sanken von EUR 41,7 Mio. auf EUR 35,6 Mio., großteils in den USA. Die Position „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte“ stieg im Vergleich zum 31. März 2021 um insgesamt EUR 0,8 Mio. Die lang- und kurzfristigen Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen sanken um EUR 23,7 Mio., was im Wesentlichen auf Projekte in den USA (inklusive Margenanpassungen bei diesen Projekten) zurückzuführen war.
Die liquiden Mittel gingen – trotz eines positiven Free Cashflows im Geschäftsjahr 2021/22 – im Vergleich zum 31. März 2021 um EUR 42,3 Mio. zurück. Gründe dafür waren Rückzahlungen von Finanzverbindlichkeiten, insbesondere der ersten drei Tranchen des Schuldscheindarlehens.
Passivseite.
Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen im Geschäftsjahr 2021/22 um EUR 15,2 Mio. auf EUR 136,1 Mio. und die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gingen um EUR 58,3 Mio. auf EUR 44,0 Mio. zurück. Hauptgrund für diese Veränderung waren die planmäßige Teilrückzahlung der Mitte Juni 2021 zur Tilgung anstehenden Teile des Schuldscheindarlehens (EUR 42,5 Mio.) sowie Umgliederungen zwischen lang- zu kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten.
Per 31. März 2022 betrugen die langfristigen Leasingverbindlichkeiten EUR 27,6 Mio. (Vorjahr: EUR 35,7 Mio.) und die kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten EUR 11,9 Mio. (Vorjahr: EUR 13,6 Mio.). Neben einer Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von EUR 15,1 Mio. erfolgte in den USA die Kündigung eines Leasingvertrags und entsprechend die Ausbuchung der Leasingverbindlichkeiten. Die Kündigung führte zu einem sonstigen Ertrag in Höhe von EUR 3,1 Mio.
Die lang- und kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten aus Kundenverträgen sanken um EUR 11,7 Mio., da die laufenden Projekte weiter abgearbeitet wurden. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen um EUR 12,1 Mio., wozu die meisten Regionen und Gesellschaften beitrugen. Ein Teil dieser Verbindlichkeiten betraf noch nicht erhaltene Rechnungen für bezogene Leistungen.
Die kurzfristigen Rückstellungen sanken auf EUR 28,6 Mio. (Vorjahr: EUR 42,5 Mio.), im Wesentlichen aufgrund des Verbrauchs oder der Auflösung von Rückstellungen für Rechts- und Prozesskosten sowie der Auflösung von Projektrückstellungen und des Verbrauchs von Restrukturierungsrückstellungen.
Das Eigenkapital zum 31. März 2022 lag bei EUR 77,9 Mio. und somit EUR 6,9 Mio. unter dem Wert zum Ende des Vorjahrs. Diese Entwicklung reflektiert im Wesentlichen das Gesamtergebnis der Periode von EUR -6,5 Mio. Die Eigenkapitalquote zum 31. März 2022 betrug 15,2 % (31. März 2021: 14,3 %).
1.2.4 Finanzlage.
Cashflow.
Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit war im Geschäftsjahr 2021/22 mit EUR 25,5 Mio. positiv (Vorjahr: EUR 11,1 Mio.).
Die Position „Veränderung langfristiger Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, langfristiger Vertragsverbindlichkeiten aus Kundenverträgen und sonstiger langfristiger Verbindlichkeiten und Rückstellungen“ war mit EUR -10,3 Mio. negativ (Vorjahr: EUR +6,7 Mio.). Wesentlicher Grund dafür war der Rückgang der langfristigen Vertragsverbindlichkeiten aus Kundenverträgen. Die Veränderung des Nettoumlaufvermögens betrug EUR +16,6 Mio. (Vorjahr: Veränderung von EUR +82,9 Mio.). Insbesondere gingen „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristige Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte“ um EUR 20,5 Mio. zurück (Vorjahr: Rückgang um EUR 79,1 Mio.). Die Vorräte sanken um EUR 6,1 Mio. (Vorjahr: EUR 13,9 Mio.). Die leichte Zunahme der „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten aus Kundenverträgen und sonstige Verbindlichkeiten“ wirkte sich mit EUR 3,8 Mio. positiv auf den Cashflow aus (Vorjahr: Rückgang um EUR 29,2 Mio.). Der Verbrauch und Rückgang der kurzfristigen Rückstellungen um EUR 13,8 Mio. wirkte sich negativ auf den Cashflow aus (Vorjahr: Anstieg um EUR 19,1 Mio.).
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2021/22 EUR -8,7 Mio. (Vorjahr: EUR -6,8 Mio.). Die Nettoinvestitionen blieben mit EUR 5,3 Mio. auf Vorjahresniveau. Die Auszahlungen für den Ankauf von Wertpapieren, Beteiligungen und sonstigen langfristigen Finanzanlagen beinhalteten sowohl Finanzierungen des assoziierten Unternehmens Traffic Technology Services, Inc., USA, in Höhe von EUR 1,1 Mio., wobei davon im Geschäftsjahr 2021/22 EUR 0,7 Mio. in Eigenkapital umgewandelt wurden, als auch Finanzierungen des Gemeinschaftsunternehmens autoTicket GmbH, Deutschland, in Höhe von EUR 1,9 Mio. Zahlungen für den Erwerb von Anteilen an at-equity-konsolidierten Gesellschaften betrafen im Geschäftsjahr 2021/22 weitere Finanzierungen des Gemeinschaftsunternehmens Copiloto, Kolumbien. Aus dem Verkauf der Tochtergesellschaft Kapsch TrafficCom S.r.l. a socio unico, Italien, wurden Einzahlungen von EUR 0,8 Mio. generiert.
Free Cashflow: EUR 16,8 Mio.
Der Free Cashflow (Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit plus Cashflow aus Investitionstätigkeit) betrug im Geschäftsjahr 2021/22 EUR 16,8 Mio. (Vorjahr: EUR 4,3 Mio.). Diese Entwicklung ist durch den Rückgang des Nettoumlaufvermögens positiv beeinflusst.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit war im Geschäftsjahr 2021/22 mit EUR -61,1 Mio. negativ (Vorjahr: EUR -26,8 Mio.). Dies war vor allem auf die planmäßigen Rückzahlungen der ersten drei Tranchen des Schuldscheindarlehens im ersten Quartal in Höhe von EUR 42,5 Mio. zurückzuführen. Weiters wurden neue Finanzverbindlichkeiten in Höhe von EUR 24,3 Mio. aufgenommen, jedoch auch EUR 27,4 Mio. rückgeführt. Auszahlungen im Zusammenhang mit Leasingverträgen waren mit EUR 15,1 Mio. höher als im Vorjahr (Vorjahr: Auszahlungen von EUR 14,0 Mio.). Dividenden an nicht beherrschende Anteile betrugen im Geschäftsjahr EUR 0,3 Mio. Im Vorjahr betrugen Zahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen EUR 1,4 Mio. aus dem Erwerb der restlichen Anteile an tolltickets GmbH, Deutschland. Im Geschäftsjahr wurde, wie im Vorjahr, keine Dividende bezahlt.
Der Finanzmittelbestand zum 31. März 2022 betrug EUR 59,8 Mio. (31. März 2021: EUR 102,0 Mio.).
Kennzahlen.
Die Nettoverschuldung erreichte EUR 158,3 Mio. (31. März 2021: EUR 169,6 Mio.), was einem Verschuldungsgrad von 203,2 % (31. März 2021: 200,1 %) entspricht. Die Nettoverschuldung war damit um EUR 11,3 Mio. geringer als im Vorjahr. Da jedoch das Eigenkapital sank, erhöhte sich der Verschuldungsgrad geringfügig. Das Nettoumlaufvermögen betrug EUR 71,0 Mio. (31. März 2021 angepasst: EUR 91,0 Mio.).
1.2.5 Nichtfinanzielle Informationen.
Kapsch TrafficCom Group erstellt einen gesonderten konsolidierten nichtfinanziellen Bericht, der die gesetzlichen Anforderungen gemäß § 267a UGB erfüllt.
1.3 Forschung und Entwicklung.
Im Geschäftsjahr 2021/22 investierte Kapsch TrafficCom 7 % des Umsatzes in die generische Entwicklung, die Entwicklungsunterstützung und das Produktmanagement.
Im Einklang mit der Unternehmensstrategie „Strategie 2027“ hat Kapsch TrafficCom im Geschäftsjahr 2021/22 ein mehrjähriges Technologie-Transformationsprogramm gestartet. Ziel dieses Programms ist es, die Technologieführerschaft des Unternehmens abzusichern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung einer agilen Arbeitsweise, der schnelleren und flexibleren Weiterentwicklung des Technologie-Stacks sowie der Anpassung des aktuellen Produkt- und Lösungsportfolios an die sich ständig verändernden Marktanforderungen.
Mit einem starken Fokus auf die Kunden und ihre Bedürfnisse stützt sich die Transformation auf vier Säulen:
- Produktportfolio. Im Produktbereich wurden die Produktmanagement-Teams gestärkt. Außerdem erhielten sie die Verantwortung dafür, das Portfolio mittels einer auf Konsolidierung und Optimierung abzielenden Portfoliostrategie und einer ganzheitlichen Sichtweise zu verwalten und zu steuern. Diese weist auf Gemeinsamkeiten und Synergien hin und baut auf intelligenten Plattformen auf.
- Technologie-Stack. Die Weiterentwicklung des Technologie-Stacks wird es Kapsch TrafficCom ermöglichen, die Migration zur Cloud sowie die Integration neuer Technologien und Architekturen zu beschleunigen. Der Technologie-Stack ist der Rahmen für die Standardisierung und Entwicklung von Technologien.
- Organisation und Prozesse. Die notwendigen organisatorischen Strukturen sind bei Kapsch TrafficCom bereits geschaffen. Sie basieren auf den beiden Application Centers (früher: Solution Centers) Tolling und Traffic, die für die Aktivitäten in ihrem jeweiligen Bereich verantwortlich sind. Die Funktion Technologie & Plattformen (früher: Corporate Technology) ist für die Governance, die Sicherheitsrichtlinien, die Entwicklungsinfrastruktur sowie die Werkzeuge und Instrumente verantwortlich. Außerdem ist sie für bereichsübergreifende intelligente Plattformen wie in den Bereichen Daten und Video zuständig. Das Produktmanagement ist für das Produktportfolio des Unternehmens zuständig. Die neu geschaffene Funktion Software Excellence fungiert als Kompetenzzentrum, um die Übernahme der besten und modernsten Softwareentwicklungspraktiken voranzutreiben und zu beschleunigen.
- Kultur. Die Förderung und Pflege einer Kultur der Zusammenarbeit, der Neugier und der Innovation ist die vierte Säule der Transformation und ein zentraler Erfolgsfaktor.
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde das Patentportfolio von Kapsch TrafficCom reduziert, um sich strikt auf die Kerngeschäftsfelder des Unternehmens zu konzentrieren.
Fokussierte Patentstrategie: Patent Monitoring Handlungsfreiheit Verbesserte Marktkenntnisse
Ungenutzte Patente oder jene mit veralteter Technologie wurden aufgegeben. Zum 31. März 2022 umfasste das Patentportfolio 117 Patentfamilien (verglichen mit dem Vorjahr wurden 20 aufgegeben, zwei wurden widerrufen und eine ist ausgelaufen) mit 841 Einzelpatenten und 59 laufenden Patentanmeldungen.
Amtech Systems, LLC und Kapsch TrafficCom haben einen Patentstreit beigelegt und Kapsch TrafficCom hat zugestimmt, eine Lizenz für die bisherige und zukünftige Nutzung der Patente, die Gegenstand des Streits waren, zu erwerben.
Kapsch TrafficCom ist bestrebt, sowohl das Risiko von Patentverletzungen zu vermindern als auch das Patentieren von neuen Ideen zu fördern. Daher konzentriert sich das IPR-Management auf die Unterstützung des Produktmanagements und der Produktentwicklung. Durch Patentanalysen in verschiedenen Bereichen wird sichergestellt, dass die Produkte und Lösungen auch betrieben werden dürfen. Zusätzlich wurde das weltweite Patentüberwachungssystem (Patent Monitoring) weiter ausgebaut. Seine Aufgabe ist es, Patentanmeldungen von Mitbewerbern sowie in relevanten Technologiesegmenten zu analysieren, um einen besseren Überblick über die Strategien der Mitbewerber zu gewinnen.
Kapsch TrafficCom unterhält bedeutende Entwicklungsstandorte in Österreich, Argentinien, den USA, Kanada und Spanien. Diese Standorte unterstützen die Forschungs- und Entwicklungsinitiativen in den Bereichen Programmierung und Systemtechnik sowie bei weiteren verwandten Technologieaktivitäten. Mit Stand 31. März 2022 arbeiteten bei Kapsch TrafficCom 590 Personen (Vorjahr: 762), die mit Forschung und Entwicklung betraut waren.
Die Entwicklungsaufwendungen von Kapsch TrafficCom im Geschäftsjahr 2021/22 betrugen EUR 83,5 Mio. (Vorjahr: EUR 106,6 Mio.). Dies entspricht 16,1 % (Vorjahr: 21,1 %) des Konzernumsatzes. Sie teilen sich wie folgt auf:
- Aufwendungen für kundenspezifische Entwicklungen: EUR 46,1 Mio. (Vorjahr: EUR 60,8 Mio.)
- Aufwendungen für Produktmanagement, Entwicklungsunterstützung und generische Entwicklungen: EUR 37,4 Mio. (Vorjahr: EUR 45,9 Mio.)
2 Voraussichtliche Entwicklung und Risiken.
Erwartung für Geschäftsjahr 2022/23: Stabiles Umsatzniveau EBIT neuerlich verbessert
2.1 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2022/23.
Das Management erwartet für das Geschäftsjahr 2022/23 eine deutlich verbesserte Profitabilität auf einem stabilen Umsatzniveau. Um diese Ziele zu erreichen, liegt der Fokus weiterhin auf Neugeschäftsakquisition und Kostendisziplin.
Umsatz.
In Europa ist die Neugeschäftsdynamik anhaltend gering. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Kunden – vorwiegend öffentliche Einrichtungen, Behörden oder Körperschaften – ihren Fokus auf das Management der COVID-19-Pandemie und die Unterstützung der Wirtschaft und Arbeitsmärkte legten. Ab Februar 2022 rückten die Kampfhandlungen in der Ukraine ins Zentrum des politischen Geschehens. Eine weitere Konsequenz dieser Entwicklungen sind signifikant gestiegene Teuerungsraten in der EU und erwartete Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank. Da zudem im Geschäftsjahr 2021/22 Großprojekte in Polen ausgelaufen sind, erwartet das Management in Europa einen Umsatzrückgang. Für die Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) sind auch die Umsätze in Südafrika relevant. Da die lokalen Behörden noch keinen neuen Betreiber für das Mautsystem ausgesucht haben, wurde der bestehende Vertrag bis Mitte September 2022 zu gleichen Konditionen verlängert.
In Nordamerika soll nach einer Phase der Konsolidierung und Neuorganisation die Wachstumsdynamik wieder gesteigert werden. Zudem gilt es, „Problemprojekte“, die in der Vergangenheit wiederholt zu Margenanpassungen geführt haben (mit negativer Auswirkung auch auf den Umsatz), endgültig fertigzustellen. Darüber hinaus plant Kapsch TrafficCom, in Mittel- und Lateinamerika weiter zu wachsen.
Das Geschäft in der Region Asien-Pazifik (APAC) soll, ausgehend von einem vergleichsweise geringen Niveau, kräftig zulegen.
Während die Umsätze im Geschäftsbereich Betrieb voraussichtlich unter jenen im Geschäftsjahr 2021/22 liegen werden, erwartet das Management im Bereich Errichtung einen deutlichen Zuwachs. Abhängig von der Verfügbarkeit von elektronischen Bauteilen plant Kapsch TrafficCom, den Auftragsrückstau bei Komponenten abzuarbeiten und so den Komponentenumsatz zu steigern.
EBIT (Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit).
Kapsch TrafficCom hat es im Geschäftsjahr 2021/22 geschafft, die Kostenbasis so weit zu senken, dass mit einem Umsatz von EUR 520 Mio. und trotz mehrerer negativer Einmaleffekte ein operativer Gewinn erwirtschaftet werden konnte. Die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung werden im Geschäftsjahr 2022/23 fortgeführt. Dem gegenüber steht der einkaufsseitige Preisauftrieb, der kurzfristig nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden kann. Mit Fortschritt der Abarbeitung der oben erwähnten „Problemprojekte“ sollte das Risiko weiterer negativer Margenanpassungen sinken. Vor diesen Hintergründen erwartet das Management in Summe eine neuerliche Steigerung des EBIT.
Dividende, Kapitalmaßnahmen und Hauptversammlung.
Der Vorstand wird, wie bereits im Vorjahr in den Raum gestellt, der ordentlichen Hauptversammlung 2022 keine Dividendenauszahlung für das Geschäftsjahr 2021/22 vorschlagen. Das Management ist bestrebt, sobald es aus Unternehmenssicht ökonomisch vertretbar ist, wieder Ausschüttungen vorzunehmen und idealerweise zur ausgesetzten Dividendenpolitik zurückzukehren. Deren Kern war die Auszahlung einer Minimaldividende von entweder EUR 1,00 pro Aktie oder einem Drittel des Konzern-Periodenüberschusses pro Aktie – je nachdem, welcher dieser beiden Werte höher war.
Nichtfinanzielle Ziele.
Die nichtfinanziellen Ziele des Unternehmens sind dem separaten nichtfinanziellen Bericht zu entnehmen.
Ziele für 2027: EUR 1 Mrd. Umsatz CO2-neutral
Langfristige Ziele.
Kapsch TrafficCom hat im Jänner 2021 die neue Unternehmensstrategie „Strategy 2027“ veröffentlicht. Von dieser Strategie sind die folgenden Ziele, die bis Ende 2027 erreicht werden sollen, abgeleitet:
- Umsatz (primär organisch) über die Eine-Milliarde-Euro-Grenze steigern und damit stärker wachsen als der relevante Zielmarkt.
- EBIT kontinuierlich verbessern, um eine zweistellige Marge zu erreichen.
- Eigenkapitalquote stärken, sodass sie wieder mehr als 30 % beträgt.
- Mit den Produkten und Lösungen von Kapsch TrafficCom können Verkehrsemissionen (insbesondere Treibhausgase, Feinstaub und Lärm) reduziert werden. Darüber hinaus soll das Unternehmen selbst in den nächsten Jahren CO2-neutral werden und überproportional zur Reduktion der Umweltbelastung beitragen.
2.2 Risikobericht.
2.2.1 Risikomanagement.
Der unternehmensweite Risikomanagementprozess (Enterprise Risk Management, ERM) der Kapsch TrafficCom Group orientiert sich am internationalen Risikomanagementstandard COSO Enterprise Risk Management – Inte-grated Framework.
Der Risikomanagementprozess zielt auf eine frühzeitige Identifizierung, Bewertung und Steuerung jener Risiken ab, die das Erreichen der strategischen und operativen Ziele des Unternehmens wesentlich beeinflussen können. Primäres Ziel ist dabei nicht die Risikovermeidung. Vielmehr geht es sowohl um den kontrollierten und bewussten Umgang mit Risiken als auch um das rechtzeitige Erkennen und Nutzen sich bietender Chancen. Dadurch leistet das ERM einen wertvollen Beitrag zur Unternehmenssteuerung.
Im Rahmen des ERM werden die wesentlichen Risiken quartalsweise erfasst, quantifiziert und global aggregiert. Der daraus abgeleitete Risikobericht ermöglicht die kompakte Erfassung und Verfolgung der wesentlichen Unternehmensrisiken. Der Bericht wird an den Vorstand, den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats und die erste Berichtsebene versendet. Über wichtige Ereignisse wird der Prüfungsausschuss durch den Vorstand umgehend informiert. Der Aufsichtsrat befasst sich darüber hinaus im Rahmen der Überwachung des Vorstands mit der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Die Beurteilung der Funktionsfähigkeit des Risikomanagements nach Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird vom Jahresabschlussprüfer einmal jährlich durchgeführt.
Risikomanagement beinhaltet die Identifikation, Bewertung und Steuerung von Risiken.
Das projektorientierte Risikomanagement umfasst sowohl Kundenprojekte als auch interne Entwicklungsprojekte. Anhand von institutionalisierten Prozessen erfolgt bereits im Zuge der Angebotserstellung eine Analyse aller relevanten Risiken und Chancen. Dadurch wird eine Basis für Entscheidungen sowie für die zeitgerechte Planung und Umsetzung von Steuerungsmaßnahmen geschaffen.
Maßnahmen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie. Die Unternehmensführung von Kapsch TrafficCom hat bereits zu Beginn der Pandemie eine interdisziplinäre Task-Force eingerichtet, die sich intensiv mit dem Coronavirus und seinen Auswirkungen auf das Unternehmen befasst. Das Team tauschte sich häufig aus und steht in engem Kontakt mit den regionalen Managements und den Vorstandsmitgliedern. Die Task-Force besteht aus Mitgliedern der Abteilungen Business Continuity Management, Facility Management, Informationssicherheit, Internationale Tochtergesellschaften, Managementsysteme & IT, Globale IT, Personalwesen, Managementsystem HSSEQ & Prozessmanagement, Marketing & Kommunikation sowie Reisemanagement und Mitgliedern des Betriebsrats.
Die wesentlichen generischen Risiken und Chancen von Kapsch TrafficCom sowie der generelle Umgang mit diesen Risiken sind nachfolgend kurz erläutert.
2.2.2 Branchenspezifische Risiken.
Geografische Diversifikation und Erweiterung des Produktportfolios tragen zur Umsatzstabilisierung bei.
Volatilität des Auftragseingangs. Zu den wichtigsten Kundengruppen von Kapsch TrafficCom zählen vorwiegend Behörden und Gebietskörperschaften, aber auch private Konzessionäre, Public-Private-Partnership-Modelle und Konsumenten. Größere Aufträge werden in der Regel ausgeschrieben. Bis ein Auftrag tatsächlich an Kapsch TrafficCom erteilt wird, gibt es eine Reihe von Unsicherheitsfaktoren innerhalb und außerhalb des eigenen Einflussbereichs. So können beispielsweise politische Veränderungen sowie Einsprüche oder Klagen unterlegener Bieter zu einer Verzögerung der Auftragserteilung oder zur Aufhebung oder Modifizierung einer Ausschreibung führen. Ebenso besteht das Risiko, dass Angebote von Kapsch TrafficCom aus technologischen, finanziellen, formellen oder sonstigen Gründen nicht erfolgreich sind.
Die Erschließung neuer und an das Kerngeschäft von Kapsch TrafficCom angrenzender Geschäftsbereiche hat neben dem Umsatzwachstum auch die Glättung von Umsatzspitzen und somit eine stabilere Umsatzentwicklung zum Ziel. Dies soll insbesondere durch eine weitere Verbreiterung des Kunden- und Produktportfolios sowie durch die Erhöhung des Umsatzanteils aus dem Betriebsgeschäft (technischer und kommerzieller Betrieb von in der Regel zuvor vom Unternehmen errichteten Systemen) und aus dem Mautservicegeschäft erreicht werden. Letzteres wird zumeist langfristig beauftragt und zeichnet sich folglich durch besser planbare Umsätze aus.
Die wirtschaftliche Lage relevanter Volkswirtschaften, etwaige staatliche Investitionsprogramme, geänderte politische Schwerpunkte, der verstärkte Fokus auf Nachhaltigkeit, Handelskonflikte, militärische Auseinandersetzungen oder Epidemien können signifikante Einflüsse auf den Auftragseingang haben. Der unerwartete Ausbruch der Kampfhandlungen in der Ukraine, die damit einhergehenden Sanktionen gegen Russland und Belarus sowie die daraus folgenden globalen Supply-Chain-Erschwernisse haben sowohl die Unsicherheit hinsichtlich neuer Auftragseingänge als auch das Risiko, bestehende Projekte und laufende Verträge nicht bedienen zu können, erhöht. Die Möglichkeiten, Material und Dienstleistungen für Projekte zeitnah zur Verfügung zu stellen, waren eingeschränkt. Bisherige Annahmen, insbesondere über den erwarteten Zeitpunkt neuer Kundenaufträge, mussten hinterfragt und teilweise überarbeitet werden. Der wellenartige Verlauf der COVID-19-Pandemie und immer wieder neue Varianten wirken sich ebenfalls negativ auf den Weltmarkt aus.
Technische Herausforderungen und enge Zeitpläne bedingen typische Projektrisiken.
Risiken der Projektabwicklung. Bei intelligenten Verkehrslösungen handelt es sich häufig um anspruchsvolle und technologisch komplexe Systeme. Diese müssen innerhalb eines strikten Zeitrahmens implementiert werden. Das tatsächliche Projektumfeld kann jedoch nicht zur Gänze während der Angebotserstellung analysiert und berücksichtigt werden. Daher bleiben Unsicherheiten hinsichtlich des Integrationsaufwands von Drittsystemen, des Aufwands für Schnittstellen sowie anderer, die Abwicklung der Projekte beschleunigender oder verzögernder Faktoren. Auch unvermeidliche Abhängigkeiten von Lieferanten und Dienstleistern können sich negativ auf eine qualitäts- und termingerechte Abwicklung eines Projekts auswirken. All diese Faktoren beeinflussen somit das Risiko von Terminüberschreitungen und/oder System- und Produktmängeln.
Im Zusammenhang mit der Errichtung von Systemen ist Kapsch TrafficCom meist vertraglich dazu verpflichtet, Leistungs- und Termingarantien abzugeben. Werden die vertraglichen Leistungen nicht erreicht oder Termine überschritten, sind üblicherweise Vertragsstrafen und oft auch Schadenersatz, in manchen Fällen auch Schadenersatz für entgangene Mauterlöse, zu leisten. Wesentliche Terminüberschreitungen können zudem eine vorzeitige Vertragsbeendigung durch den Kunden zur Folge haben. Eine signifikante Verzögerung bei einem Projekt, ein deutliches Verfehlen der vertraglich zugesagten Leistungskriterien oder gar das Scheitern bei der Umsetzung eines Projekts können die Erfolgschancen bei zukünftigen Ausschreibungen reduzieren. Weiters besteht das Risiko, dass Kapsch TrafficCom Projekte nicht zu den vorab kalkulierten Kosten umsetzen kann. Durch die starke gesellschaftliche Opposition, die bei Mautsystemen fallweise auftritt, besteht das Risiko eines verspäteten oder eingeschränkten Starts der Mauteinhebung mit Auswirkungen auf Umsätze, Profitabilität und Zahlungsflüsse des Betriebsprojekts.
Kapsch TrafficCom setzt Projektmanagement-Methoden und Projektrisikomanagement-Verfahren auf Basis des IPMA (International Project Management Association)-Standards ein, um derartige Risiken bei Projekten zu minimieren.
Langfristige Verträge mit staatlichen Stellen. Bei zahlreichen Projekten sind staatliche Stellen die Auftraggeber. Rahmen- und Dienstleistungsverträge im Zusammenhang mit Maut- oder Verkehrsmanagement-Projekten können Bestimmungen und Bedingungen enthalten, die in einem Ausschreibungsprozess nicht verhandelbar sind und die für Kapsch TrafficCom unvorteilhaft sein können. Einige mehrjährige Verträge umfassen anspruchsvolle Anforderungen hinsichtlich der zu erreichenden Performance der implementierten Systeme, Komponenten und Prozesse. Das Verfehlen dieser Anforderungen kann erhebliche Vertragsstrafen, Schadenersatzpflichten oder Vertragskündigung nach sich ziehen. Andererseits können aus einigen Verträgen bei Übererfüllung der Performance-Anforderungen erhebliche Bonuszahlungen lukriert werden. Bei langfristigen Aufträgen können darüber hinaus die erzielbaren Margen aufgrund von Kostenänderungen von den ursprünglichen Kalkulationen abweichen.
Aus Verträgen können sich Haftungen bezüglich eines Gewinnentgangs von Kunden, Produkthaftungen und andere Haftungen ergeben. Kapsch TrafficCom ist bestrebt, entsprechende Haftungsbeschränkungen in Verträgen festzulegen. Es kann jedoch keine Garantie dafür geben, dass in allen Verträgen ausreichende Haftungsbeschränkungen enthalten sind oder dass diese im jeweils anzuwendenden Recht durchsetzbar sind.
2.2.3 Strategische Risiken.
Ein permanenter und durchgängiger Innovationsprozess unterstützt die starke Marktposition.
Innovationsfähigkeit. Die starke Marktposition von Kapsch TrafficCom beruht zu einem großen Teil auf der Fähigkeit, hochwertige, effiziente und zuverlässige Systeme, Komponenten, Lösungen und Dienstleistungen zu entwickeln. Kapsch TrafficCom verpflichtet sich zu einer permanenten und durchgängigen Innovation. Um die bereits starke Position im Technologiebereich beizubehalten, investiert Kapsch TrafficCom einen erheblichen Anteil ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Gelingt die erfolgreiche Entwicklung innovativer Systeme, Komponenten, Lösungen und Dienstleistungen entsprechend den Anforderungen des Markts allerdings nicht, so kann dies der Wettbewerbs-position von Kapsch TrafficCom abträglich sein.
Da die Innovationsfähigkeit zu einem erheblichen Teil auf Technologien, firmeneigenem Know-how sowie auf geistigem Eigentum beruht, kann die weltweite Zunahme von Produktpiraterie und Reverse Engineering negative Auswirkungen auf die Marktposition von Kapsch TrafficCom haben. Das Unternehmen legt daher großen Wert auf den Schutz von Technologien und firmeneigenem Know-how, beispielsweise durch Patente und Geheimhaltungsvereinbarungen mit den relevanten Vertragspartnern. Andererseits können neu entwickelte Systeme, Komponenten, Lösungen oder Dienstleistungen aber auch die geistigen Eigentumsrechte Dritter verletzen.
Das internationale Wachstum eröffnet neue Chancen, beinhaltet aber auch Risiken.
Akquisition und Integration von Unternehmen im Zuge des Unternehmenswachstums. Das Unternehmenswachstum kann sowohl organisch als auch durch ausgewählte Akquisitionen oder die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen erfolgen. Im Zuge dessen gilt es, eine Reihe von Herausforderungen zu bewältigen, um die angestrebten Ziele und Synergien zu erreichen sowie die erwarteten Chancen aus dem Erwerb von neuen Technologien und Markt-Know-how umzusetzen.
Länderrisiko . Durch die verstärkte Ausweitung der Geschäftstätigkeit in Staaten außerhalb Europas ist Kapsch TrafficCom in einigen Ländern einem erhöhten politischen und rechtlichen Risiko ausgesetzt. Wesentliche und derzeit nicht vorhersehbare politische Veränderungen können einen großen Einfluss auf die Möglichkeit haben, in diesen Ländern Projekte umzusetzen oder zu betreiben sowie liquide Mittel zur Verfügung zu stellen oder wieder rückzuführen. Auch könnte in Eigentumsrechte von Kapsch TrafficCom eingegriffen oder die Ausübung der Geschäftstätigkeit erschwert werden. Kapsch TrafficCom bezieht diese Risiken bei der Beurteilung derartiger Projekte mit ein.
2.2.4 Finanzielle Risiken.
Finanzielle Risiken entstehen aus Wechselkurs- und Zinsschwankungen sowie Krediten. Ausreichende Liquidität erhöht die Flexibilität, auch kurzfristig agieren zu können.
Währungsrisiko. Kapsch TrafficCom verfügt als global tätiges Unternehmen über Niederlassungen und Tochtergesellschaften in vielen Ländern außerhalb der Eurozone. Damit ergeben sich Transaktionsrisiken aus möglichen Wechselkursschwankungen, die sich als Wechselkursverluste oder -gewinne im Konzernabschluss niederschlagen können. Kapsch TrafficCom ist bestrebt, diese Risiken in Höhe der Nettowährungspositionen aus den jeweiligen Projekten so weit wie möglich zu vermeiden oder erforderlichenfalls abzusichern. Aufgrund der oftmals schwer abzuschätzenden Nettowährungsposition zu den jeweiligen Zahlungsflussterminen kann eine Absicherung jedoch nur in eingeschränktem Umfang vorgenommen werden. Das verbleibende Wechselkursrisiko wird akzeptiert und in der Unternehmensplanung berücksichtigt. Aufgrund der Umrechnung von Einzelabschlüssen der Tochtergesellschaften außerhalb der Eurozone in die Konzernwährung Euro unterliegt Kapsch TrafficCom auch einem Translationsrisiko. Zudem können langfristig nachteilige Wechselkursänderungen auch dazu führen, dass sich die Position von Kapsch TrafficCom gegenüber den Mitbewerbern verändert, wenn beispielsweise auf einer Euro-Kostenstruktur basierende Produkte und Lösungen außerhalb der Eurozone nicht mehr zu konkurrenzfähigen Preisen angeboten werden können.
Zinsrisiko . Im Rahmen der Projektfinanzierung werden regelmäßig auch variable Zinssätze vereinbart, die an Marktzinsen (zum Beispiel Euribor) gebunden sind. In diesem Zusammenhang besteht ein Zinsrisiko, welches – sofern wesentlich – durch geeignete Finanzinstrumente abgesichert wird.
Liquiditätsrisiko. Finanzielle Mittel müssen in ausreichendem Maß verfügbar sein, um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit von Kapsch TrafficCom zu gewährleisten. Die Verfügbarkeit von mittel- und langfristigen Finanzierungen ist für die Durchführung von größeren Projekten wie etwa der Errichtung eines landesweiten Mautsystems bei vereinbarter verzögerter Zahlung durch einen großen Auftraggeber und für die Akquisition von Unternehmen erforderlich. Darüber hinaus ist für die Durchführung großer Projekte regelmäßig die Stellung von zum Teil umfangreichen Bankgarantien als Sicherheitsleistung für Angebotspflichten (Bid Bonds) oder zur Absicherung möglicher Gewährleistungsansprüche (Performance Bonds) erforderlich.
Kapsch TrafficCom unterliegt in Finanzierungsverträgen den üblichen Beschränkungen ihrer Geschäftspolitik, wie etwa hinsichtlich der Aufnahme weiterer Fremdmittel, bei der Nutzung von Vermögensgegenständen als Sicherungsmittel oder bei der Stellung von Garantien oder Bürgschaften zugunsten Dritter. Die Verfügbarkeit von Finanzierungen und Bankgarantien ist neben den Marktgegebenheiten insbesondere von der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Kapsch TrafficCom abhängig. Die mangelnde Verfügbarkeit von liquiden Mitteln (selbst bei grundsätzlich gegebener Solvenz), von Finanzierungen oder von Bankgarantien kann wiederum erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Kapsch TrafficCom haben. Der Konzern prüft laufend die Einhaltung sämtlicher Covenants im Zusammenhang mit Kreditverträgen.
Dem Liquiditätsrisiko wird durch laufende konzernweite Cashflow-Planung entgegengewirkt. So können potenzielle Liquiditätsengpässe frühzeitig identifiziert und entsprechende Gegenmaßnahmen rechtzeitig ergriffen werden.
Kreditrisiko. Kapsch TrafficCom ist dem Risiko des Zahlungsausfalls von Kunden ausgesetzt. Die wesentlichen Kunden von Kapsch TrafficCom sind öffentliche Stellen, insbesondere im Zusammenhang mit der Errichtung und dem Betrieb landesweiter oder regionaler Maut- und Verkehrsmanagement-Systeme. Kapsch TrafficCom tritt bei Projekten der öffentlichen Hand allerdings auch als Subauftragnehmer von Dritten (beispielsweise Konzessionären oder Generalunternehmern) auf. Das Ausmaß eines potenziellen Zahlungsausfalls schwankt je nach Auftragsgröße und kann bei einzelnen Großprojekten einen spürbaren Einfluss auf die Ertragslage nehmen. Die Bonität neuer und bestehender Kunden wird geprüft und entsprechend der Einschätzung des vorhandenen Zahlungsausfallsrisikos abgesichert. Zusätzlich nimmt Kapsch TrafficCom Garantien von öffentlichen Institutionen wie der OeKB (Oesterreichische Kontrollbank), EKN (Exportkreditnämnden; Schwedische Kammer für Exportgarantien) und MIGA (Multilateral Investment Guarantee Agency) in Anspruch, um sich gegen das Ausfallsrisiko abzusichern. Darüber hinaus besteht ein Risiko, dass Gegenparteien von originären sowie derivativen Finanzinstrumenten (einschließlich Finanzinstituten mit angenommener guter Bonität) ihren Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht nachkommen können. Ein Ausfall oder Wertberichtigungsbedarf von Forderungen kann erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Kapsch TrafficCom haben.
2.2.5 Personalrisiko.
Kapsch TrafficCom setzt attraktive Maßnahmen, um dem Personalrisiko entgegenzuwirken.
Der Erfolg von Kapsch TrafficCom hängt zu einem nicht unwesentlichen Teil von Schlüsselpersonen mit langjähriger Erfahrung ab. Darüber hinaus ist die Fähigkeit, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu rekrutieren, in das Unternehmen zu integrieren und langfristig zu binden, von hoher Bedeutung. Der Verlust von wichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Schlüsselpositionen sowie Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung können sich negativ auf den Erfolg der Unternehmensgruppe auswirken.
Kapsch TrafficCom setzt attraktive Maßnahmen wie Prämiensysteme oder Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten ein, um diesem Risiko entgegenzuwirken. Eine periodische Mitarbeiterbefragung unterstützt das Management dabei, aktuelle Anliegen, Sorgen und Wünsche sowie die allgemeine Stimmungslage zu ermitteln.
2.2.6 Rechtliche Risiken.
Im Zusammenhang mit der Teilnahme an Ausschreibungen öffentlicher Stellen sowie der Errichtung und dem Betrieb von Maut- und Mobilitätslösungen, bei Akquisitionen und Kooperationen sowie rund um das Thema Kapitalmarkt sind eine Vielzahl von Regelungen und rechtlichen Vorgaben zu beachten. Es kann einen erheblichen administrativen, technischen und kommerziellen Aufwand erfordern, alle Anforderungen für die Regelkonformität zu erfassen, zu überwachen und umzusetzen. Soweit anwendbare Rechtsvorschriften oder behördliche Auflagen nicht eingehalten oder erfüllt werden, kann dies erhebliche Strafen nach sich ziehen und die Möglichkeit zur (erfolgreichen) Teilnahme an künftigen Ausschreibungen oder zur Fortführung der relevanten Geschäftstätigkeit einschränken.
Durch die Ausweitung der Geschäftstätigkeit in neue Regionen und in neue Geschäftsfelder erhöht sich tendenziell das Risiko der Verletzung von Patenten oder allgemein von Intellectual Property Rights (IPR). Das kann finanzielle Schäden aus Klagen sowie aus Gerichts- und Vergleichsverfahren zur Folge haben. Kapsch TrafficCom versucht, diesem Risiko so weit wie möglich entgegenzuwirken, indem beispielsweise vor dem Eintritt in neue Märkte eine Überprüfung auf mögliche IPR-Verletzungen durchgeführt wird. Eine vollständige Vermeidung dieses Risikos ist jedoch nicht möglich.
2.2.7 Cyber-Risiken.
Als Technologiekonzern ist Kapsch TrafficCom typischen IT-Risiken in Bezug auf die Sicherheit, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit von Daten ausgesetzt. Kapsch TrafficCom hat dafür ein IT-Risikomanagement-System nach der Corporate Risk and IT Security Application Method (CRISAM®) eingeführt und ist an vielen Standorten nach ISO 27001 (Information Security Management) zertifiziert. Außerdem hat Kapsch TrafficCom die in der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) betriebenen Mautsysteme nach ISO 20000 (IT-Service-Management – analog zu ITIL®) zertifiziert und forciert die Ausrollung von CRISAM® als IT Risk Management Tool innerhalb der Gruppe.
2.2.8 Chancen.
Die frühzeitige Identifizierung von Chancen eröffnet Potenziale.
Der Enterprise-Risk-Management-Ansatz von Kapsch TrafficCom befasst sich nicht nur mit Risiken, sondern umfasst auch die regelmäßige Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Chancen. Das Ziel dabei ist, die strategische Ausrichtung des Produktportfolios und der Marktaktivitäten durch frühzeitige Chancenidentifizierung gezielt zu steuern und entsprechende Potenziale zu verwirklichen.
Marktchancen bieten sich durch die geografische Diversifizierung sowie durch die Verbreiterung des Kunden- und Produktportfolios, unter anderem getrieben durch folgende Faktoren:
Chancen bieten sich auch durch sogenannte Change Requests – Änderungswünsche von Kunden, die erst im Zuge der Projektabwicklung entstehen. Diese Änderungswünsche resultieren in Erweiterungen der vertraglichen Lieferbestandteile und werden gesondert bepreist und bezahlt.
Zudem ergeben sich durch den zunehmenden Finanzierungsbedarf für Infrastrukturprojekte und die wachsende Notwendigkeit der Entlastung staatlicher Budgets Chancen sowohl zur Erschließung neuer Mautmärkte in sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländern als auch zur Ausweitung der Aktivitäten in bereits erschlossenen Märkten.
Die weltweite Verkehrszunahme und die damit einhergehenden Belastungen für Umwelt und Menschen eröffnen weitere Chancen im Bereich Mobilitätslösungen, da beispielsweise Mauteinhebung, Verkehrsmanagement und Demand Management vermehrt als Steuerungselemente in der Umwelt- und Verkehrspolitik eingesetzt werden. In beiden Segmenten ergeben sich dadurch Chancen, das Portfolio entsprechend den neuen Anforderungen weiterzuentwickeln und zu vermarkten.
Ansprüche hinsichtlich der Produktivitätserhöhung von Fahrzeugen und des Fahrzeugbetriebs sowie der steigende Komfortanspruch der Reisenden eröffnen darüber hinaus Chancen durch die Erweiterung der Funktionalitäten bestehender Systeme. Dabei bieten sich Chancen, neue Kunden zu gewinnen oder mit neuen Konzepten sowohl öffentliche Auftraggeber als auch Endkunden zu bedienen. Dies gilt insbesondere im Bereich Mautdienste.
Sonstige Chancen. Durch laufende Innovation, Weiterentwicklung und den Erwerb neuer Technologien mittels Unternehmensakquisition eröffnen sich für Kapsch TrafficCom Chancen zur Effizienz- und Performancesteigerung in Kundensystemen sowie auf technologischen Vorsprung gegenüber Mitbewerbern im Hinblick auf Leistungsfähigkeit und Funktionalitäten der angebotenen Systeme.
2.2.9 Zusammenfassende Beurteilung der Risikosituation.
Aus heutiger Sicht lassen sich keine Risiken erkennen, die den Fortbestand von Kapsch TrafficCom gefährden könnten. Durch die geografische Diversifizierung, die kontinuierliche Erweiterung des Produkt- und Lösungsportfolios sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle durch ausgewählte neue ITS-Lösungen konnten die Geschäftsaktivitätenvon Kapsch TrafficCom breiter aufgestellt werden, ohne dabei das Kerngeschäftsfeld verlassen zu müssen. Die Risikokonzentration in einzelnen Regionen und bei einzelnen Großprojekten wurde dadurch reduziert.
Kampfhandlungen in der Ukraine und Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Die globale Konjunktur stand im Jahr 2021 noch immer im Zeichen der COVID-19-Pandemie und der damit einhergehenden Wirtschaftskrise. Auch Kapsch TrafficCom hatte speziell bei den Komponentenverkäufen Umsatzeinbrüche zu verzeichnen. Zudem kam es vermehrt zu Verzögerungen bei Ausschreibungen und Auftragserteilungen sowie punktuell in der Lieferkette. Diese Verzögerungen wurden durch den Ausbruch des Kriegs in der Ukraine und den damit einhergehenden Sanktionen gegen Russland noch verstärkt. Die gleichzeitig neu verhängten Sanktionen gegen Belarus haben dazu geführt, dass Liefermöglichkeiten in dieses Land neu evaluiert werden mussten. Bis dato gab es allerdings keine wesentlichen Auswirkungen auf die Risikosituation von Kapsch TrafficCom.
2.3 Internes Kontrollsystem (IKS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess.
Die Einhaltung des internen Kontrollsystems wird durch die Interne Revision geprüft.
Wie im Vorjahr wurden auch im Geschäftsjahr 2021/22 die gruppenweit einheitliche Dokumentation aller Kontrollen zur Erreichung der wesentlichen Kontrollziele vorangetrieben und interne Arbeitsprozesse auf deren Einhaltung, Richtigkeit, Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit durch die Interne Revision überprüft. Ziel ist die Effizienzsteigerung und gleichzeitige Risikominderung im Unternehmen und das Aufzeigen von Handlungsalternativen gegenüber der Geschäftsleitung.
Grundlage der Prozesse für die Konzernrechnungslegung und -berichterstattung ist ein Bilanzierungshandbuch (IFRS Accounting Manual), das von der Kapsch Group herausgegeben und regelmäßig aktualisiert wird. Darin werden die wesentlichen, auf den International Financial Reporting Standards (IFRS) basierenden Bilanzierungs- und Berichterstattungserfordernisse konzernweit vorgegeben. Eine weitere wichtige Basis des IKS stellen die Konzernrichtlinien, Arbeitsanweisungen und Prozessbeschreibungen dar.
Wesentliche Elemente des IKS sind die regelmäßige Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips, die aufrechten Funktionstrennung sowie definierte Kontrollschritte zur Überwachung und Prüfung der Wirksamkeit und der Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Tätigkeit, der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und der Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften. Dabei handelt Kapsch TrafficCom angelehnt an internationale Standards und Best Practices, zum Beispiel dem COSO Enterprise Risk Management – Integrated Framework.
Die Erfassung der Geschäftsfälle erfolgt mit unterschiedlichen Software-Lösungen. In manchen Ländern ist aufgrund der geringen Größe der Tochterunternehmen das Rechnungswesen an lokale Steuerberater ausgelagert. Die einzelnen Gesellschaften liefern monatlich an die Konzernzentrale Berichtspakete mit allen relevanten Buchhaltungsdaten zur Gesamtergebnisrechnung, Bilanz und Geldflussrechnung. Diese Daten werden monatlich in das zentrale Konsolidierungssystem (nunmehr: OneStream, bisher: Hyperion Financial Management) eingepflegt. Die Finanzinformationen werden auf Konzernebene von Kapsch TrafficCom AG überprüft und bilden die Basis für die Zwischenberichterstattung.
Das IKS ist jeweils lokal implementiert und wird zentral überwacht.
Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand in regelmäßigen Sitzungen über die wirtschaftliche Entwicklung in Form von konsolidierten Darstellungen bestehend aus Segmentberichterstattung, Ergebnisentwicklung mit Budget- und Vorjahresvergleich, Vorschaurechnungen, Konzernabschlüssen, Personal- und Auftragsentwicklung sowie ausgewählten Finanzkennzahlen informiert.
Den lokalen Anforderungen entsprechend liegt die Verantwortung für die Implementierung und Überwachung des internen Kontrollsystems beim jeweils zuständigen lokalen Management. Die Geschäftsführung der einzelnen Tochterunternehmen ist für die Einrichtung und Ausgestaltung eines den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens entsprechenden internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie für die Einhaltung der konzernweiten Richtlinien und Vorschriften verantwortlich. Um die Geschäftsführungen der Tochterunternehmen hierbei besser unterstützen zu können, wurde im Finanzbereich von Kapsch TrafficCom AG die Funktion eines IKS-Koordinators eingerichtet. Dieser hat die Aufgabe, das IKS in den wesentlichen Einzelgesellschaften der Kapsch TrafficCom Group laufend weiterzuentwickeln, die Verbesserung identifizierter Schwachstellen zu initiieren und den Status der IKS-Implementierung periodisch an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats zu berichten.
3 Sonstige Angaben.
3.1 Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Vereinbarungen.
Das zur Gänze aufgebrachte Grundkapital von Kapsch TrafficCom AG beträgt EUR 13,0 Mio. und ist in 13,0 Mio. Stückaktien aufgeteilt. Es bestehen keine Deckelungen oder Beschränkungen betreffend die Ausübung von Stimmrechten oder die Übertragung von Aktien. KAPSCH-Group Beteiligungs GmbH hielt zum Stichtag 31. März 2022 rund 63,3 % der Anteile.
KAPSCH-Group Beteiligungs GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von DATAX HandelsgmbH, deren Anteile (teils mittelbar, teils unmittelbar) jeweils zu gleichen Teilen von der Traditio-Privatstiftung und der Children of Elisabeth-Privatstiftung, zwei Privatstiftungen nach österreichischem Privatstiftungsgesetz, gehalten werden. Jede dieser Privatstiftungen wird von einem eigenen Stiftungsvorstand geleitet, wobei keine Person in beiden Vorständen vertreten ist. Die Begünstigten dieser Privatstiftungen sind Georg Kapsch und Mitglieder seiner Familie (Traditio-Privatstiftung) sowie Elisabeth Kapsch und Mitglieder ihrer Familie (Children of Elisabeth-Privatstiftung). Es gab zum Stichtag 31. März 2022 keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an Kapsch TrafficCom AG hielt. Im Geschäftsjahr 2021/22 erwarb oder veräußerte Kapsch TrafficCom keine eigenen Aktien und hielt zum Bilanzstichtag auch keine.
Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechts durch Arbeitnehmer mit Kapitalbeteiligung. Es gibt keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Änderung der Satzung der Gesellschaft.
Der Vorstand ist bis 28. September 2026 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in einer oder mehreren Tranchen um bis zu 10 % zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen festzulegen. Das Bezugsrecht der Aktionäre auf die aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen neuen Aktien ist ausgeschlossen. Bei der Gesellschaft besteht derzeit kein bedingtes Kapital, das den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne (neuerliche) Befassung der Hauptversammlung zur Ausgabe von Aktien ermächtigt.
Marktübliche „Change of Control“-Klauseln, die gegebenenfalls zu einer Vertragsbeendigung führen können, betreffen Finanzierungsvereinbarungen wie das Schuldscheindarlehen und weitere Finanzierungen von in Summe rund EUR 144 Mio. oder stehen im Zusammenhang mit einzelnen Kundenverträgen in Nordamerika.
Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen Kapsch TrafficCom AG und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
3.2 Corporate-Governance-Bericht.
Gemäß C-Regel 61 des Österreichischen Corporate Governance Kodex wird darauf hingewiesen, dass der konsolidierte Corporate-Governance-Bericht im Internet unter https://www.kapsch.net/ir/Corporate-Governance abgerufen werden kann.
Georg Kapsch
Vorsitzender des Vorstands
Andreas Hämmerle
Mitglied des Vorstands
Alfredo Escribá Gallego
Mitglied des Vorstands
KONZERNABSCHLUSS.
Hauptabschlussbestandteile.
Konsolidierte Gesamtergebnisrechnung.
| in EUR | Erläuterung | 2020/21 | 2021/22 | |||
| Umsatzerlöse | (2) |
|
|
|||
| Sonstige betriebliche Erträge | (3) |
|
|
|||
| Veränderung des Bestands an Fertigerzeugnissen, unfertigen Erzeugnissen sowie an noch nicht abrechenbaren Leistungen | (4) | - |
- |
|||
| Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen | (5) | - |
- |
|||
| Personalaufwand | (6) | - |
- |
|||
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (7) | - |
- |
|||
| Anteiliges Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen | (15) | - |
- |
|||
| Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit vor Abschreibungen und Wertminderungen (EBITDA) | - |
|
||||
| Aufwand für planmäßige Abschreibungen | (8) | - |
- |
|||
| Wertminderungen und Wertaufholungen | (9) | - |
|
|||
| Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit (EBIT) | - |
|
||||
| Finanzerträge | (10) |
|
|
|||
| Finanzaufwendungen | (10) | - |
- |
|||
| Finanzergebnis | - |
- |
||||
| Anteiliges Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen als Finanzinvestitionen | (15) | - |
- |
|||
| Ergebnis vor Steuern | - |
|
||||
| Ertragsteuern | (11) |
|
- |
|||
| Periodenergebnis | - |
- |
||||
| davon den Anteilseignern der Gesellschaft zurechenbar | - |
- |
||||
| davon nicht beherrschende Anteile | (31) | - |
|
|||
| Periodenergebnis je Aktie, den Anteilseignern der Gesellschaft zurechenbar | ||||||
| verwässert = unverwässert | (36) | - |
- |
|||
| Sonstiges Ergebnis | ||||||
| Währungsumrechnungsdifferenzen |
|
- |
||||
| Währungsumrechnungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb | - |
|
||||
| Steuern betreffend Posten, die in das Periodenergebnis umgegliedert werden |
|
- |
||||
| Summe der Posten, die anschließend in das Periodenergebnis umgegliedert werden |
|
- |
||||
| Umbewertungen von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses |
|
|
||||
| Steuern betreffend Posten, die nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden | - |
- |
||||
| Summe der Posten, die anschließend nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden |
|
|
||||
| Sonstiges Ergebnis der Periode nach Steuern | (12) |
|
- |
|||
| Gesamtergebnis der Periode | - |
- |
||||
| davon den Anteilseignern der Gesellschaft zurechenbar | - |
- |
||||
| davon nicht beherrschende Anteile | (31) | - |
|
Konsolidierte Bilanz.
| in EUR | Erläuterung | 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||
| angepasst | ||||||
| AKTIVA | ||||||
| Sachanlagen | (13) |
|
|
|||
| Immaterielle Vermögenswerte | (14) |
|
|
|||
| Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen | (15) |
|
|
|||
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte und Beteiligungen | (16) |
|
|
|||
| Langfristige Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen | (16, 21) |
|
|
|||
| Sonstige langfristige Vermögenswerte 2) | (16, 17) |
|
|
|||
| Latente Steueransprüche 1) | (18) |
|
|
|||
| Langfristige Vermögenswerte |
|
|
||||
| Vorräte | (19) |
|
|
|||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 2) | (16, 20) |
|
|
|||
| Kurzfristige Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen | (16, 21) |
|
|
|||
| Kurzfristige Steuerforderungen 1) |
|
|
||||
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | (16) |
|
|
|||
| Liquide Mittel | (16, 22) |
|
|
|||
| Kurzfristige Vermögenswerte |
|
|
||||
| SUMME AKTIVA |
|
|
||||
| EIGENKAPITAL | ||||||
| Grundkapital | (23) |
|
|
|||
| Kapitalrücklage | (23) |
|
|
|||
| Konzernbilanzgewinn/-verlust und sonstige Rücklagen | (23) | - |
- |
|||
| Kapital und Rücklagen, die den Anteilseignern der Gesellschaft zurechenbar sind |
|
|
||||
| Nicht beherrschende Anteile | (31) | - |
- |
|||
| SUMME EIGENKAPITAL |
|
|
||||
| VERBINDLICHKEITEN | ||||||
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | (16, 24) |
|
|
|||
| Langfristige Leasingverbindlichkeiten | (16, 25) |
|
|
|||
| Langfristige Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer 3) | (26) |
|
|
|||
| Langfristige Rückstellungen 3) | (27) |
|
|
|||
| Langfristige Vertragsverbindlichkeiten aus Kundenverträgen | (21) |
|
|
|||
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | (16) |
|
|
|||
| Latente Steuerschulden | (18) |
|
|
|||
| Langfristige Verbindlichkeiten |
|
|
||||
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | (16, 24) |
|
|
|||
| Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten | (16, 25) |
|
|
|||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (16) |
|
|
|||
| Kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten aus Kundenverträgen | (21) |
|
|
|||
| Kurzfristige Rückstellungen | (27) |
|
|
|||
| Kurzfristige Steuerverbindlichkeiten |
|
|
||||
| Sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen | (16, 28) |
|
|
|||
| Kurzfristige Verbindlichkeiten |
|
|
||||
| SUMME VERBINDLICHKEITEN |
|
|
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| SUMME PASSIVA |
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1)
Die Forderungen aus Steuerumlagen an den Gruppenträger wurden zum 31.3.2021 in Höhe von EUR
2) Lang- und kurzfristige Leasingforderungen wurden aufgrund Unwesentlichkeit nicht gesondert in der Bilanz gezeigt, sondern sind in den sonstigen langfristigen Vermögenswerten und den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte enthalten.
3) Die Ansprüche auf Jubiläumsgelder werden in den Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer gezeigt und der Vorjahreswert von den langfristigen Rückstellungen umgegliedert.
Konsolidierte Eigenkapitalveränderungsrechnung.
| in EUR | Grund- kapital | Kapital- rücklage | Sonstige Rücklagen | Konzern- bilanzgewinn/-verlust | Den Anteilseignern der Gesellschaft zurechenbar | Nicht beherrschende Anteile | Summe Eigen- kapital | |||||||
| Stand 31. März 2021 |
|
|
- |
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|
- |
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| Dividende |
|
|
- |
- |
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| Periodenergebnis | - |
- |
|
- |
||||||||||
| Währungsumrechnungsdifferenzen |
|
|
- |
- |
||||||||||
| Umbewertungen von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses |
|
|
|
|||||||||||
| Umgliederung Umbewertungen von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses | - |
|
|
|
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| Sonstiges Ergebnis der Periode |
|
|
|
- |
- |
|||||||||
| Stand 31. März 2022 |
|
|
- |
- |
|
- |
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|||||||
| Stand 31. März 2020 |
|
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- |
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- |
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| Effekte aus dem Erwerb von Anteilen an Tochterunternehmen | - |
- |
|
- |
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| Effekte aus dem Verkauf von Anteilen an Tochterunternehmen |
|
- |
- |
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| Dividende |
|
|
|
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||||||||||
| Periodenergebnis | - |
- |
- |
- |
||||||||||
| Währungsumrechnungsdifferenzen |
|
|
|
|
||||||||||
| Umbewertungen von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses |
|
|
|
|||||||||||
| Sonstiges Ergebnis der Periode |
|
|
|
|
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|||||||||
| Stand 31. März 2021 |
|
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- |
|
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- |
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Die Details zum Eigenkapital sind in Erläuterung 23 enthalten.
Konsolidierte Kapitalflussrechnung.
| in EUR | Erläuterung | 2020/21 | 2021/22 | |||
| Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit | - |
|
||||
| Planmäßige Abschreibungen | (8) |
|
|
|||
| Wertminderungen | (9) |
|
- |
|||
| Veränderung Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses | - |
- |
||||
| Veränderung langfristiger Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, langfristiger Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen und sonstiger langfristiger Vermögenswerte |
|
|
||||
| Veränderung langfristiger Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, langfristiger Vertragsverbindlichkeiten aus Kundenverträgen und sonstiger langfristiger Verbindlichkeiten und Rückstellungen |
|
- |
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| Nettozahlungen von Ertragsteuern | - |
- |
||||
| Zinseinzahlungen | (10) |
|
|
|||
| Zinsauszahlungen | (10) | - |
- |
|||
| Sonstige (netto) |
|
|
||||
| Cashflow aus dem Ergebnis | - |
|
||||
| Veränderung des Nettoumlaufvermögens: | ||||||
| Veränderung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristiger Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen und sonstiger kurzfristiger Vermögenswerte |
|
|
||||
| Veränderung Vorräte |
|
|
||||
| Veränderung Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristiger Vertragsverbindlichkeiten aus Kundenverträgen und sonstiger kurzfristiger Verbindlichkeiten | - |
|
||||
| Veränderung kurzfristige Rückstellungen |
|
- |
||||
| Veränderung des Nettoumlaufvermögens |
|
|
||||
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit |
|
|
||||
| Ankauf von Sachanlagen | (13) | - |
- |
|||
| Ankauf von immateriellen Vermögenswerten | (14) | - |
- |
|||
| Ankauf von Wertpapieren, Beteiligungen und sonstigen langfristigen Finanzanlagen | - |
- |
||||
| Zahlungen für den Erwerb von Anteilen an at-equity-konsolidierten Gesellschaften | (15) | - |
- |
|||
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Anteilen und der Liquidation von Tochterunternehmen | (30) |
|
|
|||
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen |
|
|
||||
| Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten |
|
|
||||
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten |
|
|
||||
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | - |
- |
||||
| Free Cashflow 1) |
|
|
||||
| An die Aktionäre der Gesellschaft gezahlte Dividende |
|
|
||||
| An nicht beherrschende Anteile von Konzerngesellschaften gezahlte Dividende | (31) |
|
- |
|||
| Zahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen | - |
|
||||
| Zunahme langfristiger Finanzverbindlichkeiten | (24) |
|
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| Zunahme kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten | (24) |
|
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| Abnahme kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten | (24) | - |
- |
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| Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | (25) | - |
- |
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| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | - |
- |
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| Anfangsbestand Finanzmittel |
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| Veränderung des Finanzmittelbestands 2) | - |
- |
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| Auswirkungen von Wechselkursänderungen |
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| Endbestand Finanzmittel | (22) |
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1) Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit + Cashflow aus Investitionstätigkeit
2) Free Cashflow + Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
ERLÄUTERUNGEN ZUM KONZERNABSCHLUSS.
Übersicht.
Allgemeines 27
1 – Allgemeine Informationen 27
Konsolidierte Gesamtergebnisrechnung 29
2 – Segmentinformation 29
3 – Sonstige betriebliche Erträge 30 4 – Veränderungen des Bestands an Fertigerzeugnissen,
unfertigen Erzeugnissen sowie an noch nicht abrechenbaren Leistungen 31
5 – Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen 31
6 – Personalaufwand 31
7 – Sonstige betriebliche Aufwendungen 32
8 – Aufwand für planmäßige Abschreibungen 32
9 – Wertminderungen und Wertaufholungen 32
10 – Finanzergebnis 33
11 – Ertragsteuern 34
12 – Sonstiges Ergebnis der Periode 34
Konsolidierte Bilanz 35
13 – Sachanlagen 35
14 – Immaterielle Vermögenswerte 36
15 – Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 40
16 – Finanzinstrumente 43
17 – Sonstige langfristige Vermögenswerte 45
18 – Latente Steueransprüche/-schulden 45
19 – Vorräte 47
20 – Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 47
21 – Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten 48
22 – Liquide Mittel 48
23 – Eigenkapital 49
24 – Kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten 50
25 – Leasingverbindlichkeiten 52
26 – Langfristige Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer 53
27 – Rückstellungen 56
28 – Sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen 58
29 – Eventualschulden und sonstige Haftungsverhältnisse und Infrastrukturabgabe Deutschland 58
Sonstiges 59
30 – Anteile Tochterunternehmen 59
31 – Nicht beherrschende Anteile 62
32 – Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen 65
33 – Risikomanagement 68
34 – Kapitalmanagement 70
35 – Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 71
36 – Ergebnis je Aktie 89
37 – Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 89
38 – Zusatzangaben 89
1 Allgemeine Informationen.
Die Kapsch TrafficCom Group agiert in zwei Segmenten: Maut und Verkehrsmanagement.
Maut.
Dieses Segment umfasst die Errichtung sowie den technischen und kommerziellen Betrieb von Mautsystemen. In der Regel werden Projekte von öffentlichen Stellen oder privaten Konzessionären ausgeschrieben und vergeben. Mautsysteme können einzelne Fahrspuren oder Straßenabschnitte bis hin zu landesweiten Straßennetzen umfassen. Die Herstellung und Beschaffung von Komponenten, sowohl zur Erweiterung und Adaptierung der von Kapsch TrafficCom errichteten Systeme als auch für Dritte, ergänzen das Leistungsportfolio, Mautdienste für Geschäfts- und Privatkunden runden es ab.
Verkehrsmanagement.
Dieses Segment umfasst primär die Errichtung und den Betrieb von Systemen und Lösungen zur Steuerung des Verkehrs- und Mobilitätsverhaltens sowie das damit verbundene Komponentengeschäft. Der strategische Fokus liegt auf den Bereichen Verkehrsoptimierung, Entscheidungsintelligenz (Verkehrsanalyse, -simulation und -prognose) sowie Betrieb von Mobilitätsplattformen und -diensten. Eine Grundlage dafür ist die Nutzung der zunehmenden Datenmengen zur Analyse, Simulation und intelligenten Steuerung von Verkehrsströmen und Mobilitätsverhalten. Kunden im Segment Verkehrsmanagement sind vorwiegend öffentliche Stellen, aber auch private Unternehmen.
1.1 Konzernstruktur und Konsolidierungskreis.
Die Muttergesellschaft (berichtendes Unternehmen) dieses Konzerns ist
63,3 % der Anteile an Kapsch TrafficCom
Die Aktien von Kapsch TrafficCom AG notieren seit dem 26. Juni 2007 im Segment Prime Market der Wiener Börse.
Der Konsolidierungskreis sowie Veränderungen im Konsolidierungskreis sind in Erläuterung 30 enthalten.
1.2 Grundlagen der Erstellung.
Der Konzernabschluss zum 31. März 2022 wurde in Anwendung von § 245a UGB im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.
Beträge werden zum Zweck der Übersichtlichkeit gerundet und soweit nicht anders angegeben in tausend Euro (TEUR) ausgewiesen. Für Berechnungen werden dennoch die genauen Beträge einschließlich nicht dargestellter Ziffern verwendet, sodass dadurch Rundungsdifferenzen auftreten können.
1.3 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.
Der Konzernabschluss zum 31. März 2022 wurde nach dem historischen Anschaffungskostenprinzip aufgestellt, mit Ausnahme von Finanzinstrumenten, die nach IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung entsprechend. Eine diesbezügliche Erläuterung erfolgt im Rahmen der jeweiligen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze für den vorliegenden Konzernabschluss wurden unverändert zur Vorperiode angewandt und um neue, ab dem Geschäftsjahr verpflichtend anzuwendende, ergänzt. Erläuterung 35 enthält eine detaillierte Beschreibung sämtlicher Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, inklusive der neu anzuwendenden Grundsätze.
1.4 Wesentliche Schätzungen und Annahmen.
Die Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert die Anwendung von Schätzungen und Annahmen bezüglich der zukünftigen Entwicklung. Diese beeinflussen die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden am Bilanzstichtag sowie der bilanzierten Erträge und Aufwendungen während der Berichtsperiode. Schätzungen erfolgen nach bestem Wissen des Vorstands. Dennoch können die tatsächlichen Werte von diesen Schätzungen abweichen. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen werden fortlaufend neu bewertet und basieren auf Erfahrungswerten und weiteren Faktoren, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. Die resultierenden Bilanzierungsschätzungen werden in der Regel von den tatsächlichen Ergebnissen abweichen.
Insbesondere Schätzungen und Annahmen in den folgenden Bereichen beinhalten ein signifikantes Risiko einer wesentlichen Korrektur der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des folgenden Geschäftsjahrs:
1.4.1 Erlösrealisierung bei Auftragsfertigung.
Der Konzern wendet die Regeln des IFRS 15 an. Für Errichtungsprojekte, bei denen die Kriterien gemäß IFRS 15.35 zur Erfüllung einer Leistungsverpflichtung über einen Zeitraum erfüllt sind, wird der Umsatz nach Maßgabe des jeweiligen Fertigstellungsgrads erfasst und ein erwarteter Gewinnaufschlag angenommen. Der Fertigstellungsgrad eines Projekts wird anhand eines inputorientierten Verfahrens oder aus dem Verhältnis der bereits angefallenen Kosten zu den geschätzten Gesamtkosten für das jeweilige Projekt ermittelt. Das erfordert eine laufende Einschätzung und Aktualisierung der aus den Projekten resultierenden Kosten sowie der Risiken bei der Projektabwicklung. Diese können technische Probleme, zeitliche Verzögerungen, Probleme mit Sublieferanten oder sonstige externe Rahmenbedingungen betreffen und die Marge des Auftrags beeinflussen. Außerdem sind bei der Projektbewertung Einschätzungen zu möglichen Schadenersatzleistungen und Vertragsstrafen zu berücksichtigen. Projekterlöse sind für die meisten Verträge definiert und enthalten fixe und zum Teil auch variable Bestandteile, die nach Wahrscheinlichkeit in Bezug auf Höhe und Zeitpunkt bewertet werden. Bei den Großprojekten des Konzerns handelt es sich regelmäßig um technisch anspruchsvolle Einzelaufträge, denen jeweils spezifische Auftragsbedingungen zugrunde liegen und die daher in Bezug auf Umsatzrealisierung und Projektrisiken einzeln zu würdigen sind. Die Details zur Ertragsrealisierung sind in Erläuterung 35.3 und die Sensitivitätsanalyse ist in Erläuterung 21 dargestellt.
1.4.2 Geschätzte Wertminderungen des Firmenwerts.
Der Konzern untersucht jährlich, im Einklang mit den in Erläuterungen 14 und 35 dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, ob die Werthaltigkeit des Firmenwerts vorliegt. Der erzielbare Betrag von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird basierend auf der Berechnung des Nutzungswerts ermittelt. Dafür müssen Annahmen getroffen und zugrunde gelegt werden. Die Sensitivitäten für den erworbenen Firmenwert sind in Erläuterung 14 angeführt.
1.4.3 Ansatz latenter Steueransprüche.
Der Konzern untersucht zumindest jährlich den Ansatz der latenten Steueransprüche. Diese werden bis zu jenem Ausmaß angesetzt, zu dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftige steuerbare Gewinne vorhanden sein werden. Dafür müssen Annahmen getroffen und zugrunde gelegt werden. Die Sensitivitäten sind in Erläuterung 18 angeführt.
1.4.4 Sonstige Schätzungen und Annahmen.
Weitere Bereiche, in denen Annahmen und Schätzungen wesentlich für den Konzernabschluss sind, umfassen die Wertberichtigung von Vorräten, die Annahme von Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, Annahmen und Zinssätze im Zusammenhang mit Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses, Annahmen und Zinssätze im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen sowie Annahmen im Zusammenhang mit Gewährleistungs- und Drohverlustrückstellungen. Sensitivitätsanalysen der vom Vorstand getroffenen Annahmen sind in den jeweiligen Erläuterungen angegeben.
1.5 Rückwirkende Anpassungen.
Die Vorjahreszahlen in der Konzernbilanz wurden wie folgt rückwirkend angepasst:
Der Ausweis der im Vorjahr in der Position „Kurzfristige Steuerforderungen“ enthaltene Betrag der Steuerumlage gegenüber dem Gruppenträger in Höhe von TEUR 19.103 wurden zu „latente Steueransprüche“ umgegliedert, da im Rahmen des bestehenden Gruppenvertrags im Falle von steuerlichen Verlusten keine Steuerumlage erfolgt, sondern dieser als „interner Verlustvortrag“ evident gehalten wird und mit künftigen positiven steuerlichen Gewinnen zu verrechnen ist. Ebenso wurden Aufwand/Ertrag aus Gruppenbesteuerung und Aufwand/Ertrag aus latente Steueransprüche/-schulden im Geschäftsjahr 2020/21 angepasst.
| 31. März 2021 | ||||||
| in EUR | 31.03.2021 vor Anpassung | Anpassung | 31.03.2021 angepasst | |||
| Latente Steueransprüche | 42.888.235 | 19.103.488 | 61.991.723 | |||
| Kurzfristige Steuerforderungen | 25.933.536 | -19.103.488 | 6.830.048 | |||
2 Segmentinformation.
Geschäftssegmente.
Ein Geschäftssegment ist ein Unternehmensbestandteil, der Geschäftstätigkeiten betreibt, mit denen Umsatzerlöse erwirtschaftet werden und bei denen Aufwendungen anfallen können. Die Ergebnisse der Segmente werden regelmäßig an den Vorstand (den Hauptentscheidungsträger) berichtet. Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen werden basierend auf diesen Segmenten überprüft. Der Vorstand hat zwei Berichtssegmente identifiziert (wie in Erläuterungen 1 und 35.4 beschrieben):
- Maut
- Verkehrsmanagement
Die Segmentergebnisse, Investitionen, Abschreibungen und Wertminderungen sowie sonstige nicht zahlungswirksame Posten stellen sich für den Berichtszeitraum und das vorangegangene Geschäftsjahr wie folgt dar:
| 2020/21 | 2021/22 | |||||||
| Maut | Verkehrsmanagement | Konzern | Maut | Verkehrsmanagement | Konzern | |||
| Umsatzerlöse | 358.224 | 146.951 | 505.175 | 369.856 | 149.946 | 519.802 | ||
| Errichtung | 100.265 | 65.173 | 165.439 | 89.230 | 60.001 | 149.231 | ||
| Betrieb | 187.505 | 76.363 | 263.868 | 205.161 | 84.577 | 289.738 | ||
| Komponenten | 70.453 | 5.415 | 75.868 | 75.465 | 5.368 | 80.834 | ||
| Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit | -117.200 | -5.961 | -123.161 | 3.342 | 7.687 | 11.029 | ||
| EBIT-Marge | -32,7 % | -4,1 % | -24,4 % | 0,9 % | 5,1 % | 2,1 % | ||
| Investitionen 1) | 15.072 | 4.748 | 19.820 | 11.513 | 4.748 | 16.261 | ||
| Abschreibungen und Wertminderungen | 45.258 | 10.753 | 56.011 | 15.770 | 5.865 | 21.635 | ||
| Sonstige nicht zahlungswirksame Posten | 3.364 | -3.900 | -536 | -237 | 174 | -64 | ||
1) Investitionen (Zugänge) enthalten auch Investitionen für Nutzungsrechte aus Leasingverträgen (siehe Erläuterung 13 und 14).
Die Geschäftstypen Errichtung, Betrieb und Komponenten entsprechen auch den Leistungsverpflichtungen gemäß IFRS 15.
Die Vermögenswerte und Schulden zum Bilanzstichtag betrugen:
| 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||||||
| Maut | Verkehrsmanagement | Konzern | Maut | Verkehrsmanagement | Konzern | |||
| Segmentvermögen | 267.810 | 114.737 | 382.547 | 242.658 | 101.108 | 343.765 | ||
| Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen | 29.751 | 0 | 29.751 | 27.832 | 0 | 27.832 | ||
| Segmentschulden | 205.520 | 78.602 | 284.122 | 164.609 | 86.666 | 251.274 | ||
Das Segmentvermögen beinhaltet Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, sonstige langfristige Vermögenswerte, lang- und kurzfristige Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen, lang- und kurzfristige Leasingforderungen, Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte sowie kurzfristige Steuerforderungen.
Die Segmentschulden beinhalten langfristige Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer, langfristige Rückstellungen, sonstige langfristige Verbindlichkeiten, lang- und kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten aus Kundenverträgen, lang- und kurzfristige Leasingverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen, kurzfristige Steuerverbindlichkeiten sowie kurzfristige Rückstellungen.
Im Geschäftsjahr 2021/22 gab es, wie im Vorjahr, keinen Kunden, der mehr als 10 % der Konzernumsätze beigetragen hat.
Regionale Informationen.
Neben den Berichtssegmenten werden die Umsatzerlöse und die langfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte (Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte) auch nach geografischen Segmenten dargestellt. Umsatzerlöse werden gemäß dem Standort der Kunden und bilanzorientierte Zahlen gemäß dem eigenen Standort der Gesellschaft segmentiert. Die Werte für den Berichtszeitraum und das vorangegangene Geschäftsjahr betrugen:
| Umsatzerlöse |
Langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte |
|||||
| 2020/21 | 2021/22 | 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||
| Österreich | 12.165 | 13.812 | 30.809 | 24.716 | ||
| EMEA (exklusive Österreich) 1) | 264.871 | 268.140 | 11.991 | 9.247 | ||
| Americas 2) | 204.944 | 212.110 | 39.526 | 42.140 | ||
| APAC 3) | 23.195 | 25.739 | 9.075 | 8.639 | ||
| Gesamt | 505.175 | 519.802 | 91.400 | 84.741 | ||
1) EMEA: Europa, Mittlerer Osten, Afrika
2) Americas: Nord-, Mittel- und Südamerika
3) APAC: Asien-Pazifik
3 Sonstige betriebliche Erträge.
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Operative Fremdwährungsgewinne | 2.828 | 6.415 | ||
| Erträge aus der vorzeitigen Beendigung eines Leasingvertrags | 0 | 3.143 | ||
| Operative Gewinne aus Derivativverträgen | 0 | 1.937 | ||
| Erträge aus Forschungs- und Forschungsförderungsprämien | 1.005 | 1.241 | ||
| Erträge aus Vergütungen betreffend COVID-19-Pandemie | 1.601 | 819 | ||
| Erträge aus dem Verkauf von Gesellschaften | 1.208 | 709 | ||
| Erträge aus dem Verkauf von Anlagen | 247 | 452 | ||
| Erträge aus Versicherungsvergütungen | 403 | 266 | ||
| Übrige betriebliche Erträge | 2.639 | 1.602 | ||
| Gesamt | 9.931 | 16.584 |
Die operativen Fremdwährungsgewinne betrafen im Wesentlichen Wechselkursschwankungen des US-Dollars und des sambischen Kwachas gegenüber dem Euro.
Die vorzeitige Beendingung eines Leasingvertrags, der im Vorjahr bereits wertgemindert wurde, führte zu einem Ertrag in Höhe von TEUR 3.143.
Die Erträge aus Vergütungen betreffend COVID-19-Pandemie umfassten Prämien und Unterstützungen aufgrund der COVID-19-Pandemie inklusive Prämien aus Kurzarbeit oder Ersatz von Personalkosten. Der Großteil der Vergütungen wurde in Kanada gewährt.
Die Erträge aus dem Verkauf von Gesellschaften stammen im Geschäftsjahr 2021/22 aus dem Verkauf von Kapsch TrafficCom S.r.l. a socio unico, Italien, und im Vorjahr aus dem Verkauf von Kapsch TrafficCom Construction & Realization spol. s.r.o., Tschechien.
Die übrigen betrieblichen Erträge enthalten diverse Verrechnungen und Abgrenzungen.
4 Veränderung des Bestands an Fertigerzeugnissen, unfertigen Erzeugnissen sowie an noch nicht abrechenbaren Leistungen.
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Bestandsveränderung unfertige Erzeugnisse und noch nicht abrechenbare Leistungen | -1.676 | 121 | ||
| Bestandsveränderung fertige Erzeugnisse | -4.559 | -2.805 | ||
| Gesamt | -6.235 | -2.684 |
Details zu den Vorräten sind in Erläuterung 19 zu finden.
5 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen.
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Materialaufwand | -99.511 | -83.962 | ||
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | -143.948 | -118.868 | ||
| Gesamt | -243.460 | -202.830 |
Aufwendungen für Material und bezogene Herstellungsleistungen sanken trotz eines Umsatzanstiegs. Das ist primär darauf zurückzuführen, dass in den Werten des Vorjahrs Margenanpassungen und Drohverlustrückstellungen, vorwiegend für Projekte in den USA, enthalten waren.
6 Personalaufwand.
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Löhne, Gehälter und andere Vergütungen | -194.489 | -186.671 | ||
| Sozialabgaben und lohnabhängige Steuern | -31.287 | -29.299 | ||
| Aufwendungen für Abfertigungen (siehe Erläuterung 26) | -447 | -233 | ||
| Aufwendungen für Altersvorsorge (siehe Erläuterung 26) | -7 | -4 | ||
| Beiträge an Pensionskassen und andere externe Fonds | -3.586 | -1.442 | ||
| Restrukturierungskosten Personal betreffend | -4.478 | 0 | ||
| Sonstige freiwillige Sozialaufwendungen | -9.547 | -9.470 | ||
| Gesamt | -243.841 | -227.119 |
Der Personalstand zum 31. März 2022 betrug 4.220 Personen (31. März 2021: 4.657 Personen) und während des Geschäftsjahrs 2021/22 durchschnittlich 4.447 Personen (2020/21: 4.827 Personen).
Die Restrukturierungskosten im Vorjahr betrafen hauptsächlich die USA, Schweden und Österreich. Der Personalaufwand sank aufgrund von Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Personalabbau vor allem in den USA und in Schweden. Die sonstigen freiwilligen Sozialaufwendungen wurden vorrangig in den USA gewährt.
7 Sonstige betriebliche Aufwendungen.
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Kommunikations- und IT-Aufwand | -16.524 | -14.936 | ||
| Rechts- und Beratungsaufwand | -22.373 | -9.299 | ||
| Lizenz- und Patentaufwand | -4.162 | -7.008 | ||
| Instandhaltung | -5.148 | -5.185 | ||
| Kfz-Aufwand | -2.979 | -3.733 | ||
| Marketing- und Werbekosten | -2.815 | -3.500 | ||
| Reisekosten | -2.079 | -3.397 | ||
| Mieten und Gebäudeaufwand | -4.462 | -3.253 | ||
| Versicherungsaufwand | -3.122 | -3.159 | ||
| Operative Fremdwährungsverluste | -11.107 | -2.687 | ||
| Steuern und Abgaben | -3.991 | -2.495 | ||
| Büroaufwendungen | -2.161 | -2.187 | ||
| Restrukturierungsaufwendungen | -827 | -1.478 | ||
| Bankspesen | -989 | -1.187 | ||
| Transportkosten | -944 | -1.055 | ||
| Ausbildungskosten | -759 | -965 | ||
| Gewährleistungen und Garantien | 338 | -630 | ||
| Übriger betrieblicher Aufwand | -548 | -2.912 | ||
| Gesamt | -84.652 | -69.066 |
Die Rechts- und Beratungskosten sanken im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 13.074. Im Vorjahr wurde ein Rechtsstreit gegen Kapsch TrafficCom in den USA eröffnet und dafür wurden Kosten in Höhe von TEUR 8.065 berücksichtigt und rückgestellt. Dieser Rechtsstreit konnte im Geschäftsjahr 2021/22 durch Zahlung einer Lizenzgebühr beigelegt werden. Dadurch stieg der Lizenz- und Patentaufwand im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 2.846. Auch gab es Kosteneinsparungen bei den Rechts- und Beratungskosten.
Die operativen Fremdwährungsverluste waren mit TEUR 2.687 deutlich geringer als im Vorjahr (TEUR 11.107) und sind primär auf die Wechselkursschwankungen des sambischen Kwachas gegenüber dem südafrikanischen Rand und südafrikanischen Rand gegenüber dem Euro zurückzuführen.
Durch die Zusammenlegung von Standorten konnten die genutzte Fläche verringert und auch der Miet- und Gebäudeaufwand um TEUR 1.209 reduziert werden.
8 Aufwand für planmäßige Abschreibungen.
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Abschreibungen auf Sachanlagen | -20.475 | -17.532 | ||
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte | -4.265 | -4.211 | ||
| Gesamt | -24.740 | -21.743 |
Die Abschreibungen auf Sachanlagen enthalten auch Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverträgen (TEUR 12.555). Details sind in Erläuterung 13 zu finden.
9 Wertminderungen und Wertaufholungen.
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte | -24.792 | 0 | ||
| Zuschreibungen von Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte | 1.845 | 0 | ||
| Wertminderungen auf Sachanlagen | -904 | 0 | ||
| Wertminderungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverträgen | -7.420 | 0 | ||
| Zuschreibungen von Wertminderungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverträgen | 0 | 109 | ||
| Gesamt | -31.271 | 109 |
Durch kürzere Mietverträge und die Reduktion von Mietflächen mussten Sachanlagen und Nutzungsrechte aus Leasingverträgen im Geschäftsjahr 2020/21 auf das Ausmaß der Restnutzung, basierend auf einer Fair-Value-Ermittlung (Level 3), wertgemindert werden. Davon betrafen TEUR 6.957 das Segment Maut und TEUR 1.367 das Segment Verkehrsmanagement. Im Geschäftsjahr 2021/22 konnte ein Betrag in Höhe von TEUR 109 wieder zugeschrieben werden. Dieser betraf das Segment Maut.
Die Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte betrafen im Geschäftsjahr 2020/21 mit TEUR 21.316 die Abschreibung des gesamten Firmenwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Tolling-EMEA und mit TEUR 3.475 sonstige immaterielle Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit TM-EMEA. Zum Jahresende 2020/21 wurden, basierend auf einer aktualisierten Planung, immaterielle Vermögenswerte (ausgenommen Firmenwerte) in Höhe von TEUR 1.845 zugeschrieben.
10 Finanzergebnis.
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Zinsertrag | 2.214 | 708 | ||
| Zinsertrag aus Leasingverträgen | 9 | 7 | ||
|
Erträge aus Wertpapieren, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden |
45 | 25 | ||
|
Erträge aus Beteiligungen, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden |
389 | 0 | ||
|
Gewinne aus Änderung des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten |
414 | 35 | ||
| Erträge aus Hyperinflationsanpassung | 490 | 240 | ||
| Finanzielle Fremdwährungsgewinne | 4.084 | 4.587 | ||
| Finanzerträge | 7.646 | 5.602 | ||
| Zinsaufwand | -5.116 | -4.631 | ||
| Zinsaufwand aus Leasingverträgen | -1.404 | -1.070 | ||
|
Aufwendungen aus Wertpapieren, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden |
-109 | -20 | ||
| Aufwendungen aus Beteiligungen, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | -130 | -3 | ||
| Aufwand aus der Aufzinsung von langfristigen Verbindlichkeiten | -37 | 0 | ||
|
Aufwendungen aus Änderung des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten |
-291 | -126 | ||
| Aufwendungen aus Hyperinflationsanpassung | -2.664 | -3.549 | ||
| Finanzielle Fremdwährungsverluste | -6.115 | -387 | ||
|
Zinsaufwand aus Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses (siehe Erläuterung 26) |
-161 | -185 | ||
| Zinsaufwand aus Jubiläumsgeldverpflichtungen (siehe Erläuterung 26) | -8 | -17 | ||
| Aufwand aus dem Abgang und Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten | -1.218 | -132 | ||
| Finanzaufwendungen | -17.254 | -10.121 | ||
| Finanzergebnis | -9.607 | -4.518 |
Die Fremdwährungsgewinne und -verluste ergaben sich im Wesentlichen aus Fremdwährungsschwankungen konzerninterner Finanzierungen. Diese betrafen insbesondere die Tochtergesellschaften in Sambia (sambischer Kwacha gegenüber Euro), in Südafrika (südafrikanischer Rand gegenüber Euro und schwedischer Krone), in Chile (chilenischer Peso gegenüber Euro) und in den USA (US-Dollar gegenüber Euro).
Argentinien ist als Hyperinflationsland eingestuft und die Aufwendungen und Erträge aus den Hyperinflationsanpassungen werden im Finanzergebnis gezeigt.
11 Ertragsteuern.
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Laufende Gewinnsteuern 1) | -3.292 | -7.875 | ||
| Latente Steueransprüche/-schulden 1) | 31.132 | -3.609 | ||
| Gesamt | 27.840 | -11.484 | ||
| davon Aufwand/Ertrag aus Gruppenbesteuerung 1) | 38 | 0 |
1) Aufwand/Ertrag aus Gruppenbesteuerung und latente Steueransprüche/-schulden und wurden im Geschäftsjahr 2020/21 angepasst.
Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem theoretischen Steueraufwand, basierend auf dem österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25 %, und dem ausgewiesenen Steueraufwand stellen sich wie folgt dar:
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Ergebnis vor Steuern | -133.129 | 5.321 | ||
| Theoretischer Steueraufwand/-ertrag | 33.282 | -1.330 | ||
| Auswirkungen von unterschiedlichen Steuersätzen im Konzern | -2.444 | -1.437 | ||
|
Nicht angesetzte latente Steueransprüche für laufende Verluste und Abschreibung von bisher angesetzten Verlusten |
-2.585 | -14.875 | ||
| Latente Steueransprüche für bisher nicht angesetzte Verluste | 976 | 2.186 | ||
| Geltend gemachte Steuerfreibeträge und andere permanente Steuerdifferenzen | -713 | -185 | ||
| Nicht steuerpflichtige Erträge und Aufwendungen und sonstige Differenzen | -4.497 | 2.886 | ||
| Steuereffekte betreffend Vorperioden | 3.822 | 1.272 | ||
| Ausgewiesener Steueraufwand/-ertrag | 27.840 | -11.484 |
„Nicht angesetzte latente Steueransprüche für laufende Verluste und Abschreibung von bisher angesetzten Verlusten“ beziehen sich vor allem auf nicht angesetzte Verluste in den USA und Brasilien. Diese können, basierend auf den Planungen für die nächsten Jahre, voraussichtlich nicht genutzt werden. Latente Steueransprüche für bisher nicht angesetzte Verluste betrafen im Geschäftsjahr 2021/22, wie im Vorjahr, vor allem Verlustvorträge in Spanien. Die Steuereffekte betreffend Vorperioden beinhalten Anpassungen der Vorjahrswerte aufgrund von Betriebsprüfungen und Anpassungen im Rahmen der Erstellung der Steuererklärungen.
Die positive Steuerumlage von Kapsch TrafficCom gegenüber dem österreichischen (Steuer-)Gruppenträger KAPSCH-Group Beteiligungs GmbH wurde für das Vorjahr 2020/21 angepasst und statt kurzfristiger Steuerforderungen wurden latente Steueransprüche aus Verlusten angesetzt. Der Verbrauch dieser Verlustvorträge wird unter den latenten Steueransprüchen/-schulden gezeigt.
Für weitere Informationen zu latenten Steueransprüchen/-schulden siehe Erläuterung 18.
12 Sonstiges Ergebnis der Periode.
| 2020/21 | 2021/22 | |||||||
|
Vor Steuern |
Steuer- belastung/ -gutschrift |
Nach Steuern |
Vor Steuern |
Steuer- belastung/ -gutschrift |
Nach Steuern |
|||
|
Umbewertungen von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses |
497 | -126 | 371 | 409 | -74 | 334 | ||
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 11.105 | 0 | 11.105 | -2.740 | 0 | -2.740 | ||
| Währungsumrechnungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb | -3.248 | 812 | -2.436 | 2.726 | -681 | 2.044 | ||
|
Im Eigenkapital erfasste Wertänderungen |
8.354 | 686 | 9.040 | 394 | -756 | -361 | ||
Die von Kapsch TrafficCom AG gewährten US-Dollar-Darlehen an eine Tochtergesellschaft in den USA wurden als Nettoinvestitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb nach IAS 21 klassifiziert. Der Vorstand von Kapsch TrafficCom AG plant in absehbarer Zeit keine Rückführung dieser Darlehen und diese ist auch nicht wahrscheinlich. Die Währungsumrechnungsdifferenzen aus diesen Darlehen werden im sonstigen Ergebnis erfasst.
13 Sachanlagen.
| Grundstücke und Bauten | Nutzungsrecht Gebäudeleasing | Technische Anlagen und Maschinen |
Anlagen in Bau |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Nutzungsrecht sonstiges Leasing | Summe | ||||||||
| Buchwert zum 31. März 2021 | 3.015 | 36.879 | 5.929 | 248 | 5.769 | 3.331 | 55.171 | |||||||
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 22 | 719 | 121 | 2 | 160 | 64 | 1.088 | |||||||
| Umgliederung | 0 | 0 | -7 | -2 | 9 | 0 | 0 | |||||||
| Abgänge aufgrund des Verkaufs von Tochtergesellschaften | 0 | -367 | -49 | 0 | -6 | -16 | -438 | |||||||
| Zugang | 220 | 8.187 | 554 | 594 | 1.812 | 969 | 12.335 | |||||||
| Abgang | -90 | -483 | -120 | -303 | -484 | -260 | -1.740 | |||||||
| Zuschreibung | 0 | 109 | 0 | 0 | 0 | 0 | 109 | |||||||
| Planmäßige Abschreibungen | -803 | -10.867 | -2.233 | 0 | -1.940 | -1.688 | -17.532 | |||||||
| Buchwert zum 31. März 2022 | 2.363 | 34.177 | 4.195 | 539 | 5.320 | 2.400 | 48.993 | |||||||
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | 12.919 | 63.746 | 40.543 | 539 | 29.449 | 5.655 | 152.852 | |||||||
| Kumulierte Abschreibungen | -10.557 | -29.569 | -36.348 | -24.128 | -3.256 | -103.858 | ||||||||
| Buchwert zum 31. März 2022 | 2.363 | 34.177 | 4.195 | 539 | 5.320 | 2.400 | 48.993 |
| Grundstücke und Bauten | Nutzungsrecht Gebäudeleasing | Technische Anlagen und Maschinen |
Anlagen in Bau |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Nutzungsrecht sonstiges Leasing | Summe | ||||||||
| Buchwert zum 31. März 2020 | 4.442 | 57.731 | 7.849 | 1.112 | 6.647 | 4.544 | 82.325 | |||||||
| Währungsumrechnungsdifferenzen | -66 | 526 | 202 | -41 | -46 | -44 | 532 | |||||||
| Umgliederung | 904 | 0 | -43 | -1.162 | 45 | 0 | -255 | |||||||
| Abgänge aufgrund des Verkaufs von Tochtergesellschaften | -5 | -214 | 0 | 0 | -17 | -4 | -240 | |||||||
| Zugang | 46 | 11.616 | 440 | 402 | 1.526 | 2.082 | 16.113 | |||||||
| Abgang | -4 | -13.089 | -31 | -64 | -97 | -1.218 | -14.503 | |||||||
| Wertminderung | -904 | -7.420 | 0 | 0 | 0 | 0 | -8.324 | |||||||
| Planmäßige Abschreibungen | -1.398 | -12.271 | -2.487 | 0 | -2.289 | -2.031 | -20.475 | |||||||
| Buchwert zum 31. März 2021 | 3.015 | 36.879 | 5.929 | 248 | 5.769 | 3.331 | 55.171 | |||||||
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | 14.490 | 65.786 | 39.701 | 248 | 27.866 | 6.132 | 154.222 | |||||||
| Kumulierte Abschreibungen | -11.475 | -28.906 | -33.772 | 0 | -22.096 | -2.801 | -99.051 | |||||||
| Buchwert zum 31. März 2021 | 3.015 | 36.879 | 5.929 | 248 | 5.769 | 3.331 | 55.171 |
Nutzungsrechte aus sonstigem Leasing betreffen vor allem Kfz-Leasing. Die Leasingverbindlichkeiten sind in Erläuterung 25 dargestellt.
14 Immaterielle Vermögenswerte.
| Aktivierte Entwicklungskosten | Lizenzen und Rechte | Firmenwert |
In Fertigstellung befindliche immaterielle Vermögenswerte |
Summe | ||||||
| Buchwert zum 31. März 2021 | 2.746 | 10.253 | 22.755 | 474 | 36.229 | |||||
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 52 | 143 | 0 | 0 | 195 | |||||
| Umgliederungen | -94 | 94 | 0 | 0 | 0 | |||||
| Abgänge aufgrund des Verkaufs von Tochtergesellschaften | 0 | 0 | -20 | 0 | -20 | |||||
| Zugänge | 0 | 3.835 | 0 | 90 | 3.925 | |||||
| Abgänge | 0 | 0 | 0 | -370 | -370 | |||||
| Planmäßige Abschreibungen | -512 | -3.699 | 0 | 0 | -4.211 | |||||
| Buchwert zum 31. März 2022 | 2.192 | 10.626 | 22.735 | 194 | 35.748 | |||||
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | 13.752 | 100.806 | 44.051 | 194 | 158.804 | |||||
| Kumulierte Abschreibungen | -11.560 | -90.179 | -21.316 | 0 | -123.055 | |||||
| Buchwert zum 31. März 2022 | 2.192 | 10.626 | 22.735 | 194 | 35.748 |
| Aktivierte Entwicklungskosten | Lizenzen und Rechte | Firmenwert |
In Fertigstellung befindliche immaterielle Vermögenswerte |
Summe | ||||||
| Buchwert zum 31. März 2020 | 3.246 | 12.393 | 44.072 | 212 | 59.922 | |||||
| Währungsumrechnungsdifferenzen | -91 | 23 | 0 | 0 | -68 | |||||
| Umgliederungen | 128 | 127 | 0 | 0 | 255 | |||||
| Abgänge aufgrund des Verkaufs von Tochtergesellschaften | 0 | -7 | 0 | 0 | -7 | |||||
| Zugänge | 260 | 2.915 | 0 | 532 | 3.707 | |||||
| Abgänge | -55 | -46 | 0 | -270 | -370 | |||||
| Wertminderung | -134 | -3.341 | -21.316 | 0 | -24.791 | |||||
| Zuschreibung | 34 | 1.811 | 0 | 0 | 1.845 | |||||
| Planmäßige Abschreibungen | -641 | -3.623 | 0 | 0 | -4.265 | |||||
| Buchwert zum 31. März 2021 | 2.746 | 10.253 | 22.755 | 474 | 36.229 | |||||
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | 13.932 | 95.240 | 44.072 | 474 | 146.801 | |||||
| Kumulierte Abschreibungen | -11.186 | -84.987 | -21.316 | 0 | -110.572 | |||||
| Buchwert zum 31. März 2021 | 2.746 | 10.253 | 22.755 | 474 | 36.229 |
14.1 Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer.
Immaterielle Vermögenswerte (ausgenommen jene mit unbestimmter Nutzungsdauer) sind den einzelnen Gesellschaften zugeordnet. Auf dieser Ebene werden diese Vermögenswerte bei Vorliegen von Anhaltspunkten auf ihre Werthaltigkeit geprüft.
Es gab zum 31. März 2022 keine Wertminderungen. Zum 31. März 2021 wurden Zuschreibungen in Höhe von TEUR 1.845 in der ZGE TM-EMEA durchgeführt.
14.2 Werthaltigkeit des Firmenwerts.
Der Firmenwert ist den folgenden sechs Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGEs) zugeteilt und wird auf dieser Ebene auf Werthaltigkeit geprüft.
| 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||
| ZGE Tolling-Americas : Americas | 11.783 | 11.771 | ||
| ZGE Tolling-EMEA : Europa, Mittlerer Osten und Afrika | 0 | 0 | ||
| ZGE Tolling-APAC : Asien-Pazifik | 7.378 | 7.371 | ||
| ZGE TM-Americas : Americas | 3.364 | 3.364 | ||
| ZGE TM-EMEA : Europa, Mittlerer Osten und Afrika | 0 | 0 | ||
| ZGE TM-APAC : Asien-Pazifik | 230 | 230 | ||
| Firmenwert gesamt | 22.755 | 22.735 |
Zum Jahresende 2021/22 wurde basierend auf dem Budget für das Geschäftsjahr 2022/23 sowie einer neuen Mehrjahresplanung, die auch Effekte aus Rightsizing-Maßnahmen und Effizienzsteigerungen beinhaltet, ein Werthaltigkeitstest für jede Gruppe von ZGEs durchgeführt. Diese Maßnahmen umfassen unter anderem Verbesserungen in der Beschaffungsorganisation, eine partielle Anpassung der Overhead- und Kostenstruktur, operationelle Verbesserungen in der Projektabarbeitung mit dem Ziel der Effizienzsteigerung sowie selektive Personalmaßnahmen. Die Ergebnisse aus diesem Werthaltigkeitstest sind im Weiteren beschrieben.
14.2.1 Annahmen für den Werthaltigkeitstest.
Folgende Annahmen wurden zur Ermittlung des erzielbaren Betrags für alle ZGEs getroffen:
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Bestimmung des erzielbaren Betrags | Nutzungswert | Nutzungswert | ||
| Detailplanungsjahre | 4 Jahre | 4 Jahre | ||
| Wachstumsrate ewige Rente | 2,00 % | 2,00 % | ||
| Marktrisikoprämie | 8,05 % | 7,31 % | ||
| Risikofreier Zinssatz | -0,05 % | 0,69 % |
Bei sämtlichen ZGEs basiert die Marktseite in der Regel auf Projekten zur Errichtung eines Maut- oder Verkehrsmanagement-Systems. In Verbindung damit kann oftmals langfristiges Betriebsgeschäft generiert werden. Zusätzlich können im Rahmen von solchen langfristigen Verträgen auch Systemerweiterungen (zum Beispiel durch zusätzliche Strecken oder durch zusätzliche Anwendungen) und/oder weitere laufende Komponentenlieferungen für Kunden erbracht werden. Diese Charakteristik des Projektgeschäfts ist im marktseitigen Planungsprozess der einzelnen ZGEs reflektiert.
Der Konzern plant in einem eigenen Tool sorgfältig jedes Kundenprojekt je Leistungsverpflichtung. Bei Projekten, in denen die Systeme bereits errichtet wurden, es aber noch mittel- oder langfristiges Betriebsgeschäft gibt (und damit verbunden mehrjährige Erfahrungswerte mit den Kunden), können die weiteren Verläufe, aber auch die Potenziale für Zusatzgeschäft meist sehr zuverlässig über die Restlaufzeit geplant werden. Für neue Errichtungsprojekte sind die Unsicherheiten bezüglich technischer Realisierung, Zeitplan und Quantitäten größer. Je näher jedoch der Vergabezeitpunkt solcher Errichtungsprojekte liegt, desto genauer können die diesbezüglichen Planungen erstellt werden. Besonders treffsicher können Errichtungsprojekte geplant werden, für die der Konzern bereits als Lieferant ausgewählt wurde oder die sich sogar schon in der Umsetzungsphase befinden. Projekte, bei denen Gewinn oder Durchführung zum Budgetierungszeitpunkt unwahrscheinlich sind, werden nicht für das Budget und die Mittelfristplanung herangezogen. Unsicherheiten, Verschiebungen und Abweichungen können im Projektgeschäft nie ausgeschlossen werden, allerdings werden diese Risiken durch professionelles Projektmanagement und -controlling bestmöglich minimiert. Zudem ist in den Planungen auch der Verkauf von Komponenten enthalten, der nicht mit Errichtungsprojekten in Verbindung steht. Auch dieser lässt sich aufgrund jahrelanger Erfahrungswerte in der Regel gut abschätzen.
In der ZGE Tolling-Americas gibt es eine Vielzahl von Projekten und Nachfrage nach Mautsystemen, vorwiegend in den USA, aber auch in den lateinamerikanischen Ländern, die nach ihrer Wahrscheinlichkeit beurteilt werden und entsprechend in die Planung einfließen. Auch in der ZGE TM-Americas wird eine starke Nachfrage nach Verkehrsmanagement-Projekten (insbesondere nach Verkehrssicherheits- und -überwachungs-Systemen) erwartet, die entsprechend in die Planung aufgenommen wurde.
Der Fokus in der Region EMEA liegt auf Europa, wenngleich weiterhin ausgewählte Projekte in Afrika und dem Mittleren Osten in diesen ZGEs enthalten sind. In der ZGE Tolling-EMEA gibt es weiterhin eine starke Nachfrage nach Mautsystemen, nicht zuletzt aufgrund der Budgetknappheit vieler öffentlicher Haushalte. In die Planung werden bereits gewonnene, vorbereitete oder mögliche Errichtungs- und Betriebsprojekte sowie deren Erweiterungen gemäß ihrer Wahrscheinlichkeit inkludiert. In der ZGE TM-EMEA geht das Management von einer steigenden Nachfrage nach Verkehrsmanagement-Systemen, insbesondere nach Verkehrstelematik-Lösungen in städtischen Bereichen, aus. Dies wurde in der Planung dieser ZGE entsprechend berücksichtigt.
Die Planung der ZGE Tolling-APAC basiert auf den zu implementierenden Errichtungs- und laufenden Betriebsprojekten und deren Erweiterungen sowie der Tatsache, dass in dieser Region Ausschreibungen in Vorbereitung oder bereits angelaufen sind. Verkehrstelematik-Lösungen sind in der ZGE TM-APAC wie auch in den anderen Regionen ein wesentlicher Bestandteil der Planung. Es werden unterschiedliche Projekte im Bereich Verkehrssicherheits- und -überwachungs-Systeme erwartet.
Die Lieferung von Komponenten ist bei allen Tolling-ZGEs ein mitunter wesentlicher Teil der Planung.
Im Zusammenhang mit den Kampfhandlungen in der Ukraine und deren potenziellen Auswirkungen auf das Geschäft der Gruppe in den umliegenden Ländern Russland und Belarus (hier werden überwiegend Projekte im Bereich der ZGE Tolling-EMEA abgewickelt) ist festzuhalten, dass im Rahmen von pauschalen, auf Gesamtgruppenbetrachtung basierenden Abschlägen auch Unsicherheiten und Risiken in diesen Ländern in der Planung berücksichtigt worden sind. Im Hinblick auf die Projekte in Russland und Belarus wurden vier mögliche Risiko- und Eskalationsstufen evaluiert und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten abgeschätzt. Das aus heutiger Sicht wahrscheinlichste Szenario ist im Rahmen von Abschlägen in die Planung eingeflossen.
14.2.2 Peer Group.
Die für die Werthaltigkeitsüberprüfung herangezogene Peer Group umfasst neben Kapsch TrafficCom AG elf weitere Unternehmen, wobei für die Ermittlung der Parameter im Geschäftsjahr 2021/22 letztlich nur sieben Unternehmen relevant waren (2020/21: neun Unternehmen). Die Zusammensetzung der Peer Group hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Das Debt/Equity Ratio der Peer Group lag im Geschäftsjahr 2021/22 bei 30,8 % (2020/21: 20,1 %), der unlevered Betafaktor bei 0,7 (2020/21: 0,6).
14.2.3 Ergebnisse des Werthaltigkeitstests.
| Tolling- | TM- | |||||||||||
| 2021/22 | Americas | EMEA | APAC | Americas | EMEA | APAC | ||||||
|
Der ZGE zugeordneter Buchwert des Firmenwerts |
11.771 | 0 | 7.371 | 3.364 | 0 | 230 | ||||||
|
Der ZGE zugeordneter Buchwert immaterieller Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (exkl. Firmenwert) |
0 | 158 | 0 | 0 | 36 | 0 | ||||||
| Nutzungswert (Value in Use) der ZGE | 173.079 | 61.007 | 56.350 | 61.261 | 49.478 | 86.333 | ||||||
| Buchwert der ZGE | 67.277 | 45.794 | 10.474 | 23.881 | 38.080 | 283 | ||||||
| Diskontierungszinssatz | 7,2 % | 8,9 % | 6,6 % | 8,2 % | 8,0 % | 6,6 % | ||||||
| Diskontierungszinssatz vor Steuern | 9,6 % | 11,7 % | 9,5 % | 11,2 % | 10,1 % | 8,5 % | ||||||
| Break-even-Diskontierungszinssatz vor Steuern | 21,9 % | 15,3 % | 155,9 % | 28,9 % | 17,0 % | 189,7 % | ||||||
| Tolling- | TM- | |||||||||||
| 2020/21 | Americas | EMEA | APAC | Americas | EMEA | APAC | ||||||
|
Der ZGE zugeordneter Buchwert des Firmenwerts |
11.783 | 0 | 7.378 | 3.364 | 0 | 230 | ||||||
|
Der ZGE zugeordneter Buchwert immaterieller Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (exkl. Firmenwert) |
0 | 361 | 0 | 0 | 114 | 0 | ||||||
| Nutzungswert (Value in Use) der ZGE | 225.565 | 143.018 | 155.262 | 84.807 | 49.186 | 34.182 | ||||||
| Buchwert der ZGE | 79.922 | 63.262 | 9.750 | 18.075 | 34.267 | 660 | ||||||
| Diskontierungszinssatz | 6,0 % | 7,8 % | 5,4 % | 6,6 % | 6,6 % | 5,4 % | ||||||
| Diskontierungszinssatz vor Steuern | 8,1 % | 10,4 % | 6,8 % | 9,2 % | 8,8 % | 7,1 % | ||||||
| Break-even-Diskontierungszinssatz vor Steuern | 21,7 % | 20,8 % | 114,0 % | 34,0 % | 14,2 % | 505,5 % | ||||||
14.2.4 Sensitivitätsanalyse mit Auswirkung auf den Nutzungswert (Value in Use).
| 2021/22 | Erhöhung der Annahme | Tolling- | TM- | |||||||||||
| Americas | EMEA | APAC | Americas | EMEA | APAC | |||||||||
| Diskontierungszinssatz | + 10 % | -20.005 | -6.230 | -5.271 | -6.541 | -2.603 | -12.018 | |||||||
| Umsatzwachstum | + 10 % | 4.153 | 2.441 | 1.952 | 2.000 | 328 | 12.371 | |||||||
| EBITDA-Marge | + 10 % | 3.155 | 2.297 | 1.527 | 1.289 | 690 | 904 | |||||||
| Wachstumsrate ewige Rente | + 0,5 PP | 15.488 | 3.901 | 4.517 | 4.267 | 1.742 | 10.540 | |||||||
| Verringerung der Annahme | Tolling- | TM- | ||||||||||||
| Americas | EMEA | APAC | Americas | EMEA | APAC | |||||||||
| Diskontierungszinssatz | - 10 % | 26.383 | 8.079 | 7.005 | 8.521 | 3.357 | 16.077 | |||||||
| Umsatzwachstum | - 10 % | -4.107 | -2.409 | -1.919 | -1.976 | -327 | -11.382 | |||||||
| EBITDA-Marge | - 10 % | -3.155 | -2.297 | -1.527 | -1.289 | -748 | -904 | |||||||
| Wachstumsrate ewige Rente | - 0,5 PP | -12.782 | -3.374 | -3.634 | -3.629 | -1.475 | -8.479 | |||||||
| 2020/21 | Erhöhung der Annahme | Tolling- | TM- | |||||||||||
| Americas | EMEA | APAC | Americas | EMEA | APAC | |||||||||
| Diskontierungszinssatz | + 10 % | -19.753 | -14.175 | -14.153 | -8.325 | -3.171 | -3.100 | |||||||
| Umsatzwachstum | + 10 % | 724 | 639 | 803 | 696 | 153 | 619 | |||||||
| EBITDA-Marge | + 10 % | 4.589 | 5.576 | 2.599 | 1.972 | 1.453 | 517 | |||||||
| Wachstumsrate ewige Rente | + 0,5 PP | -297 | -313 | -30 | -76 | -155 | -4 | |||||||
| Verringerung der Annahme | Tolling- | TM- | ||||||||||||
| Americas | EMEA | APAC | Americas | EMEA | APAC | |||||||||
| Diskontierungszinssatz | - 10 % | 24.090 | 17.385 | 17.299 | 10.185 | 3.868 | 3.786 | |||||||
| Umsatzwachstum | - 10 % | -715 | -634 | -798 | -682 | -152 | -573 | |||||||
| EBITDA-Marge | - 10 % | -4.589 | -5.576 | -2.599 | -1.972 | -1.453 | -517 | |||||||
| Wachstumsrate ewige Rente | - 0,5 PP | 297 | 313 | 30 | 76 | 155 | 4 |
14.3 Aktivierte Entwicklungskosten.
Die Entwicklungskosten betreffen Aufwendungen, die gemäß IAS 38 aktiviert und ab Verfügbarkeit zur kommerziellen Nutzung über 3 bis 15 Jahre abgeschrieben werden.
Weitere Forschungs- und Entwicklungskosten des Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2021/22 auf TEUR 83.527 (2020/21: TEUR 106.624). Im Geschäftsjahr 2021/22 waren davon TEUR 46.146 (2020/21: TEUR 60.769) kundenspezifische Entwicklungskosten, die an die Kunden weiterverrechnet wurden. Der restliche Betrag von TEUR 37.381 (2020/21: TEUR 45.855) wurde als Aufwand erfasst.
15 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen.
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Buchwert zum 31. März des Vorjahres | 32.635 | 29.751 | ||
| Zugang | 1.515 | 593 | ||
| Umwandlung von Fremdkapital in Eigenkapital | 0 | 667 | ||
| Anteiliges Periodenergebnis das Kerngeschäft betreffend | -4.100 | -2.073 | ||
| Anpassungen aus Zwischengewinneliminierung | 33 | 50 | ||
| Anteiliges Periodenergebnis aus Finanzinvestitionen | -361 | -1.190 | ||
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 29 | 34 | ||
| Buchwert zum 31. März des Geschäftsjahres | 29.751 | 27.832 | ||
| davon Anteile an assoziierten Unternehmen | 9.067 | 8.544 | ||
| davon Anteile an Gemeinschaftsunternehmen | 20.684 | 19.288 |
Der Zugang betraf eine weitere Kapitalisierung der Gesellschaft Copiloto Colombia S.A.S., Kolumbien. Im Vorjahr resultierten Zugänge in Höhe von TEUR 1.515 aus der Erhöhung des Anteils an Traffic Technology Services, Inc., USA. Die Umwandlung von Fremdkapital in Eigenkapital und die Erhöhung des Anteils an Traffic Technology Services, Inc., USA, führten im Geschäftsjahr 2021/22 zu einer Erhöhung von TEUR 667.
Assoziierte Unternehmen.
Traffic Technology Services, Inc., USA, wird als assoziiertes Unternehmen erfasst.
Traffic Technology Services, Inc., USA.
Zum Stichtag 31. März 2022 hielt Kapsch TrafficCom 42,44 % (31. März 2021: 42,19 %). Das Unternehmen wird nach der Equity-Methode bilanziert und der Buchwert des Anteils zum 31. März 2022 betrug TEUR 8.544 (31. März 2021: TEUR 9.067). Das anteilige Ergebnis aus diesem assoziierten Unternehmen betrug 2021/22 TEUR -1.190 (2020/21: TEUR -361) und wird im Ergebnis vor Steuern nach dem Finanzergebnis ausgewiesen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft.
| 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||
| Langfristige Vermögenswerte | 10.291 | 6.288 | ||
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.568 | 1.781 | ||
| Langfristige Schulden | -633 | -1.532 | ||
| Kurzfristige Schulden | -1.426 | -1.166 | ||
| Nettovermögen | 9.800 | 5.370 | ||
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Umsatz | 2.154 | 2.398 | ||
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | -1.671 | -2.796 | ||
| Sonstiges Ergebnis | 0 | -9 | ||
| Gesamtergebnis | -1.671 | -2.804 |
Gemeinschaftsunternehmen.
Die Gemeinschaftsunternehmen umfassen autoTicket GmbH, Deutschland, Copiloto Colombia S.A.S., Kolumbien, und das Konsortium MyConsorzio, Italien. Auch diese Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert.
autoTicket GmbH, Deutschland.
Per 13. August 2018 wurde gemeinsam mit CTS EVENTIM AG & Co. KGaA die Gesellschaft autoTicket GmbH, Deutschland, (autoTicket) als Mantelgesellschaft übernommen. Kapsch TrafficCom hält 50 % der Anteile und bilanziert die Gesellschaft als Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode. Da die Aktivitäten und die Strategie von autoTicket zum Kerngeschäft von Kapsch TrafficCom gehören, werden die anteiligen Ergebnisse (2021/22: TEUR -1.785 und 2020/21: TEUR -3.832) im Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit ausgewiesen (Position „Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen“). Der Buchwert zum 31. März 2022 betrug TEUR 18.427 (31. März 2021: TEUR 20.213).
Weitere Informationen sind in Erläuterung 29 enthalten.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft.
| 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||
| Langfristige Vermögenswerte | 55.195 | 56.625 | ||
| Kurzfristige Vermögenswerte | 746 | 188 | ||
| Langfristige Schulden | -14.546 | -18.293 | ||
| Kurzfristige Schulden | -973 | -1.667 | ||
| Nettovermögen | 40.422 | 36.852 | ||
| Liquide Mittel | 725 | 181 | ||
| Finanzverbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) | -14.400 | -18.604 | ||
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Umsatz | 32 | 304 | ||
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | -7.665 | -3.570 | ||
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | ||
| Gesamtergebnis | -7.665 | -3.570 |
| Überleitung | 31. März 2021 | 31. März 2022 | ||
| Nettovermögen zu Beginn des Geschäftsjahres | 48.087 | 40.422 | ||
| Erhöhung Nominalkapital und Kapitalrücklage | 0 | 0 | ||
| Gesamtergebnis | -7.665 | -3.570 | ||
| Nettovermögen zum 31. März des Geschäftsjahres | 40.422 | 36.852 | ||
| Anteil von Kapsch TrafficCom (50 %) | 20.213 | 18.427 | ||
| Buchwert zum 31. März des Geschäftsjahres | 20.213 | 18.427 |
Copiloto Colombia S.A.S., Kolumbien.
Im Geschäftsjahr 2019/20 wurde mit einem Partner zu gleichen Teilen (50 %) die Gesellschaft Copiloto Colombia S.A.S., Kolumbien, gegründet. Die anteiligen Ergebnisse beliefen sich im Geschäftsjahr 2021/22 auf TEUR -288 (2020/21: TEUR -235). Da die Aktivitäten und Strategien von Copiloto zum Kerngeschäft von Kapsch TrafficCom zählen, werden die anteiligen Ergebnisse im Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit ausgewiesen. Der Buchwert zum 31. März 2022 betrug TEUR 735 (31. März 2021: TEUR 345).
Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft.
| 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||
| Langfristige Vermögenswerte | 530 | 638 | ||
| Kurzfristige Vermögenswerte | 609 | 1.185 | ||
| Langfristige Schulden | -71 | 0 | ||
| Kurzfristige Schulden | -46 | -122 | ||
| Nettovermögen | 1.023 | 1.702 | ||
| Liquide Mittel | 557 | 578 | ||
| Finanzverbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) | 0 | 0 | ||
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Umsatz | -35 | 48 | ||
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | -536 | -576 | ||
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | ||
| Gesamtergebnis | -536 | -576 |
| Überleitung | 31. März 2021 | 31. März 2022 | ||
| Nettovermögen zu Beginn des Geschäftsjahres | 1.501 | 1.023 | ||
| Einzahlung Nominalkapital | 0 | 1.186 | ||
| Gesamtergebnis | -536 | -576 | ||
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 58 | 69 | ||
| Nettovermögen zum 31. März des Geschäftsjahres | 1.023 | 1.702 | ||
| Anteil von Kapsch TrafficCom (50 %) | 511 | 851 | ||
| Anpassungen aus Zwischengewinneliminierung | -166 | -116 | ||
| Buchwert zum 31. März des Geschäftsjahres | 345 | 735 |
Konsortien.
tolltickets GmbH, Deutschland, hält 50 % der Anteile am Konsortium MyConsorzio, das gemeinschaftlich mit einem Partner geführt wird. Die Konsortialmitglieder sind grundsätzlich von der Haftung ausgeschlossen. Die Bilanzierung erfolgt nach der Equity-Methode. Anteilige Ergebnisse aus diesem Gemeinschaftsunternehmen (2021/22: TEUR 0 und 2020/21: TEUR 0) werden im Ergebnis vor Steuern nach dem Finanzergebnis ausgewiesen.
Der Buchwert der Anteile an MyConsorzio betrug zum 31. März 2022 TEUR 1 (31. März 2021: TEUR 1). Die Finanzinformationen der Gesellschaft zum Bilanzstichtag sind nicht wesentlich. Das Nettovermögen zum 31. Dezember 2020 betrug TEUR 2 (31. Dezember 2019: TEUR 0). Die Umsätze betrugen im Geschäftsjahr 2020 TEUR 4.146 (2019: TEUR 3.666) und das Ergebnis nach Steuern erreichte TEUR 2 (2019: TEUR 1).
Gemeinschaftliche Tätigkeiten.
Kapsch TrafficCom hatte im Geschäftsjahr 2021/22 mehrere gemeinschaftliche Vereinbarungen, hauptsächlich für Projekte im Bereich der Errichtung und Wartung. Diese sind als gemeinschaftliche Tätigkeiten klassifiziert. Auch das Unternehmen MoKA SAS, Frankreich, ist als gemeinschaftliche Tätigkeit in den Konzern einbezogen. Im Geschäftsjahr 2021/22 ist keine dieser gemeinschaftlichen Tätigkeiten einzeln für die Gruppe wesentlich. Anteilige Umsätze in Höhe von TEUR 4.282 (2020/21: TEUR 10.171) und anteilige Ergebnisse in Höhe von TEUR 1.332 (2020/21: TEUR 1.474) sind in die jeweiligen Positionen im Konzernabschluss einbezogen.
16 Finanzinstrumente.
| Finanzinstrumente nach Kategorie zum Buchwert | 31. März 2021 | 31. März 2022 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige und langfristige Vermögenswerte | 135.075 | 135.550 | ||
| Fortgeführte Anschaffungskosten | 107.056 | 98.023 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (lang- und kurzfristig) | 107.056 | 98.023 | ||
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 0 | 1.545 | ||
| Derivative Finanzinstrumente (Fair Value Level 2) | 0 | 1.545 | ||
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1) 2) | 28.020 | 35.982 | ||
|
Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen (lang- und kurzfristig) zu fortgeführten Anschaffungskosten |
111.160 | 87.490 | ||
|
Sonstige finanzielle Vermögenswerte und Beteiligungen (lang- und kurzfristig) |
13.204 | 16.564 | ||
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 3.769 | 3.807 | ||
| Wertpapiere (Fair Value Level 1) | 3.674 | 3.700 | ||
| Kurzfristige Wertpapiere (Fair Value Level 1) | 55 | 0 | ||
| Beteiligungen (Fair Value Level 3) | 40 | 107 | ||
| Fortgeführte Anschaffungskosten | 9.435 | 12.757 | ||
| Sonstige finanzielle Forderungen und Ausleihungen (langfristig) | 8.566 | 11.177 | ||
| Sonstige finanzielle Forderungen und Ausleihungen (kurzfristig) | 869 | 1.580 | ||
| Liquide Mittel zu fortgeführten Anschaffungskosten | 102.010 | 59.751 | ||
|
Finanzverbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) zu fortgeführten Anschaffungskosten |
223.257 | 180.065 | ||
| Schuldscheindarlehen (Fair Value Level 2) | 74.347 | 31.479 | ||
| Projektfinanzierung (Fair Value Level 2) | 45.715 | 33.226 | ||
| Betriebsmittelkredite (Fair Value Level 2) | 85.215 | 99.626 | ||
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten (Fair Value Level 2) | 17.980 | 15.734 | ||
|
Leasingverbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) zu fortgeführten Anschaffungskosten |
49.277 | 39.544 | ||
| Leasingverbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) 3) | 49.277 | 39.544 | ||
|
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zu fortgeführten Anschaffungskosten |
59.404 | 71.476 | ||
| Sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen (lang- und kurzfristig) | 51.973 | 46.543 | ||
| Fortgeführte Anschaffungskosten | 220 | 425 | ||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 220 | 425 | ||
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 478 | 74 | ||
| Derivative Finanzinstrumente (Fair Value Level 2) | 478 | 74 | ||
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1) | 51.275 | 46.044 |
1) Nicht finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten dienen nur zur Abstimmung mit der jeweiligen Bilanzposition.
2) Sonstige Forderungen enthalten auch Leasingforderungen, die im Vorjahr separat in der Bilanz gezeigt wurden.
3) Leasingverbindlichkeiten sind finanzielle Schulden, die jedoch nicht den Angabepflichten gemäß IFRS 7 unterliegen.
Veränderungen und beizulegender Zeitwert.
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden keine Umgliederungen zwischen den Hierarchiestufen vorgenommen.
Wertpapiere zum 31. März 2022 betrafen, wie im Vorjahr, Staatsanleihen, Bankschuldverschreibungen sowie Anteile an Investmentfonds. Kapsch TrafficCom nutzte die Option, ein Schuldinstrument, das nach IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bilanzieren wäre, mit dem beizulegenden Zeitwert anzusetzen.
Die Buchwerte der folgenden Positionen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, stellen entsprechend IFRS 7.29 einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar: „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte“, „Vertragsvermögenswerte aus Kundenverträgen“, „Sonstige kurzfristige finanzielle Forderungen und Ausleihungen“, „Liquide Mittel“, „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“ sowie „Sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen“. Diese Positionen sind Level 3 zugeordnet.
Der beizulegende Zeitwert der lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten betrug für das Schuldscheindarlehen TEUR 31.478 (31. März 2021: TEUR 75.174), für die Projektfinanzierung TEUR 33.236 (31. März 2021: TEUR 46.351), für die lang- und kurzfristigen Betriebsmittelkredite TEUR 99.229 (31. März 2021: TEUR 86.471) und für die sonstigen Finanzverbindlichkeiten TEUR 15.692 (31. März 2021: TEUR 18.103). Der beizulegende Zeitwert der sonstigen langfristigen finanziellen Forderungen und Ausleihungen betrug TEUR 10.381 (31. März 2021: TEUR 8.089) und der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten TEUR 420 (31. März 2021: TEUR 217).
Fair-Value-Hierarchie und Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts.
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind einem der drei nachfolgenden Fair-Value-Level zuzuordnen:
- Level 1: Für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bestehen notierte Preise auf aktiven Märkten. Im Konzern wurden börsennotierte Eigenkapitalinstrumente der Level-1-Kategorie zugeordnet.
- Level 2: Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die nicht auf aktiven Märkten gehandelt werden, wird anhand eines Bewertungsverfahrens, abgeleitet von direkt oder indirekt beobachtbaren Marktdaten, ermittelt. In diese Kategorie fallen Wertpapiere, die nicht regelmäßig gehandelt werden, derivative Finanzinstrumente und finanzielle Schulden. Spezifische Bewertungsverfahren werden wie folgt angewendet:
- Quotierte Marktpreise werden für Wertpapiere herangezogen.
- Der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps wird anhand beobachtbarer Renditekurven als Barwert der geschätzten künftigen Zahlungsströme berechnet.
- Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wird mit dem Termin-Wechselkurs zum Bilanzstichtag bewertet, wobei der sich ergebende Wert auf den Barwert abgezinst wird.
- Der beizulegende Zeitwert der in Level 2 eingeordneten Finanzverbindlichkeiten wurde durch Diskontierung der Bruttocashflows über die vertragliche Laufzeit mit einem risikoadäquaten am Markt beobachtbaren Zinssatz ermittelt.
- Level 3: Hier werden Finanzinstrumente eingeordnet, deren Bewertungsinformationen nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. Variable Kaufpreiskomponenten (Earn-out) fallen zum Beispiel in diese Kategorie. Sie basieren auf vereinbarten Konditionen und den Erwartungen hinsichtlich der künftigen Umsatz-/Ergebnisentwicklung der betreffenden Tochtergesellschaften. Langfristige Kaufpreiskomponenten werden mit einem risikoadäquaten Zinssatz abgezinst.
Gesamtergebnisrechnung.
Finanzinstrumente wurden in der Gesamtergebnisrechnung mit folgenden Nettoergebnissen erfasst:
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bilanzierte Kredite und Forderungen | -3.199 | 1.474 | ||
| Zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Verbindlichkeiten | -6.557 | -5.701 | ||
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 309 | -106 | ||
| Gesamt | -9.447 | -4.333 |
Derivative Finanzinstrumente.
Derivative Finanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind im operativen Ergebnis bzw. Finanzergebnis ausgewiesen.
Die einführende Tabelle in dieser Erläuterung zeigt die Buchwerte. Die operativen Erträge bzw. Verluste aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts derivativer Finanzinstrumente betrugen TEUR 1.937 bzw. TEUR 0 (2020/21: TEUR 0 bzw. TEUR -209). Die Gewinne und Verluste, die im Finanzergebnis enthalten sind, sind in Erläuterung 10 dargestellt.
Zum 31. März 2022 sind Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten in Höhe von TEUR 1.545 (31. März 2021: TEUR 0) in „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte“ sowie Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten in Höhe von TEUR 74 (31. März 2021: TEUR 478) in „Sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen“ enthalten welche zur Gänze im nächsten Jahr zahlungswirksam werden.
Zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos können derivative Finanzinstrumente als Hedges designiert werden, wobei es sich dabei meist um Devisenterminkontrakte mit unterschiedlichen Laufzeiten und in verschiedenen Währungen handelt. Zum 31. März 2022 gab es, wie im Vorjahr, keine offenen Cashflow Hedges.
17 Sonstige langfristige Vermögenswerte.
| 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||
| Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3.289 | 3.289 | ||
| Langfristige Leasingforderungen | 847 | 503 | ||
| Sonstige langfristige Forderungen | 304 | 309 | ||
| Gesamt | 4.439 | 4.101 |
Die langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen Forderungen aus dem Projekt „Automatische Kontrolle der Maut“ in Deutschland, die kurzfristig nicht bezahlt werden (siehe Erläuterung 29).
Für Details zu den langfristigen Leasingforderungen siehe Erläuterung 25.
Die sonstigen langfristigen Forderungen beinhalten Mietgarantien für Gebäude der spanischen Gesellschaften. Die Restlaufzeit beträgt, wie im Vorjahr, mehr als ein Jahr, aber weniger als fünf Jahre ab dem Bilanzstichtag. Die Brutto-cashflows der sonstigen langfristigen Vermögenswerte mit Laufzeiten von bis zu zwei Jahren betrugen TEUR 3.361 (31. März 2021: TEUR 20), mit Laufzeiten zwischen zwei und drei Jahren TEUR 251 (31. März 2021: TEUR 3.592) und mit Laufzeiten von über drei Jahren TEUR 3 (31. März 2021: TEUR 3).
18 Latente Steueransprüche/-schulden.
|
31. März 2021 angepasst |
31. März 2022 | |||
| Latente Steuerforderungen, die nach mehr als 12 Monaten realisiert werden | 54.154 | 57.613 | ||
| Latente Steuerforderungen, die innerhalb von 12 Monaten realisiert werden | 7.838 | 2.610 | ||
| Latente Steuerforderungen | 61.992 | 60.223 | ||
| Latente Steuerverbindlichkeiten, die nach mehr als 12 Monaten realisiert werden | 222 | 2.853 | ||
| Latente Steuerverbindlichkeiten, die innerhalb von 12 Monaten realisiert werden | 793 | 6 | ||
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 1.016 | 2.859 | ||
| Latente Steuerforderungen (+) / Steuerverbindlichkeiten (-) netto | 60.977 | 57.364 |
Latente Steueransprüche aufgrund steuerlicher Verlustvorträge und sonstiger in Zukunft abzugsfähiger temporärer Differenzen werden nur bis zum Ausmaß ihrer möglichen Realisierung bilanziert. Im vorliegenden Konzernabschluss wurden steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 284.488 (31. März 2021: TEUR 214.813) aufgrund der unsicheren Verwertungsmöglichkeit durch künftige steuerpflichtige Erträge nicht angesetzt. Die nicht angesetzten Verlustvorträge betreffen ausländische Tochtergesellschaften, vor allem in Spanien, in den USA und Sambia. Sie verfallen zum überwiegenden Teil nicht oder nicht vor dem Jahr 2030. Alle anderen latenten Steueransprüche wurden als zukünftig steuerlich abzugsfähige Posten in den entsprechenden Konzerngesellschaften bilanziert.
Sensitivitätsanalysen deuten darauf hin, dass das die latenten Steueransprüche bei einer Änderung der Ergebnisse vor Steuern um +/-10 % von den bisher angenommenen Schätzungen um rund TEUR +2.400 bzw. TEUR -3.653 abweichen würde.
Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden, unter Berücksichtigung der Fristigkeiten, saldiert, wenn ein entsprechender einklagbarer Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn sich die latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben werden.
Die latenten Steueransprüche/-schulden sind den folgenden Posten zuordenbar:
|
31. März 2021 angepasst |
Aufwand/Ertrag im Periodenergebnis erfasst |
Im sonstigen Ergebnis erfasst |
Währungs- umrechnungs- differenzen |
Umgliederung und Saldierung |
31. März 2022 |
|||||||
| Steuerliche Verlustvorträge | 42.517 | -1.628 | 0 | 721 | -300 | 41.310 | ||||||
|
Steuerlich nicht anerkannte Rückstellungen |
4.024 | -1.653 | -74 | 13 | 0 | 2.311 | ||||||
|
Steuerlich nicht anerkannte Abschreibungen |
3.662 | -631 | 0 | 0 | 0 | 3.030 | ||||||
| Sonstige (aktive Abgrenzungen) | 11.789 | -1.130 | -681 | 36 | 3.558 | 13.571 | ||||||
| Latente Steueransprüche | 61.992 | -5.042 | -756 | 771 | 3.258 | 60.222 | ||||||
|
Sonderabschreibungen im Anlagevermögen |
40 | -127 | 0 | 0 | 117 | 30 | ||||||
|
Gewinne aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert |
8.595 | -337 | 0 | 0 | -7.287 | 971 | ||||||
| Sonstige (passive Abgrenzungen) | -7.619 | -969 | 0 | 20 | 10.428 | 1.858 | ||||||
| Latente Steuerschulden | 1.016 | -1.434 | 0 | 20 | 3.258 | 2.859 | ||||||
| Saldierte Werte | 60.976 | -3.608 | -756 | 751 | 0 | 57.363 |
| 31. März 2020 | Abgang aus Verkauf von Unternehmen |
Aufwand/ Ertrag im Perioden- ergebnis erfasst |
Im sonstigen Ergebnis erfasst |
Währungs- umrechnungs- differenzen |
Umgliederung und Saldierung |
31. März 2021 angepasst |
||||||||
| Steuerliche Verlustvorträge | 12.527 | -385 | 25.275 | 0 | -561 | 5.661 | 42.517 | |||||||
|
Steuerlich nicht anerkannte Rückstellungen |
4.097 | 0 | 93 | -126 | -38 | 0 | 4.024 | |||||||
|
Steuerlich nicht anerkannte Abschreibungen |
219 | 0 | 3.442 | 0 | 0 | 0 | 3.662 | |||||||
|
Sonstige (aktive Abgrenzungen) |
9.446 | 0 | 1.649 | 812 | -109 | -9 | 11.789 | |||||||
| Latente Steueransprüche | 26.289 | -385 | 30.459 | 686 | -708 | 5.652 | 61.992 | |||||||
|
Sonderabschreibungen im Anlagevermögen |
50 | 0 | -134 | 0 | 0 | 124 | 40 | |||||||
|
Gewinne aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert |
9.105 | 0 | -503 | 0 | -7 | 0 | 8.595 | |||||||
|
Sonstige (passive Abgrenzungen) |
-7.449 | -1 | -37 | 0 | 0 | -133 | -7.619 | |||||||
| Latente Steuerschulden | 1.706 | -1 | -673 | 0 | -7 | -9 | 1.016 | |||||||
| Saldierte Werte | 24.583 | -384 | 31.132 | 686 | -701 | 5.661 | 60.976 |
19 Vorräte.
| 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||
| Bezogene Teile und Handelswaren, zu Anschaffungskosten | 17.997 | 13.848 | ||
| Unfertige Erzeugnisse und noch nicht abrechenbare Leistungen, zu Herstellungskosten | 2.680 | 2.801 | ||
| Fertigerzeugnisse, zu Herstellungskosten | 19.449 | 18.363 | ||
| Anzahlungen auf Vorräte | 1.607 | 544 | ||
| Gesamt | 41.733 | 35.556 |
Die Vorräte gingen speziell in den USA und Mexiko zurück und stiegen in Chile. Bei einzelnen Posten der Vorräte wurden Wertminderungen auf den Nettoveräußerungswert vorgenommen. Der Bestand der Wertminderungen betrug zum 31. März 2022 TEUR 22.721 (31. März 2021: TEUR 28.348) und sank aufgrund des Rückgangs der Vorräte. In der Berichtsperiode wurden daher TEUR +53 erfolgswirksam in der Gesamtergebnisrechnung erfasst (2020/21: TEUR -5.337). Wären die getroffenen Annahmen für die Wertminderungen der Vorräte um 10 % höher oder niedriger gewesen, wäre der Effekt TEUR -3.555 bzw. TEUR +3.556 (31. März 2021: TEUR -3.834 bzw. TEUR +3.705) gewesen.
20 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte.
| 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 110.001 | 100.394 | ||
| Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -6.537 | -5.968 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – netto | 103.463 | 94.425 | ||
| Forderungen gegenüber dem Finanzamt (ausgenommen Ertragsteuern) | 13.037 | 17.173 | ||
| Kurzfristige Leasingforderungen | 595 | 525 | ||
| Übrige Forderungen und Abgrenzungen | 13.542 | 19.327 | ||
|
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte. |
130.636 | 131.449 |
Für Details zu den kurzfristigen Leasingforderungen siehe Erläuterung 25.
Die Entwicklung der Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Stand am 31. März des Vorjahres | -7.899 | -6.537 | ||
| Zuführung zu Einzelwertberichtigungen | -2.703 | -56 | ||
| Verbrauch von Einzelwertberichtigungen | 263 | 20 | ||
| Auflösung von Einzelwertberichtigungen | 3.553 | 326 | ||
| Erwartete Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gemäß IFRS 9 | 418 | 399 | ||
| Währungsumrechnungsdifferenzen | -170 | -120 | ||
| Stand am 31. März des Geschäftsjahres | -6.537 | -5.968 | ||
|
davon erwartete Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gemäß IFRS 9 |
-1.966 | -1.567 |
Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Noch nicht fällig | 67.131 | 52.507 | ||
| Überfällig | ||||
| 1-30 Tage | 24.408 | 9.257 | ||
| 31-60 Tage | 778 | 7.115 | ||
| 61-90 Tage | 1.185 | 2.426 | ||
| 91-180 Tage | 4.456 | 22.423 | ||
| 181-270 Tage | 2.886 | 790 | ||
| über 270 Tage | 9.156 | 5.877 | ||
| Gesamt | 110.001 | 100.394 |
Von den Gesamtforderungen sind 61,5 % noch nicht fällig oder innerhalb von 30 Tagen überfällig (Vorjahr: 83,2 %). Der Anstieg der 91–180 Tage überfälligen Forderungen betrifft vor allem Kunden in den USA. Es besteht keine Konzentration des Kreditrisikos, da der Konzern im Allgemeinen eine große Zahl an Kunden weltweit hat.
21 Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten.
Die Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten aus Kundenverträgen setzen sich wie folgt zusammen:
| 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||
| Kurzfristige Vertragsvermögenswerte | 107.579 | 85.335 | ||
| Wertberichtigung zu kurzfristigen Vertragsvermögenswerten | -1.607 | -1.548 | ||
| Summe kurzfristige Vertragsvermögenswerte | 105.972 | 83.787 | ||
| Langfristige Vertragsvermögenswerte | 5.214 | 3.703 | ||
| Wertberichtigung zu langfristigen Vertragsvermögenswerten | -26 | 0 | ||
| Summe langfristige Vertragsvermögenswerte | 5.188 | 3.703 | ||
| Summe Vertragsvermögenswerte | 111.160 | 87.490 | ||
| Kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten | 39.145 | 35.678 | ||
| Langfristige Vertragsverbindlichkeiten | 9.413 | 1.207 | ||
| Summe Vertragsverbindlichkeiten | 48.558 | 36.884 |
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden Margenanpassungen in Höhe von TEUR 29.897 gebucht, die auch zu Rückgängen bei den Vertragsvermögenswerten führten (2020/21: TEUR 78.906). Die Anpassungen betrafen großteils Projekte in den USA.
Wertberichtigungen zu Vertragsvermögenswerten betrugen zum 31. März 2022 TEUR 1.548 (31. März 2021: TEUR 1.633) und betrafen neben erwarteten Wertberichtigungen nach IFRS 9 vor allem Wertberichtigungen im Zusammenhang mit einem Projekt in den USA. In der Gesamtergebnisrechnung 2021/22 wurde ein Ertrag in Höhe von TEUR 85 (2020/21: TEUR 1.118) berücksichtigt.
Von den Vertragsverbindlichkeiten zum 31. März 2021 in Höhe von TEUR 48.558 wurden TEUR 12.860 im Geschäftsjahr 2021/22 als Umsatzerlöse erfasst (2020/21: TEUR 12.777).
Die zukünftigen Umsatzerlöse aus nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen betrugen zum Bilanzstichtag:
| 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||
| Zukünftige Umsatzerlöse | 1.342.146 | 1.274.615 | ||
| Bis zu 1 Jahr | 435.185 | 403.106 | ||
| Zwischen 1 und 2 Jahren | 232.212 | 213.759 | ||
| Zwischen 2 und 3 Jahren | 154.212 | 129.408 | ||
| Zwischen 3 und 4 Jahren | 114.234 | 105.648 | ||
| Zwischen 4 und 5 Jahren | 80.406 | 77.885 | ||
| Über 5 Jahre | 325.897 | 344.809 |
Sensitivitätsanalysen deuten darauf hin, dass das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit (EBIT) bei einer Änderung der Margen um +/-10 % von den bisher angenommenen Schätzungen um rund TEUR +4.603 bzw. TEUR -4.195 (Vorjahr: TEUR +7.198 bzw. TEUR -6.409) abweichen würde.
22 Liquide Mittel.
| 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||
| Kassa | 86 | 35 | ||
| Guthaben bei Kreditinstituten | 101.924 | 59.716 | ||
| Gesamt | 102.010 | 59.751 |
Die Buchwerte dieses Postens stellen auch den Finanzmittelbestand der Geldflussrechnung zum Ende der Berichtsperiode dar.
23 Eigenkapital.
Grundkapital.
Das eingetragene Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 13.000.000. Das Grundkapital wurde vollständig eingezahlt und verteilt sich auf 13.000.000 Stückaktien. Jede Aktie berechtigt zu einer Stimme. Es bestehen keine Deckelungen oder Beschränkungen betreffend die Ausübung von Stimmrechten oder die Übertragung von Aktien.
Genehmigtes Kapital.
In der ordentlichen Hauptversammlung 2021 wurde die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals von bis zu 10 % des Grundkapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre beschlossen. Der Vorstand ist bis 28. September 2026 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in einer oder mehreren Tranchen um bis zu 10 % zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen festzusetzen. Das Bezugsrecht der Aktionäre auf die aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen neuen Aktien ist ausgeschlossen. Bei der Gesellschaft besteht derzeit kein bedingtes Kapital, das den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne (neuerliche) Befassung der Hauptversammlung zur Ausgabe von Aktien ermächtigt.
Ermächtigung zum Aktienrückkauf.
Eine Ermächtigung zum Aktienrückkauf der Hauptversammlung vom 10. September 2019 lief am 10. März 2022 aus.
Zum 31. März 2022 hielt Kapsch TrafficCom, wie im Vorjahr, keine eigenen Aktien, keine Anteile, die für Optionen zurückgehalten werden, und keine Wandlungsrechte.
Kapitalrücklage.
In der Kapitalrücklage wird jener Teil der Rücklagen ausgewiesen, der nicht aus dem Periodenergebnis früherer Berichtsperioden gebildet worden ist.
Sonstige Rücklagen.
Die sonstigen Rücklagen beinhalten Effekte aus der Veränderung der Beteiligungsquote an Tochterunternehmen sowie Rücklagen aus dem sonstigen Konzernergebnis, wie die Rücklage für Differenzen aus der Währungsumrechnung, Umbewertungen von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses nach Abzug latenter Steuern sowie die Veränderung der Cashflow-Hedge-Rücklage nach Abzug latenter Steuern.
Konzernbilanzgewinn/-verlust.
Der Konzernbilanzgewinn/-verlust enthält die akkumulierten, den Anteilseignern zuzurechnenden, Periodenergebnisse abzüglich getätigter Ausschüttungen.
Dividendenausschüttung.
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde, wie im Vorjahr, von Kapsch TrafficCom AG keine Dividende ausgeschüttet. An nicht beherrschende Anteile wurden im Geschäftsjahr 2021/22 Dividenden in Höhe von TEUR 334 ausgeschüttet.
Nicht beherrschende Anteile.
Diese umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.
Erwerb von Anteilen an Tochterunternehmen.
Die Effekte aus dem Erwerb von Anteilen an Tochterunternehmen resultierten im Geschäftsjahr 2020/21 aus dem Kauf der restlichen 35 % an tolltickets GmbH, Deutschland.
Effekte aus dem Verkauf von Anteilen an Tochterunternehmen.
Die Effekte aus dem Verkauf von Anteilen an Tochterunternehmen resultierten im Geschäftsjahr 2020/21 aus dem Verkauf von FLUIDTIME Data Services GmbH, Wien.
Umgliederung Umbewertungen von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses.
Diese Effekte betreffen die Umgliederung der Umbewertungen von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses von Kapsch TrafficCom S.r.l. a socio unico, Italien, aufgrund des Verkaufs der Gesellschaft.
24 Kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten.
| 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 120.895 | 136.051 | ||
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 102.362 | 44.013 | ||
| Gesamt | 223.257 | 180.065 |
Die Bewegungen stellen sich wie folgt dar:
| 31. März 2021 |
Um- gliederung |
Aufnahme |
Rück- zahlung |
Währungs-
umrechnungs- differenzen und Zinsabgrenzungen |
31. März 2022 | |||||||
| Schuldscheindarlehen | 31.468 | 0 | 0 | 0 | 11 | 31.479 | ||||||
| Kredite für Akquisitionen | 7.140 | -3.572 | 0 | 0 | 0 | 3.568 | ||||||
| Kredite zur Projektfinanzierung | 25.000 | -12.500 | 0 | 0 | 0 | 12.500 | ||||||
| Betriebsmittelkredite | 57.287 | 10.723 | 18.944 | 0 | 1.551 | 88.505 | ||||||
|
Langfristige Finanzverbindlichkeiten |
120.895 | -5.349 | 18.944 | 0 | 1.562 | 136.051 | ||||||
| Schuldscheindarlehen | 42.879 | 0 | 0 | -42.549 | -330 | 0 | ||||||
| Kredite für Akquisitionen | 3.572 | 3.572 | 0 | -3.572 | 0 | 3.572 | ||||||
| Kredite zur Projektfinanzierung | 20.715 | 12.500 | 0 | -12.528 | 38 | 20.726 | ||||||
| Betriebsmittelkredite | 27.928 | -10.723 | 1.160 | -6.695 | 242 | 11.911 | ||||||
| Sonstige kurzfristige Kredite | 7.268 | 0 | 4.195 | -4.587 | 929 | 7.805 | ||||||
|
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten |
102.362 | 5.349 | 5.354 | -69.931 | 879 | 44.013 | ||||||
| Gesamt | 223.257 | 0 | 24.298 | -69.931 | 2.441 | 180.065 |
| 31. März 2020 |
Um- gliederung |
Aufnahme |
Rück- zahlung |
Währungs-
umrechnungs- differenzen und Zinsabgrenzungen |
31. März 2021 | |||||||
| Schuldscheindarlehen | 75.160 | -42.879 | 0 | 0 | -813 | 31.468 | ||||||
| Kredite für Akquisitionen | 10.712 | -3.572 | 0 | 0 | 0 | 7.140 | ||||||
| Kredite zur Projektfinanzierung | 37.500 | -12.500 | 0 | 0 | 0 | 25.000 | ||||||
| Betriebsmittelkredite | 61.859 | -4.528 | 121 | 0 | -166 | 57.287 | ||||||
|
Langfristige Finanzverbindlichkeiten |
185.231 | -63.479 | 121 | 0 | -978 | 120.895 | ||||||
| Schuldscheindarlehen | 0 | 42.879 | 0 | 0 | 0 | 42.879 | ||||||
| Kredite für Akquisitionen | 3.572 | 3.572 | 0 | -3.572 | 0 | 3.572 | ||||||
| Kredite zur Projektfinanzierung | 13.336 | 12.500 | 7.500 | -12.922 | 302 | 20.715 | ||||||
| Betriebsmittelkredite | 25.267 | 4.528 | 807 | -973 | -1.702 | 27.928 | ||||||
| Sonstige kurzfristige Kredite | 8.527 | 0 | 10.482 | -12.830 | 1.088 | 7.268 | ||||||
|
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten |
50.702 | 63.479 | 18.790 | -30.296 | -311 | 102.362 | ||||||
| Gesamt | 235.933 | 0 | 18.911 | -30.296 | -1.290 | 223.257 |
Aufnahmen und Rückzahlungen sind zahlungswirksam. Die ersten drei Tranchen des Schuldscheindarlehens mit fünfjähriger Laufzeit wurden im Juni 2021 planmäßig getilgt. Die zwei restlichen Tranchen, Fristigkeiten und Zinssätze des im Juni 2016 begebenen Schuldscheindarlehens sind wie folgt:
| Tranche | Zinssatz |
Zinsfestsetzung und Zinszahlung |
Rückzahlung | |||
| EUR 23,0 Mio. | 6M EURIBOR + 150 Bp | halbjährlich | 16. Juni 2023 | |||
| EUR 8,5 Mio. | 2,26 % | jährlich | 16. Juni 2026 |
Die Bruttocashflows (inklusive Zinsen) der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
| 2021/22 |
Schuldschein-
darlehen |
Kredite für Akquisitionen |
Kredite zur Projekt-
finanzierung |
Betriebs-
mittelkredite |
Sonstige Kredite | Gesamt | ||||||
|
Im 1. Halbjahr des nächsten Geschäftsjahres |
326 | 1.831 | 6.501 | 6.777 | 6.015 | 21.449 | ||||||
|
Im 2. Halbjahr des nächsten Geschäftsjahres |
326 | 1.828 | 14.661 | 7.858 | 1.964 | 26.637 | ||||||
| Gesamt bis zu 1 Jahr | 652 | 3.659 | 21.162 | 14.635 | 7.979 | 48.086 | ||||||
| Zwischen 1 und 2 Jahren | 23.412 | 3.590 | 12.589 | 53.765 | 358 | 93.715 | ||||||
| Zwischen 2 und 3 Jahren | 192 | 0 | 0 | 10.613 | 22 | 10.827 | ||||||
| Zwischen 3 und 4 Jahren | 192 | 0 | 0 | 10.312 | 380 | 10.883 | ||||||
| Zwischen 4 und 5 Jahren | 8.584 | 0 | 0 | 10.147 | 0 | 18.732 | ||||||
| Über 5 Jahre | 0 | 0 | 0 | 5.275 | 0 | 5.275 | ||||||
| Gesamt | 33.032 | 7.249 | 33.751 | 104.747 | 8.739 | 187.518 |
| 2020/21 | Schuldscheindarlehen | Kredite für Akquisitionen |
Kredite zur Projekt-
finanzierung |
Betriebs-
mittelkredite |
Sonstige Kredite | Gesamt | ||||||
|
Im 1. Halbjahr des nächsten Geschäftsjahres |
43.219 | 1.861 | 6.812 | 3.246 | 2.500 | 57.638 | ||||||
|
Im 2. Halbjahr des nächsten Geschäftsjahres |
268 | 1.848 | 14.625 | 26.302 | 4.975 | 48.019 | ||||||
| Gesamt bis zu 1 Jahr | 43.487 | 3.710 | 21.437 | 29.548 | 7.475 | 105.657 | ||||||
| Zwischen 1 und 2 Jahren | 537 | 3.651 | 12.875 | 12.564 | 0 | 29.626 | ||||||
| Zwischen 2 und 3 Jahren | 23.364 | 3.594 | 12.625 | 10.697 | 0 | 50.280 | ||||||
| Zwischen 3 und 4 Jahren | 192 | 0 | 0 | 10.450 | 0 | 10.642 | ||||||
| Zwischen 4 und 5 Jahren | 192 | 0 | 0 | 10.739 | 0 | 10.930 | ||||||
| Über 5 Jahre | 8.596 | 0 | 0 | 15.103 | 0 | 23.698 | ||||||
| Gesamt | 76.368 | 10.954 | 46.937 | 89.100 | 7.475 | 230.834 |
Die Verzinsung der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Fix verzinst | 122.098 | 78.739 | ||
| Variabel verzinst | 101.159 | 101.326 | ||
| Gesamte Finanzverbindlichkeiten | 223.257 | 180.065 | ||
| Durchschnittliche Zinssätze: | ||||
| Schuldscheindarlehen | 1,20 - 2,26 % | 2,00 - 2,26 % | ||
| Kredite für Akquisitionen | 1,47 % | 1,26 % | ||
| Kredite für Projektfinanzierung | 1,50 - 6,00 % | 1,00 - 6,00 % | ||
| Betriebsmittelkredite 1) | 1,30 - 11,35 % | 1,29 - 13,08 % | ||
| Sonstige Kredite 1) | 0,50 - 9,00 % | 0,41 - 13,08 % |
1) Die höheren Zinssätze betreffen Finanzverbindlichkeiten in Ländern außerhalb Europas, meist mit hoher Inflation.
Für einen Exportförderungskredit und Kredite für Akquisitionen sowie für einen Betriebsmittelkredit wurden Wechsel in Höhe von TEUR 56.465 (31. März 2021: TEUR 42.137) ausgestellt.
25 Leasingverbindlichkeiten.
| 31. März 2021 | 31. März 2022 | |||
| Langfristige Leasingverbindlichkeiten | 35.693 | 27.604 | ||
| Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten | 13.585 | 11.940 | ||
| Gesamt | 49.277 | 39.544 |
Die Bewegungen der Nutzungsrechte und Klassifizierungen sind in Erläuterung 13 zu Sachanlagen enthalten. Der Konzern tritt nur in unwesentlichem Umfang als Leasinggeber auf. Weiters hat der Konzern Untermietverträge abgeschlossen und weist Forderungen aus diesen Leasingverträgen statt Nutzungsrechte aus Leasingverträgen aus. Die langfristigen Forderungen aus Leasingverträgen zum 31. März 2022 betrugen TEUR 503 (31. März 2021: TEUR 847) und die kurzfristigen Forderungen aus Leasingverträgen TEUR 524 (31. März 2021: TEUR 595).
Die Cashflows der Leasingverbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Im 1. Halbjahr des nächsten Geschäftsjahres | 7.091 | 6.258 | ||
| Im 2. Halbjahr des nächsten Geschäftsjahres | 6.494 | 5.682 | ||
| Gesamt bis zu 1 Jahr | 13.585 | 11.940 | ||
| Zwischen 1 und 2 Jahren | 11.256 | 9.789 | ||
| Zwischen 2 und 3 Jahren | 9.043 | 5.786 | ||
| Zwischen 3 und 4 Jahren | 5.171 | 3.282 | ||
| Zwischen 4 und 5 Jahren | 2.823 | 3.013 | ||
| Über 5 Jahre | 7.400 | 5.734 | ||
| Gesamt | 49.277 | 39.544 |
Der gewichtete durchschnittliche Grenzkapitalzinssatz für die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten zum 31. März 2022 betrug 2,68 % (31. März 2021: 2,12 %). Bei einem um 0,5 Basispunkte höheren Zinssatz wären die Leasingverbindlichkeiten um TEUR 438 niedriger gewesen (31. März 2021: TEUR -596); bei einem um 0,5 Basispunkte niedrigeren Zinssatz wäre der Effekt auf die Leasingverbindlichkeiten TEUR +443 (31. März 2021: TEUR +611).
Die Auszahlungen für Leasing (ohne Zinsen) im Geschäftsjahr 2021/22 betrugen TEUR 15.106 (2020/21: TEUR 14.047). Zinsaufwendungen für Leasing betrugen TEUR 1.063 (2020/21: TEUR 1.395) (siehe Erläuterung 10), davon waren TEUR 44 (2020/21: TEUR 9) abgegrenzt.
Der Konzern nimmt folgende Ausnahmeregelungen in Bezug auf Leasingverhältnisse in Anspruch: Bei Leasingverhältnissen, deren Vertragslaufzeit zwölf Monate oder weniger beträgt sowie bei Leasingverhältnissen, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, erfolgt kein Bilanzansatz. Stattdessen werden die Leasingzahlungen weiterhin als Aufwand erfasst. Die Aufgliederung dieser Aufwendungen stellt sich wie folgt dar:
| 2020/21 | 2021/22 | |||||||
| Mieten und Gebäudeaufwand |
IT- Aufwand |
Kfz- Aufwand |
Mieten und Gebäudeaufwand |
IT- Aufwand |
Kfz- Aufwand |
|||
|
Aufwand betreffend geringwertige Vermögenswerte |
252 | 10.476 | 227 | 22 | 6.941 | 90 | ||
|
Aufwand betreffend kurzfristige Leasingverträge |
1.068 | 46 | 232 | 947 | 505 | 998 | ||
|
Variable Leasingzahlungen und Serviceleistungen |
3.142 | 2.374 | 2.520 | 2.283 | 4.378 | 2.645 | ||
| Gesamt | 4.462 | 12.895 | 2.979 | 3.253 | 11.823 | 3.733 | ||
26 Langfristige Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer.
|
31. März 2021 angepasst |
31. März 2022 | |||
| Anwartschaften auf Abfertigung | 11.647 | 9.419 | ||
| Ansprüche für Altersvorsorge | 13.778 | 12.962 | ||
| Ansprüche auf Jubiläumsgelder | 1.916 | 1.817 | ||
| Gesamt | 27.341 | 24.198 |
Die Ansprüche auf Jubiläumsgelder werden nunmehr in den Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses ausgewiesen und auch das Vorjahr wurde aus den sonstigen Rückstellungen umgegliedert.
Parameter.
Für die Bewertung der Anwartschaften auf Abfertigung wurde ein Zinssatz von 0,85–0,95 % (2020/21: 0,15–0,35 %), in Mexiko von 7,64 % (Vorjahr: 5,80 %) herangezogen. Für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen für den Euroraum wurde ein Zinssatz von 0,95 % (2020/21: 0,40 %) angesetzt, für Kanada ein Zinssatz von 3,47 % (2020/21: 2,90 %) sowie für die Bezugssteigerungen ein Prozentsatz von 2,50–5,00 % (2020/21: 2,50–4,50 %). Für die Bewertung der Ansprüche auf Jubiläumsgelder wurde ein Zinssatz von 0,85–1,00 % (2020/21: 0,25–0,40 %) und 7,64 % in Mexiko (Vorjahr: 5,80 %) sowie für Gehaltssteigerungen ein Wert von 2,50–4,50 % (2020/21: 2,50–4,50 %) berücksichtigt. Weiters wurden der Berechnung das frühestmögliche gesetzliche Pensionseintrittsalter inklusive Übergangsregelungen sowie die Sterbetafeln AVÖ 2018-P ANG (2020/21: AVÖ 2018-P ANG) von Pagler & Pagler für Österreich sowie die 2014 Canadian Pension Mortality Private Tables für Kanada zugrunde gelegt. Pensionserhöhungen wurden, wie im Vorjahr, mit durchschnittlich 2,00 %–3,00 % angesetzt.
Anwartschaften auf Abfertigung.
Diese Position umfasst im Wesentlichen gesetzliche und vertragliche Ansprüche von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Österreich oder deren Angehörigen auf einmalige Abfertigungszahlungen. Diese können insbesondere aufgrund von Arbeitgeberkündigung, einvernehmlicher Lösung des Dienstverhältnisses sowie Pensionierung oder Tod des Arbeitnehmers entstehen. Im Fall von Abfertigungsverpflichtungen trägt der Konzern das Risiko der Inflation aufgrund von Gehaltsanpassungen, die gleichzeitig zu höheren Abfertigungsverpflichtungen führen. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach dem 31. Dezember 2002 bei Kapsch TrafficCom in Österreich eingetreten sind, wird monatlich in eine externe Mitarbeitervorsorgekasse eingezahlt, sodass seitens des Konzerns in der Regel keine Abfertigungsverpflichtungen entstehen. Auch in anderen Ländern gibt es ähnliche Abfertigungsverpflichtungen, beispielsweise in Mexiko.
Folgende Beträge sind in der Bilanz sowie in der Gesamtergebnisrechnung für Abfertigungen ausgewiesen:
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Stand am 31. März des Vorjahres | 13.446 | 11.647 | ||
| Abgang aus der Veräußerung von Unternehmen | 0 | -312 | ||
| Umbewertungen (versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) | -733 | -216 | ||
| Laufender Dienstzeitaufwand | 447 | 233 | ||
| Zinsaufwand | 46 | 69 | ||
| Zahlungen | -1.557 | -2.058 | ||
| Währungsumrechnungsdifferenzen | -3 | 56 | ||
| Stand am 31. März des Geschäftsjahres | 11.647 | 9.419 | ||
| Gesamtaufwand, in den Personalkosten enthalten (Erläuterung 6) | 447 | 233 | ||
| Gesamtaufwand, im Finanzergebnis enthalten (Erläuterung 10) | 46 | 69 |
Die Umbewertungen von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses gliedern sich wie folgt auf:
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Umbewertungen aufgrund der Änderung demografischer Annahmen | -132 | 0 | ||
| Umbewertungen aufgrund der Änderung finanzieller Annahmen | 34 | -377 | ||
| Umbewertungen aufgrund sonstiger Änderungen (experience adjustments) | -634 | 161 | ||
| Gesamt | -733 | -216 |
Die erwartete Dotierung für Anwartschaften auf Abfertigung für das Geschäftsjahr 2022/23 beträgt TEUR 235, die gewichtete durchschnittliche Laufzeit (Duration) 7,5 Jahre.
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Abfertigungsverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Einflussfaktoren dargestellt, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität ist es jedoch eher wahrscheinlich, dass sich mehrere dieser Einflussgrößen verändern werden.
| Sensitivitäten |
Änderung der Annahme |
Verringerung der Annahme |
Anstieg der Annahme |
|||
| Auswirkung von Veränderung des Abzinsungssatzes | ||||||
| Anwartschaftsbarwert (DBO) | ± 50 PP | -317 | 298 | |||
| erwarteter jährlicher Zinsaufwand (IC) | ± 50 PP | 39 | -36 | |||
| erwarteter jährlicher Dienstzeitaufwand (CSC) | ± 50 PP | -4 | 4 | |||
| Auswirkung von Veränderung der Bezugssteigerungen | ||||||
| Anwartschaftsbarwert (DBO) | ± 50 PP | 275 | -289 | |||
| erwarteter jährlicher Zinsaufwand (IC) | ± 50 PP | 3 | -3 | |||
| erwarteter jährlicher Dienstzeitaufwand (CSC) | ± 50 PP | 4 | -5 | |||
| Auswirkung von Veränderung der Fluktuation | ||||||
| Anwartschaftsbarwert (DBO) | ± 5 % | -12 | 12 | |||
| erwarteter jährlicher Zinsaufwand (IC) | ± 5 % | -0 | 0 | |||
| erwarteter jährlicher Dienstzeitaufwand (CSC) | ± 5 % | -0 | 0 |
Ansprüche für Altersvorsorge.
Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Verpflichtungen für Altersvorsorge betreffen hauptsächlich Pensionistinnen und Pensionisten. Alle Pensionsvereinbarungen basieren auf den Letztbezügen, sind als monatliche Rentenzahlung zu gewähren und sind nicht durch externes Planvermögen (Fonds) gedeckt. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns werden darüber hinaus Beiträge an eine externe Pensionskasse geleistet (siehe Erläuterung 6). Im Fall von Pensionsverpflichtungen trägt der Konzern das Risiko der Langlebigkeit und der Inflation aufgrund von Rentenanpassungen.
Folgende Beträge sind in der Bilanz sowie in der Gesamtergebnisrechnung für Altersvorsorge ausgewiesen:
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Stand am 31. März des Vorjahres | 14.165 | 13.778 | ||
|
Umbewertungen von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses |
236 | -192 | ||
| Laufender Dienstzeitaufwand | 7 | 4 | ||
| Zinsaufwand | 115 | 116 | ||
| Zahlungen | -879 | -893 | ||
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 134 | 150 | ||
| Stand am 31. März des Geschäftsjahres | 13.778 | 12.962 | ||
| Gesamt, in den Personalkosten enthalten (Erläuterung 6) | 7 | 4 | ||
| Gesamt, im Finanzergebnis enthalten (Erläuterung 10) | 115 | 116 |
Die Umbewertungen von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses gliedern sich wie folgt auf:
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Umbewertungen aufgrund der Änderung demografischer Annahmen | 0 | 0 | ||
| Umbewertungen aufgrund der Änderung finanzieller Annahmen | -17 | -646 | ||
| Umbewertungen aufgrund sonstiger Änderungen | 252 | 453 | ||
| Gesamt | 236 | -192 |
Die erwartete Dotierung für Ansprüche für Altersvorsorge für das Geschäftsjahr 2022/23 beträgt TEUR 100, die gewichtete durchschnittliche Laufzeit (Duration) beträgt 11,0 Jahre.
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Pensionsverpflichtungen wurden die Auswirkungen von Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Einflussfaktoren dargestellt, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität ist es jedoch eher wahrscheinlich, dass sich mehrere dieser Einflussgrößen verändern werden.
| Sensitivitäten |
Änderung der Annahme |
Verringerung der Annahme |
Anstieg der Annahme |
|||
| Auswirkung von Veränderung des Abzinsungssatzes | ||||||
| Anwartschaftsbarwert (DBO) | ± 50 PP | -581 | 520 | |||
| erwarteter jährlicher Zinsaufwand (IC) | ± 50 PP | 51 | -46 | |||
| erwarteter jährlicher Dienstzeitaufwand (CSC) | ± 50 PP | 8 | -7 | |||
| Auswirkung von Veränderung der Pensionssteigerungen | ||||||
| Anwartschaftsbarwert (DBO) | ± 50 PP | 0 | 0 | |||
| erwarteter jährlicher Zinsaufwand (IC) | ± 50 PP | 0 | 0 | |||
| erwarteter jährlicher Dienstzeitaufwand (CSC) | ± 50 PP | 0 | 0 |
Ansprüche auf Jubiläumsgelder.
Die Rückstellung für Jubiläumsgeldverpflichtungen betrifft langfristige Ansprüche von Dienstnehmern aufgrund kollektivvertraglicher Bestimmungen. Sie wurde im Vorjahr unter den sonstigen Rückstellungen gezeigt.
Folgende Beträge sind in der Bilanz sowie in der Gesamtergebnisrechnung für Jubiläumsgelder ausgewiesen:
| 2020/21 | 2021/22 | |||
| Stand am 31. März des Vorjahres | 2.195 | 1.916 | ||
| Umbewertungen von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer | -194 | -85 | ||
| Laufender Dienstzeitaufwand | 128 | 98 | ||
| Zinsaufwand | 8 | 17 | ||
| Zahlungen | -232 | -146 | ||
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 12 | 16 | ||
| Stand am 31. März des Geschäftsjahres | 1.916 | 1.817 | ||
| Gesamt, in den Personalkosten enthalten (Erläuterung 6) | -66 | 13 | ||
| Gesamt, im Finanzergebnis enthalten (Erläuterung 10) | 8 | 17 |
Die erwartete Dotierung für Ansprüche auf Jubiläumsgelder für das Geschäftsjahr 2022/23 beträgt TEUR 119, die gewichtete durchschnittliche Laufzeit (Duration) beträgt 8,7 Jahre.
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Jubiläumsgelder wurden die Auswirkungen von Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Einflussfaktoren dargestellt, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität ist es jedoch eher wahrscheinlich, dass sich mehrere dieser Einflussgrößen verändern werden.
| Sensitivitäten |
Änderung der Annahme |
Verringerung der Annahme |
Anstieg der Annahme |
|||
| Auswirkung von Veränderung des Abzinsungssatzes | ||||||
| Anwartschaftsbarwert (DBO) | ± 50 PP | -69 | 64 | |||
| erwarteter jährlicher Zinsaufwand (IC) | ± 50 PP | 7 | -7 | |||
| erwarteter jährlicher Dienstzeitaufwand (CSC) | ± 50 PP | -5 | 4 | |||
| Auswirkung von Veränderung der Bezugssteigerungen | ||||||
| Anwartschaftsbarwert (DBO) | ± 50 PP | 50 | -53 | |||
| erwarteter jährlicher Zinsaufwand (IC) | ± 50 PP | 0 | -1 | |||
| erwarteter jährlicher Dienstzeitaufwand (CSC) | ± 50 PP | 4 | -4 | |||
| Auswirkung von Veränderung der Fluktuation | ||||||
| Anwartschaftsbarwert (DBO) | ± 5 % | -26 | 25 | |||
| erwarteter jährlicher Zinsaufwand (IC) | ± 5 % | 0 | 0 | |||
| erwarteter jährlicher Dienstzeitaufwand (CSC) | ± 5 % | -3 | 2 |
Analyse der erwarteten Fälligkeit der undiskontierten Ansprüche.
| 2022/23 | 2023/24 | 2024/25 | 2025/26 | 2026/27 | Über 5 Jahre | Gesamt | ||||||||
| Anwartschaften auf Abfertigung | 928 | 464 | 789 | 580 | 856 | 6.407 | 10.024 | |||||||
| Ansprüche für Altersvorsorge | 917 | 909 | 900 | 888 | 874 | 10.646 | 15.135 | |||||||
| Ansprüche auf Jubiläumsgelder | 131 | 150 | 140 | 125 | 158 | 2.397 | 3.100 |
27 Rückstellungen.
|
31. März 2021 angepasst |
31. März 2022 | |||
| Langfristige Rückstellungen | 3.349 | 1.685 | ||
| Kurzfristige Rückstellungen | 42.472 | 28.630 | ||
| Gesamt | 45.820 | 30.315 |
Die Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:
|
31. März 2021
angepasst |
Zugang aus Aufzinsung |
Zuführung | Verwendung | Auflösung | Umgliederung |
Währungs- umrechnungs- differenzen |
31. März 2022 | |||||||||
| Garantien und Produkthaftungen | 1.177 | 0 | 0 | 0 | 0 | -665 | 0 | 512 | ||||||||
|
Projektrückstellungen (ausgenommen Drohverluste) |
194 | 0 | 0 | 0 | 0 | -119 | 0 | 75 | ||||||||
| Restrukturierungsrückstellung | 556 | -534 | 0 | 22 | ||||||||||||
|
Sonstige langfristige Rückstellungen |
1.422 | 34 | 21 | -39 | -549 | 0 | 186 | 1.076 | ||||||||
| Langfristige Rückstellungen, gesamt | 3.349 | 34 | 21 | -39 | -549 | -1.317 | 186 | 1.685 | ||||||||
| Garantien und Produkthaftungen | 1.011 | 0 | 250 | 0 | -198 | 665 | 44 | 1.772 | ||||||||
| Drohverlustrückstellung | 19.611 | 0 | 9.702 | -9.176 | -3 | 0 | 842 | 20.976 | ||||||||
|
Projektrückstellungen (ausgenommen Drohverluste) |
7.685 | 0 | 353 | -25 | -3.722 | 119 | 47 | 4.457 | ||||||||
|
Rechts- und Prozesskosten, Vertragsrisiken |
9.650 | 0 | 246 | -8.503 | -1.180 | 0 | 91 | 305 | ||||||||
| Restrukturierungsrückstellung | 3.361 | 0 | 0 | -3.336 | -401 | 534 | -3 | 155 | ||||||||
|
Sonstige kurzfristige Rückstellungen |
1.153 | 0 | 546 | -151 |