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Inhaltsverzeichnis.

KONZERNBERICHT.1

KONZERNLAGEBERICHT.11

1 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage.11

2 Voraussichtliche Entwicklung und Risiken.24

3 Sonstige Angaben.33

4 Konsolidierte Nichtfinanzielle Erklärung.34

KONZERNABSCHLUSS.146

Hauptabschlussbestandteile.146

Erläuterungen zum Konzernabschluss.150

ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER.227

BESTÄTIGUNGSVERMERK.228

ZUSICHERUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN PRÜFERS.235

JAHRESBERICHT DER KAPSCH TRAFFICCOM AG.JA 1

LAGEBERICHT.JA 3

1 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage.JA 3

2 Voraussichtliche Entwicklung und Risiken.JA 10

3 Sonstige Angaben.JA 18

JAHRESABSCHLUSS.JA 19

Hauptabschlussbestandteile.JA 19

Erläuterungen zum Jahresabschluss.JA 22

ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER.JA 34

BESTÄTIGUNGSVERMERK.JA 35

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Inhaltsverzeichnis.

Ausgewählte Kennzahlen. 2

Kapsch TrafficCom 2024/25. 3

Brief des Vorstandsvorsitzenden. 5

Über uns.7

Key Investment Highlights.8

Unsere Aktie. 9

KONZERNLAGEBERICHT. 11

1 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage. 11

1.1 Geschäftsverlauf. 11

1.2 Finanzielle Leistungsindikatoren. 17

1.3 Forschung und Entwicklung. 23

2 Voraussichtliche Entwicklung und Risiken. 24

2.1 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025/26. 24

2.2 Risikobericht. 25

2.3 Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. 31

3 Sonstige Angaben. 33

3.1 Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Vereinbarungen. 33

3.2 Corporate-Governance-Bericht. 33

4 Konsolidierte Nichtfinanzielle Erklärung. 34

4.1 Allgemeine Informationen (ESRS 2). 35

4.2 Umweltinformationen. 70

4.3 Sozialinformationen. 108

4.4 Governance-Informationen. 137

KONZERNABSCHLUSS.146

Hauptabschlussbestandteile.146

Konsolidierte Gesamtergebnisrechnung.146

Konsolidierte Bilanz.147

Konsolidierte Eigenkapitalveränderungsrechnung.148

Konsolidierte Kapitalflussrechnung.149

Erläuterungen zum Konzernabschluss. 150

Erklärung der gesetzlichen Vertreter. 227

Bestätigungsvermerk. 228

ZUSICHERUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN PRÜFERS.235

Glossar. 239

Finanzkalender, Kontakt für Investoren.240

Ausgewählte Kennzahlen.

2024/25, 2023/24 und 2022/23: bezieht sich auf das jeweilige Geschäftsjahr (1. April bis 31. März)

PP: Prozentpunkte

Wenn nicht anders angegeben, alle Werte in EUR Mio.

Ertragskennzahlen 2022/23 2023/24 2024/25 +/-
Umsatz 553,4 538,8 530,3 -1,6 %
Anteil Segment Maut 72,9 % 70,2 % 74,1 % 3,9 PP
Anteil Segment Verkehrsmanagement 27,1 % 29,8 % 25,9 % -3,9 PP
EBITDA 1) 27,1 88,5 29,0 -67,2 %
EBITDA-Marge 4,9 % 16,4 % 5,5 % -11,0 PP
EBIT 5,2 70,3 12,6 -82,1 %
EBIT-Marge 0,9 % 13,0 % 2,4 % -10,7 PP
Ergebnis vor Steuern -9,9 36,9 -4,3
Periodenergebnis -24,2 22,3 -3,1
Periodenergebnis, den Anteilseignern zurechenbar -24,8 23,2 -6,9
Ergebnis je Aktie in EUR -1,91 1,72 -0,48
Geschäftssegmente 2022/23 2023/24 2024/25 +/-
Maut
Umsatz 403,4 378,3 393,0 3,9 %
EBIT -9,3 54,3 12,0 -77,9 %
EBIT-Marge -2,3 % 14,4 % 3,1 % -11,3 PP
Verkehrsmanagement
Umsatz 150,0 160,5 137,3 -14,5 %
EBIT 14,6 15,9 0,5 -96,7 %
EBIT-Marge 9,7 % 9,9 % 0,4 % -9,5 PP
Umsatzanteile der Regionen 2022/23 2023/24 2024/25 +/-
EMEA 49,3 % 51,7 % 48,5 % -3,2 PP
Americas 45,0 % 43,1 % 47,0 % 3,9 PP
APAC 5,7 % 5,2 % 4,5 % -0,7 PP
Bilanzkennzahlen 31. März 2023 31. März 2024 31. März 2025 +/-
Bilanzsumme 480,1 443,7 454,4 2,4 %
Eigenkapital 2) 51,3 83,4 91,0 9,1 %
Eigenkapitalquote 2) 10,7 % 18,8 % 20,0 % 1,2 PP
Nettoverschuldung 3) 186,3 106,0 101,5 -4,3 %
Verschuldungsgrad 4) 363,1 % 127,1 % 111,5 % -15,6 PP
Nettoumlaufvermögen 5) 79,4 78,5 72,0 -8,3 %
Geldflussrechnung 2022/23 2023/24 2024/25 +/-
Nettoinvestitionen 6) 3,3 4,9 7,6 56,0 %
Free Cashflow 7) 2,5 105,7 21,2 -79,9 %
Weitere Informationen 2022/23 2023/24 2024/25 +/-
Mitarbeiter*innen, zum Stichtag 4.039 4.054 3.041 -25,0 %
On-Board Units, in Mio. Stück 9,23 8,50 7,91 -6,9 %

1) Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit vor Abschreibungen und Wertminderungen

2) Inklusive nicht beherrschender Anteile

3) Liquide Mittel + sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte - Finanzverbindlichkeiten - Leasingverbindlichkeiten

4) Nettoverschuldung / Eigenkapital

5) Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte + kurzfristige Vertragsvermögenswerte + kurzfristige Steuerforderungen – Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten – kurzfristige Steuerverbindlichkeiten – kurzfristige Rückstellungen – kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen

6) Investitionen zum Ankauf und Zahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten

7) Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit + Cashflow aus Investitionstätigkeit; Wert für Geschäftsjahr 2022/23 angepasst

Kapsch TrafficCom 2024/25.

Kapsch TrafficCom ist ein weltweit anerkannter Anbieter von Verkehrslösungen für nachhaltige Mobilität. Innovative Lösungen in den Anwendungsbereichen Maut und Verkehrsmanagement tragen zu einer gesünderen Welt ohne Staus bei.

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Headlines 2024/25.

Geschäftsentwicklung zeigt eine leichte Verbesserung.

Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit (EBIT) erreichte EUR 13 Mio.

Finanzkennzahlen zeigen gefestigtes Fundament für die Zukunft.

Strategie-Review abgeschlossen und Nachhaltigkeitsmanagement weiterentwickelt.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025/26.

Brief des Vorstandsvorsitzenden.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

im vergangenen Geschäftsjahr 2024/25 konnten wir in der Kapsch TrafficCom Group das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft festigen: Alles in allem verzeichneten wir erneut eine leichte Verbesserung. Wir haben bedeutende Projekte umgesetzt, neu gewonnen wie auch erfolgreich abgeschlossen.

Geschäftsjahr 2024/25: Leichte Verbesserung und Fundament für die Zukunft gefestigt.

Die Maßnahmen der letzten Jahre zur Verbesserung der Performance zeigen sich unter anderem darin, dass die Margen unserer Kundenprojekte in den USA deutlich besser waren als noch im Vorjahr.

Meilensteine.

Nachdem das Vorjahr ergebnisseitig von dem Abschluss des Schiedsverfahrens bezüglich des gekündigten Mautvertrages in Deutschland geprägt war – nicht zuletzt war dies mit EUR 79 Mio. im EBIT sichtbar –, hatten wir im Berichtszeitraum den Entkonsolidierungseffekt aus dem Verkauf der südafrikanischen Gesellschaft TMT im ersten Quartal, der das EBIT mit rund EUR 7 Mio. belastete, zu verzeichnen. Mit Jänner 2025 erfolgte zudem die Abgabe der Mehrheit der Stimmrechte und Kontrolle an der Kapsch Telematic Services IOOO in Belarus, die das erfolgreiche Mautprojekt in Belarus betreibt. Wir hatten dies angesichts der politischen Situation seit geraumer Zeit angestrebt. Damit fallen zwar einerseits die entsprechenden Umsätze weg, andererseits ist es gelungen, dass wir weiterhin zu einem hohen Anteil wirtschaftlich beteiligt bleiben.

Ein weiterer Meilenstein kurz vor Ende des Geschäftsjahres war die Vereinbarung einer langfristigen Finanzierung bis März 2030 mit unseren Hausbanken. Das sichert uns Liquidität und gibt uns vor allem wieder mehr unternehmerische Freiheit.

Finanzierung ist auch für unsere Kunden – Städte wie Straßenbetreiber – ein gewichtiges Thema. So haben wir im Berichtszeitraum ein langfristiges Mautprojekt gewonnen, das auf einem 50 Jahre laufenden Finanzierungsmodell des Kunden, einer öffentlich-privaten Partnerschaft, beruht. Zudem sehen wir projektseitig unverändert die Entwicklung zu urbanem Verkehrsmanagement und Anwendungen rund um das vernetzte Fahrzeug.

Finanzielle Entwicklung.

Die Ertragskennzahlen des Geschäftsjahres 2024/25 sind im Zusammenhang mit den genannten Entwicklungen nicht mit dem Vorjahr vergleichbar. Bereinigt um den Umsatzentfall von EUR 22 Mio. aus TMT und der weißrussischen Gesellschaft betrug der Vorjahreswert EUR 517 Mio. Der für den Berichtszeitraum ausgewiesene Umsatz liegt mit EUR 530 Mio. um 3 % über diesem rechnerischen Vorjahreswert.

Operative Verbesserung: Vergleichbarer Umsatz, geringere Aufwände.

Das EBIT erreichte EUR 13 Mio. nach EUR 70 Mio. im Geschäftsjahr 2023/24. Im Vorjahr hatten wir ein – um operative und nicht-operative Effekte – bereinigtes EBIT von EUR 15 Mio. berichtet. Im Berichtszeitraum reduzierte der Effekt aus der Entkonsolidierung von TMT das EBIT um EUR 7 Mio. Projektbezogene und schätzungsabhängige ausgewiesene Bewertungseffekte, die als sonstige betriebliche Erträge ausgewiesen wurden, wurden als inhärent zur Betriebstätigkeit betrachtet. Positiv hervorzuheben ist, dass die Margenverschlechterungen aus den Errichtungsprojekten in der Region Americas, die in den Vorjahren die Ergebnisse stark belastet haben, im Geschäftsjahr 2024/25 keine nennenswerten Auswirkungen mehr zeigten.

Diese Entwicklung zeigt die operative Verbesserung, die wir erreichen konnten. Bei vergleichbarem Umsatz verzeichneten wir geringere Aufwände für bezogene Leistungen. Das bedeutet, dass wir in der Abwicklung unserer Projekte effizienter geworden sind.

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit betrug im Berichtszeitraum EUR 28 Mio. nach EUR 62 Mio. im Vorjahr. Der Free Cashflow lag bei EUR 21 Mio., er wäre im Vorjahr ohne den Deutschland-Effekt mit EUR -5 Mio. negativ gewesen.

Auch die Vermögenskennzahlen zeigen eine kontinuierliche Verbesserung: Das Eigenkapital stieg von EUR 83 Mio. auf EUR 91 Mio. zum 31. März 2025. Die Eigenkapitalquote lag zum Bilanzstichtag bei 20 %. Die Nettoverschuldung ging von EUR 106 Mio. auf EUR 101 Mio. zurück, der Verschuldungsgrad sank auf 111 %. Das ist immer noch hoch, aber eine signifikante Entspannung verglichen mit 363 % zwei Jahre zuvor und 127 % im Vorjahr.

Strategische Fortschritte.

Zudem haben wir unsere Strategie einem umfassenden Review unterzogen. Dieser bestätigte im Kern unseren Weg, Maut und Verkehrsmanagement weiterzuentwickeln. Im Mautbereich werden wir unsere Technologieführerschaft durch Innovationen und den Aus- bzw. Aufbau von Kompetenzen absichern. Für die zugehörigen Mautdienstleistungen streben wir hingegen künftig strategische Partnerschaften an.

Im Bereich Verkehrsmanagement werden wir die Entwicklung von konventionellen zu intelligenten Systemen, sogenanntem „Smart Traffic Management“, fortsetzen. Demand Management und die damit verbundene Optimierung des Nutzerverhaltens rückt angesichts künstlicher Intelligenz und „Predictive Analytics“, der Vorhersage erwartbarer Ereignisse, näher an die Realität. Wir werden dieses Geschäft ausbauen. Insbesondere in Städten unterstützt Verkehrsmanagement auch den Nachhaltigkeitsanspruch der betroffenen Gemeinschaften.

Auch unseren eigenen Nachhaltigkeitsanspruch haben wir weiterentwickelt. Unsere Nachhaltigkeitsvision – sicher, effizient und umweltfreundlich mit Kapsch-Lösungen – ist sowohl mit dem Ausbau unseres Nachhaltigkeitsmanagements als auch mit der Reduktion unseres Fußabdrucks verbunden. Nicht zuletzt spiegelt sich dieser Fokus in der vorliegenden umfassenden Nachhaltigkeitserklärung wider, die bereits den Anforderungen der europäischen Corporate Sustainability Reporting Directive entspricht.

Ausblick 2025/26: Geringerer Umsatz, EBIT dennoch über Vorjahr.
Ausblick.

Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwarten wir aufgrund der Entkonsolidierungen einiger Gesellschaften im vergangenen Geschäftsjahr einen geringeren Umsatz. Das EBIT sollte dennoch über dem Vorjahreswert liegen, wobei zusätzliche positive Einmaleffekte möglich sind.

Seit April verstärkt Samuel Kapsch unseren Vorstand als Chief Operating Officer (COO). Als Vertreter der fünften Generation der Unternehmerfamilie Kapsch hat er schon seit 2022 erfolgreich zum Ausbau der Region Lateinamerika beigetragen. Ich freue mich über und auf diese Verstärkung.

Zunächst aber danke ich meinem Vorstandskollegen Alfredo Escribá für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und seinen visionären Blick auf Technologie und Innovation sowie unseren weltweiten Mitarbeiter*innen für ihr Engagement für unsere kontinuierliche Weiterentwicklung und ihre Loyalität. Unserem Aufsichtsrat danke ich ebenfalls für die Zusammenarbeit und den wertvollen Austausch; und natürlich unseren langfristigen Investoren, die unseren Weg begleiten und unterstützen, für ihr Vertrauen in Kapsch TrafficCom.

Mit freundlichen Grüßen

Georg Kapsch

Vorstandsvorsitzender

Über uns.

Nachhaltiges Geschäftsmodell.

Studien belegen und beziffern die negativen Auswirkungen des Straßenverkehrs:

Treibhausgasemissionen, Luftverschmutzung und Unfälle.

Intelligente Verkehrssysteme tragen dazu bei, diese Probleme zu lösen. Wir unterstützen unsere Kunden, möglichst viele Emissionen im Verkehr einzusparen.

Kapsch TrafficCom ist ein weltweit führender Anbieter von Verkehrslösungen für nachhaltige Mobilität. Innovative Lösungen in den Anwendungsbereichen Maut und Verkehrsmanagement tragen zu einer gesünderen Welt ohne Staus bei.

Unsere Produkte und Lösungen helfen,

Nachhaltigkeitsziel und -ambition.

Nachhaltiges Portfolio. Erhöhung des Anteils taxonomiekonformer Produkte auf 50 %.

Kapsch TrafficCom hat das Ziel, bis 2030 den Nachweis der Taxonomiekonformität für 50% aller Produkte und Dienstleistungen des gesamten Portfolios zu erbringen.

Nachhaltiges Unternehmen. Reduktion des CO2-Fußabdrucks um 42 %.

Kapsch TrafficCom hat die Ambition, bis 2030 den unternehmensweiten CO2-Fußabdruck im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019/20 um 42% zu reduzieren.

Ein ebenso wichtiger Faktor für ein gesundes Umfeld ist soziale Nachhaltigkeit. Deshalb tragen wir aktiv zu den UN Sustainable Development Goals bei. Der Kapsch Group Verhaltenskodex beinhaltet die Prinzipien und Grundsätze, nach denen wir handeln. Dabei berücksichtigen wir die Interessen, Erwartungen und Anforderungen der verschiedenen Stakeholder-Gruppen.

Strategie.

Weiterentwicklung des bestehenden Geschäftes.

Mit Fokus auf unsere Kernkompetenzen.

Aktive Rolle in der Transformation der Industrie.

Mit innovativen Lösungen und Technologien.

Technologie-, Innovations- und Themenführerschaft.

Um das zukünftige LösungsEcosystem zu formen.

Weitere Informationen zu Geschäftsmodell und Strategie finden Sie auf der Unternehmenswebsite >>> https://www.kapsch.net.

Die Lösungen von Kapsch TrafficCom für nachhaltige Mobilität umfassen:

Maut. Distanzbasierte Tarifierung und Maßnahmen, die mit Mauteinnahmen finanziert werden, können die Effizienz im Verkehr verbessern und zu CO2-Einsparungen beitragen.

Verkehrsmanagement. Städtisches Verkehrsmanagement ermöglicht die Reduktion von Stop-and-go-Verkehr, wodurch CO2-Emissionen gesenkt werden können.

Umweltzonen. Mit definierten Zonen, die nur von umweltfreundlichen Fahrzeugen (gratis) befahren werden, können Treibhausgasemissionen reduziert werden.

Demand Management. Kombinierte Lösung aus Maut- und Verkehrsmanagementkomponenten, um das Verhalten der Verkehrsteilnehmer positiv zu beeinflussen. Durch die zielgerichtete Lenkung der Mobilität können Emissionen deutlich gesenkt werden.

Key Investment Highlights.

Nachhaltiges Geschäftsmodell.

Lösungen adressieren die großen Herausforderungen im Bereich Verkehrs- und Straßeninfrastruktur, Effizienz, Umweltbelastung und Sicherheit.

01

Globaler Anbieter von Intelligenten Verkehrssystemen.

Führender Anbieter in den Anwendungsbereichen Maut und Verkehrsmanagement – mit globaler Reichweite, jahrzehntelanger Erfahrung, hoher Markenbekanntheit und dem Ruf als Qualitätsführer.

02

Durchgängige Lösungen mit Anspruch auf Technologie-, Innovations- und Themenführerschaft.

Anbieter von durchgängigen Lösungen von Design und Errichtung bis hin zu Betrieb und Instandhaltung – mit langjährigem Branchen-Know-how bei Standard- und Speziallösungen, unter Einsatz aller gängigen Technologien, mit Anspruch auf Technologie-, Innovations- und Themenführerschaft.

03

Wachsende Absatzmärkte.

Stark wachsender Markt mit einem durchschnittlichen Wachstum von rund 8 % bietet signifikantes, zusätzliches Potenzial durch vertikale Integration (Tolling as a Service) und Einstieg in Pioniermärkte (Demand Management und vernetzte Fahrzeuge).

04

Leistungssteigerung und verbesserte Finanzkennzahlen.

Stabiles operatives Geschäft und mögliche Liquiditätszuflüsse aus laufenden Initiativen führen zu signifikanter Verbesserung der Finanzkennzahlen und Reduzierung der Verschuldung. Zusätzliche positive Einmaleffekte sind möglich.

05

Erfahrenes Managementteam.

Inhabergeführtes börsennotiertes Unternehmen – Management mit langjähriger Branchenerfahrung und starkem Engagement, das internationale Ausrichtung mit den Wurzeln eines Familienunternehmens verbindet. Unternehmertum, marktorientierte und termingerechte Entscheidungen und überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft prägen die Unternehmenskultur.

Unsere Aktie.

Die Kapsch TrafficCom AG notiert seit 26. Juni 2007 an der Wiener Börse im Segment Prime Market. Die Aktien sind in österreichischen Indizes, wie auch dem Nachhaltigkeitsindex VÖNIX, enthalten.

Investor-Relations-Aktivitäten im Geschäftsjahr 2024/25.

Zusätzlich zu den regelmäßigen und anlassbezogenen Veröffentlichungen steht das Investor Relations Team von Kapsch TrafficCom für Investorenanfragen zur Verfügung und nimmt aktiv Gelegenheiten wahr, um den Kontakt zu Kapitalmarktteilnehmern zu intensivieren. Dazu zählten im Berichtszeitraum die Teilnahme an vier Investorenkon- ferenzen sowie zahlreiche persönliche Gespräche, Telefonate und E-Mails.

Aktienkursentwicklung.

Der Kurs der Kapsch TrafficCom Aktie stieg im Geschäftsjahr 2024/25 ausgehend von einem Schlusskurs von EUR 8,50 am 28. März 2024 zunächst an und erreichte mit EUR 9,28 am 24. Juni 2024 den Höchststand der Berichtsperiode. Darauf folgte ein kontinuierlicher Rückgang bis am 30. Dezember 2024 mit 5,72 EUR der Tiefstkurs (Intraday) erreicht wurde. Zu Jahresbeginn erholte sich die Aktie ein wenig und schloss am 31. März 2025 bei EUR 7,16, um 15,8 % tiefer als ein Jahr zuvor. Der Benchmark-Index ATX Prime verzeichnete im Berichtszeitraum ein Plus von 15,3 %.

Kursentwicklung der Kapsch TrafficCom Aktie und des ATX Prime im Geschäftsjahr 2024/25.
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Aktienkennzahlen.
in EUR, wenn nicht anders angegeben 2023/24 2024/25
Ergebnis je Aktie 1,72 -0,48
Höchstkurs (Intraday) 13,65 9,28
Tiefstkurs (Intraday) 8,14 5,72
Schlusskurs 31. März 8,50 7,16
Entwicklung der Aktie -32,0 % -15,8 %
Ø Handelsvolumen (Stück, Doppelzählung) 17.690 10.620

Analysten.

Im Berichtszeitraum veröffentlichten die folgenden Finanzinstitutionen Berichte zur Kapsch TrafficCom Aktie (in alphabetischer Reihenfolge):

Im Geschäftsjahr 2025/26 wird eine dritte Finanzinstitution über die Kapsch TrafficCom Aktie berichten.

Dividende.

Entsprechend der Vereinbarung zur Restrukturierung der Finanzierungen wird der Vorstand der ordentlichen Hauptversammlung 2025 vorschlagen, keine Dividende für das Geschäftsjahr 2024/25 auszuschütten und den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Kapsch TrafficCom ist bestrebt, sobald es aus Unternehmenssicht ökonomisch vertretbar und auch zulässig ist, wieder Ausschüttungen vorzunehmen und idealerweise zur im Jahr 2020 ausgesetzten Dividendenpolitik zurückzukehren. Deren Kern war die Auszahlung einer Minimaldividende von entweder EUR 1,00 je Aktie oder einem Drittel des Konzern-Periodenüberschusses je Aktie – je nachdem, welcher dieser beiden Werte höher war.

Aktionärsstruktur.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2024/25 hielt die KAPSCH-Group Beteiligungs GmbH wie im Vorjahr als Kernaktionärin 63,3 % der Aktien. Im Geschäftsjahr 2023/24 hat die KAPSCH-Group Beteiligungs GmbH im Zusammenhang mit einer Refinanzierung sämtliche ihrer Aktien an der Kapsch TrafficCom AG zugunsten der finanzierenden Banken verpfändet. Am 26. März 2025 hat die Kapsch TrafficCom AG mit ihren Hausbanken eine neue langfristige Finanzierung bis 2030 vereinbart und wurde die von KAPSCH-Group Beteiligungs GmbH vorgenommene Verpfändung aller ihrer an der Gesellschaft gehaltenen Aktien aufgehoben.

Der Streubesitz betrug 36,7 %, wobei nach Information aus einer Erhebung der Aktionärsstruktur zum 31. März 2025 rund 16,1 % von institutionellen Investoren überwiegend aus Kontinentaleuropa (inkl. Österreich) und rund 19,4 % von Privatanlegern gehalten wurden.

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Kontakt für Investoren.

Investor Relations Team Marcus Handl, Teresa Hartlieb
Aktionärstelefon +43 50 811 1122
E-Mail IR.kapschtraffic@kapsch.net
Website www.kapsch.net

KONZERNLAGEBERICHT.

1 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage.

1.1 Geschäftsverlauf.

1.1.1 Wirtschaftliches Umfeld.
Weltwirtschaftliche Entwicklung.

Im Geschäftsjahr 2024/25 zeigte sich die Weltwirtschaft trotz anhaltender Unsicherheiten stabil. Das globale BIP-Wachstum wurde vom Internationalen Währungsfonds (IWF) für 2024 auf 3,3 % geschätzt, nach 3,5 % im Vorjahr. Während die USA und große Schwellenländer weiterhin robuste Wachstumsraten verzeichneten, blieb die Konjunktur im Euroraum verhalten. Hier wirkten die schwache Konsumnachfrage und ein gedämpftes Investitionsklima bremsend. Zusätzlich belasteten zunehmende protektionistische Tendenzen sowie neue Handelsbarrieren zwischen wichtigen Wirtschaftsräumen das Investitionsklima weltweit. Für 2025 prognostiziert der IWF ein globales Wirtschaftswachstum von 2,8 %.

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Lieferketten.

Die globale Lieferkettensituation stabilisierte sich im Verlauf des Jahres 2024 weiter. Allerdings führten anhaltende Konflikte im Roten Meer und eine schwere Dürre im Panamakanal zu erheblichen Beeinträchtigungen auf zwei zentralen Schifffahrtsrouten. Der Schiffsverkehr durch den Suezkanal ging infolge von Sicherheitsbedenken um 50 % zurück. Im Panamakanal wurden aufgrund der Dürre seit Oktober 2023 signifikante Einschränkungen bei den täglichen Schiffspassagen eingeführt. Darüber hinaus sorgten zunehmende handelspolitische Spannungen – insbesondere eine Zollkrise zwischen führenden Volkswirtschaften – für Unsicherheit in globalen Beschaffungs- und Absatzmärkten. Für Kapsch TrafficCom spielte die Lieferkettensituation im Zusammenhang mit den Verfügbarkeiten von Komponenten für die Fertigung eine wesentliche Rolle.

Zinsen.

Als Reaktion auf die eingetrübte Konjunktur entschieden sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die Federal Reserve (FED) nach einer Phase der Zinserhöhungen die Leitzinsen wieder zu senken. In Europa wurden der seit September 2023 gültige Zinssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität von 4,50 %, 4,75 % bzw. 4,00 % in mehreren Schritten auf 2,65 %, 2,9 % bzw. 2,5 % im März 2025 gesenkt. Die FED senkte den Leitzins im September erstmals seit vier Jahren von einer Spanne von 5,25 % bis 5,50 % auf 4,75 % bis 5,00 % und nahm im Dezember 2024 eine weitere Zinssenkung auf eine Spanne von 4,25 % bis 4,50 % vor. Wesentlich für Kapsch TrafficCom sind die Zinsen insbesondere bei Finanzierungskosten.

Inflation.

Die Inflationsraten gingen im Geschäftsjahr 2024/25 weiter zurück. Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) sank die durchschnittliche globale Inflationsrate im Jahr 2024 auf 5,7 %, gegenüber 6,6 % im Jahr 2023. In Österreich sank die Inflation von 7,7 % im Jahr 2023 auf 2,9 % im Jahr 2024 und wird laut Prognosen des WIFO im Jahr 2025 auf 2,7 % zurückgehen. Trotz dieses Rückgangs blieb die Inflation in einigen Bereichen erhöht, was insbesondere Verbraucher und Unternehmen weiterhin belastete. Für Kapsch TrafficCom spielt die Inflation insbesondere im Zusammenhang mit Personalkosten eine wesentliche Rolle.

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Währungen.

An den Devisenmärkten ist für Kapsch TrafficCom vor allem die Entwicklung des US-Dollars (USD) von Bedeutung. Der Einfluss der Währung auf die Geschäftsentwicklung ergibt sich durch die Internationalität der Gruppe mit einer Vielzahl an Projekten sowie Standorten in den USA und anderen Ländern, in denen in USD verrechnet wird.

Im Geschäftsjahr 2024/25 bewegte sich der Euro (EUR) gegenüber dem US-Dollar in einer moderaten Bandbreite. Der durchschnittliche Wechselkurs lag bei 1,07 EUR/USD (Vorjahr 1,08). Das Maximum wurde am 30. September 2024 mit 1,12 EUR/USD erreicht, während das Minimum am 13. Jänner 2025 bei 1,02 EUR/USD lag.

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Österreich.
BIP in Österreich 2024: -1,2 %

Die österreichische Wirtschaft verzeichnete im Jahr 2024 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 1,2 %, was sie zum konjunkturellen Schlusslicht in der EU machte. Hauptursachen waren eine schwache Konsumnachfrage und ein Rückgang der Investitionen, insbesondere in der Baubranche. Auch die Exporte gingen mit 4,3 % stark zurück.

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1.1.2 Marktdefinition und Produkte.

Diese Informationen erfüllen die Anforderungen zu ESRS 2 SBM-1 in der Nicht-finanziellen Erklärung 2024/25.

Kapsch TrafficCom ist ein weltweit anerkannter Anbieter von Verkehrslösungen für nachhaltige Mobilität. Innovative Lösungen in den Anwendungsbereichen Maut und Verkehrsmanagement tragen zu einer gesünderen Welt ohne Staus bei.

Vision und Mission.

Kapsch TrafficCom hat die Mission, innovative Verkehrslösungen für nachhaltige Mobilität zu entwickeln. Damit soll Verkehrsteilnehmer*innen ermöglicht werden, komfortabel, pünktlich, sicher, effizient und mit einer minimalen Umweltbelastung an ihr Ziel zu kommen.

Markt.
Markt für intelligente Verkehrssysteme mit Volumen von EUR 30,6 Mrd. im Jahr 2024.

Kapsch TrafficCom adressiert den Markt für intelligente Verkehrssysteme (Intelligent Transportation Systems, ITS). Diese unterstützen und optimieren den Verkehr (einschließlich Infrastruktur, Fahrzeuge, Benutzer und Industrie) und nutzen dafür Informations- und Kommunikationstechnologien.

Grand View Research weist die globale Marktgröße im Jahr 2024 mit EUR 30,6 Mrd. (USD 31,79 Mrd., mit einem Wechselkurs von 0,9626 zum 31. Dezember 2024 umgerechnet) aus und rechnet von 2025 bis 2030 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR, Compound Annual Growth Rate) von voraussichtlich 8,3 %.

Innerhalb des ITS-Marktes adressiert Kapsch TrafficCom die Bereiche Maut und Verkehrsmanagement. Kernregionen der Geschäftstätigkeit sind EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika), Americas (Nord-, Mittel- und Südamerika) und APAC (Asien-Pazifik). Die verbleibenden sechs Marktsegmente des ITS-Marktes werden aktuell nicht adressiert. Daraus resultiert ein adressierbarer Markt mit einer laut Grand View Research ausgewiesenenen globalen Marktgröße von EUR 14,1 Mrd. mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von voraussichtlich 7,8 %.

Für Kapsch TrafficCom adressierbarer Markt.
Fokus auf Nischenmarkt mit Marktgröße von EUR 6,9 Mrd. (2024/25).

Der für das Unternehmen adressierbare Markt – alle in 2024/25 von Kapsch adressierten Märkte weltweit mit allen Kapsch Produkten und Lösungen – hatte im Geschäftsjahr 2024/25 laut internen Berechnungen eine Marktgröße von EUR 6,9 Mrd. Kapsch TrafficCom erwartet, dass der Markt bis zum Geschäftsjahr 2027/28 um jährlich durchschnittlich 8,1 % auf EUR 8,7 Mrd. wachsen wird.

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Markttreiber.

Kapsch TrafficCom hat die folgenden Markttreiber identifiziert:

Umweltschutz. Das Übereinkommen von Paris ist eine bedeutende weltweite Klimaschutzvereinbarung und wurde im Dezember 2015 auf der Pariser Klimakonferenz geschlossen. Die Europäische Kommission (im Rahmen des „European Green Deal“) und auch die USA treiben die Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen voran. Der Straßenverkehr spielt hierbei eine bedeutende Rolle, ist er doch für einen substanziellen Teil der Treibhausgas- emissionen verantwortlich. Sowohl Verkehrsmanagement- als auch Mautlösungen sind anerkannte Werkzeuge zur Einflussnahme auf den Verkehr und die Verkehrsmittel.

Bedarf nach Verkehrsinfrastruktur und ihrer Erhaltung. Experten erwarten nicht nur einen Anstieg der Welt- bevölkerung, sondern auch mehr Privatfahrzeuge auf den Straßen. Um dem wachsenden Verkehrsvolumen gerecht zu werden, sind steigende Investitionen in Straßenbau und -erhaltung unumgänglich. Diese sind in der Regel äußerst kostspielig. Gleichzeitig wirkt sich der zunehmende Anteil hybrider oder elektrisch betriebener Fahrzeuge negativ auf die Mineralölsteuererträge aus. Folglich kann von einem steigenden Bedarf nach alternativen Finanzierungsmodellen unter Einbindung von Mautlösungen ausgegangen werden.

Urbanisierung. Der Anteil der Menschen, die in Städten leben, nimmt zu. Waren es im Jahr 1800 lediglich 2 % der Weltbevölkerung, so lebte im Jahr 2007 erstmals mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Ausgehend von einem aktuellen Wert von rund 56 % soll nach Prognosen der Vereinten Nationen der Anteil der Stadtbevölkerung im Jahr 2030 mehr als 60 % und im Jahr 2050 fast 70 % betragen. Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung von aktuell rund 8,2 Milliarden Menschen auf 8,6 Milliarden im Jahr 2030 und 9,7 Milliarden im Jahr 2050. Gerade im urbanen Raum bringt die private und berufliche Mobilität große Herausforderungen mit sich. Schließlich können Gebäude nicht beliebig versetzt werden, um Straßen zu erweitern oder gar neu zu bauen. Zudem wächst mit der urbanen Bevölkerung auch das Handelsvolumen, sowohl innerhalb der Stadt wie auch mit Geschäftspartnern außerhalb der Stadt. Da Waren geliefert werden müssen, bringt eine Zunahme der urbanen Bevölkerung tendenziell ein höheres Transportvolumen mit sich.

Neue Verkehrsmittel und -dienste. Analysten erwarten, dass sich der urbane Personenverkehr bis 2050 mehr als verdoppeln wird. Autonome Fahrzeuge könnten diesen Trend noch verstärken. Die existierende Straßeninfrastruktur wird diesem Bedarf nicht gerecht werden können. Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen: die verstärkte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und gemeinschaftlicher Transportmittel sowie – wenn nicht entsprechend gegengesteuert wird – umfangreichere Staus. Außerdem wird der Trend zu elektrisch angetriebenen Fahrzeugen anhalten. Dies reduziert zwar den unmittelbaren CO₂-Ausstoß, die Feinstaubproblematik bleibt allerdings bestehen.

Vernetzte Fahrzeuge. Die technologischen Fortschritte beim Austausch von Informationen zwischen Fahrzeugen (Vehicle-to-Vehicle, V2V), zwischen Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur (Vehicle-to-Infrastructure, V2I) sowie im Bereich autonomes Fahren sind rasant. Sie erlauben bereits heute immer bessere und umfangreichere Applikationen für besseren Fahrkomfort und höhere Fahrsicherheit. Zudem ermöglichen die neuen Kommunikationswege und die enormen Datenmengen wesentliche Verbesserungen beim Verkehrsmanagement.

Daten und künstliche Intelligenz. Offene Daten und offene Schnittstellen ermöglichen umfangreichere und leistungsfähigere Anwendungen. Vernetzte Fahrzeuge sind eine wichtige Datenquelle. Maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz schaffen neue Möglichkeiten bei der Datenanalyse, -simulation, -prognose und -steuerung.

Datensicherheit und Datenschutz. Durch die Nutzung umfangreicher Datenmengen gewinnen der Schutz personenbezogener Daten und der Umgang mit ihnen an Bedeutung.

Grundlegende Veränderungen im Geschäftsfeld von Kapsch TrafficCom. Die oben genannten Markttreiber haben bereits folgende Trends ausgelöst:

Produkte.

Das Portfolio von Kapsch TrafficCom gliedert sich in folgende Produktfamilien, die den Bereichen Maut und Verkehrsmanagement zugeordnet sind:

Produktfamilie Kurzbeschreibung
Mautprodukte.
915 MHz On-Board Unit On-Board Unit für Straßenbenutzungsgebührensysteme in Nordamerika auf Basis von Durchfahrtsdetektoren.
Infrastrukturkomponenten für die Straßenbenutzungsgebührensysteme in Nordamerika auf Basis von Durchfahrtsdetektoren.
5.8 GHz CEN DSRC On-Board Unit On-Board Unit für Maut- und ITS-Dienste weltweit gemäß den europäischen CEN-Standards. Das taxonomiekonforme Produkt TRP-4010 ist Teil dieser Produktfamilie.
GNSS & 5.8 GHz CEN DSRC
On-Board Unit
GNSS-On-Board Unit für Straßenbenutzungsgebührensysteme auf Basis von Geopositionsdaten von einem globalen Satellitennavigationssystem (GNSS). Das taxonomiekonforme Produkt OBU 5310 ist Teil dieser Produktfamilie.
Roadside Radio Frequency (RF) Straßenseitige Infrastruktur mit Funkfrequenz-Subsystem, um Fahrzeuge zu erkennen, zu identifizieren, zu klassifizieren, um Maut zu erheben oder ein bestimmtes Maut-Regime durchzusetzen.
Roadside Video (inkl. DLVP) Lösung zur elektronischen Mauterhebung und -durchsetzung für mehrere Fahrspuren, ohne den Verkehrsfluss zu unterbrechen (Multi-Lane Free Flow, MLFF). Diese straßenseitige Infrastruktur integriert ein Video-Subsystem bzw. Funkfrequenz-Subsystem, um Fahrzeuge zu erkennen, zu identifizieren, zu klassifizieren, um Maut zu erheben oder ein bestimmtes Regime durchzusetzen.

Die Deep Learning Versatile Platform (DLVP) für Mautanwendungen verarbeitet und analysiert Videostreams (live oder offline), um visuelle Eingaben in Informationen zur Verbesserung des Mautbetriebes zu übersetzen. Dies ermöglicht Echtzeitanalysen sowie Ereigniserkennung, wie automatische Fahrzeug-/Objekterkennung, Verfolgung und Klassifizierung, Erkennung von definierten Ereignissen und Situationen.
Vehicle Enforcement Stellt die Einhaltung der Mauterhebung sicher, indem unbezahlte Mauttransaktionen durch automatisierte Fahrzeugerkennung, Kennzeichenerkennung und Bearbeitung von Verstößen identifiziert und behandelt werden.
Smart Toll Ein Mauterhebungssystem, das gleichzeitig die Funktionsfähigkeit auf den fünf Mautebenen steigert (Spur, Station, Betriebsmanagement, Kundenmanagement und Interoperabilität).
Operational Backoffice (OBO)/
Image Processing Suite (IPS)
Ein Kernelement der Wertschöpfungskette im Mautbereich. Es erstellt aus den Daten der straßenseitigen Infrastruktur abrechenbare Transaktionen, die an das kommerzielle Back Office gesendet werden.
Enforcement Backoffice (EBO) Ein Kernelement für Maut- und städtische Zugangslösungen. Mit dem EBO werden Maut- oder Zugangsverstöße durch eine Kontrollstation ermittelt. Eine flexible regelbasierte Ablauflogik ermöglicht Maßnahmen zur Mauterhebung oder Zugangsbeschränkung von Fahrzeugen, die nicht den definierten Kriterien entsprechen.
Commercial Backoffice (CBO) Ein elektronisches Zentralsystem für Mauterhebung, das Einnahmen für die Transaktionen aus einem Operational Backoffice (OBO) verarbeitet und verwaltet. Kundenbeziehungen können dabei z.B. über Kundenservicecenter, Callcenter oder auch Einzelhandelsgeschäfte verwaltet werden.
Geo Location Platform (GLP) Diese Plattform ermöglicht satellitengestützte Mauterhebung, Erhebung von Straßenbenutzungsgebühren und standortbasierte Geschäftsanwendungen für Mautbehörden, Maut- und Flottendienstleistern. Die GLP generiert aus Standortdaten Mautumsätze.
Verkehrsmanagementprodukte.
EcoTrafiX™ (ETX) Controller Ein Verkehrssteuergerät, das im Vergleich mit konventionellen Verkehrssteuergeräten den niedrigsten Energieverbrauch hat.
5.9 GHz Connected Vehicle (C-ITS) On-Board Unit, C-ITS Roadside Unit Die On-Board-V2X-Kommunikationsbox (ComBox) ermöglicht drahtlose Kommunikation für die ETSI ITS G5- und IEEE WAVE-Standards für Anwendungen in der kooperativen ITS(C-ITS)-Umgebung und anderen ITS-Anwendungen.
Die C-ITS-straßenseitige Infrastruktur ermöglicht C-V2X-Drahtloskommunikation für IEEE WAVE-Standards für ebendiese Anwendungen.
Connected Vehicle (C-ITS) Platform, Connected Mobility Control Center Das Kapsch Connected Mobility Control Center (CMCC) ermöglicht den Ausbau des Managements von vernetztem Fahren, wie es in „Smart Cities“ verwendet wird.
Die Connected Suite ermöglicht die Überwachung und Verwaltung in einer Umgebung, in der Infrastruktur und Straßenbenutzer verbunden sind (Connected Vehicle Environment).
Mobility Data Platform (MDP) Diese Datenplattform nutzt Daten von Behörden und deren Partnern und generiert damit Entscheidungsintelligenz. So können diese an einem vernetzten Mobilitäts-Ökosystem teilhaben.
Deep Learning Versatile Platform (DLVP) Traffic Die Deep Learning Versatile Platform (DLVP) verarbeitet und analysiert Videostreams (live oder offline), um visuelle Eingaben in Informationen zur Verbesserung des Verkehrsmanagements zu übersetzen. Sie bietet Echtzeitanalysen sowie Ereigniserkennungen, wie automatische Fahrzeug-/Objekterkennung, Verfolgung und Klassifizierung, Erkennung von definierten Ereignissen und Situationen.
EcoTrafiX™ (ETX) Platform Eine Mobilitätsmanagementlösung, die Situationen kartenbasiert erfasst und so das Verkehrsmanagement verbessert. Die automatische Erkennung von Vorfällen, Vorhersage zukünftiger Verkehrsbedingungen und Tools zur Entscheidungshilfe ermöglichen eine proaktive Mobilitätsstrategie.
DYNamic Advanced Control (DYNAC) Ein fortschrittliches Verkehrsmanagementsystem, um den Brücken- und Tunnelbetrieb zu verwalten und zu überwachen. Mit Echtzeitdaten und Tools zur Entscheidungshilfe können der Verkehrsfluss und die Sicherheit verbessert werden.
1.1.3 Geschäftsentwicklung 2024/25.

Im Geschäftsjahr 2024/25 konnte Kapsch TrafficCom das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft festigen. Alles in allem verzeichnete das Unternehmen eine leichte Verbesserung in der Geschäftsentwicklung.

Strategisch war das Jahr geprägt von einem umfassenden Strategie-Review sowie den Entkonsolidierungen einiger Gesellschaften. Das betraf insbesondere zu Beginn des Geschäftsjahres die südafrikanische TMT Services and Supplies Proprietary Limited (TMT) und im vierten Quartal die weißrussische Kapsch Telematic Services IOOO.

Die geopolitische Lage war im Berichtszeitraum unverändert instabil, wodurch auch die Lieferkette besonderes Augenmerk verlangte. Dennoch verzeichnete Kapsch TrafficCom eine weitere Verbesserung ihrer Finanz- und Vermögenslage, die auch in den entsprechenden Kennzahlen sichtbar ist. Im März vereinbarte das Unternehmen zudem eine langfristige Finanzierung mit seinen wesentlichen Bankpartnern, was die Liquidität absichert.

Projektentwicklungen. Die Betriebsprojekte erzielten unverändert eine gute Performance, mehrere Errichtungsprojekte konnten in die Betriebsphase überführt bzw. konnte deren Betrieb verlängert werden. Zudem war der Auftragseingang mit EUR 802 Mio. (Vorjahr: EUR 734 Mio.) äußerst erfreulich.

Hervorzuheben sind einerseits zunehmende Projekte für städtisches Verkehrsmanagement: Im Jänner ging ein bedeutendes Citymaut-Projekt in Göteborg, Schweden, in Betrieb. Es umfasst ein Multi-Lane Free Flow (MLFF) Mautsystem für das gesamte Stadtzentrum mit automatischer Fahrzeugidentifizierung. Zudem erhielt Kapsch TrafficCom einen Auftrag in Guatemala für eine urbane Mobilitätsmanagement-Lösung, die unter anderem die Ampelsteuerung für 511 Kreuzungen beinhaltet.

Andererseits kann Kapsch TrafficCom inzwischen auf Referenzprojekte in Nordamerika, Europa und in der Region APAC und auch große Rollouts von Anwendungen für vernetzte Fahrzeuge vorweisen. Hier ist insbesondere in Deutschland das größte europäische Projekt für kooperative intelligente Verkehrssysteme (C-ITS) im regulären Autobahnverkehr zu nennen sowie die Fertigstellung von zwei Projekten in Spanien, die Vernetzte Fahrzeuge-Anwendungen beinhalten: Spaniens erster vernetzter Korridor im Großraum Bilbao, der die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur ermöglicht, und das MLFF-Mautsystem in der Region Bizkaia mit weiteren Roadside Units für Vernetzte Fahrzeuge-Anwendungen in einem C-ITS-Korridor. All diese Systeme ermöglichen die Übermittlung von Informationen über Verkehrs- oder Gefahrensituationen direkt in die Fahrzeuge bzw. an die Fahrer*innen.

Der Betrieb des Mautsystems in der südafrikanischen Provinz Gauteng wurde im Berichtszeitraum erneut verlängert, jedoch mit Ende März 2025 beendet. Der Betrieb des landesweiten Mautsystems in Belarus läuft zwar weiter, jedoch hat Kapsch TrafficCom im Berichtszeitraum die Mehrheit der Stimmrechte und Kontrolle an der ausführenden Kapsch Telematic Services IOOO abgegeben.

1.2 Finanzielle Leistungsindikatoren.

1.2.1 Ertragslage.

Umsatz. Der Umsatz von Kapsch TrafficCom betrug im Geschäftsjahr 2024/25 EUR 530,3 Mio. und lag damit um 1,6 % (EUR 8,5 Mio.) unter dem Vorjahreswert. Wenn man im Vorjahr den Umsatzbeitrag der veräußerten TMT exkludiert, wäre der Umsatz im Geschäftsjahr 2024/25 um rund EUR 3,5 Mio. über dem Vorjahresniveau gelegen.

Die fakturierten Umsätze1 mit EUR 539,8 Mio. lagen unter dem Vorjahr (EUR 557,8 Mio.). Die Geschäftsdynamik war insgesamt stabil, wobei die regionalen Entwicklungen unterschiedlich waren: In der Region EMEA gab es veräußerungsbedingte Rückgänge, auch in der Region APAC ging der Umsatz im Vorjahresvergleich zurück. Die Region Americas verzeichnete einen Umsatzzuwachs. Im Geschäftsbereich Errichtung wurde ein Wachstum von 5,8 % erzielt, hingegen kam es in den Bereichen Betrieb (-5,3 %) und Komponenten (-1,6 %) zu Umsatzrückgängen.

Geografisch betrachtet verteilte sich der Konzernumsatz wie folgt:

Umsatz nach Regionen.

Die Region EMEA leistete unverändert den höchsten Umsatzanteil, verzeichnete jedoch im Vorjahresvergleich einen Rückgang um 7,7 %. Ohne den Rückgang im Zusammenhang mit den Veräußerungen wäre der Umsatz in dieser Region auf Vorjahresniveau geblieben. Auch in der Region APAC ging der Umsatz um 13,4 % zurück. Hingegen konnte der Umsatz in der Region Americas im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 % gesteigert werden.

in EUR Mio. 2023/24 2024/25 +/-
EMEA 278,7 257,4 -7,7 %
Errichtung 56,7 68,6 21,0 %
Betrieb 185,8 153,8 -17,2 %
Komponenten 36,2 35,0 -3,4 %
Americas 232,4 249,0 7,1 %
Errichtung 86,8 84,6 -2,5 %
Betrieb 105,2 121,8 15,8 %
Komponenten 40,5 42,6 5,2 %
APAC 27,7 24,0 -13,4 %
Errichtung 9,1 8,3 -8,8 %
Betrieb 9,9 9,3 -6,4 %
Komponenten 8,7 6,4 -26,1 %
Gesamt 538,8 530,3 -1,6 %

Im Geschäftsjahr 2024/25 wurden 7,91 Mio. Stück On-Board Units verkauft, das sind um 6,9 % weniger als im Vorjahr (8,50 Mio. Stück). Während die Verkäufe in EMEA und APAC rückläufig waren, wurden in der Region Americas, vor allem in den USA, Costa Rica und Panama, Zuwächse verzeichnet.

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen im Geschäftsjahr 2024/25 bei EUR 31,4 Mio. und waren damit um 61,3 % (EUR 49,9 Mio.) niedriger als im Vorjahr. Das Ergebnis des Vorjahres war vor allem von dem positiven Einmaleffekt aus der Beendigung des Schiedsverfahrens in Deutschland (EUR 66,3 Mio.) geprägt. Im Berichtszeitraum kam der bei weitem größte Beitrag mit EUR 14,8 Mio. aus Erträgen aus der Entkonsolidierung von Gesellschaften.

Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen gingen deutlich um 14,6 % (EUR 34,1 Mio.) auf EUR 198,6 Mio. (Vorjahr: EUR 232,7 Mio.) zurück. Die Quote für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen im Verhältnis zu den Umsatzerlösen ging daher auf 37,5 % (Vorjahr: 43,2 %) zurück und zeigt, dass es gelang, die Kundenprojekte effizienter abzuwickeln.

Der Personalaufwand stieg im Geschäftsjahr 2024/25 um EUR 8,2 Mio. auf EUR 250,6 Mio. (Vorjahr: EUR 242,4 Mio.) an, dies steht vor allem im Zusammenhang mit Gehaltserhöhungen sowie mit Verschiebungen der Mitarbeiterzahlen von Ländern mit niedrigeren zu solchen mit höheren Personalkosten. Die Kapsch TrafficCom Group beschäftigte zum 31. März 2025 in Summe 3.041 Personen, das ist ein Rückgang gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres. Die größte Reduktion resultierte in der Region EMEA sowohl aus den Anteilsverkäufen als auch aus der Vertragsbeendigung eines Mautprojektes in Südafrika. Die Personalquote (Verhältnis Personalaufwand zu Umsatz) betrug 47,3 % (Vorjahr: 45,0 %).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Geschäftsjahr 2024/25 um EUR 17,3 Mio. bzw. 23,7 % auf EUR 90,5 Mio. Höhere Kosten im Vergleich zum Vorjahr resultieren hauptsächlich aus Verlusten aus der Entkonsolidierung von Gesellschaften in der Höhe von EUR 8,6 Mio. Zudem war im Vorjahr die Auflösung von Wertberichtigungen in Höhe von EUR 10,1 Mio. aufwandsmindernd enthalten.

Das anteilige Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen stammt mit EUR 5,6 Mio. (Vorjahr: EUR 15,4 Mio.) größtenteils aus der Kapsch Telematic Services IOOO sowie aus der Parat Ltd. Im Vorjahr resultierte der Wert im Wesentlichen aus dem Joint Venture autoTicket GmbH in Deutschland.

EBITDA. Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit vor Abschreibungen und Wertminderungen (EBITDA) lag mit EUR 29,0 Mio. unter dem Vorjahreswert von EUR 88,5 Mio. Die EBITDA-Marge sank somit auf 5,5 % (Vorjahr: 16,4 %).

Der Aufwand für planmäßige Abschreibungen betrug im Geschäftsjahr 2024/25 EUR 16,5 Mio. und war damit niedriger als im Vorjahr (EUR 18,3 Mio.).

EBIT. Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit (EBIT) lag mit EUR 12,6 Mio. deutlich unter dem Vorjahreswert von EUR 70,3 Mio. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem mehrere signifikante Einmaleffekte das Ergebnis beeinflussten, gab es im Geschäftsjahr 2024/25 mit Ausnahme des Effektes aus dem Verkauf der TMT keinen weiteren wesentlichen nicht wiederkehrenden Sachverhalt, der das Ergebnis belastete. Projektbezogene und schätzungsabhängige als sonstige betriebliche Erträge ausgewiesene Bewertungseffekte wurden als inhärent zur Betriebstätigkeit betrachtet. Positiv hervorzuheben ist, dass die Margenverschlechterungen aus den Errichtungsprojekten in Americas, die in den Vorjahren die Ergebnisse stark belastet haben, im Geschäftsjahr 2024/25 keine nennenswerten Auswirkungen mehr zeigten.

Das Finanzergebnis verbesserte sich von EUR -30,1 Mio. im Vorjahr auf EUR -16,9 Mio. im Geschäftsjahr 2024/25. Die wesentlichen Abweichungen resultierten aus dem Rückgang des Zinsaufwands sowie dem Wegfall der im Vorjahr erfassten Einmalkosten im Zusammenhang mit der damaligen Restrukturierungsvereinbarung mit den Banken, die das Nettozinsergebnis von EUR -22,1 Mio. im Vorjahr auf EUR -8,9 Mio. im aktuellen Geschäftsjahr verbesserten. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2024/25 Hyperinflationsanpassungen in Höhe von EUR -4,8 Mio. (Vorjahr: EUR -7,0 Mio.) vorgenommen.

Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen als Finanzinvestitionen. Der Ergebnisbeitrag belief sich auf EUR 0,0 Mio., nachdem im Vorjahr ein negativer Betrag in Höhe von EUR -3,2 Mio. verbucht wurde. Der Betrag im Vorjahr resultiere aus der Traffic Technology Services, Inc. (TTS), USA, deren Anteile im Vorjahr veräußert wurden.

Ertragsteuern. Der Ertrag aus Ertragsteuern betrug im Berichtszeitraum EUR 1,2 Mio. (Vorjahr: Aufwand EUR 14,6 Mio.). Er resultiert aus einem negativen Ergebnis vor Steuern und aus der Erhöhung von latenten Steuern auf Verlustvorträge.

Das Periodenergebnis war mit EUR -3,1 Mio. negativ (Vorjahr: Gewinn EUR 22,3 Mio.). Den Anteilseignern der Gesellschaft war ein Ergebnis von EUR -6,9 Mio. (Vorjahr: EUR 23,2 Mio.) zuzurechnen. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie in Höhe von EUR -0,48 (Vorjahr: EUR 1,72).

Sonstiges Ergebnis. Diese Position enthält im Wesentlichen Währungsumrechnungsdifferenzen und Umbewertungen von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses. Das sonstige Ergebnis betrug EUR -3,9 Mio. (Vorjahr: EUR -1,7 Mio.).

Das Gesamtergebnis als Summe von Periodenergebnis und sonstigem Ergebnis betrug somit EUR 0,8 Mio. (Vorjahr: EUR 20,6 Mio.).

1.2.2 Ertragslage nach Segmenten.

Maut.

Umsatz. Im Geschäftsjahr 2024/25 stieg der Umsatz im Segment Maut von EUR 378,3 Mio. um 3,9 % auf EUR 393,0 Mio. und trug 74,1 % (Vorjahr: 70,2 %) zum Gesamtumsatz bei.

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Die Region EMEA verzeichnete im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatzanstieg von 1,8 % (EUR +3,3 Mio.) auf EUR 192,6 Mio. und blieb somit im Segment Maut die umsatzstärkste Region für die Kapsch TrafficCom. Die Märkte Südafrika, Belarus, Spanien, Frankreich und Polen wiesen einen Umsatzrückgang auf. Demgegenüber meldete der Geschäftsbereich Errichtung einen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr hauptsächlich durch ein Errichtungsprojekt in der Schweiz. Weiters verzeichneten die Märkte Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Schweden und Österreich Zuwächse. Zudem stieg der Umsatz im Service Business (Tolltickets) um 104,3 %, bedingt durch die starke Nachfrage nach On-Board Units für Lastkraftwagen.

Im Geschäftsjahr 2024/25 wurde die Segmentstrukturierung im Konzern angepasst. In diesem Zusammenhang kam es zu einer geänderten Zuordnung einzelner Projekte zu den Segmenten Maut bzw. Verkehrsmanagement, das betraf insbesondere das Komponentengeschäft.

In der Region Americas stieg der Umsatz im Segment Maut um 9,2 % auf EUR 180,4 Mio. (Vorjahr: EUR 165,2 Mio.). Diese Entwicklung ist großteils begründet durch den Umsatzanstieg im Geschäftsbereich Betrieb in den USA (EUR +16,6 Mio.). Zudem verzeichnete das Komponentengeschäft einen Umsatzanstieg in den USA, Panama und Costa Rica. Hingegen ging der Umsatz im Geschäftsbereich Errichtung gegenüber dem Vorjahr zurück, vor allem in den Ländern Chile, USA und Mexiko.

In der Region APAC verzeichnete Kapsch TrafficCom im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatzrückgang um 16,1 % auf EUR 20,0 Mio. Dieser Rückgang betraf wesentlich das Komponentengeschäft in Australien und Singapur. Der Geschäftsbereich Betrieb verzeichnete ebenfalls einen Umsatzrückgang in Australien.

Segment Maut nach Geschäftstypen.
in EUR Mio. 2023/24 2024/25 +/-
Umsatz 378,3 393,0 3,9 %
Errichtung 96,7 104,6 8,2 %
Betrieb 207,7 205,6 -1,0 %
Komponenten 73,9 82,8 12,1 %
EBIT 54,3 12,0 -77,9 %

EBIT. Das EBIT im Segment Maut verzeichnete einen deutlichen Rückgang auf EUR 12,0 Mio. (Vorjahr: EUR 54,3 Mio.). Hauptgrund dafür ist die im Vorjahr erzielte Einigung in Deutschland bezüglich der Beendigung des Betreibervertrages für die Erhebung der Infrastrukturabgabe, die das Vorjahresergebnis mit EUR 79,0 Mio. positiv beeinflusste. Nachdem das Schiedsgericht im März 2022 Schadenersatz und Kostenerstattung für die autoTicket GmbH bestätigt hatte, konnte Kapsch TrafficCom im September 2023 einen Ertrag von über EUR 66 Mio. verbuchen.

Auch die Erträge aus anderen betrieblichen Tätigkeiten und die Anteile aus Joint Ventures sanken nach der Berücksichtigung von Schadenersatz und Kostenerstattung für die autoTicket GmbH im Vorjahr um 75,1 % bzw. 68,3 %. Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen konnten im Berichtszeitraum trotz der steigenden Umsätze um 17,6 % reduziert werden, vor allem in den Geschäftsbereichen Errichtung und Betrieb, allen voran in der Region Americas. Der Personalaufwand stieg um 5,6 %. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um EUR 8,7 Mio. auf EUR 56,1 Mio., da im Vorjahr ein positiver Effekt aus der Auflösung einer Wertberichtigung enthalten war.

Verkehrsmanagement.

Umsatz. Im Segment Verkehrsmanagement lag der Umsatz im Geschäftsjahr 2024/25 mit EUR 137,3 Mio. um 14,5 % unter dem Vorjahreswert von EUR 160,5 Mio. und trug 25,9 % (Vorjahr: 29,8 %) zum Gesamtumsatz bei. Die Errichtungsumsätze stiegen gegenüber dem Vorjahr um 1,7 %, insbesondere in den USA, Guatemala, Großbritannien, Deutschland und Chile.

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Im Geschäftsbereich Betrieb ging der Umsatz im Wesentlichen durch den Verkauf der TMT, Südafrika, und den Abgang der entsprechenden Projekte zurück, die im Vorjahr einen Umsatzbeitrag von EUR 12,0 Mio. geleistet hatten. Rückgänge gab es auch in Spanien, den USA und Panama.

Die geänderte Zuordnung einzelner Projekte zu den Segmenten führte wie erwähnt zu Veränderungen im Ausweis des Komponentengeschäftes. Bereinigt um diese Effekte verzeichnete der Bereich Komponenten im Segment Verkehrsmanagement einen Umsatzrückgang, der sich hauptsächlich auf den Markt in Ecuador konzentrierte.

Segment Verkehrsmanagement nach Geschäftstypen.
in EUR Mio. 2023/24 2024/25 +/-
Umsatz 160,5 137,3 -14,5 %
Errichtung 55,9 56,8 1,7 %
Betrieb 93,2 79,3 -14,9 %
Komponenten 11,5 1,2 -90,0 %
EBIT 15,9 0,5 -96,7 %

EBIT. Das EBIT im Segment Verkehrsmanagement betrug im Berichtsjahr 2024/25 EUR 0,5 Mio. (Vorjahr: EUR 15,9 Mio.). Der wesentlichste Grund für diese Entwicklung ist der Verkauf der TMT Services and Supplies (Pty) Ltd., Sudafrika, welcher einerseits im Jahr 2023/2024 noch positiv zum Umsatz und zum Ergebnis beigetragen hat und andererseits in 2024/25 zum negativen Entkonsolidierungseffekt beigetragen hat.

1.2.3 Vermögenslage.

Die Bilanzsumme von Kapsch TrafficCom zum 31. März 2025 betrug EUR 454,4 Mio. (31. März 2024: EUR 443,7 Mio.).

Aktivseite.

Die Sachanlagen sanken von EUR 46,0 Mio. per 31. März 2024 auf EUR 43,1 Mio. per 31. März 2025. Zwar wurden im Geschäftsjahr Zugänge verzeichnet, jedoch wirkten sich planmäßige Abschreibung bzw. Abgänge stärker als die Zugänge aus. Die immateriellen Vermögenswerte gingen geringfügig um EUR 0,7 Mio. zurück.

Die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen stiegen um EUR 15,1 Mio. Verantwortlich dafür waren im Wesentlichen die Zugänge von Parat Ltd, Abu Dhabi, und Kapsch Telematic Services IOOO, Belarus.

Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte und Beteiligungen sanken in Summe um EUR 0,7 Mio.

Der Rückgang ist im Wesentlichen auf eine Gesellschaft in Südafrika zurückzuführen.

Die aktiven latenten Steuern betrugen zum 31. März 2025 EUR 53,4 Mio. (31. März 2024: EUR 45,6 Mio.). Der Großteil der aktiven latenten Steuern betraf Verlustvorträge in den USA, Österreich, Brasilien und Spanien.

Die Vorräte stiegen um EUR 1,2 Mio. auf EUR 49,0 Mio., großteils durch höhere Lagerstände in Österreich.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte sanken um EUR 10,9 Mio. im Vergleich zum Vorjahr, im Wesentlichen aufgrund der geringeren fakturierten Umsätze im Zuge der Entkonsolidierungen.

Die liquiden Mittel lagen mit EUR 47,8 Mio. über dem Vergleichswert des Vorjahres von EUR 33,4 Mio., dies ist auf die neue langfristige Finanzierung zurückzuführen.

Insgesamt wurde ein Betrag von EUR 4,9 Mio. (31. März 2024: EUR 11,0 Mio.) als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte nach IFRS 5 identifiziert. Neben Sachanlagen betraf dies insbesondere die Positionen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie liquide Mittel.

Passivseite.

Am 21. März 2025 einigte sich die Kapsch TrafficCom AG mit ihren Hausbanken auf eine neue langfristige Finanzierung im Umfang von EUR 104,6 Mio. Die Finanzierung läuft bis zum 29. März 2030. Die Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten spiegelt diese neue langfristige Finanzierung wider: Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen im Vergleich zum Vorjahr um EUR 4,5 Mio. auf EUR 96,4 Mio. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen im Vergleich zum Vorjahr um EUR 9,2 Mio. auf EUR 22,0 Mio.

Per 31. März 2025 betrugen die langfristigen Leasingverbindlichkeiten EUR 24,6 Mio. (31. März 2024: EUR 26,9 Mio.), die kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten lagen bei EUR 7,7 Mio. (31. März 2024: EUR 9,2 Mio.).

Die lang- und kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten aus Kundenverträgen erhöhten sich um EUR 3,8 Mio., da für laufende Projekte weiter angearbeitet wurde.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden um EUR 4,1 Mio. auf EUR 58,8 Mio. reduziert, wobei ein Teil dieser Verbindlichkeiten noch nicht erhaltene Rechnungen für bezogene Leistungen betraf.

Die kurzfristigen Rückstellungen sanken im Vergleich zum Vorjahr um EUR 2,1 Mio. und lagen zum 31. März 2025 bei EUR 20,4 Mio. (31. März 2024: EUR 22,4 Mio.). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Auflösung von Drohverlustrückstellungen im Zusammenhang mit Projekten zurückzuführen.

Das Eigenkapital stieg um EUR 7,6 Mio. auf EUR 91,0 Mio. zum 31. März 2025 an. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 18,8 % im Vorjahr auf 20,0 % zum 31. März 2025.

Insgesamt wurde ein Betrag von EUR 3,5 Mio (31. März 2024: EUR 4,0 Mio). als zur Veräußerung gehaltene Verbindlichkeiten gemäß IFRS 5 identifiziert. Dies betraf insbesondere die Positionen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Sonstige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen.

1.2.4 Finanzlage.
Cashflow.

Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit sank im Vergleich zum Vorjahr auf EUR 12,6 Mio. (Vorjahr: EUR 70,3 Mio.). Grund für dieses hohe Ergebnis im Vorjahr war die Einigung aus dem Schiedsgerichtsverfahren mit der Bundesrepublik Deutschland. Das niedrigere Ergebnis wirkte sich auf den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit aus, der im Geschäftsjahr 2024/25 bei EUR 27,7 Mio. lag (Vorjahr: EUR 61,9 Mio.). Der Cashflow aus dem Ergebnis betrug davon EUR 25,2 Mio. (Vorjahr: EUR 67,0 Mio.) und die Veränderung des Nettoumlaufvermögens belief sich auf EUR 2,4 Mio. (Vorjahr: EUR -5,1 Mio.).

Für die positive Veränderung des Nettoumlaufvermögens waren folgende Effekte ausschlaggebend: Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristigen Vertragsvermögenswerten aus Kundenverträgen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sanken um insgesamt EUR 8,1 Mio. (Vorjahr: Anstieg um EUR 16,8 Mio.). Das Vorratsvermögen erhöhte sich um EUR 1,6 Mio. (Vorjahr: Anstieg um EUR 2,7 Mio.). Die kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten aus Kundenverträgen und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten, genettet um den Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sanken um EUR 2,0 Mio. (Vorjahr: Anstieg um EUR 10,6 Mio.). Die kurzfristigen Rückstellungen sanken um EUR 2,0 Mio (Vorjahr: Anstieg um EUR 3,8 Mio.).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2024/25 EUR -6,5 Mio. (Vorjahr: EUR 43,8 Mio.). Die Investitionen in Sachanlagevermögen stiegen auf EUR -6,2 Mio. (Vorjahr: EUR -5,7 Mio.), die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte stiegen auf EUR -1,6 Mio. (Vorjahr: EUR -0,3 Mio.), Auszahlungen für den Ankauf von Wertpapieren, Beteiligungen und sonstigen langfristigen Finanzanlagen sanken auf EUR -1,2 Mio (Vorjahr EUR -2,5 Mio).

Stark positiv wirkten im Vorjahr die Einzahlungen aus der Rückführung der Finanzierungen des Gemeinschaftsun- ternehmens autoTicket GmbH, Deutschland, in Höhe von EUR 12,9 Mio. sowie Einzahlungen aus dem Verkauf des assoziierten Unternehmens Traffic Technology Services, Inc., USA, in Höhe von EUR 7,9 Mio. Weiters erfolgte im Geschäftsjahr 2023/24 ein Mittelzufluss aus der Dividende des Gemeinschaftsunternehmens autoTicket GmbH, Deutschland, in Höhe von EUR 30,0 Mio. Dies ergab in Summe im Vorjahr den deutlich positiven Cashflow aus Investitionstätigkeit. Im Berichtszeitraum sanken die Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten auf EUR 1,4 Mio. (Vorjahr EUR 21,6 Mio.) und die Dividenden aus at-equity einbezogenen Gesellschaften sanken auf EUR 2,5 Mio. (Vorjahr: EUR 30,0 Mio). Die genannten Effekte führten insgesamt zu einem geringeren Cashflow aus Investitionstätigkeit.

Free Cashflow: EUR 21,2 Mio.

Die Summe aus dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und dem Cashflow aus Investitionstätigkeit ergibt den Free Cashflow. Er betrug im Geschäftsjahr 2024/25 EUR 21,2 Mio. (Vorjahr: EUR 105,7 Mio.) Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den Wegfall der bereits beschriebenen Einmaleffekte des Vorjahres (Beilegung des Schiedsverfahrens in der Bundesrepublik Deutschland und Veräußerung der Anteile an der Traffic Technology Services, Inc., USA) zurückzuführen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verbesserte sich im Geschäftsjahr 2024/25 deutlich auf EUR -6,5 Mio. (Vorjahr: EUR -111,6 Mio.). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen daraus, dass im Vorjahr mit den Mitteln aus Deutschland rund EUR 88 Mio. an die Banken rückgeführt wurden und dass das Berichtsjahr durch die Aufnahme einer neuen langfristigen Finanzierung in Höhe von EUR 104,6 Mio. geprägt war. Bestehende Finanzierungen wurden rückgeführt und der Gesamtkreditbetrag um EUR 21,1 Mio. erhöht. Die bezahlten Zinsen aus Finanzierungen sowie die damit zusammenhängenden Kosten sanken auf EUR -11,8 Mio. (Vorjahr: EUR -26,7 Mio.). Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf den Wegfall von im Vorjahr erfassten Einmaleffekten im Zusammenhang mit der damaligen Restrukturierungsvereinbarung mit den Banken und auf einen deutlichen Rückgang des Zinsniveaus zurückzuführen. Der Finanzmittelbestand zum 31. März 2025 betrug EUR 47,8 Mio. (31. März 2024: EUR 33,4 Mio.).

Kennzahlen.

Die Nettoverschuldung lag zum 31. März 2025 bei EUR 101,5 Mio. und damit um EUR 4,5 Mio. unter dem Vorjahr (EUR 106,0 Mio.). Diese Verbesserung ist im Wesentlichen auf die neue Finanzierung zurückzuführen. Durch die gleichzeitige Erhöhung des Eigenkapitals um EUR 7,6 Mio. konnte der Verschuldungsgrad auf 111,5 % (31. März 2024: 127,1 %) reduziert werden.

Das Nettoumlaufvermögen betrug EUR 72,0 Mio. (31. März 2024: EUR 78,5 Mio.).

1 Fakturierte Umsatzerlöse = in Rechnung gestellte Umsätze - Erlösschmälerungen - Gutschriften - Vertragsstrafen

1.3 Forschung und Entwicklung.

Im Geschäftsjahr 2024/25 investierte Kapsch TrafficCom 5 % des Umsatzes in generische Entwicklung, Innovation, Entwicklungsunterstützung und Produktmanagement.

Im Einklang mit der Unternehmensstrategie „Strategy 2027“ hat Kapsch TrafficCom im Geschäftsjahr 2021/22 ein mehrjähriges Technologie-Transformationsprogramm gestartet. Ziel dieses Programmes ist es, die Technologieführerschaft des Unternehmens abzusichern, um die Marktführerschaft zu stärken. Die Schwerpunkte lagen im Berichtszeitraum unverändert auf der Weiterentwicklung der organisatorischen Fähigkeiten und Fachkenntnisse, der Verbesserung der Entwicklungs- und Lieferprozesse, der schnellen und flexiblen Entwicklung der Technologien des Unternehmens sowie der Anpassung des aktuellen Produkt- und Lösungsportfolios an die sich ständig verändernden Marktanforderungen und der Reduzierung von Redundanzen, um ein globales, einheitliches Portfolio zu schaffen. Das ermöglicht eine schnellere Markteinführung und eine effizientere Bereitstellung von Lösungen, was zu höheren Umsätzen und Margen sowie einer besseren Wettbewerbsposition auf dem Markt führt.

Ein Technologie-Transformations-programm zielt auf effiziente Bereitstellung aktueller Lösungen.

Mit einem starken Fokus auf die Kunden und ihre Bedürfnisse stützt sich die Transformation auf vier Säulen:

Im Geschäftsjahr 2024/25 wurde das Patentportfolio von Kapsch TrafficCom weiter optimiert. Der Fokus lag dabei auf Themenbereichen von hoher strategischer Bedeutung. Das Portfolio bestand zum 31. März 2025 aus 117 Patentfamilien mit 820 Einzelpatenten und 39 laufenden Patentanmeldungen.

Kapsch TrafficCom ist bestrebt, sowohl das Risiko von Patentverletzungen zu mindern als auch das Patentieren von neuen Ideen zu fördern. Daher konzentriert sich das Intellectual Property Rights (IPR) Management auf die Unterstützung des Produktmanagements und der Produktentwicklung. Durch Patentanalysen in verschiedenen Bereichen wird sichergestellt, dass die Produkte und Lösungen auch betrieben werden dürfen. Aufbauend auf diesen Patentanalysen und der daraus gewonnenen Expertise sollen auch verstärkt eigene Patente angemeldet werden, um die Handlungsfreiheit (Freedom to Operate) sowie die Alleinstellungsmerkmale (Unique Selling Proposition) für Produkte und Lösungen von Kapsch TrafficCom abzusichern.

Zusätzlich wurde das weltweite Patentüberwachungssystem weiterentwickelt. Seine Aufgabe ist es, Patentanmeldungen von Mitbewerbern sowie in relevanten Technologiesegmenten zu analysieren, um einen besseren Überblick über die Strategien der Mitbewerber zu gewinnen.

Die Entwicklungsaufwendungen von Kapsch TrafficCom im Geschäftsjahr 2024/25 betrugen EUR 72,3 Mio. nach EUR 80,0 Mio im Vorjahr. Dies entspricht 13,6 % (Vorjahr: 14,8 %) des Konzernumsatzes. Sie teilen sich wie folgt auf:

2 Voraussichtliche Entwicklung und Risiken.

2.1 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025/26.

Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwartet Kapsch TrafficCom aufgrund der Entkonsolidierungen einiger Gesellschaften im vergangenen Geschäftsjahr einen geringeren Umsatz. Das EBIT sollte dennoch über dem Vorjahreswert liegen, wobei zusätzlich positive Einmaleffekte möglich sind.

Umsatz.
Erwartung für Geschäftsjahr 2025/26: Umsatz von rund EUR 510 Mio. EBIT-Steigerung gegenüber Vorjahr.

Im Berichtszeitraum führten die Entkonsolidierungen einiger Gesellschaften zu einem Umsatzentfall gegenüber dem Jahr davor von EUR 22 Mio., wovon EUR 12 Mio. die südafrikanische Gesellschaft TMT und EUR 10 Mio. Belarus betreffen. Das Management erwartet für das Geschäftsjahr 2025/26 vor diesem Hintergrund einen Umsatzrückgang auf rund EUR 510 Mio.

Der hohe Auftragseingang und Auftragsstand bilden eine profunde Basis für weiteres Wachstum. Aufgrund langer Laufzeiten der neu gewonnenen Projekte werden sich diese jedoch erst mittel- bis langfristig im Umsatz widerspiegeln. Mittelfristig sollte zumindest wieder das Vorkrisen-Umsatzniveau von rund EUR 700 Mio. erreichbar sein.

EBIT (Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit).

Das EBIT der vergangenen beiden Geschäftsjahre war von den Entkonsolidierungen und von Einmaleffekten geprägt. Gemäß den derzeitigen Erwartungen rechnet das Management für das Geschäftsjahr 2025/26 mit einem gegenüber dem Vorjahr steigenden EBIT. Im Geschäftsjahr 2025/26 sind zusätzliche positive Einmaleffekte möglich.

Wenngleich Kapsch TrafficCom in den vergangenen Jahren bereits eine deutliche Effizienzverbesserung verzeichnete, bleiben die Kosten nach wie vor im Fokus. Zudem analysiert Kapsch TrafficCom weiterhin ihre Ablauforganisation von Grund auf nach einem Zero Base Approach. Ziel ist eine weitere Effizienzsteigerung durch globale Standards und Tools. Dies wird auch zur weiteren Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität beitragen.

Liquidität.

Die im Berichtszeitraum fakturierten Umsätze sowie die neu gewonnenen Projekte werden im Ergebnis und auch in der Liquidität sichtbar werden. Zudem führte eine erneute Bank-Finanzierungsvereinbarung zu einer längerfristigen Finanzierungsstruktur.

Das Management strebt weiterhin Zuflüsse aus Entkonsolidierungen von Gesellschaften, anhängigen Verfahren und anderen Maßnahmen an, um die Nettoverschuldung nochmals zu senken. Ziel ist, mittelfristig den Schwellenwert von Nettoverschuldung zu EBITDA von rund 1,5x zu unterschreiten.

Nichtfinanzielle Ziele.

Das Nachhaltigkeitsmanagement wurde im Berichtszeitraum ausgebaut und das Reporting verstärkt mit dem Finanzreporting kombiniert. Dies wird auch im folgenden Geschäftsjahr fortgesetzt. Die nichtfinanziellen Ziele von Kapsch TrafficCom sind dem >> Kapitel 4 „Konsolidierte Nichtfinanzielle Erklärung“ in dem vorliegenden Lagebericht zu entnehmen.

Strategie.

Zudem erfolgte im Geschäftsjahr 2024/25 ein umfassender Strategie-Review. Demnach wird Kapsch TrafficCom ihr Kerngeschäft in den Bereichen Maut und Verkehrsmanagement weiterentwickeln. Im Mautbereich wird Kapsch TrafficCom ihre Technologieführerschaft durch Innovationen und den Aus- bzw. Aufbau von Kompetenzen absichern. Für die zugehörigen Mautdienstleistungen werden künftig strategische Partnerschaften angestrebt.

Im Bereich Verkehrsmanagement wird die Entwicklung von konventionellen zu intelligenten Systemen, sogenanntem „Smart Traffic Management“, fortgesetzt. Demand Management und die damit verbundene Optimierung des Nutzerverhaltens rückt angesichts künstlicher Intelligenz und Predictive Analytics näher an die Realität. Kapsch TrafficCom wird dieses Geschäft weiter ausbauen.

2.2 Risikobericht.

2.2.1 Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem (IKS).

Die Kapsch TrafficCom Group verfügt über ein unternehmensweit etabliertes Risikomanagementsystem (Enterprise Risk Management, ERM), das sich am international anerkannten COSO Enterprise Risk Management – Integrated Framework orientiert. Ziel des Systems ist die frühzeitige Identifikation, Bewertung und Steuerung jener Risiken, die die Erreichung der strategischen, operativen und finanziellen Ziele wesentlich beeinträchtigen können. Das ERM leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Unternehmenssteuerung und -sicherung.

Risikomanagement beinhaltet die Identifikation, Bewertung und Steuerung von Risiken und Chancen.

Der Fokus liegt nicht auf einer pauschalen Risikovermeidung, sondern auf einem bewussten, gesteuerten Umgang mit Risiken – inklusive der Nutzung sich bietender Chancen. Risiken werden regelmäßig in einem strukturierten Prozess identifiziert, bewertet, aggregiert und dokumentiert. Der daraus abgeleitete Risikobericht wird quartalsweise erstellt und dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats zur Verfügung gestellt. Über wesentliche Einzelereignisse wird der Prüfungsausschuss unverzüglich informiert. Die Design- und Implementierungsqualität des Risikomanagementsystems wird jährlich durch den Abschlussprüfer gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex überprüft. Ergänzend finden interne Audits zur Bewertung der operativen Wirksamkeit statt.

Das projektorientierte Risikomanagement ist in alle wesentlichen Kunden- und Entwicklungsprojekte eingebettet und setzt bereits in der Angebotsphase mit einer systematischen Risikoanalyse an. Auf diese Weise werden frühzeitig Entscheidungsgrundlagen geschaffen und geeignete Steuerungsmaßnahmen geplant.

Das Interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil der Governance-Struktur der Kapsch TrafficCom Group und auf die Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie die Einhaltung gesetzlicher und interner Vorgaben ausgerichtet. Es umfasst organisatorische Regelungen, Kontrollmechanismen auf Prozessebene sowie technische Maßnahmen innerhalb der IT-Systeme. Durch klare Verantwortlichkeiten, das Vier-Augen-Prinzip, automatisierte Systemkontrollen und regelmäßige Schulungen trägt das IKS zur Reduktion operationeller Risiken und zur Einhaltung regulatorischer Anforderungen bei.

Das Zusammenspiel von Risikomanagement und IKS gewährleistet eine strukturierte Risikosteuerung auf allen Unternehmensebenen und unterstützt eine fundierte Entscheidungsfindung in einem dynamischen Umfeld.

2.2.2 Strategische Risiken.

Die Geschäftstätigkeit der Kapsch TrafficCom Group ist von langfristigen strategischen Zielsetzungen geprägt, insbesondere im Hinblick auf technologische Marktführerschaft, internationale Expansion und Digitalisierung. Damit verbunden sind strategische Risiken, die sich aus veränderten Marktbedingungen, neuen Wettbewerbsstrukturen oder technologischen sowie regulatorischen Entwicklungen ergeben können.

Ein wesentliches strategisches Risiko liegt in der hohen Abhängigkeit von öffentlich finanzierten Infrastrukturprojekten. Politische Veränderungen, geänderte Förderprioritäten oder makroökonomische Entwicklungen in Zielmärkten können die Verfügbarkeit und Umsetzung von Ausschreibungen beeinflussen. Besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern bestehen darüber hinaus erhöhte Unsicherheiten hinsichtlich regulatorischer Stabilität, wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und rechtlicher Durchsetzbarkeit.

Auch der zunehmende Fokus auf Nachhaltigkeit und emissionsarme Mobilität kann dazu führen, dass Technologien oder Geschäftsmodelle an Relevanz verlieren oder angepasst werden müssen. Strategische Risiken entstehen in diesem Zusammenhang insbesondere dann, wenn regulatorische Anforderungen nicht antizipiert oder entsprechende technologische Innovationsmaßnahmen zu spät ergriffen werden.

Das internationale Wachstum eröffnet neue Chancen, beinhaltet aber auch Risiken.

Die internationale Ausweitung der Geschäftstätigkeit eröffnet neue Chancen, birgt jedoch auch Risiken hinsichtlich politischer Stabilität, rechtlicher Rahmenbedingungen, Zugang zu Märkten oder der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte.

Zur Risikosteuerung beobachtet Kapsch TrafficCom kontinuierlich Markt und Umfeld, evaluiert regelmäßig neue technologische sowie regulatorische Entwicklungen und passt die strategische Planung flexibel an. Der Diversifikationsansatz hinsichtlich Märkten, Produkten und Technologien sowie gezielte Investitionen in F&E tragen zur Risikominimierung bei. Strategische Kooperationsmodelle und Allianzen werden genutzt, um gezielt auf neue Anforderungen reagieren zu können und Zugang zu Schlüsseltechnologien zu sichern.

Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung prüft Kapsch TrafficCom regelmäßig auch mögliche Unternehmensakquisitionen oder Beteiligungen. Damit verbunden sind generische Risiken hinsichtlich der Bewertung, Integration und Steuerung akquirierter Einheiten. Diese umfassen unter anderem Synergieabweichungen, kulturelle Integrationsprobleme oder operative Doppelstrukturen. Derartige Risiken werden im Rahmen eines strukturierten M&A-Prozesses berücksichtigt und – soweit relevant – in die Risikobewertung eingebunden.

2.2.3 Markt- und Branchenrisiken.

Die Kapsch TrafficCom Group ist in einem spezialisierten und wettbewerbsintensiven Marktumfeld tätig. Ihre Kunden sind vorwiegend öffentliche Auftraggeber, Betreiber von Verkehrsinfrastrukturen sowie konzessionierte Projektgesellschaften. Der Zugang zum Markt erfolgt großteils über öffentliche Ausschreibungsverfahren, die hohe Anforderungen hinsichtlich technischer Leistungsfähigkeit, Preisgestaltung und regulatorischer Eignung beinhalten.

Ein wesentliches branchenspezifisches Risiko liegt in der Volatilität des Auftragseingangs. Ausschreibungen für großvolumige Verkehrsmanagement- oder Mautsysteme können sich durch politische Veränderungen, rechtliche Einsprüche unterlegener Bieter oder Änderungen von Förderprogrammen verzögern oder gänzlich entfallen. Der Entscheidungsprozess bei staatlichen Stellen ist häufig langwierig und mit erhöhten Unsicherheiten verbunden. Zudem bestehen Risiken im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Akzeptanz von Mautsystemen, insbesondere in politisch sensiblen Regionen.

Geografische Diversifikation und Erweiterung des Produktportfolios tragen zur Umsatzstabilisierung bei.

Zur Risikominderung verfolgt Kapsch TrafficCom eine geografische Diversifikation, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor, sowie den Ausbau wiederkehrender Erlöse durch Betrieb und Wartung von bestehenden Systemen. Letztere zeichnen sich durch eine höhere Planbarkeit und geringere Abhängigkeit von Einzelprojekten aus.

Die technologische Dynamik in der Branche erfordert ständige Weiterentwicklungen im Bereich Software, Sensorik und Konnektivität. Erfolgreiche Wettbewerber agieren zunehmend global und der Preisdruck nimmt durch internationale, aber auch regionale Anbieter und neue Marktteilnehmer, insbesondere aus dem IT- und Plattformbereich, zu.

Zusätzlich besteht in einzelnen Märkten eine hohe Abhängigkeit von wenigen großen öffentlichen Auftraggebern, was zu temporären Umsatzrückgängen führen kann, wenn Projekte abgeschlossen oder nicht verlängert werden. Diese Kundenstruktur bietet eine stabile Einnahmenbasis, erfordert jedoch auch aktives Kundenbeziehungsmanagement und Diversifikationsstrategien.

Kapsch TrafficCom begegnet diesen Risiken durch ein breites Technologieportfolio, systematische Marktanalysen und durch den Aufbau neuer Geschäftsfelder. Der Markt wird kontinuierlich beobachtet, um Trends frühzeitig zu erkennen und durch gezielte Entwicklungs- und Akquisitionstätigkeit adressieren zu können.

2.2.4 Projekt- und Lieferkettenrisiken.

Die Kapsch TrafficCom Group realisiert komplexe verkehrstechnologische Systeme, die häufig im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen und unter anspruchsvollen vertraglichen, technischen und zeitlichen Bedingungen umgesetzt werden. Daraus ergeben sich vielfältige Projektrisiken, insbesondere im Hinblick auf Qualität, Termine, Kosten sowie vertragliche Verpflichtungen.

Technische Herausforderungen und enge Zeitpläne bedingen typische Projektrisiken.

Ein zentrales Risiko besteht in der Unterschätzung technischer und organisatorischer Anforderungen während der Angebotsphase. Das tatsächliche Projektumfeld ist oft nicht in vollem Umfang prognostizierbar. Risiken ergeben sich dabei etwa aus nicht vollständiger Transparenz über bestehende IT- und Infrastrukturschnittstellen, aus unerwarteten Abhängigkeiten zu Drittsystemen oder aus genehmigungsrechtlichen Verzögerungen.

Terminüberschreitungen, Leistungsabweichungen oder Systemmängel können finanzielle Auswirkungen in Form von Vertragsstrafen, Schadenersatzforderungen oder – im Extremfall – vorzeitiger Vertragsauflösung durch den Auftraggeber nach sich ziehen. In einzelnen Fällen bestehen vertragliche Regelungen zur Kompensation entgangener Mauterlöse, die die wirtschaftliche Tragweite erhöhen. Darüber hinaus kann die Reputation des Unternehmens durch Projektverzögerungen negativ beeinflusst werden, insbesondere im Zusammenhang mit zukünftigen Ausschreibungen in sensiblen Märkten.

Zur Risikosteuerung setzt Kapsch TrafficCom ein strukturiertes Projekt- und Risikomanagement auf Basis internationaler Standards (u.a. IPMA) ein. Eine systematische Risikoanalyse erfolgt bereits in der Angebotsphase. Während der Projektabwicklung wird eine enge Kontrolle über Leistungsfortschritt, Kosten und Meilensteine sichergestellt. Die Kompetenzbündelung in interdisziplinären Projektteams sowie eine intensive Einbindung der Kundenseite in kritischen Phasen wirken ebenfalls risikomindernd.

Ein weiterer bedeutender Risikobereich betrifft die Lieferkette, insbesondere bei Hard- und Software-Komponenten, die in den Gesamtsystemen zum Einsatz kommen. Globale Engpässe – etwa am Halbleitermarkt – können durch Produktionsausfälle, geopolitische Konflikte, Logistikstörungen oder Währungsschwankungen zu Verfügbarkeits- und Preisrisiken führen. Auch die Abhängigkeit von Einzelanbietern oder verlängerte Beschaffungszyklen bergen operative Risiken.

Zur Absicherung dieser Risiken diversifiziert Kapsch TrafficCom ihre Lieferkette für kritische Komponenten, bevorzugt Lieferanten mit hoher Liefertreue und zertifizierter Qualität und setzt frühzeitig projektbezogene Beschaffungsschritte. Risiken werden laufend überwacht und in enger Abstimmung mit den Projektteams und der Einkaufsfunktion bewertet.

2.2.5 Technologische und Innovationsrisiken.

Die Wettbewerbsfähigkeit der Kapsch TrafficCom Group basiert maßgeblich auf ihrer technologischen Kompetenz und Innovationsfähigkeit. Als Anbieter von intelligenten Verkehrssystemen ist das Unternehmen einem hohen Innovationsdruck ausgesetzt. Neue Technologien, regulatorische Vorgaben und sich verändernde Kundenbedürfnisse erfordern eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Produkt- und Lösungsportfolios.

Ein wesentliches Risiko besteht darin, dass neue technologische Entwicklungen nicht rechtzeitig erkannt, umgesetzt oder marktfähig gemacht werden. Eine verzögerte Reaktion auf technologische Trends kann die Position im Wettbewerb schwächen, insbesondere gegenüber neuen Marktteilnehmern aus dem IT- oder Plattformbereich mit hoher Innovationsgeschwindigkeit.

Zudem besteht die Gefahr, dass entwickelte Lösungen die Markterwartungen nicht erfüllen – sei es in Bezug auf Skalierbarkeit, Interoperabilität, Lebenszykluskosten oder ökologische Anforderungen. Auch regulatorische Veränderungen (z. B. im Datenschutz oder in sicherheitsrelevanten Normen) können dazu führen, dass bestehende Produkte kurzfristig angepasst oder neu zertifiziert werden müssen.

Ein weiteres Risiko ergibt sich aus der möglichen Verletzung von Schutzrechten Dritter bei der Entwicklung neuer Technologien. Umgekehrt besteht das Risiko, dass eigene Technologien und Know-how durch Produktpiraterie oder Reverse Engineering kompromittiert werden. Beides kann finanzielle und reputative Auswirkungen haben.

Kapsch TrafficCom begegnet diesen Risiken mit einem strukturierten Innovationsprozess, der Markt-, Kunden- und Technologietrends systematisch beobachtet und in die strategische Produktentwicklung integriert. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erfolgen entlang definierter Roadmaps und werden laufend auf Relevanz und Umsetzbarkeit überprüft. Schutzrechte werden aktiv verwaltet, durch Patente, Gebrauchsmuster oder Geheimhaltungsvereinbarungen gesichert und bei Bedarf rechtlich durchgesetzt.

Die Einbindung von Partnern, Forschungseinrichtungen und Start-ups im Rahmen von Kooperationen trägt zur Stärkung der Innovationskraft bei. Zusätzlich schafft Kapsch TrafficCom durch gezielte Weiterqualifizierung ihrer Mitarbeiter*innen im Bereich Technologie, Softwareentwicklung und Systemintegration die Grundlage für zukünftige technologische Führungspositionen.

2.2.6 ESG-bezogene Risiken.
ESG-bezogene Risiken und Chancen werden in der Nichtfinanziellen Erklärung detailliert erläutert.

Nachhaltigkeitsaspekte – insbesondere im Bereich Umwelt, Soziales und Governance (ESG) – haben für die Geschäftstätigkeit der Kapsch TrafficCom Group zunehmende Bedeutung. Damit verbunden sind auch Risiken, die sich auf die wirtschaftliche Entwicklung, die operative Umsetzung von Projekten und die Reputation des Unternehmens auswirken können.

Im Bereich Umwelt bestehen Risiken unter anderem durch den zunehmenden regulatorischen Druck hinsichtlich Emissionsreduktionen, Energieeffizienz oder Produktkreisläufen. Auch der Klimawandel kann mittel- bis langfristige Auswirkungen auf Infrastrukturprojekte, Lieferketten oder den Einsatz bestimmter Technologien haben. Projekte in klimatisch sensiblen Regionen können mit besonderen Anforderungen an Widerstandsfähigkeit, Ausfallsicherheit oder Transportlogistik konfrontiert sein.

Soziale Risiken ergeben sich insbesondere in Bezug auf Arbeitssicherheit, faire Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette sowie die Einhaltung internationaler Standards in Drittstaaten. Projektverzögerungen oder Reputationsschäden können entstehen, wenn ESG-Anforderungen nicht erfüllt oder Verstöße öffentlich bekannt werden.

Im Bereich Governance bestehen Risiken vor allem im Zusammenhang mit regulatorischen Anforderungen an die Compliance-Organisation, Transparenzpflichten, Datenschutz und der Integrität in Vergabeverfahren.

Diese ESG-bezogenen Risiken werden im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagements mitbetrachtet, analysiert und bewertet. Sie sind im Detail in >> Kapitel 4 „Konsolidierte Nichtfinanzielle Erklärung“ gemäß den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) und den wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen der Kapsch TrafficCom Group beschrieben.

2.2.7 Finanzielle Risiken.

Als international tätiger Technologiekonzern ist die Kapsch TrafficCom Group einer Vielzahl finanzieller Risiken ausgesetzt. Diese betreffen insbesondere Währungsrisiken, Zinsänderungsrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Kreditrisiken.

Währungsrisiken. Durch die weltweite Projektabwicklung und den Einkauf in verschiedenen Währungsräumen besteht ein wesentliches Risiko aus Wechselkursvolatilitäten. Diese können sich sowohl auf die Projektkalkulation als auch auf die Ergebnis- und Bilanzkennzahlen auswirken. Transaktionsrisiken entstehen vor allem bei Projektumsätzen und -ausgaben in unterschiedlichen Währungen, während Translationsrisiken aus der Umrechnung von Einzelabschlüssen nicht-eurozonaler Konzerngesellschaften in die Konzernwährung resultieren.

Kapsch TrafficCom begegnet diesem Risiko mit einer projektbasierten Währungsabsicherungspolitik. Wo wirtschaftlich sinnvoll, werden Absicherungsgeschäfte (Hedging) abgeschlossen, um Kursschwankungen zu minimieren. Zudem werden Fremdwährungspositionen laufend analysiert und in der Unternehmensplanung berücksichtigt.

Finanzielle Risiken entstehen aus Wechselkurs- und Zinsschwankungen sowie Krediten. Ausreichende Liquidität erhöht die Flexibilität, auch kurzfristig agieren zu können.

Zinsrisiken. Ein Teil der Projekt- und Unternehmensfinanzierung erfolgt auf Basis variabler Zinssätze. Ein Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus kann die Finanzierungskosten erhöhen und sich negativ auf das Ergebnis auswirken. Zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken kommen bei Bedarf geeignete Finanzinstrumente zum Einsatz.

Liquiditätsrisiken. Für die Finanzierung von Großprojekten, insbesondere mit verzögerten Zahlungseingängen von Auftraggebern, ist die Verfügbarkeit ausreichender liquider Mittel entscheidend. Dies gilt ebenso für die Erfüllung von Sicherheitsleistungen (z.B. Bid oder Performance Bonds), die im Rahmen von Ausschreibungen gefordert werden.

Zur Steuerung dieses Risikos verfügt die Kapsch TrafficCom Group über ein konzernweites Liquiditätsmanagement mit rollierender Kapitalflussplanung. Dies ermöglicht eine frühzeitige Identifikation möglicher Engpässe und die Einleitung geeigneter Gegenmaßnahmen. Die Liquiditätsreserven sowie bestehende Kreditlinien sichern darüber hinaus ein hohes Maß an finanzieller Flexibilität.

Kreditrisiken. Kreditrisiken ergeben sich primär aus Forderungen gegenüber Kunden, insbesondere im Zusammenhang mit Großprojekten. Zwar zählen öffentliche Auftraggeber zu den Hauptkunden, jedoch tritt Kapsch TrafficCom auch als Auftragnehmer privater Konsortien oder Konzessionsgesellschaften auf. Zahlungsausfälle oder -verzögerungen können zu Belastungen der Liquidität und des Ergebnisses führen.

Zur Reduzierung des Kreditrisikos erfolgen vor Vertragsabschluss Bonitätsprüfungen. Zudem kommen Absicherungsinstrumente wie staatliche Exportgarantien (z.B. über die OeKB) zum Einsatz. Forderungen werden laufend überwacht und im Bedarfsfall wertberichtigt.

2.2.8 IT- und Cyberrisiken.

Die Kapsch TrafficCom Group ist in hohem Maße auf stabile, sichere und verfügbare IT-Systeme angewiesen – sowohl für den internen Geschäftsbetrieb als auch für die Bereitstellung von Kundenlösungen. Durch die zunehmende Digitalisierung von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen haben sich in den letzten Jahren die Anforderungen an Informationssicherheit und Cyber-Resilienz deutlich erhöht.

Ein wesentliches Risiko besteht in der Beeinträchtigung der Systemverfügbarkeit, Datenintegrität oder Vertraulichkeit durch Cyber-Angriffe, Malware, Ransomware oder sonstige externe Einwirkungen. Auch gezielte Angriffe auf die eingesetzten Verkehrsmanagementsysteme, Cloud-Plattformen, vor Ort betriebene Softwarelösungen oder Backend-Infrastrukturen können erhebliche operative, rechtliche oder reputative Schäden verursachen. Zunehmend kritisch ist zudem die Einhaltung internationaler Datenschutz- und Informationssicherheitsanforderungen (z.B. DSGVO, NIS2, AI Act).

Auch in der Lieferkette können IT- oder Cyber-Vorfälle zu Beeinträchtigungen führen – etwa durch Drittanbieter, deren Systeme in Kundenlösungen integriert sind.

Kapsch TrafficCom verfügt über ein konzernweites Informationssicherheitsmanagementsystem, das sich an der internationalen Norm ISO/IEC 27001 orientiert. Der Sicherheitsansatz basiert auf einer risikoorientierten Analyse kritischer Systeme, Datenflüsse und Schnittstellen. Sicherheitsvorfälle werden zentral erfasst, bewertet und dokumentiert. Ein etabliertes Incident-Response-Verfahren sowie ein kontinuierlich aktualisiertes Notfallkonzept sichern die Handlungsfähigkeit im Ernstfall.

Zur Prävention kommen unter anderem Zugriffs- und Berechtigungskonzepte, Netzsegmentierung, Verschlüsselungstechnologien und regelmäßige Penetrationstests zum Einsatz. Die Sensibilisierung der Mitarbeiter*innen erfolgt durch verpflichtende Schulungen und interne Awareness-Kampagnen. Auch in den Projekt- und Produktentwicklungsprozessen ist Informationssicherheit ein integraler Bestandteil („Security by Design“).

Das Unternehmen beobachtet kontinuierlich die Bedrohungslage, passt technische und organisatorische Maßnahmen laufend an neue Angriffsmuster an und beteiligt sich aktiv an branchenspezifischen Sicherheitsinitiativen.

2.2.9 Rechtliche und Compliance-Risiken.

Die Geschäftstätigkeit der Kapsch TrafficCom Group unterliegt einer Vielzahl nationaler und internationaler rechtlicher Vorgaben. Diese betreffen unter anderem öffentliches Vergaberecht, Exportkontrollen, steuerliche Vorschriften, Datenschutz, Wettbewerbsrecht, Arbeitsrecht sowie branchenspezifische Normen. Verstöße gegen gesetzliche oder regulatorische Anforderungen können zu erheblichen finanziellen Belastungen, Reputationsschäden oder dem Ausschluss von Ausschreibungsverfahren führen.

Ein wesentliches Risiko besteht im Zusammenhang mit der Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen, insbesondere hinsichtlich der Einhaltung komplexer Vergabeanforderungen, formaler Kriterien und offenzulegender Subunternehmerstrukturen. Fehler in diesem Zusammenhang können nicht nur zur Disqualifikation führen, sondern im Falle von Vergaberechtsverstößen auch zu juristischen Auseinandersetzungen mit Wettbewerbern oder Behörden.

Mit der zunehmenden Internationalisierung des Geschäftes ist auch das Risiko gestiegen, unbeabsichtigt in rechtsunsicheren oder sanktionierten Märkten tätig zu werden. Politische Instabilität, unklare Eigentumsverhältnisse oder sich rasch ändernde rechtliche Rahmenbedingungen können die Geschäftstätigkeit erheblich beeinträchtigen. Auch verdeckte Compliance-Risiken in der Lieferkette, etwa durch Umwelt- oder Menschenrechtsverstöße von Zulieferern, rücken durch neue regulatorische Vorgaben (z.B. EU-Lieferkettengesetzgebung) stärker in den Fokus.

Darüber hinaus bestehen Risiken im Zusammenhang mit Verletzungen geistiger Eigentumsrechte, sei es durch unbewusste Nutzung geschützter Technologien Dritter oder durch unzureichenden Schutz der eigenen Entwicklungen.

Zur Risikosteuerung bestehen unternehmensweit etablierte Compliance-Strukturen, die laufend an neue gesetzliche Anforderungen angepasst werden. Dazu zählen unter anderem interne Richtlinien, verpflichtende Schulungen, klar definierte Verantwortlichkeiten sowie Hinweisgebersysteme, die sowohl Mitarbeiter*innen als auch externen Stakeholdern zur Verfügung stehen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Bereichen Vergaberecht, Exportkontrolle, Datenschutz, Wettbewerbs- und Antikorruptionsrecht. Neue Märkte oder Partnerschaften werden vor dem Markteintritt rechtlich geprüft. Der Schutz des geistigen Eigentums erfolgt durch ein strukturiertes Patentmanagement sowie durch vertragliche Schutzmechanismen in Entwicklungskooperationen. Für die systematische Verfolgung von strategischen Partnerschaften hat Kapsch TrafficCom eine eigene Stelle eingerichtet.

Ereignisse wie Projektverzögerungen, Vertragsstreitigkeiten, technische Mängel oder öffentliche Kritik an Maut- und Verkehrsmanagementsystemen können sich negativ auf die Reputation der Kapsch TrafficCom Group auswirken – sowohl lokal wie auch konzernweit. Die Pflege langfristiger Kundenbeziehungen, hohe Qualitätsstandards sowie transparente Kommunikation sind zentrale Steuerungsmaßnahmen zur Vermeidung reputativer Schäden.

2.2.10 Personalrisiken.
Kapsch TrafficCom setzt attraktive Maßnahmen, um dem Personalrisiko entgegenzuwirken.

Der Erfolg der Kapsch TrafficCom Group hängt in hohem Maß von der Kompetenz, Motivation und Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter*innen ab. Insbesondere Fachkräfte mit technischem Spezialwissen, internationaler Projekterfahrung sowie Kenntnissen in den Bereichen Softwareentwicklung, Systemintegration und Verkehrstelematik sind von zentraler Bedeutung.

Ein wesentliches Risiko besteht im Verlust von Schlüsselpersonen mit unternehmenskritischem Know-how oder in der Erschwerung der Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte, insbesondere in einem zunehmend umkämpften globalen Arbeitsmarkt. Technologische Entwicklungen, hybride Arbeitsmodelle und veränderte Erwartungen an Arbeitgeber verschärfen den Wettbewerb um Talente zusätzlich. Ein Mangel an geeignetem Personal kann Projektverzögerungen, Know-how-Verluste und eine Einschränkung der Innovations- und Umsetzungskraft zur Folge haben.

Auch in der internationalen Projektumsetzung können personelle Risiken entstehen – etwa durch Einschränkungen bei Mobilität und Entsendung, kulturelle Barrieren oder rechtliche Unterschiede im Arbeitsrecht einzelner Länder.

Zur Risikosteuerung verfolgt Kapsch TrafficCom mit der People Strategy eine umfassende Personalentwicklungsstrategie mit Fokus auf Talentbindung, Qualifizierung und internationale Zusammenarbeit. Dazu zählen unter anderem:

Zur Förderung der Mitarbeiterbindung setzt das Unternehmen zusätzlich auf regelmäßige Feedback-Formate und transparente interne Kommunikation. Eine periodische Mitarbeiterbefragung sowie der direkte Zugang zur Geschäftsführung über das Format „OpenLine2CEO“ ermöglichen es, auf Stimmungen, Herausforderungen und Verbesserungspotenziale frühzeitig zu reagieren.

2.2.11 Chancen.
Die frühzeitige Identifizierung von Chancen eröffnet Potenziale.

Neben der systematischen Erfassung und Bewertung von Risiken betrachtet die Kapsch TrafficCom Group im Rahmen ihres Enterprise Risk Managements auch Chancen, die sich aus technologischen Entwicklungen, Marktveränderungen oder regulatorischen Rahmenbedingungen ergeben. Ziel ist es, Potenziale frühzeitig zu identifizieren, strategisch zu bewerten und aktiv zu nutzen.

Ein wesentliches Chancenfeld ergibt sich aus dem weltweiten Trend zu nachhaltiger, vernetzter und digital gesteuerter Mobilität. Die zunehmende Notwendigkeit zur Reduktion von Emissionen, zur Entlastung urbaner Räume und zur Effizienzsteigerung im Verkehrsfluss schafft neue Nachfrage nach intelligenten Mobilitätslösungen, Umweltzonensystemen, dynamischer Verkehrssteuerung und Mauttechnologie.

Auch die Verlagerung öffentlicher Investitionen in Richtung Digitalisierung und Verkehrsmodernisierung – häufig unterstützt durch nationale oder europäische Förderprogramme – eröffnet zusätzliche Marktpotenziale. Kapsch TrafficCom ist in der Lage, mit einem modular aufgebauten Technologieportfolio auf unterschiedliche Kundenanforderungen einzugehen – sowohl im Bereich von Systemen als auch bei Dienstleistungen.

Auf Projektebene ergeben sich Chancen durch sogenannte „Change Requests“, Kundenanpassungen während der Projektumsetzung, die als gesonderte Leistung beauftragt und abgerechnet werden können. Auch im Betrieb bestehender Systeme entstehen durch Erweiterungen, Upgrades oder neue regulatorische Anforderungen regelmäßig Zusatzgeschäftsmöglichkeiten.

Zudem besteht eine Chance in der weiteren geografischen Diversifikation, insbesondere in wachstumsstarke Regionen mit steigendem Bedarf an Verkehrsinfrastruktur und Mobilitätsmanagement.

Kapsch TrafficCom begegnet diesen Chancen mit einer innovationsgetriebenen Produktstrategie, aktiver Marktbearbeitung und der engen Zusammenarbeit mit strategischen Partnern, Städten und Verkehrsbehörden.

2.2.12 Zusammenfassende Beurteilung der Risikosituation.

Aus derzeitiger Sicht bestehen keine einzelnen Risiken, die den Fortbestand von Kapsch TrafficCom unmittelbar gefährden könnten. Die wesentlichen identifizierten Risiken werden laufend überwacht, systematisch bewertet und durch geeignete Steuerungsmaßnahmen adressiert. Das unternehmensweite Risikomanagementsystem, einschließlich des Internen Kontrollsystems, ist darauf ausgelegt, die Risikotragfähigkeit jederzeit sicherzustellen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtrisikosituation im Wesentlichen stabiler geworden. Erhöhte Unsicherheiten zeigen sich punktuell in geopolitischen, regulatorischen und marktbezogenen Bereichen. Diesen Entwicklungen wird mit angepassten Maßnahmen im Rahmen der Unternehmenssteuerung Rechnung getragen.

Aus aktueller Sicht sind die identifizierten Einzelrisiken beherrschbar und es bestehen ausreichende organisatorische, finanzielle und strukturelle Vorkehrungen, um potenzielle Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Kapsch TrafficCom zu begrenzen.

2.3. Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess.

Kapsch TrafficCom verfügt über ein konzernweites Internes Kontrollsystem (IKS), das insbesondere darauf ausgerichtet ist, die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sicherzustellen sowie gesetzliche und unternehmensinterne Vorschriften einzuhalten. Das IKS ist Bestandteil des unternehmensweiten Risikomanagementsystems und orientiert sich am international anerkannten COSO-Framework.

Im Sinne eines prozessintegrierten Kontrollansatzes umfasst das IKS alle wesentlichen Gesellschaften und rechnungslegungsrelevanten Prozesse. Die operative Buchhaltung wird primär in lokalen Einheiten auf Basis von Navision durchgeführt. Die Konsolidierung erfolgt zentral im Group Accounting, wobei hierfür die Konsolidierungssoftware OneStream zum Einsatz kommt. Im Rahmen der konzernweiten Berichterstattung werden zusätzlich manuelle und systemgestützte Kontrollmechanismen eingesetzt.

Das IKS ist jeweils lokal implementiert und wird zentral überwacht.

Das Kontrollumfeld ist durch klar definierte Verantwortlichkeiten, konzernweit geltende Richtlinien (z. B. IFRS Accounting Manual) sowie einheitliche Freigabeprozesse geprägt. Diese Vorgaben schaffen die Grundlage für eine konsistente Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Die Risikobeurteilung erfolgt im Rahmen eines risikoorientierten Aufbaus des internen Kontrollsystems. Im Mittelpunkt steht die frühzeitige Erkennung potenzieller Fehlerquellen im Rechnungslegungsprozess, insbesondere bei der Verbuchung komplexer Geschäftsvorfälle, Intercompany-Abstimmungen oder bilanziell relevanter Schätzwerte. Die identifizierten Risikopunkte fließen in die Gestaltung und Weiterentwicklung der Kontrollmaßnahmen ein. Eine enge inhaltliche Abstimmung mit dem Risikomanagement unterstützt dabei die konsistente Bewertung und Priorisierung.

Zur Reduktion dieser Risiken bestehen umfassende Kontrollmaßnahmen, sowohl automatisiert in den eingesetzten Systemen, als auch manuell auf lokaler und zentraler Ebene. Hierzu zählen unter anderem systembasierte Prüfungen, standardisierte Kontrollen bei Buchungen, Intercompany-Abstimmungen sowie das Vier-Augen-Prinzip in kritischen Prozessschritten.

Eine effiziente Information und Kommunikation wird über strukturierte Reporting-Linien, regelmäßige Monats- und Forecast-Berichte sowie zentrale Abstimmungen zwischen den Einheiten und dem Konzernrechnungswesen sichergestellt. Auch der Aufsichtsrat wird regelmäßig über rechnungslegungsbezogene Entwicklungen informiert, einschließlich der Abschlüsse, Prognosen sowie relevanter Aspekte des internen Kontrollsystems.

Die Überwachung der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems erfolgt durch prozessverantwortliche Fachbereiche sowie durch die interne Revision, die auf Basis eines risikoorientierten Prüfplans tätig ist. Prüfungsfeststellungen werden dokumentiert und entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung des Kontrollsystems abgeleitet.

Das IKS wird regelmäßig evaluiert und bei Bedarf an veränderte regulatorische, prozessuale oder technologische Rahmenbedingungen angepasst. Dabei wird auf die enge Verzahnung mit dem Risikomanagementsystem sowie mit der externen Abschlussprüfung geachtet.

3 Sonstige Angaben.

3.1 Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Vereinbarungen.

Das zur Gänze aufgebrachte Grundkapital der Kapsch TrafficCom AG beträgt EUR 14,3 Mio. und ist in 14,3 Mio. Stückaktien aufgeteilt. Es bestehen keine gesetzlichen oder satzungsmäßigen Deckelungen oder Beschränkungen betreffend die Ausübung von Stimmrechten oder die Übertragung von Aktien. Die KAPSCH-Group Beteiligungs GmbH hielt zum Stichtag 31. März 2025 rund 63,3 % der Anteile.

Im Geschäftsjahr 2023/24 hat die KAPSCH-Group Beteiligungs GmbH im Zusammenhang mit einer Refinanzierung sämtliche ihrer Aktien an der Kapsch TrafficCom AG zugunsten der finanzierenden Banken verpfändet. Am 26. März 2025 hat die Kapsch TrafficCom AG mit ihren Hausbanken eine neue langfristige Finanzierung bis 2030 vereinbart und wurde die von KAPSCH-Group Beteiligungs GmbH vorgenommene Verpfändung aller ihrer an der Gesellschaft gehaltenen Aktien aufgehoben.

Die KAPSCH-Group Beteiligungs GmbH ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der DATAX HandelsgmbH, deren Anteile (teils mittelbar, teils unmittelbar) jeweils zu gleichen Teilen von der Traditio-Privatstiftung und der Children of Elisabeth-Privatstiftung, zwei Privatstiftungen nach österreichischem Privatstiftungsgesetz, gehalten werden. Jede dieser Privatstiftungen wird von einem eigenen Stiftungsvorstand geleitet, wobei keine Person in beiden Vorständen vertreten ist. Die Begünstigten dieser Privatstiftungen sind Georg Kapsch und Mitglieder seiner Familie (Traditio- Privatstiftung), darunter Samuel Kapsch, der seit 1. April 2025 Mitglied des Vorstands der Kapsch TrafficCom AG ist, sowie Elisabeth Kapsch und Mitglieder ihrer Familie (Children of Elisabeth-Privatstiftung).

Es gab zum Stichtag 31. März 2025 keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an der Kapsch TrafficCom AG hielt. Im Geschäftsjahr 2024/25 erwarb oder veräußerte die Kapsch TrafficCom AG keine eigenen Aktien und hielt zum Bilanzstichtag auch keine.

Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechts durch Arbeitnehmer mit Kapitalbeteiligung. Es gibt keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Bei der Gesellschaft besteht derzeit kein bedingtes Kapital, das den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne (neuerliche) Befassung der Hauptversammlung zur Ausgabe von Aktien ermächtigt.

Marktübliche „Change of Control“-Klauseln, die gegebenenfalls zu einer Vertragsbeendigung führen können, betreffen Finanzierungsvereinbarungen von in Summe rund EUR 105 Mio. sowie das Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 8,5 Mio. oder stehen im Zusammenhang mit einzelnen Kundenverträgen.

Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Kapsch TrafficCom AG und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.

3.2 Corporate-Governance-Bericht.

Gemäß C-Regel 61 des Österreichischen Corporate Governance Kodex wird darauf hingewiesen, dass der konsolidierte Corporate-Governance-Bericht im Internet unter https://www.kapsch.net/de/ir/corporate-governance abgerufen werden kann.

4 Konsolidierte Nichtfinanzielle Erklärung.

1 Allgemeine Informationen (ESRS 2).35

1.1 Grundlagen für die Erstellung.35

1.2 Governance.36

1.3 Strategie.41

1.4 Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen.58

2 Umweltinformationen.70

2.1 Angaben nach Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 (Taxonomie-Verordnung).70

2.2 Klimawandel (ESRS E1).86

2.3 Umweltverschmutzung (ESRS E2).100

2.4 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (ESRS E5).102

3 Sozialinformationen.107

3.1 Arbeitskräfte des Unternehmens (ESRS S1).107

3.2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette (ESRS S2).127

3.3 Betroffene Gemeinschaften (ESRS S3).132

4 Governance-Informationen.136

4.1 Unternehmensführung (ESRS G1).136

Die vorliegende konsolidierte Nichtfinanzielle Erklärung wurde gemäß österreichischem Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) bzw. § 267a UGB erstellt. Sie enthält die Angaben zu den wesentlichen Themen, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufes, des Geschäftsergebnisses, der Lage des Konzerns sowie der Auswirkungen ihrer Tätigkeit erforderlich sind. Dazu zählen die Angaben zu folgenden Belangen:

Umweltbelange siehe Abschnitt 2 „Umweltinformationen“

Sozial- und Arbeitnehmerbelange siehe Abschnitt 3 „Sozialinformationen“

Achtung der Menschenrechte siehe Abschnitt 3 „Sozialinformationen“

Bekämpfung von Korruption und Bestechung siehe Abschnitt 4 „Governance-Informationen“

Kapsch TrafficCom stützte sich bei der Erstellung auf die gemäß Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der Europäischen Union erlassenen European Sustainability Reporting Standards (ESRS) und die EU-Taxonomie-Verordnung und kommt mit der freiwilligen Aufstellung entsprechend der CSRD auch ihren Verpflichtungen gemäß UGB nach.

Diese Nachhaltigkeitserklärung wurde von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer einer Prüfung mit begrenzter Sicherheit unterzogen.

Nachhaltigkeitserklärung.

1 Allgemeine Informationen (ESRS 2).

1.1 Grundlagen für die Erstellung.

Allgemeine Grundlagen für die Erstellung der Nachhaltigkeitserklärung (BP-1).

Wie oben angeführt berichtet Kapsch TrafficCom die relevanten Informationen – wenngleich noch nicht verpflichtend – gemäß der Corporate Sustainability Reporting Directive nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) der Europäischen Kommission in diesem Teil des Konzernlageberichts. Die Nachhaltigkeitserklärung wurde auf konsolidierter Basis für die Kapsch TrafficCom Group erstellt. Der Konsolidierungskreis stimmt mit jenem des Konzernabschlusses überein, und die gesamte Geschäftsaktivität der Gruppe wurde berücksichtigt.

Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft entstehen nicht nur durch die Tätigkeiten im Unternehmen, sondern auch in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sowie indirekt, wie durch den Beitrag der Produkte und Dienstleistungen zur Emissionsreduktion. Ebenso können potenzielle Risiken und Chancen alle Teile der Wertschöpfungskette betreffen. In der Wesentlichkeitsanalyse und auch den Konzepten von Kapsch TrafficCom wird daher die gesamte vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette von Kapsch TrafficCom berücksichtigt. Es wurden keine Informationen, die sich auf geistiges Eigentum, Know-how oder die Ergebnisse von Innovationen beziehen, ausgelassen. Kapsch TrafficCom hat auch von der Ausnahmeregelung gemäß Artikel 19a Absatz 3 und Artikel 29a Absatz 3 der Richtlinie 2013/34/EU zur Angabe bevorstehender Entwicklungen oder sich in Verhandlungsphasen befindender Angelegenheiten keinen Gebrauch gemacht.

Angaben im Zusammenhang mit konkreten Umständen (BP-2).

Bei der Erstellung der Nachhaltigkeitserklärung und insbesondere der Wesentlichkeitsanalyse wurden die folgenden Zeithorizonte angewandt, die mit jenen der ESRS übereinstimmen:

Die in Abschnitt 2 „Umweltinformationen” berichteten Kennzahlen zu Treibhausgasemissionen beinhalten unter Scope 3 in Kategorie 1 „Erworbene Waren und Dienstleistungen“, Kategorie 2 „Investitionsgüter“, Kategorie 11 „Verwendung verkaufter Produkte“ jeweils Daten, die mittels indirekter Quellen ermittelt wurden.

Dabei wurden die Emissionen der erworbenen Dienstleistungen in Kategorie 1 sowie der Investitionsgüter in Kategorie 2 ausgabenbasiert quantifiziert. Nähere Details zur Berechnungsmethode sind in >> Abschnitt 2 „Umweltinformationen“ beschrieben. Entlang der ausgabenbasierten Methode wurden passende Emissionsfaktoren zu den jeweiligen Dienstleistungen bzw. Anlagen gewählt. Auf dieser Grundlage wurden die Kennzahlen berechnet, wobei die tatsächlichen Werte jedoch abweichen können. Derzeit sind keine Maßnahmen zur Verbesserung der Genauigkeit dieser Kennzahlen geplant.

Bei der Ermittlung der Kennzahlen von Scope-1, -2- und -3-Emissionen sowie Kennzahlen der Kreislaufwirtschaft wurden Schätzungen, Annahmen sowie Hochrechnungen angewandt, sofern keine Primärdaten vorhanden waren. Davon ausgenommen waren die Scope-3-Kategorien 2 und 6, da hier vollständige Daten verfügbar sind.

Für die erworbenen Waren und Dienstleistungen in Kategorie 1 und 11 wurden Primärdaten von repräsentativen Stichproben ausgewertet und hochgerechnet. In Bezug auf die Emissionen durch pendelnde Mitarbeiter*innen wurden fundierte Annahmen zu den Arbeitsgewohnheiten der Mitarbeiter*innen getroffen. Weiters wurden die Scope-1- und -2-Emissionen zu rund 80 % direkt erhoben und danach basierend auf historischen Daten für die restlichen Standorte hochgerechnet. Zudem wurden für die Ermittlung der Kennzahlen zur Kreislaufwirtschaft, sofern keine Primärdaten verfügbar waren, Schätzungen zu Gewicht, Lebensdauer und Recyclingquoten herangezogen.

Die übrigen Schätzungen zu nicht erhebbaren Primärdaten wurden in Abstimmung mit internen Expert*innen ermittelt.

Zukunftsgerichtete Aussagen spiegeln die Ansichten und Erwartungen der Gesellschaft wider. Die tatsächlichen Ereignisse können aufgrund einer Reihe von Faktoren wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweichen.

Die Nachhaltigkeitserklärung über das Geschäftsjahr 2024/25 wurde erstmalig gemäß den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) inklusive der darin vorgegebenen Kennzahlen erstellt. Daher wurden die Kennzahlen zu den Mitarbeiter*innen im Berichtszeitraum an die Definitionen gemäß den ESRS angepasst und erweitert. Ebenso wurden alle Angaben zu Umweltthemen in Bezug auf die neuen Anforderungen aus den ESRS geprüft und bei Bedarf angepasst. Als Erweiterung zum Vorjahresbericht werden in der vorliegenden Erklärung neben den Scope-1- und Scope-2-Daten auch alle für Kapsch TrafficCom wesentlichen Kategorien von Scope 3 berichtet. Aufgrund der Erstanwendung der ESRS stehen für die Vergleichsperiode keine Kennzahlen zur Verfügung.

In dieser Nachhaltigkeitserklärung enthaltene Verweise.

Zur Vermeidung von Redundanzen verweist die Nachhaltigkeitserklärung bei Bedarf auf andere Teile des Konzernlageberichts 2024/25 („Lagebericht“), die Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024/25 („Konzernabschluss“), den konsolidierten Corporate-Governance-Bericht 2024/25 („CG-Bericht“) und den Vergütungsbericht 2024/25 („Vergütungsbericht“). Verweise innerhalb der Nachhaltigkeitserklärung sind mit dem Wort „Abschnitt“ in Verbindung mit der jeweiligen Kapitelbezeichnung gekennzeichnet. Sämtliche Verweise sind kursiv geschrieben und mit Pfeilen (>>) gekennzeichnet.

Die folgenden Angabepflichten wurden mittels Verweis aufgenommen:

Angabepflicht Verweis
Die Rolle der Leitungs- und Aufsichtsorgane (ESRS 2, GOV-1) Corporate-Governance-Bericht, Kapitel 3 und 4
Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme
(ESRS 2, GOV-3)
Vergütungsbericht, Kapitel 3.2.2
Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette (ESRS 2, SBM-1) Lagebericht, Kapitel 1.1.2 „Marktdefinition und Produkte“

1.2 Governance.

Die Rolle der Leitungs- und Aufsichtsorgane (GOV-1).
Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat.

Der Vorstand der Kapsch TrafficCom AG bestand im Geschäftsjahr 2024/25 aus zwei (2) geschäftsführenden Vorständen: Herr Georg Kapsch, Vorsitzender des Vorstands, und Herr Alfredo Escribá Gallego, Mitglied des Vorstands. Der Aufsichtsrat der Kapsch TrafficCom AG setzte sich aus sechs (6) Mitgliedern zusammen, wovon vier Personen von der Hauptversammlung gewählt und zwei vom Betriebsrat entsandt wurden.

Die Erfahrungen und Kenntnisse der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sind im >> CG-Bericht, Kapitel 3 und 4 angeführt.

Die Nachhaltigkeitsagenden werden im Vorstand von Georg Kapsch verantwortet, der über jahrelange Erfahrung in den Bereichen intelligente Verkehrslösungen, Produktion, Personalwesen sowie Recht, einschließlich der rechtlichen Entwicklungen im Nachhaltigkeitsbereich und deren Umsetzung in der Kapsch TrafficCom Group verfügt. Im Aufsichtsrat ist Frau Sonja Wallner die ESG-Expertin, die ebenso jahrelange Erfahrung in Führungspositionen mitbringt. Die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities; IROs) können dadurch von den Organen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und analysiert werden. Bei Bedarf wird das nachhaltigkeitsbezogene Fachwissen durch interne bzw. externe Berater unterstützt.

Im Geschäftsjahr 2024/25 setzte sich der Vorstand aus zwei männlichen Vertretern (100 % männlich; 0 % weiblich) zusammen. Der Aufsichtsrat bestand bis zur Hauptversammlung am 4. September 2024 aus zwei Frauen und vier Männern (66,6 % männlich; 33,3 % weiblich). Nach den am 4. September 2024 stattgefundenen Aufsichtsratswahlen gehörten dem Gremium drei Frauen und drei Männer an (50 % männlich; 50 % weiblich).

Die Aufsichtsratsmitglieder sind allesamt (100 %) unabhängig.

Aufgaben und Zuständigkeiten in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte.

Im Vorstand liegt die Verantwortung für ESG-Agenden inklusive der Überwachung, Verwaltung und Beaufsichtigung der Auswirkungen, Risiken und Chancen beim Vorstandsvorsitzenden Georg Kapsch. Im Aufsichtsrat erfolgt die Überwachung der Auswirkungen, Risiken und Chancen im Prüfungsausschuss, der sich zum Ende des Geschäftsjahres aus Sonja Wallner, Monika Brodey und Christian Windisch zusammensetzte und der wiederum an den gesamten Aufsichtsrat berichtete.

Die Zuständigkeiten für ESG-Agenden spiegeln sich auch in der Berichtslinie des Vorstandsvorsitzenden wider: In dieser liegen die Abteilungen Umweltnachhaltigkeit, Personalwesen, Recht & Compliance sowie Produktion und Finanzen. Durch diese Mandate kann er die Themenbereiche inhaltlich steuern, und Strategien und Richtlinien unterliegen seiner Freigabe.

Der Prüfungsausschuss wird quartalsweise in einem Risikobericht über die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen informiert, um diese überwachen und nach Bedarf weitere Schritte setzen zu können. Dieser Risikobericht wird im Rahmen des bestehenden unternehmensweiten Risikomanagements (Enterprise Risk Management), das in der Abteilung für Finanzen in die bestehenden Prozesse eingebettet ist, laufend aktualisiert. Dies inkludiert die quartalsweise Abstimmung mit Vorstand und Aufsichtsrat.

Zusätzlich zu der quartalsweisen Berichterstattung über den aktuellen Status der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen kann der Vorstandsvorsitzende die wesentlichen zuständigen Abteilungen in seiner Berichtslinie nach Bedarf im Tagesgeschäft adressieren.

image

Eine Kontrolle dieses Managements der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen erfolgt nach Bedarf im Zuge einer internen Revision.

Ebenso wie Strategien und Richtlinien werden auch die Ziele auf Vorstandsebene von Georg Kapsch über seine bestehenden Berichtslinien mit ESG-Agenden in Abstimmung mit den Bereichsleitern festgelegt, freigegeben und überwacht. Auf Aufsichtsratsebene werden die Ziele im Prüfungsausschuss im Zuge der Risikoberichterstattung behandelt, oder im Vergütungsausschuss, wenn es sich um ESG-Ziele handelt, die mit Vorstandsvergütungskomponenten verknüpft sind.

Fachkenntnisse in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte.

Die formelle Bestätigung der Verfügbarkeit geeigneter Fähigkeiten und Fachkenntnisse zur Überwachung von Nachhaltigkeitsaspekten erfolgt nur im Zuge der jährlichen Selbstevaluierung des Aufsichtsrats. Bei Feststellen eines Mangels können zeitgerecht Maßnahmen beschlossen werden. Entsprechend zuvor beschriebener Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat und dieser Selbstevaluierung sind im Aufsichtsrat ausreichend Fähigkeiten und nachhaltigkeitsbezogene Fachkenntnisse verfügbar. Zudem gehört Sonja Wallner wie oben angeführt dem Gremium als ESG-Expertin an.

Im Zusammenhang mit den wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen von Kapsch TrafficCom sind dadurch unter anderem folgende Kernthemen abgedeckt:

Der Vorstand ist verantwortlich für die Einhaltung der Corporate-Governance-Grundsätze, einschließlich der Unternehmenskultur und des Geschäftsgebarens. Der Aufsichtsrat trägt im Rahmen seiner Aufsichts- und Beratungsfunktion dazu bei. Das entsprechende Fachwissen der Organe ist durch die berufliche Erfahrung bzw. Verantwortlichkeiten sowie durch Trainings der Mitglieder gegeben.

Informationen und Nachhaltigkeitsaspekte, mit denen sich die Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens befassen (GOV-2).

Im Berichtszeitraum erfolgte die Information des Vorstands und des Prüfungsausschusses zu Nachhaltigkeitsauswirkungen, -risiken und -chancen im Rahmen von Jour Fixes mit Mitgliedern der funktionsübergreifenden ESG-Taskforce. Dabei wurden Nachhaltigkeitsaspekte in aggregierter Form adressiert, jedoch noch nicht strukturiert im Sinne einer eigenständigen Berichterstattung. Eine spezifische Berichterstattung zur Umsetzung der Sorgfaltspflicht im Bereich Nachhaltigkeit sowie zur Wirksamkeit der beschlossenen Strategien, Maßnahmen, Parameter und Ziele erfolgte im Berichtszeitraum noch nicht.

Für das kommende Wirtschaftsjahr ist die Einführung einer strukturierten und umfassenden Berichterstattung vorgesehen. Diese wird durch den Head of Group Risk & Internal Audit sowie Umweltnachhaltigkeit verantwortet und quartalsweise in Form eines schriftlichen Berichts sowie einer begleitenden Präsentation an den Prüfungsausschuss erfolgen. Der Bericht wird künftig folgende Inhalte umfassen:

Damit wird im kommenden Berichtsjahr eine systematische und umfassende Information der Leitungs- und Aufsichtsorgane sichergestellt.

Analog zur Information der Leitungs- und Aufsichtsorgane wurden Nachhaltigkeitsthemen im Rahmen der allgemeinen Unternehmensführung adressiert, jedoch noch nicht systematisch und explizit durch die Organe in Bezug auf Strategie, wesentliche Transaktionen und Risikomanagement integriert.

Ein strukturierter Prozess zur expliziten Berücksichtigung von wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen in den Entscheidungsprozessen der Organe ist noch nicht implementiert. Für das kommende Wirtschaftsjahr ist vorgesehen, diesen Prozess zu etablieren. Konkret wird angestrebt, dass

Damit soll im kommenden Berichtsjahr eine strukturierte Berücksichtigung der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen in den Entscheidungsprozessen der Leitungs- und Aufsichtsorgane sichergestellt werden.

Im Berichtszeitraum wurden aber die identifizierten wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen bzw. die Wesentlichkeitsgrenze vom für ESG-Agenden zuständigen Vorstand im Februar 2024 freigegeben und in der Sitzung des Prüfungsausschusses im Juni 2024 behandelt. Die im Rahmen dieser Sitzung diskutierten Themen umfassten insbesondere

Für die zukünftige Berichterstattung ist vorgesehen, die Diskussion im Prüfungsausschuss auf IROs mit einer Wesentlichkeit von größer/gleich 8 zu fokussieren, um die Aufmerksamkeit gezielt auf die relevantesten Themen zu lenken.

Eine Beschreibung der Wesentlichkeitsgrenzen findet sich unter >> „Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen (IRO-1)“ in diesem Abschnitt.

Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme (GOV-3).

Die Vorstandsvergütung umfasst neben der fixen Vergütung variable Vergütungskomponenten, die unter anderem nachhaltigkeitsbezogene Kriterien beinhalten. Die Aufsichtsratsvergütung umfasst keine solchen Anreizsysteme. Neben der gewinnabhängigen Vergütung sind für den Vorstand zwei variable nichtfinanzielle Vergütungskomponenten vorgesehen:

Eine bezieht sich auf die Mitarbeiterzufriedenheit im Unternehmen, die als Indikator für die Berücksichtigung der Interessen der eigenen Mitarbeiter*innen gesehen wird; für die andere variable Vergütungskomponente werden im Vergütungsausschuss für jedes Geschäftsjahr vier nichtfinanzielle Ziele definiert, wovon zumindest zwei mehrjährige Ziele sind. Im Nachhinein wird jeweils bewertet, ob die Ziele erreicht wurden und somit ein Leistungsanspruch entstand. Diese grundsätzliche Zusammensetzung der Vergütung ist in der Vergütungspolitik für die Mitglieder des Vorstands definiert.

Die das Geschäftsjahr 2024/25 betreffenden mehrjährigen Ziele umfassten

Die auf ein Jahr ausgelegten Ziele waren

Die Ziele und deren Erreichung sind im >> Vergütungsbericht, Kapitel 3.2.2 im Detail erläutert. Die entsprechenden Kennzahlen für den Berichtszeitraum stimmen mit den in der vorliegenden Erklärung beschriebenen für Kapsch TrafficCom relevanten Kennzahlen überein, einzig das CDP-Rating ist nicht als Kennzahl angeführt.

Der Anteil der gesamten variablen Vergütung für den Vorstand betrug im Geschäftsjahr 2024/25 1,3 % der Gesamtvergütung und erfolgte zur Gänze im Zusammenhang mit den nachhaltigkeitsbezogenen Zielen des Vorjahres. Jegliche Bedingungen dieser Anreizsysteme in der Vorstandsvergütung werden vom Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats aktualisiert und genehmigt.

Wie beschrieben sind klimabezogene Erwägungen Bestandteil der variablen Vergütung des Vorstands. Im Geschäftsjahr 2024/25 betraf das die beiden mehrjährigen Ziele für den Vorstand, die Reduktion des Corporate Carbon Footprint und die Verbesserung des CDP-Rating auf Bewertung A- bis Ende des Geschäftsjahres 2025/26. Da beide Ziele nicht erreicht wurden, betrug der Anteil der klimabezogenen variablen Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2024/25 0 % der Gesamtvergütung.

Erklärung zur Sorgfaltspflicht (GOV-4).

Kapsch TrafficCom erfüllt ihre Sorgfaltspflicht auch in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte. Die folgende Übersicht zeigt, in welchen Abschnitten der vorliegenden Nachhaltigkeitserklärung sich die Kernelemente dieses kontinuierlichen Prozesses wiederfinden:

Kernelemente der Sorgfaltspflicht Abschnitt in der Nachhaltigkeitserklärung
a) Einbindung der Sorgfaltspflicht in Governance,
Strategie und Geschäftsmodell
1 Allgemeine Informationen (ESRS 2):
GOV-2, GOV-3, GOV-5, SBM-3
b) Einbindung betroffener Interessenträger*innen in
alle wichtigen Schritte der Sorgfaltspflicht
1 Allgemeine Informationen (ESRS 2): GOV-2, SBM-2, IRO-1 und
Abschnitte zu den Konzepten im Zusammenhang mit den
themenbezogenen Angabepflichten
c) Ermittlung und Bewertung negativer Auswirkungen 1 Allgemeine Informationen (ESRS 2): SBM-3, IRO-1
d) Maßnahmen gegen diese negativen Auswirkungen 1 Allgemeine Informationen (ESRS 2): SBM-3 und
Abschnitte zu Management von Auswirkungen,
Risiken und Chancen
e) Nachverfolgung der Wirksamkeit dieser Bemühungen und
Kommunikation
siehe Abschnitte zu Management von Auswirkungen, Risiken und Chancen sowie Kennzahlen und Ziele
Risikomanagement und interne Kontrollen der Nachhaltigkeitsberichterstattung (GOV-5).

Für die Nachhaltigkeitsberichterstattung werden das bestehende Enterprise Risk Management (ERM) sowie das interne Kontrollsystem (IKS) des Unternehmens genutzt. Risiken im Zusammenhang mit der Vollständigkeit, Genauigkeit und Integrität der für die Nachhaltigkeitsberichterstattung verwendeten Daten werden im Rahmen des bestehenden ERM-Prozesses erfasst und regelmäßig bewertet. Das interne Kontrollsystem beinhaltet klare Prozesse zur Datenerhebung, Validierung und Qualitätssicherung. Diese erstrecken sich auf

Dadurch wird sichergestellt, dass die Nachhaltigkeitsberichterstattung den Anforderungen an Vollständigkeit, Zuverlässigkeit und Einhaltung regulatorischer Fristen entspricht. Kontrollen wurden im Berichtszeitraum etabliert, deren Wirksamkeit wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden.

Im Rahmen des bestehenden Enterprise Risk Management wird für Risiken der Nachhaltigkeitsberichterstattung die standardisierte 5x5-Bewertungsmatrix angewendet, die Eintrittswahrscheinlichkeit und potenzielle Auswirkung auf die Qualität der Berichtsinhalte berücksichtigt.

Die Einschätzung der Risiken erfolgt durch die bereichsübergreifende ESG-Taskforce. Diese bewerten insbesondere die Verfügbarkeit, Genauigkeit und Integrität der zugrunde liegenden Daten, die Komplexität der Datenerhebung entlang der Wertschöpfungskette sowie die Unsicherheiten bei Schätzverfahren.

Die Priorisierung der Risiken erfolgt basierend auf der kombinierten Bewertung von Eintrittswahrscheinlichkeit und potenzieller Auswirkung auf die Berichterstattung. Risiken mit hoher Priorität werden im Rahmen des IKS mit spezifischen Kontrollmaßnahmen adressiert und laufend überwacht. Das Risikoregister wird regelmäßig aktualisiert und in die Unternehmensberichterstattung an die Leitungs- und Aufsichtsorgane eingebunden.

Im Rahmen der aktuellen Entwicklung des Risikomanagementsystems für die Nachhaltigkeitsberichterstattung wurden die folgenden generischen Hauptrisiken identifiziert, die potenziell Auswirkungen auf die Qualität und Vollständigkeit der Berichterstattung haben können:

Zur Risikominderung werden bereits die folgenden Maßnahmen ergriffen:

Eine detaillierte Risikoanalyse mit Priorisierung wird im Zuge der weiteren Systematisierung des Prozesses erstellt und in die bestehenden Risikomanagement- und Kontrollprozesse integriert.

Während die Risikoidentifikation und -bewertung im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung bereits systematisch im Rahmen des bestehenden Enterprise Risk Managements erfolgt, befindet sich die Integration der Bewertungsergebnisse in die internen Funktionen und Prozesse derzeit noch im Aufbau. Aktuell erfolgt der Austausch über identifizierte Risiken und potenzielle Prozessverbesserungen auf Abstimmungsbasis zwischen den zentralen Funktionen wie Umweltnachhaltigkeit, Risikomanagement, Corporate Finance und IT. Eine formalisierte Nachverfolgung und Dokumentation der daraus abgeleiteten Maßnahmen ist vorgesehen, sobald die Prozesse zur operativen Rückkopplung und Prozessoptimierung vollständig etabliert sind.

Ebenso wird die Einbindung wesentlicher Ergebnisse in die Berichterstattung an die Leitungs- und Aufsichtsorgane im Zuge der weiteren Systematisierung umgesetzt.

Für das kommende Geschäftsjahr 2025/26 ist vorgesehen, im Rahmen der bestehenden Risikoberichterstattung an den Prüfungsausschuss auch die spezifischen Risiken und Kontrollen im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu integrieren. Die Entwicklung entsprechender Berichtsformate und -inhalte erfolgt parallel zur weiteren Systematisierung der Risikoanalyse und der internen Kontrollprozesse.

Ziel ist es, durch die Verknüpfung mit den etablierten Governance-Prozessen eine transparente und nachvollziehbare Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat sicherzustellen.

1.3 Strategie

Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette (SBM-1).
Geschäftsmodell.

Kapsch TrafficCom ist ein weltweit anerkannter Anbieter von Verkehrslösungen in den Anwendungsbereichen Maut und Mautdienstleistungen sowie Verkehrsmanagement und Demand Management. Mit One-Stop-Shop-Lösungen deckt das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette der Kunden ab, von Komponenten über Design bis zu der Implementierung und dem Betrieb von Systemen. Die beiden bedeutenden Segmente sind:

Segment Maut. Design, Errichtung, Betrieb und Instandhaltung der Hard- und Software-Infrastruktur zur Erhebung von Mautgebühren auf Straßen, in Städten und in Straßenkorridoren.

Segment Verkehrsmanagement. Errichtung von Verkehrsmanagementsystemen bestehend aus Hard- und Software-Komponenten zur Steuerung und Optimierung des Verkehrsflusses in Städten, auf Autobahnen, in Tunneln, auf Brücken und in Straßenkorridoren sowie Lösungen für vernetzte Fahrzeuge/Cooperative Intelligent Transport Systems (C-ITS).

Kapsch TrafficCom adressiert Herausforderungen im Bereich Verkehr, die mit Megatrends einhergehen (>> Lagebericht, Kapitel 1.1.2 „Marktdefinition und Produkte“). Die Produkte und Lösungen des Unternehmens helfen,

Interne und externe Studien1 beziffern die Auswirkungen wie folgt: In der Europäischen Union verursacht der Straßenverkehr 17 % aller Treibhausgasemissionen, in urbanen Gebieten verantwortet Straßenverkehr weltweit 25 % der Luftverschmutzung. Intelligente Verkehrssysteme sind eine der Schlüsseltechnologien, um dieses Problem zu adressieren. Als Schlüsselakteur im Verkehrswesen unterstützt Kapsch TrafficCom ihre Kunden, möglichst viele Emissionen im Verkehr einzusparen.

Die Produkte und Lösungen von Kapsch TrafficCom für nachhaltige Mobilität umfassen:

Maut
Multi-Lane Free Flow (MLFF) Lösungen zur Realisierung von Multi/Single-Lane Free Flow Mautprojekten unterschiedlichster Technologien (CEN 5.8 GHz, RFID 915 MHz, G5/Wave 5,9 GHz oder Video
Location-Based Tolling Lösungen zur Realisierung Distanz-basierter Mautlösungen mittels GNSS-Technologie
Standalone Components MLFF- und GNSS-Komponenten
Verkehrsmanagement Lösungen für Verkehrsmanagement im urbanen Raum, sowie in Tunnel, auf Brücken und Autobahnen
Demand Management Kombinierte Lösung aus Maut- und Verkehrsmanagementkomponenten, um das Verhalten der Verkehrsteilnehmer positiv zu beeinflussen
Mautdienstleistungen Mautdienstleistungen für Business-Kunden (B2B) und Endnutzer (B2C)
Regionale Lösungen Regionsspezifische Lösungen im Bereich Maut und Verkehrsmanagement

Der für Kapsch TrafficCom adressierbare Markt für intelligente Verkehrssysteme ist im >> Lagebericht, Kapitel 1.1.2 „Marktdefinition und Produkte“ beschrieben. Die größten Kundensegmente sind staatliche Behörden und Autobahnbetreiber, die Mautsysteme oder Lösungen für interurbane Mobilität betreiben, sowie Städte und Kommunen, die Verkehrsmanagementlösungen für urbane Mobilität beauftragen. Dies ist unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Per 31. März 2025 waren in der Kapsch TrafficCom Group 3.041 Mitarbeiter*innen (Personenzahl) beschäftigt:

Alle von Kapsch TrafficCom angebotenen Produkte bzw. Dienstleistungen sind auf allen bedienten Märkten und für alle Kundengruppen zulässig. Es bestehen auch keine tatsächlichen oder potenziell wesentlichen negativen Auswirkungen des Unternehmens in diesem Zusammenhang.

Ambition und Nachhaltigkeitsziel.

Kapsch TrafficCom strebt an, den Verbrauch von Ressourcen und den Ausstoß von klimarelevanten Emissionen, die mit der Geschäftstätigkeit einhergehen, kontinuierlich zu reduzieren. Das Unternehmen hat in diesem Zusammenhang eine Ambition definiert:

Nachhaltiges Unternehmen.
Reduktion des CO -Fußabdrucks um 42 %.
Kapsch TrafficCom hat die Ambition, bis 2030 den unternehmensweiten CO -Fußabdruck 1) im
Vergleich zum Geschäftsjahr 2019/20 um 42
% zu reduzieren.
1) gemäß ISO 14064-1:2018, Greenhouse Gas Protocol und in Anlehnung an den 1,5-Grad-Pfad

Im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 wird daran gearbeitet, diese Ambition zum Ziel zu formalisieren und mit qualitätsgesicherten Daten zu unterlegen.

Zudem hat Kapsch TrafficCom bereits folgendes Ziel (gemäß ESRS) definiert:

Nachhaltiges Portfolio.
Erhöhung des Anteils taxonomiekonformer 2) Produkte auf 50 %.
Kapsch TrafficCom hat das Ziel, bis 2030 den Nachweis der Taxonomiekonformität für 50 % aller Produkte und Dienstleistungen des gesamten Portfolios zu erbringen.
2) Konformität gemäß der EU-Taxonomie-Verordnung, siehe dazu auch >> Abschnitt 2.1 „Angaben nach Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 (Taxonomie-Verordnung)“ . Kapsch TrafficCom verfolgt damit die Ziele „Klimaschutz“ und „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“.

Ambition und Ziel wurden im Rahmen des Nachhaltigkeitskonzeptes („Sustainability Vision“) festgelegt und in der Unternehmensstrategie verankert. Sie umfassen grundsätzlich alle Produkt- und Servicegruppen gleichermaßen; es wird nicht nach Kundenkategorien, geografischen Gebieten oder Stakeholder-Kategorien differenziert.

Der Fokus zur Erreichung des Nachhaltigkeitszieles lag bisher auf On-Board Units, da diese das höchste Potenzial für Taxonomiekonformität gemäß den technischen Prüfkriterien (Wirtschaftsaktivität 3.6) haben: Sie weisen alle klar definierte Märkte auf und die für die Berechnung der konservativen unteren Schranke des CO2-Fußabdrucks relevanten Daten der Konkurrenzprodukte liegen zumeist in öffentlich verfügbaren Produktdatenblättern vor. Produkte von Kapsch TrafficCom erfüllen dann das Kriterium „leistungsfähigstes Produkt“ am Markt, wenn der CO2-Fußabdruck des Produktes kleiner ist als die konservative untere Schranke der Alternativprodukte und dies auch unabhängig bestätigt wurde. Für die Bewertung der „Do No Significant Harm“-Kriterien ist jährlich zu prüfen, ob diese noch zutreffend sind. Zudem fokussiert sich Kapsch TrafficCom auf den europäischen Markt, da hier auch kundenseitig besonderes Interesse an Klimaschutz besteht.

Für das Maut- und Verkehrsmanagement-Portfolio wurden bereits technische Prüfkriterien (Wirtschaftsaktivität 4.1) überprüft. Der Fokus liegt künftig auf der Erbringung der noch fehlenden Nachweise zur Taxonomiekonformität.

Klimaschutz ist nicht nur ein Nachhaltigkeitsziel, sondern ein Kernelement der Unternehmensstrategie 2027, der Mission und der Vision des Unternehmens. Seit 2021 entwickelt Kapsch TrafficCom ihr Nachhaltigkeitskonzept kontinuierlich weiter, das den Beitrag zu einer umweltfreundlichen und gesünderen Welt an den genannten ökologischen Zielen festmacht. Es beschreibt den Weg, um in Bezug auf das Portfolio

In Bezug auf das Unternehmen werden darin die

angeführt. In den nächsten Jahren werden die Ziele sukzessive um weitere Kennzahlen und Bereiche erweitert werden.

Zudem hat Kapsch TrafficCom eine People Strategy entwickelt und implementiert, die die dynamische und wachstumsorientierte Unternehmenskultur fördert. Sie ist in >> Abschnitt 3.1 „Arbeitskräfte des Unternehmens (ESRS S1)“ unter „Konzepte“ erläutert.

Kapsch TrafficCom bekennt sich zu den zehn universellen Prinzipien des UN Global Compact, den IAO-Kernarbeitsnormen und den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen.

Wertschöpfungskette.

Um das zuvor beschriebene Geschäftsmodell von Kapsch TrafficCom darzustellen und zu analysieren, ist die Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette der Kapsch TrafficCom Group wichtig. Die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft entstehen nicht nur durch die Tätigkeiten im Unternehmen, sondern auch in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sowie indirekt durch den Beitrag der Produkte und Dienstleistungen zur Emissionsreduktion. Ebenso betreffen potenzielle Risiken und Chancen alle Teile der Wertschöpfungskette. Demnach ist die gesamtheitliche Betrachtung für Kapsch TrafficCom relevant.

image

Wertschöpfungskette Kapsch TrafficCom Group (nur englisch)

Kapsch TrafficCom entwickelt Software und Hardware, führt Kundenprojekte durch und bietet Betriebsservices an. Die Wertschöpfungskette lässt sich gliedern in

1. Ressourcen und Lieferkette,

2. Kapsch Portfolio,

3. Vertrieb und Nutzung,

4. Entsorgung.

1. Ressourcen und Lieferkette.

Entscheidende Input-Faktoren sind Materialien, Mitarbeiter*innen sowie Dienstleistungen.

Materialien und Lieferanten (vorgelagerte Wertschöpfungskette). Kapsch TrafficCom benötigt für die Herstellung ihrer Produkte verschiedene Materialien, wie Halbfabrikate, elektronische Komponenten, (Elektronik-)Bauteile, Batterien und Gehäuse für die Herstellung von On-Board Units, Transceivern, Scannern, Kameras etc. Seltene Erden sind für elektronische Bauteile, wie Kondensatoren und Leiterplatten nur in geringer Menge notwendig. Nichtsdestotrotz sieht Kapsch TrafficCom bei der Beschaffung Seltener Erden besondere Verantwortung im Hinblick auf Umwelt- und soziale Themen.

Daher arbeitet das Unternehmen mit verifizierten Herstellern bzw. Distributoren und überprüft bzw. auditiert diese regelmäßig. Weitere Details zu dem Lieferantenmanagement sind in >> Abschnitt 3.2 „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette (ESRS S2)“ zu finden. Zudem wird zur Diversifikation und damit Absicherung der Lieferkette darauf geachtet, dass mehrere Lieferanten zur Verfügung stehen sowie auf ausreichenden Lagerbestand, auch im Zusammenhang mit einem potenziellen Ausfall eines Lieferanten für kritische Artikel.

Ebenso zählen sämtliches Verbrauchsmaterial wie auch notwendiges Verpackungsmaterial zu den nötigen Materialien. Essenziell sind hohe Qualität, pünktliche Lieferung sowie Compliance mit Standards und Vorschriften.

Mitarbeiter*innen. Kapsch TrafficCom benötigt qualifizierte Mitarbeiter*innen in verschiedenen Bereichen, wie Entwicklung, Systemdesign, Produktmanagement, aber auch Produktion, Marketing, Vertrieb oder Kundensupport. Die Ausschreibung offener Stellen erfolgt wie in der People Strategy festgeschrieben intern und extern, vor allem digital.

Dienstleistungen. Weiters beansprucht Kapsch TrafficCom Dienstleistungen von externen Lieferanten, um bestimmte Funktionen bzw. Arbeiten in Projekten zu erfüllen. Dazu zählen z.B. Logistik, Transport, IT-Infrastruktur, Beratung, Wartung und andere spezialisierte Dienstleistungen.

2. Kapsch Portfolio: Maut und Verkehrsmanagement.

Maut- und Verkehrsmanagementlösungen dienen primär dazu, die Straßeninfrastruktur zu finanzieren und instandzuhalten sowie den Verkehrsfluss zu verbessern. Dies kommt sowohl den Kunden als auch den Straßennutzern zugute.

Entwicklung von Hard- und Software. Die Entwicklungsphase spielt für Kapsch TrafficCom eine entscheidende Rolle in der Schaffung von Werten. Das Portfolio wird anhand zahlreicher Kriterien, Anforderungen und Analysen spezifiziert und gemäß den Kundenanforderungen, internen Anforderungen, sowie den anwendbaren internen Prozessen (z.B. Portfoliomanagement, -development, Secure Solution Development Standard, Sustainable Portfolio) entwickelt, um hinreichende Qualität, Produktsicherheit, Nachhaltigkeit sowie Compliance zu branchen- und technologiespezifischen Standards und Gesetzgebung sicherzustellen. Interne Service-Einheiten, wie Software Excellence Transformation, das Systemdesign-Beratungsteam, das Produktsicherheitsteam, die Rechtsabteilung, das Standardisierungsteam, sowie das Umweltnachhaltigkeitsteam unterstützen Produktmanagement und Entwicklungsteams dabei, die Anforderungen erfolgreich umzusetzen.

Ein Service-Team verantwortet die Bereitstellung der globalen Entwicklungsumgebung, die alle Anwendungen, die für den Produktlebenszyklus inklusive Entwicklung notwendig sind, beinhaltet. Die globale Entwicklungsumgebung wird stetig weiterentwickelt, um alle Anforderungen bestmöglich abdecken zu können. Das Standardisierungsteam und der Experte für EU-Angelegenheiten überwachen die Entstehung neuer für Kapsch TrafficCom anwendbarer Standards und Gesetzgebung, um für alle Teams die optimale Vorlaufzeit zur Vorbereitung der Compliance zu gewährleisten. Diese Maßnahmen sichern den Kunden und Endnutzern gesetzes- und standardkonforme, hochqualitative, umweltfreundliche und sichere Produkte und Lösungen am Stand der Technik.

Bei der Hardware-Entwicklung werden detaillierte Designs erstellt, um die Funktionalität, das Aussehen und die Benutzerfreundlichkeit der Produkte zu definieren. Prototypen werden gebaut und getestet, um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen entsprechen. Software-seitig werden Benutzeroberflächen entworfen, Datenstrukturen definiert und Codes entwickelt, um die gewünschten Funktionen und Anwendungen zu realisieren. Auch hier werden Prototypen erstellt und getestet, um die Leistung und Funktionalität sicherzustellen. Bei bestehenden Produkten und Lösungen erfolgen kontinuierlich Verbesserungen und Updates, einerseits um wettbewerbsfähig zu bleiben und sich ändernden Anforderungen gerecht zu werden, andererseits um Fehler zu beheben bzw. in Zukunft zu vermeiden.

Die Kapsch-eigene Hardware-Entwicklung hat den Vorteil, rascher auf geänderte Standards, gesetzliche Anforderungen oder auch sich ändernde Kundenpräferenzen eingehen zu können. Weiters erlaubt die eigene Hardware-Entwicklung die optimale Integration zwischen Kapsch Hardware und Software und ist eine wichtige Voraussetzung für Wartbarkeit auf Jahrzehnte.

Nach erfolgter Validierung kann das Produkt in Serienfertigung gehen. Produkte werden gesamt oder zum Teil von Kapsch TrafficCom selbst oder auch vollständig bei Herstellern gefertigt. Hard- und Software müssen „nahtlos“ zusammenpassen, um die gewünschten Funktionen und Leistungen zu erzielen. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungs- und Fertigungsteams.

Fertigung von Hardware. Der Fertigungsprozess beginnt mit der Materialbeschaffung. Die Planung umfasst auch Lagerhaltungssysteme, um die Materialien ordnungsgemäß zu lagern und den Fertigungsprozess reibungslos zu unterstützen. Produktionspläne erhöhen die Effizienz, verhindern Engpässe und stellen die Einhaltung von Lieferzeiten sicher. Die Produktionssteuerung überwacht und koordiniert die Abläufe. Qualitätskontrollen und Tests umfassen visuelle Inspektionen, Funktionsprüfungen, Kälte-/Wärmetests und andere Tests, je nach Art der hergestellten Hardware. Danach werden die Produkte verpackt und an Kunden oder Tochtergesellschaften für die weitere Verteilung versandt. Zum Teil werden dafür interne Logistiksysteme genutzt, größtenteils arbeitet Kapsch TrafficCom mit Spediteuren und Versandunternehmen zusammen. Beide Fertigungsanlagen liegen in stabilen, entwickelten Demokratien mit striktem Rechtsrahmen (Österreich und Kanada) mit guter Anbindung der Transportwege an die Hauptmärkte. So sind weder für Kapsch TrafficCom noch für ihre Kunden wesentliche negative Auswirkungen in den Bereichen Umwelt, Soziales oder Governance im Bereich Fertigung und auch keine Unterbrechungen der Transportwege zu erwarten.

3. Vertrieb und Nutzung.

Vertrieb. Die wichtigsten und größten Kundensegmente für Kapsch TrafficCom sind staatliche Behörden und Autobahnbetreiber, die Maut- oder Verkehrsmanagementsysteme betreiben, sowie Städte und Kommunen, die Verkehrsmanagementlösungen für urbane Mobilität beauftragen. Die wichtigsten Vertriebskanäle sind daher die Teilnahme an staatlichen Ausschreibungen sowie der Verkauf von Leistungen gemäß bestehender Rahmenverträge.

Das Vertriebsteam spielt eine entscheidende Rolle bei der Identifizierung von bestehenden und neuen Kundenbedürfnissen, der Präsentation von Lösungen und der Schaffung von Mehrwert für Kunden. Ziel ist eine für beide Seiten gewinnbringende Lösung. Das Kundenbeziehungsmanagement (CRM) unterstützt dabei, langfristige Beziehungen zu den Kunden aufzubauen, mithilfe deren Feedback die Produkte und Dienstleistungen kontinuierlich zu verbessern und die Kunden von umweltfreundlichen Lösungen zu überzeugen.

Zudem berät Kapsch TrafficCom politische Entscheidungsträger betreffend neue Technologien oder die Schaffung umweltfreundlicher Lösungen.

Realisierung. Im Zuge der Projektplanung analysiert Kapsch TrafficCom die Anforderungen des Kunden bzw. der Ausschreibungen, weist Ressourcen zu, erstellt Zeitpläne und legt Meilensteine fest. Projektteams und gegebenenfalls Subprojekte sorgen für eine effektive Durchführung des Projektes. Etwaige Änderungsanfragen während des Projektverlaufes werden auf ihre Auswirkungen analysiert und erst danach implementiert.

Lösungen umfassen Hardware-, Software- bzw. Dienstleistungskomponenten, die integriert werden müssen, um die gewünschten Funktionen und Ergebnisse zu erzielen. Daher sind Integration und Testphase von großer Bedeutung. Nach der Entwicklung erfolgt die Installation vor Ort beim Kunden: Auslieferung der Hardware, Konfiguration von Software, Integration in bestehende Systeme und andere Implementierungsaktivitäten. Im Rahmen eines Abnahmetests mit dem Kunden wird schließlich überprüft, ob die Kundenanforderungen ordnungsgemäß implementiert wurden und die Lösung funktioniert.

Um gleichbleibende Qualität und die Erfüllung der Kundenanforderungen sicherzustellen, hat Kapsch TrafficCom eine globale Projektmanagement-Organisation. Für spezifische Themen werden jeweils Expert*innen und Fachkräfte aus anderen Teams eingebunden.

Die potenziellen Auswirkungen, Risiken und Chancen sind im >> Abschnitt „Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell (SBM-3)“ beschrieben.

Die vorgelagerte Wertschöpfungskette ist den Abläufen entsprechend zu Beginn des Abschnittes unter „1. Ressourcen und Lieferkette“ beschrieben. Nachgelagert sind:

Einsatz. Dies umfasst die Implementierung der Lösung beim Kunden, die laufende Nutzung sowie Wartung dieser Lösungen.

Betrieb. Je nach Vereinbarung folgt der Realisierung des Projektes und der Implementierung beim Kunden auch der Betrieb durch Kapsch TrafficCom gemäß den Kundenanforderungen. Dies beinhaltet die Verantwortung für den Betrieb des Systems einschließlich Überwachung, Wartung, Instandhaltung und eventuellen Verbesserungen und kann für drei bis 15 Jahre oder noch länger vereinbart werden. Mögliche Betriebsleistungen umfassen auch die Bereitstellung von Helpdesk-Support, technischem Support, Schulungen für Endbenutzer, Systemmonitoring und andere Unterstützungsdienste.

Zu den wichtigsten Nutzern von intelligenten Verkehrssystemen zählen nicht nur Lkw- und Pkw-Fahrer, sondern auch Fußgänger und Radfahrer, die ebenso vom verbesserten Verkehrsfluss, der erhöhten Verkehrssicherheit und nicht zuletzt der reduzierten Luftverschmutzung profitieren. Für Kapsch TrafficCom sind sie jedoch keine direkten Endnutzer sondern zählen zu den betroffenen Gemeinschaften.

4. Entsorgung.

Wenn ein Produkt das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat (end of life), gilt es Umweltauswirkungen zu minimieren und Ressourcen effizient zu nutzen.

Bei Produkten, die nicht mehr verwendet werden können, ist entweder der Kunde oder Kapsch TrafficCom für die ordnungsgemäße Entsorgung gemäß den örtlichen Vorschriften und Umweltstandards verantwortlich. Dies umfasst je nach Produkt Elektronikschrott, Batterien oder Bildschirmgeräte. Zum Teil können im Recyclingprozess Materialien und Komponenten zurückgewonnen und wiederverwertet werden. Ein Beispiel sind die On-Board Units, deren Gehäuse aus Kunststoff geschreddert und anderweitig wiederverwendet wird. Auch andere recyclebare Materialien, wie Metalle, Kunststoffe oder Glas, werden getrennt gesammelt und an spezialisierte Recyclingunternehmen weitergeleitet, wenn sie an Kapsch TrafficCom retourniert werden.

On-Board Units, die noch wiederverwendet werden können, werden von Kapsch TrafficCom generalüberholt (refurbished), um sie wieder zum Einsatz zu bringen: Die technische Funktionalität wird geprüft und etwaige Daten des Vorbenutzers werden gelöscht. Mit einer neuen Batterie und einem neuen Gehäuse versehen werden die Geräte danach an einen Kunden zur Wiederverwendung geliefert.

Interessen und Standpunkte der Interessenträger (SBM-2).

Die folgende Übersicht listet die relevanten Interessensgruppen von Kapsch TrafficCom auf, mit denen das Unternehmen auch kontinuierlich im Austausch steht.

Zudem sind die Hauptinteressen dieser internen und externen Stakeholder angeführt sowie die Kanäle, über die Kapsch TrafficCom mit ihnen hauptsächlich kommuniziert. „Direkter Kontakt“ umfasst dabei persönliche Gespräche, E-Mails, Telefonate und digitale Kommunikationsplattformen, wie z.B. Microsoft Teams.

Interessensgruppen deren Interessen Kommunikationskanäle
Belegschaft Entlohnung
Sicherheit des Arbeitsplatzes
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
Diversität und Inklusion
Aus- und Weiterbildung
Entwicklungsmöglichkeiten
Arbeitsplatzflexibilität
Nachhaltige Geschäftspraktiken
Innovation
Strategie
Direkter Kontakt
Mailings
Periodische und situative Veranstaltungen
mit Raum für Fragen und deren Beantwortung über Kommunikationsplattformen

Intranet
Interne soziale Medien
Mitarbeitergespräche
Mitarbeiterbefragung
Betriebsrat
OpenLine2CEO (auch mit Regionalleiter*innen)
Let‘s talk Tech
Kunden Qu alität
Preis
Verlässlichkeit
Innovation
Nach haltige Geschäftspraktiken
Direkter Kontakt
Messen und Konferenzen
Kundenbefragung
Jahresgespräch
Soziale Medien
Website des Unternehmens
Lieferanten Zeitger echte Bezahlung
Planbark eit der Abnahmen
Nachhaltige Geschäftspraktiken
Lieferantenplattform
Direkter Kontakt
Geschäftspartner Verl ässlichkeit
Geschäftsmöglichkeiten
Com pliance
Innovation
Strategie
N achha ltige Geschäftspraktiken
Direkter Kontakt
Website des Unternehmens
Soziale Medien
Verbände Regulato rische und juristische Themen
Intelligente Verkehrssysteme
Nachhaltige Geschäftspraktiken
Teilnahme von Expert*innen von Kapsch
TrafficCom an Arbeitsgruppen und in Komitees

Mitgliedschaft in Verbänden und
Teilnahme an Initiativen
Standardisierungs-
gremien
Technische S tandards Teilnahme von Expert*innen von
Kapsch TrafficCom an Arbeitsgruppen
und in Komitees

Mitgliedschaft in Verbänden und
Teilnahme an Initiativen
Behörden und
Regulatoren
Einhalten von Gesetzen,
Standards und Regulatorien

Informationen über intelligente Verkehrssysteme sowie Herausforderungen für Unternehmen
Nachhaltige Geschäftspraktiken
Direkter Kontakt
Verbände/Vereinigungen/Plattformen
Public-Affairs-Expert*innen
Aktionär*innen Aktienkursentwicklung
Dividende und Dividendenpolitik
Strategie
Transparenz
Finanzielle und nichtfinanzielle
Entwicklung des Unternehmens

Nachhaltige Geschäftspraktiken
Corporate Governance
Vergütung
Ausblick
Investor Relations
Aktionärstelefon
Website des Unternehmens
Roadshows
Investorenkonferenzen
Aussendungen, Mailings
Hauptversammlung
Traditionelle Medien
Soziale Medien
Fremdkapitalgeber Erfüllen der finanziellen
Verpflichtungen

Einhalten der Covenants
Strategie
Transparenz
Finanzielle und nichtfinanzielle
Entwicklung des Unternehmens

Nachhaltige Geschäftspraktiken
Ausblick
Direkter Kontakt
Website des Unternehmens
Aussendungen, Mailings
Traditionelle Medien
Soziale Medien
Finanzanalysten Strategie
Dividendenpolitik
Finanzielle und nichtfinanzielle
Entwicklung des Unternehmens

Nachhaltige Geschäftspraktiken
Transparenz
Ausblick
Investor Relations
Analystencalls
Website des Unternehmens
Investorenkonferenzen
Aussendungen, Mailings
Traditionelle Medien
Soziale Medien
Lokale Gemeinschaften L okale Geschäftstätigkeit
von Kapsch TrafficCom

Kapsch TrafficCom als Arbeitgeberin
Nachhaltige Geschäftspraktiken
Dir ekter Kontakt
Veranstaltungen
Press eaussendungen
Soziale Medien
NGOs (Non-Governmental Organizations) Nachhal tige Geschäftspraktiken
Transparenz
Compliance
Informationssicherheit und Datenschutz
Dire kter Kontakt
Veranstaltungen
Presseaussendungen
Soziale Medien
Industrieanalysten Fors chung und Entwicklung
Marktdaten
Marktentwicklungen
Innovation
Strate gie
Direkter Kontakt
K onferenzen
Kooperationen
Aussendungen
Soziale Medien

Der Kontakt über die genannten Kommunikationskanäle erfolgt über die jeweils relevanten Abteilungen. Im Zusammenhang mit dem Nachhaltigkeitsmanagement werden die Interessen der Stakeholder über die Mitglieder der ESG-Taskforce aus den verschiedenen Unternehmensbereichen abgedeckt. So werden beispielsweise die Interessen von Kunden durch die Abteilungen Umweltnachhaltigkeit und HSSEQ eingebracht, die an Angeboten und Kundenprojekten bei ESG-Themen mitarbeiten; von Verbänden über den Experten für EU-Angelegenheiten; von Aktionär*innen, Fremdkapitalgebern und Analysten über Investor Relations.

Zusätzlich zu der angeführten kontinuierlichen Einbeziehung wurden die Stakeholder in die Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2023/24 intensiv mit einbezogen. Dafür wurden sie zur Relevanz der Nachhaltigkeitsaspekte bei Kapsch TrafficCom befragt. Dies ist im Detail in >> Abschnitt 1.4 „Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen“ beschrieben.

Der regelmäßige Kontakt und Austausch mit den Interessensgruppen ist ein essenzieller Bestandteil für Kapsch TrafficCom, um deren Interessen und Standpunkte zu kennen, berücksichtigen und dadurch langfristig erfolgreich sein zu können. Die laufende Kommunikation wird dabei als zweidimensionaler Prozess wahrgenommen, sodass Kapsch TrafficCom einerseits Informationen weitergibt und andererseits Interessen und Standpunkte der Stakeholder aufnimmt und gegebenenfalls berücksichtigt.

Die Ergebnisse der Stakeholder-Befragung – Kapsch TrafficCom erhielt 327 Antworten – wurden zudem in die Analyse der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen miteinbezogen, indem die Auswertung zur Wichtigkeit der Themen mit der Wesentlichkeitsanalyse abgeglichen wurde. Zudem analysierte die ESG-Taskforce die textlichen Antworten im Hinblick auf die IROs. Details dazu sind im >> Abschnitt „1.4 Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen“ beschrieben.

Aus den wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekten leitet Kapsch TrafficCom Maßnahmen ab bzw. setzt diese fort, um die Auswirkungen, Risiken und Chancen zu adressieren. Durch diesen Austausch – und bestätigt durch die Befragung – sind die Interessen der Stakeholder für Kapsch TrafficCom nachvollziehbar. Zudem ist durch die Einbeziehung gewährleistet, dass sie im Rahmen der Erfüllung der Sorgfaltspflicht und der Wesentlichkeitsanalyse berücksichtigt werden. Daraus ergab sich im Geschäftsjahr 2024/25 zusätzlich zu dem erfolgten Strategie-Review kein weiterer Bedarf einer wesentlichen Änderung von Strategie oder Geschäftsmodell.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden laufend im Rahmen der standardisierten Berichtsprozesse über relevante Interessen sowie gesondert vom ESG Officer, der die ESG-Taskforce leitet, über die Detailergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse informiert.

Einbeziehung wichtiger Gruppen betroffener Interessenträger.

Eigene Mitarbeiter*innen. Der Erfolg von Kapsch TrafficCom hängt von der Loyalität, Motivation und Leistung der Beschäftigten ebenso ab wie von der Möglichkeit, bei Bedarf ausreichend qualifizierte Mitarbeiter*innen am externen Arbeitsmarkt gewinnen zu können. Kapsch TrafficCom verbindet internationale Ausrichtung mit den Wurzeln eines modernen Familienunternehmens. Unternehmertum, marktnahe und schnelle Entscheidungen sowie überdurchschnittliches Engagement und Einsatz sind ebenso zentral für die Unternehmenskultur, wie gegenseitiger Respekt und ein ausgeprägtes Wir-Gefühl. Die People Strategy hat das Ziel, eine attraktive Arbeitgeberidentität zu kreieren und bindet dafür die Mitarbeiter*innen direkt in die Gestaltung mit ein. Die Interessen, Standpunkte und Rechte der Mitarbeiter*innen werden durch Formate, wie die Mitarbeiterbefragung, sogenannte „OpenLines“ oder Mitarbeitergespräche einbezogen.

Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette. Auch die Arbeitskräfte in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sind ein wesentlicher Bestandteil des Engagements für Nachhaltigkeit. Kapsch TrafficCom unterstützt faire Arbeitsbedingungen, Vielfalt und Integration – denn auch außerhalb des eigenen Unternehmens sind engagierte und motivierte Mitarbeiter*innen entscheidend, damit Kapsch TrafficCom ihre Nachhaltigkeitsziele erreicht und langfristigen Erfolg sichert. Die Interessen, Standpunkte und Rechte der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette werden über die Geschäftspartner bzw. das Business Partner Screening, Audits und Review Meetings einbezogen.

Betroffene Gemeinschaften. Maut- und Verkehrsmanagementsysteme sind Instrumente zur Umsetzung verkehrspolitischer Ziele. Sie sollen dazu beitragen, das Nutzerverhalten zu ändern und Einnahmen zur Finanzierung einer nachhaltigen Mobilität zu generieren. Sie werden von öffentlichen Behörden oder in deren Auftrag handelnden Unternehmen gekauft und betrieben. Ihr Betrieb hat das spezifische Ziel, die Gemeinschaften zu beeinflussen. Die Systeme bieten die Möglichkeit Treibhausgase, Luftverschmutzung und Lärm zu reduzieren. In welchem Ausmaß diese Möglichkeiten zum Einsatz kommen, obliegt jedoch dem Kunden als Entscheidungsträger über die Verkehrs-politik.

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell (SBM-3).

Kapsch TrafficCom analysierte im Zuge einer umfassenden Analyse im Geschäftsjahr 2023/24 die Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) im Umwelt-, Sozial- und Governance-Bereich im Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell auf Wesentlichkeit für das Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2024/25 wurden diese im Zuge einer jährlichen Überprüfung an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Gemäß dem Konzept der doppelten Wesentlichkeit wurden die Themen aus zwei Perspektiven identifiziert und bewertet:

In Summe wurden 66 ökologische und soziale Auswirkungen (inside-out) und 120 finanzielle Chancen und Risiken (outside-in) identifiziert, davon wurden 25 bzw. 39 als wesentlich eingestuft.

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen, deren Beschreibung und seitens Kapsch TrafficCom getroffene Maßnahmen.

Position in der Wertschöpfungskette:

<<<

vorgelagerte Wertschöpfungskette (upstream)

KTC im Unternehmen

>>>

nachgelagerte Wertschöpfungungskette (downstream)

Wesentliche Auswirkungen,
Risiken und Chancen
Position in Wertschöpfungskette Beschreibung Maßnahmen
Klimawandel (ESRS E1)
Anpassung an den Klimawandel
Risiko:
Extreme Wetterbedingungen und Umweltkatastrophen können den Betrieb bei relevanten Lieferanten unterbrechen, dadurch eine Disruption der
Lieferkette verursachen und damit zu Umsatzeinbußen führen.

(mittel- bis langfristig)
<<< Outside-in:
Zugang zu produktionsrelevanten Materialien könnte dadurch gestört werden, wenn Beschaffungsstrategie auf wenigen Lieferanten oder Regionen basiert. Dies kann zu einer Einschränkung oder einem Stopp der eigenen Geschäftstätigkeiten führen und die Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber Kunden verhindern.
(physisch)
Diversifizierung der Lieferkette
Aufbau von Materialreserven
Inventurmanagement
Klimaschutz
Risiko:
Übergangsrisiko aus Implementierung neuer Klimamitigations- und -adaptierungsregulativen.
(kurz- bis langfristig)
<<<
KTC
>>>
Outside-in:
Die Implementierung erfordert personellen, operativen und/oder finanziellen Aufwand; bei zu spätem oder unzureichendem Handeln drohen Strafzahlungen oder sogar Marktausschluss.
(transitorisch)
Beobachtung des sich entwickelnden Rechtsrahmens
Frühzeitiges Treffen der notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen zur Sicherstellung der Compliance
Regelmäßige Compliance Checks zum existierenden Rechtsrahmen
Engagement bei Industrieverbänden und in der EU
Lieferantenbewertung
Lieferantenaudits
Positive Auswirkung /
Chance:

Intelligente Verkehrssysteme, wie jene von Kapsch TrafficCom, haben das Potenzial, verkehrsbedingte Treibhausgasemissionen erheblich zu reduzieren.
(kurz- bis langfristig)
KTC
>>>
Inside-out:
Verbesserung des Verkehrsflusses und Reduktion von Staus können bis zu 20 % der Verkehrsemissionen, insbesondere Treibhausgasemissionen einsparen.
Zudem kann durch Mautsysteme die Straßenqualität verbessert und dadurch Rollwiderstand reduziert werden. Dies führt zu erheblichen Einsparungen beim Treibstoffverbrauch. Bemautung kann auch einen Anreiz für neuere, emissionsärmere Fahrzeuge bieten.
(tatsächlich)

Outside-in:
Fokus auf emissionsreduzierende und -arme Produkte bietet Geschäftsperspektiven für Kapsch TrafficCom, das ist v.a. bei staatsnahen Kunden relevant; ein nachhaltiges Portfolio kann Reputation und dadurch Absatzchancen und Finanzierungsmöglichkeiten positiv beeinflussen.
(tatsächlich)
Demand Management
Traffic Management
Mautlösungen
infrastrukturreduzierte Lösungen
Nachhaltigkeitskommunikation
Negative Auswirkung / Risiko:
Verursachung von hohen Emissionen durch eigene Prozesse sowie vor- und nachgelagerte Aktivitäten in der Wertschöpfungskette – besonders eingekaufte Waren sowie Dienstleistungen bergen ein signifikantes Risiko.
(kurz- bis langfristig)
<<<
KTC
>>>
Inside-out:
Unzureichende Maßnahmen, um Treibhausgasemissionen in der Wertschöpfungskette vollumfänglich zu verhindern, fördern den Klimawandel.
(tatsächlich)

Outside-in:
Erhöhte Transparenzanforderungen verlangen die Publikation von verursachten Emissionen. Bei hohem Emissionsverbrauch kann neben den erhöhten operativen Kosten für Material, Energie und Transport auch durch Nichterfüllung von Reduktionszielen erheblicher Reputationsschaden entstehen, der in weiterer Folge zu Kunden- oder Investorenverlust führen kann.
(transitorisch)
Lieferantenbewertung
Lieferantenaudits
Green Gantry
Cloud-Lösungen
On-Board Unit Refurbishment
Unternehmensinternes Reparatur-
service

Wiederverwendung von Plastikabfällen in der Produktion
Infrastrukturreduzierte Lösungen
Langlebige Produkte
2-in-1-Kamera (VDX2i)
Umweltschonende Verpackungen
Nachhaltiges Produktdesign
(Sustainable Portfolio Guideline)

Fernwartung und Remote Testing
Home-Office-Regelung
Reduktion Geschäftsreisen
Mobilitätsrichtlinie Österreich
Jobticket
Grüne Standortanforderungen
ÖkoWin-Teilnahme
CDP-Teilnahme
Chance:
Hohe Reduktion der Emissionen durch eigene Prozesse sowie vor- und nachgelagerte Aktivitäten in der Wertschöpfungskette.
(kurz- bis langfristig)
<<<
KTC
>>>
Outside-in:
Verbesserung der Reputation durch
Initiativen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen.

Umweltverschmutzung (ESRS E2)
Luftverschmutzung
Positive Auswirkung /
Chance:

Intelligente Verkehrssysteme, wie jene von Kapsch TrafficCom, haben das Potenzial, verkehrsbedingte Luftemissionen (z.B. NOX, PM10, PM2,5) erheblich zu reduzieren.
(kurz- bis langfristig)
>>> Inside-out:
Intelligente Beeinflussung der Verkehrsnachfrage und daraus resultierende Verbesserung des Verkehrsflusses können die Emission von Luftschadstoffen erheblich reduzieren.
Durch Mautsysteme kann die Straßenqualität verbessert werden; dadurch wird weniger Treibstoff benötigt und die durch Verbrennung entstehenden Luftschadstoffe werden reduziert. Zudem kann Bemautung einen Anreiz für neuere, emissionsärmere Fahrzeuge bieten.
(tatsächlich)

Outside-in:
Fokus auf umweltfreundliche Produkte bietet Geschäftsperspektiven für Kapsch TrafficCom; nachhaltiges Portfolio kann Reputation und dadurch Absatzchancen und Finanzierungsmöglichkeiten positiv beeinflussen.
Investition in das Portfolio, insbesondere Demand Management und Umweltzonen
Nachhaltigkeitskommunikation
Kreislaufwirtschaft (ESRS E5)
Ressourcenzuflüsse, einschließlich Ressourcennutzung
Risiko:
Disruption der Lieferkette durch die Einführung neuer Regulative zum Ressourcenverbrauch.
(mittel- bis langfristig)
<<<
Outside-in:
Neue Zölle, Importregelungen oder andere Ressourcen-basierte Gesetze können zu erhöhten Kosten, Lieferverzögerungen oder -ausfällen führen.
Beobachtung des sich entwickelnden Rechtsrahmens
Frühzeitiges Treffen der notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen zur Sicherstellung der Compliance
Regelmäßige Compliance Checks zum existierenden Rechtsrahmen
Engagement bei Industrieverbänden und in der EU
Lieferantenbewertung
Lieferantenaudits
Inventurmanagement
Risiko:
Disruption der Lieferkette aufgrund Ressourcenknappheit.
(kurz- bis langfristig)
<<< Outside-in:
Globale Ressourcenknappheit kann zu erhöhten Kosten für die Beschaffung von Bestandteilen für die Produktion, Lieferausfällen oder Betriebsunterbrechungen führen.
Diversifizierung der Lieferkette
On-Board Unit Refurbishment
Unternehmensinternes Reparaturservice
Wiederverwendung von Plastikabfällen in der Produktion
Infrastrukturreduzierte Lösungen
Langlebige Produkte
2-in-1-Kamera (VDX2i)
Green Gantry
Chance:
Unterstützung von Kunden bei Ressourceneinsparungen durch umweltfreundliche Lösungen.
(kurz- bis langfristig)
>>> Outside-in:
Verbesserter Verkehrsfluss und dadurch reduzierter Treibstoffverbrauch sowie ressourcenschonende Lösungen ermöglichen Kosteneinsparungen für Kunden und Verkehrsteilnehmer. Dies führt zu mehr Ausschreibungen von umweltfreundlichen Verkehrslösungen und damit zu erhöhten Umsätzen und Reputationsverbesserung für Kapsch TrafficCom.
Demand Management
Traffic Management
Mautlösungen
Infrastrukturreduzierte Lösungen
Green Gantry
On-Board Unit Refurbishment
Unternehmensinternes Reparaturservice
Umweltschonende Verpackungen
Langlebige Produkte
2-in-1-Kamera (VDX2i)
Ressourcenabflüsse im Zusammenhang mit Produkten und Dienstleistungen
Positive Auswirkung /
Chance:

Ressourceneinsparungen durch die Einführung von Circular-Economy-Prinzipien im Portfoliomanagement und Innovationsprozess.
(kurz- bis langfristig)
<<<
KTC
>>>
Inside-out:
Höhere Ressourceneffizienz, z.B. durch Recycling, alternative Energiequellen, längere Lebensdauer etc. schont die Ressourcenquellen.
(tatsächlich)

Outside-in:
Ressourceneffizienz kann die Kosten reduzieren und die Reputation des Unternehmens verbessern. Wiederverwertete oder aufgewertete Produkte ermöglichen Umsatzwachstum und Erhöhung des Marktanteils.
Green Gantry
On-Board Unit Refurbishment
Wiederverwendung von Plastikabfällen in der Produktion
Unternehmensinternes Reparaturservice
Umweltschonende Verpackungen
Nachhaltiges Produktdesign
(Sustainable Portfolio Guideline)

Langlebige Produkte
2-in-1-Kamera (VDX2i)
Infrastrukturreduzierte Lösungen
Arbeitskräfte des Unternehmens (ESRS S1)
Arbeitsbedingungen > Sichere Beschäftigung
Positive Auswirkung:
Sichere Arbeitsplätze aufgrund langjähriger Beständigkeit des Unternehmens.
(kurz- bis langfristig)
KTC Inside-out:
Kapsch TrafficCom ist ein langjährig etabliertes Familienunternehmen mit globaler Reichweite, das in internationalen Projekten tätig ist. Der stabile und kontinuierliche Fluss von Projekten sorgt für gesicherte Arbeitsplätze.
(tatsächlich)
Laufende Projektgewinne
Langfristige Anstellung von
Mitarbeiter*innen
Negative Auswirkung:
BefristeteArbeitsverhältnisse aufgrund des Projektgeschäftes.
(kurz- bis langfristig)
KTC
Inside-out:
Wenngleich Kapsch TrafficCom generell eine langfristige Beschäftigung anstrebt, ist es aufgrund des projektbezogenen Charakters des Geschäftsmodells möglich, dass Mitarbeiter*innen nur für die Dauer von Projekten eingestellt werden.
(tatsächlich)
Wiedereinstellung von
Mitarbeiter*innen für neue Projekte

Unterstützung bei der Arbeitsvermittlung
Chance:
Verbesserung der Mitarbeiterqualifikationen durch Schulungen in neuen, aufstrebenden
Technologien.

(mittel- bis langfristig)
KTC
>>>
Outside-in:
Langfristige Zuwächse und Gewinne
bei Produktivität, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.

Kontinuierliche Identifizierung von Schulungsbedarf
Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen und Partnern
Arbeitsbedingungen > Arbeitszeit
Negative Auswirkung:
Überlastung an Projektmeilensteinen.
(kurz- bis langfristig)
KTC Inside-out:
Hoher Arbeitsaufwand und Druck vor bestimmten Projektmeilensteinen können zu Überlastungen der Mitarbeiter*innen durch lange Arbeitszeiten führen.
(potenziell)
Zielgerichtete Ressourcenplanung
Zusätzliches Personal
Arbeitsbedingungen > Sozialer Dialog
Positive Auswirkung /
Chance:

Partizipative Entscheidungen durch sozialen Dialog zwischen Arbeitgeberin und Arbeitnehmer*innen.
(kurz- bis langfristig)

KTC Inside-out:
Höhere Zufriedenheit durch Anpassung der Arbeitsbedingungen an Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen.
(tatsächlich)

Outside-in:
Positive Auswirkungen auf Produktivität und Unternehmenskultur, stärkere Anziehung und Bindung von Talenten, geringere Rekrutierungskosten.
Initiativen für sozialen Dialog
People Strategy
Arbeitsbedingungen > Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben
Positive Auswirkung:
Gesunde Work-Life-Balance.
(kurz- bis langfristig)
KTC Inside-out:
Hohe Mitarbeiterzufriedenheit durch Work-Life-Balance-Initiativen.
(tatsächlich)
Flexible Arbeitsmodelle
Home-Office
Urlaubsangebote
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle >
Gleichstellung der Geschlechter und gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Negative Auswirkung:
Mitarbeiter*innen könnten
ungerecht bezahlt werden.

(kurz- bis langfristig)
KTC Inside-out:
Ungerechte Bezahlung kann Auswirkungen auf die finanzielle Situation
und psychische Gesundheit der
Mitarbeiter*innen haben.

(potenziell)
Gehaltsbandbreitenmodell 
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle > Schulungen und Kompetenzentwicklung
Positive Auswirkung:
Kompetenzentwicklung und -stärkung der Mitarbeiter*innen.
(kurz- bis langfristig)
KTC Inside-out:
Durch individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten können die Mitarbeiter*innen ihre Fähigkeiten ausbauen, gegebenenfalls Qualifikations-/Wissenslücken schließen, die sie benachteiligen könnten (z.B. Sprachbarriere), und somit einen höheren Stellenwert auf dem Markt erreichen.
(potenziell)
Kontinuierliche Identifizierung von Schulungsbedarf
Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen und Partnern
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle >
Beschäftigung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen
Positive Auswirkung:
Chancengleichheit und Vielfalt.
(kurz- bis langfristig)
KTC Inside-out:
Mitarbeiter*innen erleben Vielfalt im Unternehmen und Chancengleichheit durch Inklusion von Menschen mit Behinderungen.
(tatsächlich)
People Strategy
Responsible Annotation Team
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle > Vielfalt
Positive Auswirkung /
Chance:

Vielfalt durch Diversitätsinitiativen und Beschäftigung von Mitarbeiter*innen mit unterschiedlichen Kulturen, Orientierungen und Hintergründen.
(kurz- bis langfristig)
KTC Inside-out:
Mitarbeiter*innen erleben Chancengleichheit sowie Diversität und Inklusion, welche zur Unternehmenskultur beitragen.
(tatsächlich)

Outside-in:
Stärkere Anziehung und Bindung vielfältiger Talente, positive Auswirkungen auf Unternehmenskultur und Innovation.
People Strategy
Sonstige arbeitsbezogene Rechte > Datenschutz
Negative Auswirkung:
Mitarbeiter*innen erleben Verletzung der Privatsphäre durch Datenschutzverletzungen.
(kurz- bis langfristig)
KTC Inside-out:
Verletzung der Privatsphäre aufgrund falscher Verarbeitung von personenbezogenen Daten oder geringer Sicherheitsvorkehrungen außerhalb Europas.
(potenziell)
Strikte Datenschutzrichtlinien
Kontinuierliche Überprüfung und Schulungen
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette (ESRS S2)
Arbeitsbedingungen > Gesundheitsschutz und Sicherheit
Positive Auswirkung:
Erhöhte Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen in der Lieferkette.
(kurz- bis langfristig)
<<< Inside-out:
Sichere und gesunde Arbeitsumgebung für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette durch regelmäßigen Austausch zu Verbesserungsmaßnahmen und bewährte Verfahren zwischen Kapsch TrafficCom und Lieferanten.
(tatsächlich)
Lieferantenbeziehungsmanagement
Lieferantenaudits und Überprüfungsbesprechungen
Strenge Vorschriften für Lieferanten in Entwicklungsländern (siehe Verhaltenskodex für Lieferanten)
Risiko:
Störung der Lieferkette aufgrund von Arbeitsproblemen beim Lieferanten.
(mittel- bis langfristig)
<<<
KTC
Outside-in:
Verzögerungen in der Produktion, erhöhte Beschaffungskosten, potenzieller Umsatzverlust.
Regelmäßige Überwachung der Lieferanten
Ethische Beschaffungspraktiken
Diversifizierung der Lieferkette
Sonstige arbeitsbezogene Rechte > Kinderarbeit und Zwangsarbeit
Negative Auswirkung:
Versteckte Kinderarbeit und/oder Zwangsarbeit.
(kurz- bis langfristig)
<<< Outside-in:
Risiko von Kinderarbeit und/oder Zwangsarbeit in den Betrieben der Lieferanten in Entwicklungsländern.
(potenziell)
Lieferantenbeziehungsmanagement
Lieferantenaudits und Überprüfungsbesprechungen
Strenge Vorschriften für Lieferanten in Entwicklungsländern
Betroffene Gemeinschaften (ESRS S3) Die Auswirkungen und Chancen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften sind mit dem Geschäftsmodell
von Kapsch TrafficCom im Sinne ihrer Kunden verbunden. Gleiches gilt für die hier genannten Maßnahmen.
Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte von Gemeinschaften > Angemessene Unterbringung
Positive Auswirkung /
Chance:

Reduktion von Umweltverschmutzung, Feinstaub sowie Lärm durch Maut und Verkehrsmanagementsysteme.
(kurz- bis langfristig)
KTC
>>>
Inside-out:
Verbesserte Luftqualität mit positiven Auswirkungen auf Gesundheit der Menschen in unmittelbarer Umgebung.
(tatsächlich)

Outside-in:
Höhere Nachfrage nach Maut- und Verkehrsmanagementsystemen mit positiven Auswirkungen auf Luftqualität für lokale Gemeinschaften, indem Verkehrsflüsse mittels Verkehrssteuerung oder dynamischer Gebührensysteme nachhaltig gestaltet werden.
Kontinuierliche Weiterentwicklung sowie Innovationen von Produkten
und Dienstleistungen zur Emissionsreduktion
Chance :
Zugang zu lokalen Märkten und Talenten durch Integration in die Gemeinschaft.
(kurz- bis langfristig)
<<<
KTC
Outside-in:
Höhere lokale Marktpräsenz mit positivem Image, Einbindung von lokaler Expertise, Kostenvorteile durch global verteilte Fachkräfte.
Aufbau von kulturellem Verständnis für lokale Gemeinschaften
Lokale Personalrekrutierung und
Materialbeschaffung
Chance:
Verkehrsmanagement, intelligente Mautoptionen sowie Mautdienste für Mobiltelefone ermöglichen verbesserte Effizienz und Verkehrsfluss sowie Erreichbarkeit von Wohngebieten und lokalen Unternehmen.
(kurz- bis langfristig)
KTC
>>>
Outside-in:
Erhöhte Kundenzufriedenheit, Systemakzeptanz und Nachfrage nach Kapsch TrafficCom Produkten und Dienstleistungen.
Kontinuierliche Verbesserung und Anpassung von Produkten und Dienstleistungen an Bedürfnisse der lokalen Gemeinschaften und Benutzer
Verstärkter Kundenservice
Zusammenarbeit mit lokalen Behörden
Positive Auswirkung:
Verkehrssteuerung erhöht die Verkehrssicherheit.
(kurz- bis langfristig)
>>> Inside-out:
Verkehrssteuerung erhöht die
Verkehrssicherheit.

(tatsächlich)
Identifizierung gefährdeter Verkehrsteilnehmer
Positive Auswirkung:
Maut ermöglicht Finanzierung der Instandhaltung der
Straßeninfrastruktur.

(kurz- bis langfristig)
>>> Inside-out:
Maut führt zu Einnahmen, die die Instandhaltung der Straßeninfrastruktur ermöglichen; das führt zu mehr Sicherheit für Straßenbenutzer.
(tatsächlich)
Lösungen für Behörden anbieten
Vorführungen und Schulungen
Unternehmensführung (ESRS G1)
Unternehmenskultur
Negative Auswirkung / Risiko:
Belastende, falsch ausgerichtete oder schlecht kommunizierte Unternehmenskultur.
(kurz- bis langfristig)
<<<
KTC
>>>
Inside-out:
Verlust des Vertrauens der Bürger*innen in Unternehmen.
(potenziell)

Outside-in:
Hohe Mitarbeiterfluktuation und infolgedessen hohe Einstellungs- und Ausbildungskosten, Produktivitätsverluste, interne Konflikte, Projektverzögerungen, potenzieller Imageschaden.
Klare Kommunikation der Unternehmenswerte
Schulungen für Führungskräfte
Regelmäßiges Mitarbeiterfeedback
Positive Auswirkung /
Chance
:
Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit und des Unternehmensimage durch ethische Unternehmenskultur und Geschäftspraktiken.
(kurz- bis langfristig)
<<<
KTC
>>>
Inside-out:
Unternehmenskultur und Geschäftspraktiken bilden solide Grundlage für erfolgreiche, vertrauensvolle und langfristige Beziehungen mit Mitarbeiter*innen, Kunden und Geschäftspartnern.
(tatsächlich)

Outside-in:
Verbesserte Produktivität, Gewinnung und Bindung von Spitzentalenten, Innovation durch Kollaboration und Diversität, positives Image des Unternehmens.
People Strategy mit starkem Fokus auf Servant Leadership
Ethik, Diversität und Kooperation
Klare Kommunikation der Unternehmenswerte
Risiko:
Verlust des Kundenvertrauens aufgrund eines Datenlecks.
(kurz- bis langfristig)
KTC
>>>
Outside-in:
Verlust von Kunden, rechtliche Sanktionen, Kosten für Datenwiederherstellung und PR-Management.
Umsetzung robuster Cybersicherheitsmaßnahmen
Regelmäßige Audits
Kommunikation mit Kunden
Risiko:
Rechtliche Herausforderungen und Geldstrafen aufgrund von Nichteinhaltung von Datenschutzgesetzen.
(mittel- bis langfristig)
KTC
>>>
Outside-in:
Rechtskosten, Geldstrafen, potenzieller Imageschaden, betriebliche Unterbrechungen.
Regelmäßige Compliance Checks
Rechtliche Beratung
Einhaltung von Datenschutzgesetzen und -Best-Practices
Chance:
Positive Auswirkungen durch den verantwortungsvollen Einsatz von KI und Datenanalytik für die Verkehrssteuerung.
(kurz- bis langfristig)
KTC
>>>
Outside-in:
Verbesserte öffentliche Wahrnehmung, Differenzierung auf dem Markt,
gesteigerte Kundenzufriedenheit.
Entwicklung ethischer Richtlinien
für den KI-Einsatz

Klare Datenverwendungsrichtlinien
Kontinuierliche Überwachung der Praktiken
Politisches Engagement und Lobbytätigkeiten
Positive Auswirkung /
Chance:

Politisches Engagement und Lobbyarbeit führen zu interoperablen Technologien und Industriestandards.
(mittel- bis langfristig)
KTC
>>>
Inside-out:
Standardisierung, Rückwärtskompatibilität und Frequenzmanagement ermöglichen die Integration von neuen Technologien in bestehende Infrastruktur und führen dadurch zu größerem Angebot, kompetitiven Preisen und Ressourcenschonung für Kunden, da Produkte länger benutzt werden können bevor sie aufgrund veralteter und nicht mehr unterstützter Technologie ausgetauscht werden müssen.
(tatsächlich)

Outside-in:
Langlebigkeit der Investitionen in Anlagen und der Fachkenntnisse der Mitarbeiter*innen durch Festlegung und Durchsetzung eines nachhaltigen Rechtsrahmens im Bereich der interoperablen Frequenzregulierung und Standardisierung. Ziel ist es, Technologien nachhaltig zu modernisieren und dabei zu vermeiden, dass bestehende Lösungen frühzeitig veralten, da sie inkompatibel mit neuen Technologien sind.
Expert*innen für Standardisierungsaktivitäten und EU-Angelegenheiten
Management der Beziehungen zu Lieferanten, einschließlich Zahlungspraktiken
Positive Auswirkung /
Chance:

Stärkung der Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern.
(kurz- bis langfristig)

<<<
KTC
Inside-out:
Vertrauensvolle und langfristige Beziehungen des Unternehmens ermöglichen Geschäftskontinuität der lokalen Geschäftspartner und Gemeinschaften und verbessern das Vertrauen und die Effizienz im Markt als Ganzes.
(tatsächlich)

Outside-in:
Transparente Zusammenarbeit mit Kunden und Geschäftspartnern fördert langfristige Verträge und innovative gemeinsame Projekte.
Förderung von Transparenz
Business Partner Screening
Langfristige Zusammenarbeit
Wahrung ethischer Standards
Korruption und Bestechung > Vermeidung und Aufdeckung, einschließlich Schulung
Chance:
Branchenweit korrektes Verhalten im Zusammenhang mit Korruption und Bestechung.
(kurz- bis langfristig)
<<<
KTC
Outside-in:
Positives Image des Unternehmens und infolgedessen Gewinnung von ethischen Geschäftspartnern sowie Kundenstammaufbau und -bindung.
Korruptionsbekämpfung
Anti-Korruptions-Training
Transparente Praktiken
Business Partner Screening
Öffentlicher Verhaltenskodex für
ethische Geschäftspraktiken
Korruption und Bestechung > Vorkommnisse
Negative Auswirkung / Risiko:
Ausschluss von der Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen aufgrund Korruptions- oder
Bestechungsverurteilungen.
(kurz- bis langfristig)
<<<
KTC
>>>
Inside-out:
Verlust des Vertrauens der Bürger*innen in Behörden; Wettbewerbsbeeinträchtigung.
(potenziell)

Outside-in:
Verlust von Einnahmequellen, langfristige Beeinträchtigung der Geschäftsaussichten.
Verpflichtung zur Einhaltung der Rechtsvorschriften
Anti-Korruptions-Training
Sofortige Korrekturmaßnahmen bei begangenen Vergehen
Wiederherstellung des Vertrauens
in Behörden

Die identifizierten wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen führten zu keinen Anpassungen des Geschäftsmodells und lassen dies auch nicht erwarten.

Die wichtigsten Geschäftsbeziehungen von Kapsch TrafficCom, die einen Anteil an den wesentlichen Auswirkungen haben, sind einerseits diejenigen mit Lieferanten und andererseits mit Kunden. Auswirkungen aufgrund der Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten sind in obiger Tabelle als „upstream“ angegeben. Sie betreffen vor allem die Emissionen von eingekauften Waren sowie die Arbeitsbedingungen und Geschäftspraktiken in der Wertschöpfungskette. Auswirkungen aufgrund der Geschäftsbeziehungen mit Kunden sind als „downstream“ markiert. Diese sind maßgeblich davon beeinflusst, welche Systemanforderungen in den Ausschreibungen für intelligente Verkehrssysteme von den Kunden definiert wurden und inwiefern diese weitere Verbesserungsmaßnahmen zulassen. Die Auswirkungen aufgrund der eigenen Tätigkeit sind in obiger Tabelle als „KTC“ angegeben.

Im Berichtszeitraum wurden keine wesentlichen Risiken oder Chancen identifiziert, die kurzfristig materielle finanzielle Auswirkungen auf die Finanzlage, finanzielle Leistungsfähigkeit oder Cashflows des Unternehmens haben. Ebenso bestehen keine wesentlichen Risiken, die im nächsten Berichtszeitraum eine erhebliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten im Konzernabschluss erforderlich machen könnten.

Die Resilienz der Strategie und des Geschäftsmodells von Kapsch TrafficCom ist entscheidend, um wesentliche Auswirkungen und Risiken bewältigen und gleichzeitig Chancen nutzen zu können. Der strategische Rahmen von Kapsch TrafficCom mit einer Ausrichtung auf Innovation und Nachhaltigkeit ist so konzipiert, dass er anpassungsfähig ist und es dem Unternehmen ermöglicht, sich auf einem dynamischen Markt zu behaupten.

Details zur Resilienz des Geschäftsmodells und der Standorte im Hinblick auf Auswirkungen, Risiken und Chancen resultierend aus dem Klimawandel finden sich in den Angaben in >> Abschnitt 2 „Umweltinformationen“ unter „Resilienzanalyse“. Durch die halbjährliche Mitarbeiterbefragungen wird die Zufriedenheit der Belegschaft abgefragt, um auch die soziale Resilienz des Geschäftsbetriebes zu überwachen. Weiters hat Kapsch TrafficCom auch im Bereich Informationssicherheit ein Kontinuitätsmanagementkonzept etabliert, um betriebskritische Geschäftsfunktionen zu prüfen und auch in herausfordernden Zeiten erhalten zu können.

Jährliche Überprüfung der Wesentlichkeitsanalyse.

Die wesentlichen Stakeholder, Trends, Auswirkungen, Risiken und Chancen werden jährlich überprüft und gegebenenfalls aktualisiert. Eine vollständige Aktualisierung der Wesentlichkeitsanalyse ist alle drei Jahre geplant.

Alle Auswirkungen, Risiken und Chancen sind von den Angabepflichten der ESRS abgedeckt, sodass keine unternehmensspezifischen Angaben ergänzt wurden.

1.4 Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen.

Angaben zum Verfahren für die Wesentlichkeitsanalyse.
Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen (IRO-1).
Allgemein.

Die beschriebenen wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen wurden im Geschäftsjahr 2023/24 in einer umfassenden Wesentlichkeitsanalyse eruiert, die im Geschäftsjahr 2024/25 überprüft wurde. Dabei wurde folgendes Szenario zugrunde gelegt:

In der Analyse wurde das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit angewandt, womit sowohl die Auswirkungen der Tätigkeiten von Kapsch TrafficCom auf Mensch und Umwelt („inside-out“; Sustainability Impact) als auch die Risiken und Chancen für finanzielle Effekte aus Unternehmenssicht („outside-in“; Financial Impact) berücksichtigt wurden.

Die Wesentlichkeitsanalyse wie auch die Überprüfung wurden von der Kapsch TrafficCom ESG-Taskforce durchgeführt, die sich aus acht Personen unterschiedlicher Unternehmensbereiche mit globaler Verantwortung unter Leitung eines ESG Officer zusammensetzt. Dadurch war auch die Berücksichtigung spezifischer und lokal relevanter Sichtweisen sowohl innerhalb des Unternehmens als auch in der Wertschöpfungskette gewährleistet. Punktuell wurden zusätzlich Expert*innen aus anderen Unternehmensbereichen hinzugezogen.

image
1. Schritt: Festlegung der anwendbaren Nachhaltigkeitsaspekte.

Aufbauend auf den themenbezogenen ESRS-Nachhaltigkeitsaspekten gemäß ESRS wurde zunächst eine Themenliste mit Unterthemen zusammengestellt, die der gesamten Wertschöpfungskette von Kapsch TrafficCom entspricht. Als Basis dafür wurde die in ESRS 1 Absatz AR 16 angeführte Liste der Themen, mit den Unter- und Unter-Unterthemen herangezogen.

2. Schritt: Sammlung von Auswirkungen, Risiken und Chancen.

Im nächsten Schritt wurden ökologische und soziale Auswirkungen sowie finanzielle Risiken und Chancen gesammelt. Diese wurden vollumfänglich zusammengestellt, unabhängig ob sie initial als wesentlich oder unwesentlich eingeschätzt wurden. Die Auflistungen wurden jeweils von den entsprechenden Expert*innen erstellt, wobei je anwendbarem Nachhaltigkeitsaspekt die Wertschöpfungskette durchgedacht wurde, um Anknüpfungspunkte zu identifizieren. Bei Bedarf wurden weitere interne Expert*innen hinzugezogen. Anschließend wurden die Auflistungen von der funktionsübergreifenden ESG-Taskforce in mehreren Workshops im Plenum besprochen und überprüft, um sicherzugehen, dass alle Auswirkungen, Risiken und Chancen berücksichtigt wurden.

3. Schritt: Bewertung der Auswirkungen, Risiken und Chancen anhand von Bewertungsskalen.

Die Bewertung erfolgte anhand mehrerer Kriterien, für die bereits bestehende Skalen verwendet oder bei Bedarf neue definiert wurden:

Im Bereich Klimawandel und Umweltverschmutzung wurden zur Quantifizierung der IROs auch externe Studien herangezogen (siehe >> Abschnitt 1.3 „Strategie“ unter „Geschäftsmodell“) und in der Bewertung des Schweregrades der Auswirkungen berücksichtigt.

Die Begründungen und Annahmen zur Bewertung der Wesentlichkeit wurden jeweils dokumentiert. Der Wert, der für die Wesentlichkeit von Auswirkungen für die Berichterstattung herangezogen wurde, errechnet sich aus der Eintrittswahrscheinlichkeit summiert mit dem Mittelwert aus Ausmaß, Umfang und Unumkehrbarkeit.

Im Zuge des Verfahrens zur Ermittlung, Bewertung, Priorisierung und Überwachung von Risiken und Chancen, die finanzielle Auswirkungen haben (können), wurden zusätzlich auch die Zusammenhänge und Abhängigkeiten mit den Auswirkungen mittels einer Referenz auf die Auswirkung(en) geprüft und dokumentiert. Zur Prüfung auf Vollständigkeit wurden beide Analysen (Auswirkungs- und finanzielle Analyse) jeweils wechselweise auf Vollständigkeit geprüft, indem alle identifizierten Auswirkungen auf zugehörige Risiken und Chancen gemappt wurden und umgekehrt.

Zu allen Risiken und Chancen wurden zudem deren Ursachen, Eintrittsereignisse und finanzielle Auswirkungen dokumentiert. Hier wurde nicht nur die Eintrittswahrscheinlichkeit, sondern auch das finanzielle Ausmaß entlang einer fünfteiligen Skala bewertet, wobei letztere in Abhängigkeit des EBIT definiert ist. Die finanzielle Wesentlichkeit errechnet sich dabei aus der Summe der beiden Bewertungen.

Kapsch TrafficCom verwendet im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse die bestehenden Bewertungsansätze des konzernweiten Enterprise Risk Management-Systems. Dabei kommt eine standardisierte 5x5-Risikomatrix zur Anwendung, in der die Eintrittswahrscheinlichkeit sowie die potenziellen Folgen von Risiken und Chancen systematisch erfasst werden. Diese Matrix wird für sämtliche Risikoarten verwendet, einschließlich finanzieller, operationeller, regulatorischer und Nachhaltigkeitsrisiken.

Die Risiken und Chancen werden dabei auf Basis der potenziellen finanziellen und operationellen Relevanz für das Unternehmen bewertet. Für alle Risikoarten, einschließlich Nachhaltigkeitsrisiken, erfolgt eine einheitliche Bewertung entlang dieser Kriterien, ohne spezifische Zusatzgewichtung.

Die qualitative Einschätzung wird durch Expert*innen aus den relevanten Fachbereichen (u.a. Umweltnachhaltigkeit, Risikomanagement, Recht & Compliance) vorgenommen. Dabei werden insbesondere Unsicherheiten im Zusammenhang mit Datenverfügbarkeit und Schätzannahmen berücksichtigt.

Die Priorisierung erfolgt derzeit einheitlich über alle Risikoarten hinweg, wobei keine separate Gewichtung für Nachhaltigkeitsrisiken vorgenommen wird. Eine Überprüfung der Methodik im Hinblick auf spezifische Anpassungen für Nachhaltigkeitsthemen ist im Zuge der Weiterentwicklung des Systems vorgesehen.

4. Schritt: Definition des Schwellenwertes für die Wesentlichkeit (Sustainability & Financial Impact).

Die Grenze für die Wesentlichkeit eines Themas wurde schließlich auf den Wert 6 von 10 gelegt, wobei bereits eine einzelne Auswirkung, ein einzelnes Risiko oder eine einzige Chance mit einem Wert größer/gleich 6 zu einer Einstufung des Nachhaltigkeitsthemas als wesentlich führte. Zwecks Kontrolle wurden die Themen mit Wert 5 geprüft und durchwegs als nicht wesentlich bestätigt.

Das Ergebnis der Inside-out- und der Outside-in-Wesentlichkeitseinstufung stimmten insofern überein, als alle wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte jeweils sowohl für ökologische und soziale Auswirkungen als auch für finanzielle Risiken bzw. Chancen wesentlich sind.

5. Schritt: Einbindung des Feedbacks der Stakeholder.

Parallel zu diesen Schritten wurde eine Stakeholder-Befragung durchgeführt. Dafür wurde ein Fragebogen in drei Sprachen – Deutsch, Englisch und Spanisch – erstellt und die Relevanz der Themen für Kapsch TrafficCom abgefragt. Der Fragebogen umfasste geschlossene Fragen mit einer Antwortskala von 0–5, aber auch offene Fragen, die individuelles Feedback, Kritik und Verbesserungsvorschlage zuließen, und wurde an alle wesentlichen Interessensgruppen versandt: Belegschaft, Kunden und Behörden, Lieferanten, Verbände und betroffene Gemeinden, Aktionär*innen, Fremdkapitalgeber und Finanzanalysten, Medien sowie das eigene Management. Die Auswertung erfolgte je Gruppe, wobei es keine Priorisierung von Stakeholder-Gruppen gab.

Die Ergebnisse der Befragung zur Wichtigkeit der Themen wurden mit der Wesentlichkeitsanalyse abgeglichen und bestätigten diese. Die als unwesentlich definierten Themen wurden auch von den Stakeholdern niedriger in deren Wichtigkeit bewertet. Die Antworten auf die offenen Fragen enthielten Anregungen und Ideen, die durch das Expertenteam der ESG-Taskforce analysiert und mit der Liste der Auswirkungen, Risiken und Chancen abgeglichen wurden.

Folgendes Schaubild gibt einen Überblick über die Wesentlichkeitsanalyse und die wesentlichen Themen: